Bromphenolblau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Strukturformel von Bromphenolblau
Allgemeines
Name Bromphenolblau
Andere Namen

3,3′,5,5′-Tetrabrom- phenolsulfonphthalein

Summenformel C19H10Br4O5S
CAS-Nummer 115-39-9 (Säure)
62625-28-9 (Na-Salz)
PubChem 8272
Kurzbeschreibung

hellbrauner Feststoff mit phenolartigem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse
  • 669,96 g·mol−1 (Säure)
  • 691,94 g·mol−1 (Na-Salz)
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

273 °C (Zersetzung)[1]

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze [1]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Bromphenolblau ist ein Triphenylmethanfarbstoff und gehört zur Gruppe der Sulfonphthaleine. Es ist das Tetrabromderivat des Phenolrot. Bromphenolblau sowie sein Natriumsalz werden als pH-Indikatoren verwendet.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Bromphenolblau schlägt bei einem pH-Wert von 3,0–4,6 von grünlichgelb nach blauviolett um. Im Photometer zeigt sich ein Absorptionsmaximum bei 590–595 nm (pH 4,6).

Absorptionsspektrum von Bromphenolblau im Sauren und im Basischen.

Verwendung[Bearbeiten]

  • als pH-Indikator: pH 3,0 (grünlichgelb), pH 3,4 (grün), pH 4,6 (blauviolett).
  • als Farbstoffmarker im Probenpuffer bei der Gelelektrophorese von DNA und Proteinen.
  • als zuerst unsichtbares Farbpulver, mit dem man Geldscheine oder Geldkassetten präparieren kann – bei unbefugter Berührung entsteht auf den Fingern des Betreffenden eine intensive Färbung, die durch Waschen noch verstärkt wird.
  • wird von toten Spermien absorbiert, von lebenden nicht – wichtig für Untersuchungen des Ejakulats.
  • in der Netzhautchirurgie zum Anfärben von natürlich vorhandenen oder krankhaft entstandenen Membranen Gliose, um diese gezielt zu entfernen[2]
  • in der Kataraktchirurgie zur Färbung des Kapselsacks[3]
  • in der Hornhautchirurgie zur Differenzierung einzelner Gewebsschichten in der transparenten Hornhaut[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Datenblatt Bromphenolblau bei Merck, abgerufen am 5. Januar 2012.
  2. PMID 19477708.
  3. PMID 17435423.
  4. PMID 21394068