Brudermühlstraße

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Brudermühlstraße
Wappen
Straße in München
Brudermühlstraße
Am westlichen Ausgang des Brudermühltunnels
Basisdaten
Ort München
Ortsteil Sendling
Angelegt Anfang der 1950er Jahre
Neugestaltet 1987
Anschlussstraßen Candidstraße, Heckenstallerstraße
Querstraßen Hans-Preissinger-Straße, Schäftlarnstraße, Lengrieser Straße, Bruderhofstraße, Thalkirchner Straße, Implerstraße, Esswurmstraße, Plinganserstraße
Plätze Brudermühlplatz
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Technische Daten
Straßenlänge 1,6 km

Die Brudermühlstraße ist eine Innerortsstraße in München und ein Teilstück des Mittleren Rings mit einer Länge von 1,6 Kilometer. Seit 1987 verläuft sie teilweise in Tunnellage.

Lage[Bearbeiten]

Die Brudermühlstraße liegt im Münchner Stadtteil Sendling und verbindet die Candidstraße mit der Heckenstallerstraße. Dabei verläuft sie mitten durch den Flaucher und überquert die Isar über die Brudermühlbrücke und den Großen Stadtbach über den Brudermühlsteg.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Brudermühlstraße wurde bereits Anfangs der 1950er Jahre als Südtangente des geplanten Straßenrings zur Entlastung der Innenstadt vom Schwerverkehr angelegt, der bis dahin bis zur Wittelsbacherbrücke in die Stadt hineinfahren musste. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurde auch die 1904 errichtete und im Zweiten Weltkrieg beschädigte Brudermühlbrücke neu gebaut. Der 1927 errichtete Brudermühlsteg hielt den neuen Schwerverkehr zunächst noch aus.

1987 wurde unter der Brudermühlstraße ein Straßentunnel gebaut, um den Durchgangsverkehr des Mittleren Rings kreuzungsfrei unter der Thalkirchner Straße und der Schäftlarnstraße durchzuführen. Anschließend wurde 1988 die Brudermühlbrücke durch Anbau eines südlichen Teils verbreitert, 1989 wurde der Brudermühlsteg durch einen Neubau ersetzt.

Verlauf[Bearbeiten]

Die Brudermühlstraße schließt siebenspurig (drei Spuren Richtung West, vier Spuren Richtung Ost) an die Candidstraße an. Von dort überquert sie zunächst über die Brudermühlbrücke die Isar, verläuft über den Flaucher und überquert über den Brudermühlsteg den Großen Stadtbach. Dahinter tritt die Straße seit 1987 sechsspurig (je drei Spuren in beide Richtungen) in den Brudermühltunnel ein.

Richtung Westen zweigt vor dem Tunneleingang von der rechten Spur eine zweispurige Abfahrt zur Schäftlarnstraße ab, Richtung Osten kommen von der Schäftlarnstraße zwei Spuren, die sich zu einer vereinen, auf die Straße zu. Diese Spur bleibt dann im weiteren Verlauf als vierte Spur Richtung Osten erhalten. Die Auffahrt zur Schäftlarnstraße führt an dem Heizkraftwerk Süd vorbei.

Westlich der Schäftlarnstraße verläuft die Brudermühlstraße sechsspurig im Tunnel und darüber zweispurig mit Parkstreifen oberirdisch. Der oberirdische Teil kreuzt die Thalkirchner Straße unmittelbar südlich vom Abzweig der Implerstraße (am Resi-Huber-Platz) und vereinigt sich westlich dieser Kreuzung wieder mit dem aus dem Tunnel kommenden Teil. Weiter westlich unterquert die Brudermühlstraße dann die Plinganserstraße höhenfrei und geht unter ihr in die Heckenstallerstraße über.

Verkehrsbedeutung[Bearbeiten]

Während der Fernverkehr, der in diesem Abschnitt des Mittleren Rings wegen des fehlenden Ringschlusses des Autobahnrings der A99 besonders stark ist, durch den Brudermühltunnel unter den parallel zur Isar verlaufenden Nord-Süd-Verbindungen hindurchgeführt wird, hat der oberirdische Teil der Brudermühlstraße eine besondere Bedeutung als Hauptzubringer für die Großmarkthalle München, deren Haupteingang an der Schäftlarnstraße liegt. Daher ist für den Lastverkehr ein zweispuriges Linksabbiegen zur Brudermühlstraße Richtung Osten vorgesehen, und die Ampelphase für die Linksabbieger von der Schäftlarnstraße zur Brudermühlstraße ist deutlich länger als für den aus dem Süden kommenden Gegenverkehr.

Im ÖPNV gibt es am Brudermühlplatz den U-Bahnhof Brudermühlstraße. Die Metrobus-Linie 54 durchläuft mit zwei Haltestellen die Brudermühlstraße.

Kunst am Bau[Bearbeiten]

Schriftenstele von Leo Kornbrust

Während der Untertunnelung der Brudermühlstraße wurde von einer aus mehreren Künstlern und Architekten bestehenden Projektgruppe ein Kunstkonzept erarbeitet, das „den Mittleren Ring zum einen als Gesamtheit definieren und zum anderen als Abfolge von Abschnitten herausstellen sollte“[1]. Verwirklicht wurden drei Projekte, die aus Kunst am Bau-Mitteln des Tunnelbaus finanziert wurden:

  • eine Torkonstruktion von Johannes Leismüller (1989) am östlichen Ende des Brudermühltunnels über dem Tunnelportal (Lage48.11229811.553989):
    Das Tor besteht aus einem Rahmen aus dicken roten Rohren, an dem unregelmäßig geformte durchbrochene Metallgitter angebracht sind, was der Konstruktion ein luftiges Aussehen verleiht. Durch die kräftige rote Farbe kontrastiert der Rahmen mit dem dunklen Tunneleingang. Wie ein Diarahmen umrahmt die Torkonstruktion den Blick nach Osten auf den offenen Straßenverlauf über Flaucher bzw. nach Westen auf den von Häusern gesäumten oberirdischen Teil der Brudermühlstraße.
  • die Stadtverweiszeichen von Stefan Wewerka (1989) am westlichen Ende des Brudermühltunnels nördlich und südlich der Straße (Lage148.11201511.543109, Lage248.11104411.543457):
    Dabei handelt es sich um zwei schräg gestellte Winkel, die die verschiedenen Fahrbahnen und Abzweigungen umrahmen und zusammenfassen. Je nach Fahrtrichtung weisen die Verweiszeichen zum einen auf das Heizkraftwerk Süd mit seinen Türmen und zum anderen auf den Rundpavillon auf dem Neuhofener Berg mit dem Denkmal für die Luftkriegsopfer und auf die barockisierende Kirche St. Achaz.
  • eine Schriftenstele von Leo Kornbrust (1989) an der Kreuzung Brudermühlstraße / Thalkirchner Straße auf dem seit 2012 Resi-Huber-Platz genannten Platz nördlich der Brudermühlstraße, der durch die Vereinigung von Thalkirchner Straße und Implerstraße entsteht (Lage48.11278611.549105):
    Die schwarze Stele ist mit Texten von Kornbrusts Ehefrau, der Schriftstellerin und Lyrikerin Felicitas Frischmuth beschrieben. Die Stele entstand zusammen mit den von dem Architekten Paolo Nestler entworfenen Lüftungsschächten des unter der Kreuzung liegenden U-Bahnhofs Brudermühlstraße als Kunst am Bau für den Bahnhof.

Mit dem vorläufigen Baustopp 1990 der Tunnel am Mittleren Ring wurde auch das Projekt Kunst am Mittleren Ring beendet.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Christine Rädlinger, Landeshauptstadt München, Baureferat (Hrsg.): Geschichte der Münchner Brücken. Verlag Franz Schiermeier, München 2008, ISBN 978-3-9811425-2-5, S. 189ff.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brudermühlstraße – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Landeshauptstadt München Referat für Stadtplanung und Bauordnung (Hrsg.): Der Mittlere Ring als medialer Raum. München Oktober 2003, Kunst im öffentlichen Raum, S. 11-12 (pdf, abgerufen am 18. März 2010).

48.11220211.549592Koordinaten: 48° 6′ 44″ N, 11° 32′ 59″ O