Bruce Dern

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Bruce Dern in Cannes (2013)
Bruce Dern, 2009

Bruce MacLeish Dern (* 4. Juni 1936 in Chicago, Illinois) ist ein US-amerikanischer Schauspieler.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Bruce MacLeish Dern ist deutscher und schottischer Abstammung. Sein Großvater George Henry Dern (1872–1936) – der bereits starb, als Dern zwei Monate alt war – amtierte als Gouverneur des US-Bundesstaates Utah und danach als Kriegsminister der Vereinigten Staaten. Eleanor Roosevelt war Derns Patentante.

Dern war von 1957 bis 1959 mit Marie Dawn Pierce und von 1960 bis 1969 mit der Schauspielerin Diane Ladd verheiratet. Die erste Tochter des Paares (* 1961) ertrank im Alter von 18 Monaten, die zweite Tochter Laura Dern (* 1967) avancierte ab den 1980er Jahren mit Filmen wie Blue Velvet, Wild at Heart oder Jurassic Park zum Hollywood-Star. Seit 1969 ist Dern mit Andrea Beckett verheiratet. Er ist passionierter Läufer und absolvierte mehrere Ultra-Marathonläufe.

Dern, der sich ab 1960 als Fernsehschauspieler betätigte, begann seine Filmkarriere in den frühen 1960er Jahren mit kleineren Rollen in den Psychothrillern Marnie (Regie: Alfred Hitchcock) und Wiegenlied für eine Leiche (beide 1964). Er spielte neben Peter Fonda in dem Motorrad-Film Die wilden Engel (1966) und trat bis in die frühen 1970er Jahre regelmäßig als Nebendarsteller in Western in Erscheinung. Hier spielte er meist Schurkenrollen (Die Gewaltigen, 1967, Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe, 1969) und trat mehrmals neben John Wayne auf. Dern war einer der wenigen Darsteller, von denen Wayne auf der Leinwand erschossen wurde (in Die Cowboys, 1972). Bis 1971 trat er auch immer wieder als TV-Darsteller auf.

Mit Filmen wie Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß (1969) oder Lautlos im Weltraum (1972) etablierte sich der hochgewachsene Darsteller mit dem blonden Kraushaar als markanter und profilierter Charakterdarsteller des New Hollywood-Kinos. Er spielte häufig exzentrische, psychotische oder neurotische Figuren und wurde von bekannten New-Hollywood-Regisseuren wie Sydney Pollack, Bob Rafelson oder Hal Ashby eingesetzt.

Seine Karriere verlief bis Mitte der 1970er ähnlich wie die von Jack Nicholson, mit dem er gut bekannt ist und auch mehrfach zusammenarbeitete (Drive, He Said, 1971, Regie: Nicholson, Der König von Marvin Gardens, 1972). Während Nicholson – er hielt Dern für den besten Schauspieler seiner Generation – jedoch zu einem führenden Hollywood-Star aufstieg, konnte Dern ab den 1980er Jahren nur noch selten an frühere Erfolge anknüpfen.

Es folgten zahlreiche Rollen in eher kommerziell ausgerichteten Filmen wie Massenmord in San Francisco (1973, neben Walter Matthau) oder Der große Gatsby (1974), zu dem Kritiker anmerkten, Dern wäre als Darsteller der innerlich zerrissenen Titelfigur geeigneter gewesen als Robert Redford, der die Hauptrolle übernommen hatte.

Dern spielte einen Terroristen in Schwarzer Sonntag (1977), einen brutalen Polizeidetektiv in Driver (1978) und übernahm die Hauptrolle in dem Psychothriller Tattoo – Jede große Liebe hinterläßt ihre Spuren (1981), der von der Kritik negativ beurteilt wurde. Eine seiner wohl bekanntesten Hauptrollen spielte er 1976 in Alfred Hitchcocks letztem Film, dem komödiantischen Thriller Familiengrab.

1978 war Bruce Dern in dem Anti-Vietnamkrieg-Film Coming Home – Sie kehren heim neben Jane Fonda und Jon Voight als verbitterter Militär zu sehen. Für diese Rolle erhielt er seine erste Oscar-Nominierung (der Preis ging an Christopher Walken). Der große Gatsby und Coming Home – Sie kehren heim brachten dem Darsteller außerdem Golden Globe-Nominierungen ein. Auf der Berlinale wurde Dern 1983 für den Film Saison der Sieger als bester Schauspieler mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.

Ab den 1980er Jahren fanden sich für Bruce Dern kaum noch profilierte Rollen. Er übernahm zahlreiche kleinere Parts in Filmen, die auf wenig Resonanz stießen. Dern spielt pro Jahr weiter drei bis vier Rollen in Film und Fernsehen und absolvierte 2012 in Quentin Tarantinos Django Unchained einen Kurzauftritt als sadistischer Sklavenhalter. Seit Mitte der 1980er Jahre tritt der Darsteller auch wieder regelmäßig in TV-Produktionen auf.

Im November 2010 wurde Bruce Dern auf dem Hollywood Walk of Fame mit einem Stern in der Kategorie Film (6270 Hollywood Boulevard) ausgezeichnet.

Für die Darstellung des Woody Grant in dem Film Nebraska erhielt er bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2013 den Preis in der Kategorie Bester Hauptdarsteller sowie eine Nominierung für den Oscar 2014 in derselben Kategorie.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]