Bruce Lee – Todesgrüße aus Shanghai

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Filmdaten
Deutscher Titel Todesgrüße aus Shanghai
Originaltitel Jing wu men
Produktionsland Hongkong
Originalsprache Kantonesisch
Erscheinungsjahr 1972
Länge 115 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Lo Wei
Drehbuch Bruce Lee, Lo Wei
Produktion Raymond Chow
Musik Wang Fu-Ling, Joseph Koo
Kamera Chen Ching-Chu
Schnitt Chung Yao Chung
Besetzung

Bruce Lee – Todesgrüße aus Shanghai (auch bekannt als Bruce Lee: Die Faust des Rächers und Fist of Fury) ist ein chinesischer Martial-Arts-Film aus dem Jahr 1972.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film beginnt mit Informationen über den (realen) chinesischen Volkshelden Huo Yuanjia, der 1910 starb. Der Film erzählt (fiktiv) von den Hintergründen seines Todes und den Geschehnissen zur Aufklärung des Mordes.

Shanghai, Anfang des 20. Jahrhunderts. China ist territorial teilweise von den Japanern besetzt. Chen-Zhen, Student der chinesischen Huo-Schule, kehrt an seine Ausbildungsstätte zurück, muss aber feststellen, dass sein Meister gestorben ist. Während der Begräbniszeremonie wird Chen wegen der Verbitterung und des Kummers fast wahnsinnig und kann nur mühsam davon abgehalten werden, den Sarg zu öffnen.

Bei der Trauerfeier kommt es zum Eklat, als Gesandte einer japanischen Schule die Zeremonie stören. Die Situation kann zwar ohne Auseinandersetzung gelöst werden, doch der temperamentvolle Chen kann die Beleidigung nicht abtun und liefert sich in der Japan-Schule eine Schlägerei mit den dortigen Eleven. Die Bezwungenen sinnen auf Rache, begeben sich ihrerseits zur Huo-Schule und schlagen sowohl Schüler als auch Mobiliar kurz und klein. Als Chen wenig später zurückkehrt, sind seine Kommilitonen sehr erbost über das Geschehene.

Zur Verhinderung weiterer Ausschreitungen und auch um Chen selbst zu schützen, will man ihn aus der Stadt bringen und verstecken. Chen ist erst gar nicht damit einverstanden, geht dann aber doch darauf ein. Auch, weil er seine Mitschülerin Yuan liebt. In der Nacht vor seiner Flucht entlarvt Chen die Mörder Huos und tötet sie. Gleichzeitig findet er Hinweise auf die Japaner als Drahtzieher.

Die über den Mord erzürnten Japaner üben daraufhin Druck auf die örtliche Polizei aus. Ein Inspektor setzt den Huo-Schülern daher gezwungenermaßen die Pistole auf die Brust: Sie haben drei Tage Zeit Chen auszuliefern, ansonsten würden alle verhaftet werden. Da die Huo-Schüler selbst nicht wissen, wo Chen steckt, macht sich Yuan auf die Suche und findet ihn: Noch immer verbittert tüftelt Chen an einem Racheplan.

Während einer Festivität der Japaner u. a. mit dem russischen Kämpfer Petrov passt Chen in einer Verkleidung einen weiteren Verschwörer ab. Bevor er ihn tötet, erlangt Chen die gesuchte Information: Der japanische Schulleiter steckt hinter dem Mord an Huo.

Das dann folgende Geschehen ist von der Abwesenheit wichtiger Personen gekennzeichnet. Die japanischen Schüler verüben – wegen der Abwesenheit der älteren Huo-Eleven – an deren Schule ein Massaker und bringen die Zöglinge um. Gleichzeitig betritt Chen die verlassene Japan-Schule und tötet deren verbliebenen Schüler. Im Garten der Schule kommt es zum Showdown zwischen Chen und Petrov, den Chen für sich entscheidet. Als er auch den Schulleiter tötet, ist ihm seine Rache gelungen.

Als die älteren Huo-Schüler zurückkommen und die Leichen sehen, sind sie bestürzt. Aufgrund der japanischen Toten kommt der Inspektor in die Schule. Das Ultimatum ist abgelaufen, die Japaner fordern aufgebracht die Übergabe von Chen. Da die Schüler noch immer nicht wissen, wo Chen steckt, hat der Inspektor keine andere Wahl, als alle zu verhaften. Chen selbst erreicht im gleichen Moment die Schule. Er belauscht das Gespräch und erkennt, dass nur er selbst den schwelenden Konflikt beenden und seine Freunde retten kann. Chen stellt sich den Behörden und begibt sich in Gefangenschaft der Japaner. Allerdings kommt es nicht zur Verhaftung, da Chen den schussbereit wartenden Polizeischützen entgegen springt und erschossen wird.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Chens Meister war Huo Yuanjia (kantonesisch: Fok Yuen-gap), welcher neben Wong Fei Hung als einer der größten Volkshelden in China gilt. Jet Li verkörperte später in Fist of Legend den von Bruce Lee hier gespielten Chen (eigentlich Chen-zhen) und in Fearless dessen Meister Huo Yuanjia.
  • Fist of Fury war das zweite Werk des erfolgreichen Trios Lee/Chow/Lo. Geplant als Nachfolger des Erstlingswerkes The Big Boss (Premiere: 31. Oktober 1971), schrieb Regisseur Lo Wei das Drehbuch fast über Nacht, und mit dem Einsatz der gesamten Filmcrew konnte Fist of Fury schon am 22. März 1972 uraufgeführt werden. Der Film übertraf die Erwartungen.
  • Hinsichtlich der Darstellung von Kampfszenen setzte Bruce Lee mit diesem Film neue Maßstäbe. Er benutzte erstmals Nunchakus, die das Publikum bis dahin noch nicht gesehen hatte. Auffallend ist auch eine mehr oder weniger rassistische Ausdrucksweise von Chen, allerdings nur in deutscher Sprachausgabe, nicht der englischen Version.
  • Jackie Chan hatte in „Fist of Fury“ einen seiner ersten Kinoauftritte. Er doubelte den Suzuki-Darsteller, als dieser von Lee am Ende durch eine Papierwand getreten wird. Lee ließ sich selbst bei einem Kampf gegen einen japanischen Schulausbilder doubeln. Ansonsten führte er seine Kämpfe allein aus, welche er selbst choreographierte.
  • Schauspieler Yuen Biao hat im Film eine Statistenrolle.
  • Regisseur Lo Wei wirkt selbst im Film mit und spielt den Polizeiinspektor.
  • Gemäß historischen Quellen gab es einen echten Chen-Zhen, dem damals tatsächlich die Flucht gelang. Bruce Lee selbst entschied allerdings, wegen des hohen Grades an Gewalt seitens Chens diesen einen heroischen Tod sterben zu lassen. Auch der Kampf gegen Petrov beruht auf wahren Hintergründen. Er geht auf die Herausforderung eines russischen Kämpfers an Huo Yuanjia zurück, welche dieser akzeptierte.
  • Wichtigste Filmfehler: In einer Nahaufnahme der Augen sind Lees Kontaktlinsen zu sehen. Beim Betreten eines Parks läuft ein Paar in Kleidung der 1970er Jahre durchs Bild.

Deutsche Vermarktung[Bearbeiten]

  • Fist of Fury kam bislang in der Version Bruce Lee – Todesgrüße aus Shanghai auf den Markt. Der Film war in dieser Schnittfassung stark gekürzt und konzentrierte sich fast ausschließlich auf die Actionszenen.
  • 1993 strahlte das ZDF eine eigene Fassung aus. Unter dem Titel Bruce Lee – Die Faust des Rächers wurde eine Version des Films gesendet, die bis auf wenige entfernte Sequenzen (u. a. Schnitte bei den Kämpfen gegen Petrov und Suzuki) nahezu der asiatischen Originalfassung entsprach. Neben einer komplett neuen Synchronisation (statt Elmar Wepper sprach jetzt Rainer Schmitt Lee) bekam der Film auch einen anderen, kürzeren Abspann. Während des Vorspanns und des Abspanns wird das Titellied Fist of Fury englischsprachig gesungen. Bei Todesgrüße aus Shanghai war es noch im kantonesischen Original zu hören.
  • Im Jahre 2011 wurde Fist of Fury, ebenso wie die anderen Filme von und mit Bruce Lee, erstmals vollständig und ungekürzt auf BluRay veröffentlicht.

Synchronsprecher[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]