Brontallo

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Brontallo
Wappen von Brontallo
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Vallemaggiaw
Kreis: Kreis Lavizzara
BFS-Nr.: 5323i1f3f4
Postleitzahl: 6692
Koordinaten: 690679 / 13385946.3499978.61667716Koordinaten: 46° 21′ 0″ N, 8° 37′ 0″ O; CH1903: 690679 / 133859
Höhe: 716 m ü. M.
Fläche: … km²
Einwohner: 563 (31. Dezember 2013)[1]
Website: www.brontallo.com
Brontallo

Brontallo

Karte
Brontallo (Schweiz)
Brontallo
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Gemeindestand vor der Fusion am 3. April 2004

Brontallo ist eine Fraktion der Gemeinde Lavizzara im Kreis Lavizzara, im Bezirk Vallemaggia des Kantons Tessin in der Schweiz. Die bis dahin selbstständige politische Gemeinde Brontallo wurde am 4. April 2004 mit den früheren Gemeinden Broglio, Fusio, Menzonio, Peccia und Prato-Sornico zur Gemeinde Lavizzara fusioniert.

Geographie[Bearbeiten]

Brontallo liegt auf 750 m ü. M. auf einer felsigen Sonnenterrasse am Fusse eines Felsvorsprungs des Pizzo di Brünesc. Das erste Dorf im Lavizzaratal liegt auf der rechten Talseite. Die steilen Berghänge sind mit Trockensteinmauern in einer Gesamtlänge von 22 km terrassiert. Dies ermöglicht die landwirtschaftliche Nutzung und verhindert, dass das Regen- und Schmelzwasser allzu schnell abfliesst. Die Wohnhäuser wurden stufenartig am Hang angelegt. Wohnhäuser und die östlich angelegten Ställe wurden zum Schutz der Bewohner vor Erdrutschen in der Zone Il Sasso della Catena getrennt.

Geschichte[Bearbeiten]

Bis zu Beginn des 15. Jahrhunderts bildeten Brontallo und Menzonio eine Gemeinde sowie mit Bignasco und Cavergno eine Nachbarschaft. Die bereits 1496 erwähnte Kirche Santa Maria und San Giorgio - die Fassade zeigt ein riesiges Bild des heiligen Christophorus - wurde 1653 neu gebaut und danach mehrmals restauriert. Bis 1513 bildete sie zusammen mit Menzonio ein Teil der Pfarrei Cevio, von der sie sich 1655 löste. Das Beinhaus zeigt Fresken aus dem 16. Jahrhundert.

Bevölkerung[Bearbeiten]

1669 waren es 227 Einwohner; 1795: 90; 1850: 173; 1900: 133; 1950: 92; 2000: 50. Inzwischen kam es - entgegen dem allgemeinen Trend in dieser Region - zu einem Stillstand des Bevölkerungsrückgangs. 2006 lebten in Brontallo wieder 60 Personen, davon 15 Kinder.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche San Giorgio und Beinhaus[2]
  • Im Ortsteil «Margoneggia», Oratorium Sant’Antonio da Padova.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Bevölkerung betrieb von jeher Land- und Weidewirtschaft. Die Anschlussstrasse ins Val Lavizzara hinunter wurde erst 1955 fertiggestellt. 1990 war nur noch ein Drittel der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft tätig. Von den 50 Einwohnern im Jahr 2000 waren zwei Personen in der Landwirtschaft, fünf in der Industrie, drei im Dienstleistungssektor tätig und 40 nicht erwerbstätig. 2006 gab es fünf landwirtschaftliche Betriebe mit 66 Grossvieheinheiten (GVE), vor allem Ziegen und Schafe. Im Dorf gibt es eine grössere Anzahl Zweitwohnsitze.

Um den Zerfall der alten landwirtschaftlichen Strukturen aufzuhalten, wurde 1994 der Verein Pro Brontallo gegründet. Mit Hilfe von Spenden begann die Bevölkerung Wege auszubessern und Terrassen zu roden. Alte Rebstöcke wurden erneuert und junge Kastanienbäume gesetzt. Als Nächstes sollen die alte Mühle und das Trocknungshäuschen für die Kastanien, der Gràa, restauriert werden. Die Fondazione monti e paesaggio Brontallo fördert ein Agrotourismusprojekt, mit dem sie im Jahr 2005 den Hauptpreis der Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) gewonnen hat. 2007 sollen baufällige Gebäude auf dem Monte Scinghiöra und ein Rustico in Brontallo für den Agrotourismus renoviert werden.

Verkehr und Tourismus[Bearbeiten]

Das Dorf kann mit dem Postauto von Locarno mit Umsteigen in Bignasco erreicht werden. Die erst 1955 erstellte Strasse endet knapp unterhalb des Dorfes bei einem Parkplatz. Sie ist auch im Winter befahrbar. Der gut erhaltene Dorfkern ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) eingetragen. Internationale Bekanntheit erlangte Brontallo durch die Weltmeisterschaften im Klippenspringen, welche alle vier Jahre stattfinden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Rudolf Rahn: I monumenti artistici del medio evo nel Cantone Ticino. Tipo-Litografia di Carlo Salvioni, Bellinzona 1894, S. 72.
  • Guglielmo Buetti: Note Storiche Religiose delle Chiese e Parrocchie della Pieve di Locarno, (1902), e della Verzasca, Gambarogno, Valle Maggia e Ascona (1906). 2. Auflage, Pedrazzini Edizioni, Locarno 1969.
  • Giovanni Bianconi: Vallemaggia., Edizioni L.E.M.A., Agno 1969.
  • Martino Signorelli: Storia della Valmaggia., Tipografia Stazione SA, Locarno 1972.
  • Bruno Donati:, Brontallo un villaggio da salvare. In: Valmaggia Viva. 1974, S. 39-45.
  • Agostino Robertini u. a.: Brontallo. In: Il Comune. Edizioni Giornale del Popolo, Lugano 1978, S. 37-46.
  • Bernhard Anderes: Guida d’Arte della Svizzera Italiana. Edizioni Trelingue, Porza-Lugano 1980, S. 190-191.
  • Flavio Maggi: Patriziati e patrizi ticinesi. Pramo Edizioni, Viganello 1997.
  • Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 262.
  • Bruno Donati, Stefano Vassere (Hrsg.): Brontallo. In: Repertorio toponomastico ticinese. Archivio di Stato, Bellinzona 2009.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brontallo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. a b Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 262.