Brugg

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Brugg in der Schweiz, weitere Bedeutungen siehe Brugg (Begriffsklärung).
Brugg
Wappen von Brugg
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Brugg
BFS-Nr.: 4095i1f3f4
Postleitzahl: 5200
UN/LOCODE: CH BGG
Koordinaten: 658010 / 25982947.4866638.208342352Koordinaten: 47° 29′ 12″ N, 8° 12′ 30″ O; CH1903: 658010 / 259829
Höhe: 352 m ü. M.
Fläche: 6.38 km²
Einwohner: i10'889 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 1707 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 27,3 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.stadt-brugg.ch
Brugg vom Bruggerberg

Brugg vom Bruggerberg

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Brugg (brʊk)[3] ist eine Kleinstadt und Einwohnergemeinde im Kanton Aargau in der Schweiz sowie Hauptort des Bezirks Brugg. Die Stadt liegt beim Wasserschloss der Schweiz, dem Zusammenfluss von Aare, Reuss und Limmat. Sie ist 16 Kilometer von Aarau, 27 Kilometer von Zürich und 45 Kilometer von Basel entfernt (jeweils Luftlinie).

Der Ortsname ist das schweizerdeutsche Wort für «Brücke». Dies ist ein Hinweis auf den eigentlichen Zweck der Stadtgründung durch die Habsburger, denn Brugg entstand an einer Brücke an der engsten Stelle der Aare im Mittelland. Im mittlerweile eingemeindeten Dorf Altenburg befindet sich die älteste nachweisbare Residenz der Habsburger, bis zur Verlagerung ihrer Macht in Richtung Österreich war Brugg das Zentrum des habsburgischen Kernlandes. Von 1415 bis 1798 war Brugg eine Berner Untertanenstadt und gehört seither zum Kanton Aargau. Heute ist Brugg Sitz des Schweizerischen Bauernverbandes sowie Standort der Fachhochschule Nordwestschweiz und einer Genietruppen-Kaserne der Schweizer Armee.

Geographie[Bearbeiten]

Die Altstadt von Brugg an der Aare
Brugg und Umgebung im Siegfriedatlas (1880)
Territoriale Entwicklung

Das Stadtgebiet erstreckt sich von Südwesten nach Nordosten über eine Länge von mehr als sechs Kilometern, die maximale Breite beträgt jedoch wenig mehr als einen Kilometer. Die Aare trennt zwei unterschiedlich geprägte Landschaften, das Schweizer Mittelland auf der Südseite und den Tafeljura auf der Nordseite.[4]

Ganz im Südwesten liegt das von Flussauen geprägte Gebiet «Wildischachen» zwischen der Aare und dem Wülpelsberg, auf dem sich die Habsburg befindet. Nach rund zwei Kilometern vereinigen sich bei Altenburg die beiden nach einem Kraftwerkbau entstandenen Flussarme, zwischen denen die bewaldete «Schacheninsel» liegt. Nach einer markanten Flussbiegung von Nord nach Ost folgt eine 200 Meter lange Schlucht. Der sonst bis zu 130 Meter breite Fluss verengt sich auf lediglich zwölf Meter, an dieser Stelle entstand die Altstadt. Die im Süden anschliessende Ebene ist fast vollständig mit Wohn- und Industriegebäuden überbaut.[4]

Östlich der Altstadt verbreitert sich die Aare wieder und fliesst entlang der «Aufeld»-Ebene. An deren Südseite liegt die durch einen schmalen Seitenarm getrennte Insel «Geissenschachen». Nördlich der Aare, in Umiken und im Aufeld, konzentriert sich die Besiedlung auf ein schmales Band entlang der Südflanke des bewaldeten Bruggerbergs (516 m ü. M.). An der östlichen Stadtgrenze befindet sich das Wasserschloss der Schweiz. Hier fliessen drei der wichtigsten Flüsse des Landes zusammen: Zunächst mündet die Reuss in die Aare, eineinhalb Kilometer weiter nördlich die Limmat. Ganz im Nordosten, an einer Engstelle zwischen dem Reinerberg (522 m ü. M.) und der Limmatmündung, liegt das Dorf Lauffohr.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 638 Hektaren, davon sind 185 Hektaren bewaldet und 302 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt ist mit 516 Metern der Bruggerberg, der tiefste liegt an der Mündung der Limmat auf 328 Metern.

Nachbargemeinden sind Riniken und Rüfenach im Norden, Villigen im Nordosten, Untersiggenthal und Gebenstorf im Osten, Windisch im Südosten, Hausen und Habsburg im Süden, Schinznach-Bad im Südwesten, Villnachern im Westen und Bözberg im Nordwesten. Die Bebauung Bruggs ist mit jener von Windisch zusammengewachsen.

Erweiterung des Stadtgebietes[Bearbeiten]

Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts umfasste das Stadtgebiet lediglich einen Zehntel der heutigen Fläche. 1823 kaufte Brugg der Nachbargemeinde Lauffohr rund einen Viertel ihres Gebietes ab und erwarb 1827 von Umiken mehrere Grundstücke. Windisch verkaufte 1863 das Gebiet rund um den Bahnhof und trat 1912 zudem das Gaswerkareal und die Westspitze des Geissenschachens ab. 1901 wurde Altenburg eingemeindet, der verbliebene Rest der Gemeinde Lauffohr 1970. Umiken wurde 2010 ebenfalls ein Teil der Stadt Brugg.

Geschichte[Bearbeiten]

Vor der Stadtgründung[Bearbeiten]

Funde aus prähistorischer Zeit sind spärlich: Zwei Klingen und Bruchstücke eines Steinbeils aus der Jungsteinzeit sowie eine Sichel aus der Bronzezeit. Im Jahr 58 v. Chr. (oder kurz danach) gründeten die Helvetier, die nach der Schlacht bei Bibracte ins Mittelland zurückgekehrt waren, auf dem Hügelsporn zwischen Aare und Reuss die Siedlung Vindonissa, auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Windisch.

Die Römer errichteten um 15 v. Chr. eine Militärstation, die sie ab 14. n. Chr. zu einem Legionslager ausbauten. Zu jener Zeit entstand die erste Holzbrücke über die Aare, über diese führte die Römerstrasse nach Augusta Raurica (heute Augst). Es war die einzige Stelle zwischen dem Thunersee und der Mündung in den Rhein, an der die Aare mit einer einzigen Baumstammlänge überbrückt werden konnte. Auf Brugger Boden befanden sich zwei grosse Gräberfelder. Bisher wurden rund 350 römische Gräber aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. entdeckt; Archäologen schätzen die Gesamtzahl auf rund 7000.

Nach dem Einfall der Alamannen (259 bis 270 n. Chr.) wurde Vindonissa nach einer fast 170-jährigen zivilen Phase wieder zu einem Legionslager umfunktioniert. Im heutigen Stadtteil Altenburg entstand um 370 n. Chr. ein Kastell als Teil des Donau-Iller-Rhein-Limes. Zwischen 401 und 406 n. Chr. zogen sich die Römer endgültig zurück. Die Besiedlung durch die Alamannen ist ab dem 7. Jahrhundert nachweisbar.

Im späten 10. Jahrhundert liess sich in Altenburg ein Adelsgeschlecht nieder, das möglicherweise von den elsässischen Etichonen abstammte. Graf Lanzelin liess das Kastell zum Schlösschen Altenburg ausbauen. Um 1020 ordnete dessen Sohn Radbot den Bau der Habsburg auf dem drei Kilometer südwestlich gelegenen Wülpelsberg an. Einige Jahrzehnte später benannte sich das Geschlecht nach dieser Burg. Somit ist Altenburg die erste nachweisbare Residenz der Habsburger. Mit dem Erwerb des Eigenamts zwischen Aare und Reuss legten sie den Grundstein zu ihrem Weltreich.

Herrschaftszentrum der Habsburger[Bearbeiten]

Die früheste urkundliche Erwähnung von Bruggo erfolgte im Jahr 1064, als Graf Werner I. dem Kloster Muri den Besitz von Gütern in der Umgebung bestätigte. Die genaue Jahreszahl ist jedoch umstritten, weil die Acta Murensia erst um 1160 angefertigt wurde und verschiedene ältere Dokumente zusammenfasste. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen (ze) brucco und bedeutet «bei der Brücke(nstelle)».[3] Ende des 12. Jahrhunderts entstand auf Befehl Graf Albrechts III. der Schwarze Turm, das älteste erhalten gebliebene Gebäude der Altstadt.

Im 13. Jahrhundert nahm die befestigte Brückensiedlung immer mehr kleinstädtische Züge an. Ab 1232 wurden Münzen geprägt, 1273 war erstmals von einer Zollstelle die Rede, spätestens ab 1278 gab es einen Schultheiss und 1283 wurde erstmals der Markt erwähnt. Wie wichtig Brugg damals für die Habsburger war, zeigt die Tatsache, dass diese um 1220/30 aus der mittlerweile zu klein gewordenen Habsburg auszogen und fortan in Brugg lebten. 1242 soll die Stadt durch Anhänger der Seitenlinie Habsburg-Laufenburg geplündert worden sein.

Rudolf I., der vor seiner Wahl zum römisch-deutschen König oft in Brugg geweilt hatte, verlieh dem Ort am 23. Juni 1284 das Stadtrecht. Gleichzeitig wurde Brugg aus dem Eigenamt herausgelöst. Das Brugger Stadtrecht entsprach Wort für Wort demjenigen von Aarau. Zwar hatte sich das Machtzentrum der Habsburger wenige Jahre zuvor nach Wien verlagert, doch blieb die Beziehung zu Brugg weiterhin eng. Das «Österreich-Haus» (später «Effingerhof») diente als Absteige und Hauptquartier bei militärischen Auseinandersetzungen in den österreichischen Vorlanden.

Ermordung Albrechts I., Illustration aus dem 15. Jh.

Am 1. Mai 1308 wurde König Albrecht I. beim Nachbardorf Windisch ermordet. Zum Gedenken an dieses Ereignis stiftete seine Gattin Elisabeth von Görz-Tirol das Kloster Königsfelden (200 Meter von der Stadtgrenze entfernt). Albrechts älteste Tochter Agnes von Ungarn, die Witwe des ungarischen Königs Andreas III., lebte dort ab 1317 und führte das Kloster zur wirtschaftlichen Blüte. 1348 erhielt sie von ihrem Bruder Albrecht II. die herrschaftlichen Rechte über die Stadt Brugg sowie über die benachbarten Ämter Bözberg (mit Lauffohr) und Eigenamt (mit Altenburg). Die Rechte fielen 1364 nach ihrem Tod an die Herzöge von Habsburg-Österreich zurück.

Obwohl die Stadt fest in der Hand der Habsburger war, gab es doch Ansätze einer eigenständigen Politik. So schloss Brugg Burgrechtsverträge mit Baden und Mellingen (beide 1351) sowie mit dem Kloster Wittichen im Kinzigtal (1353) ab. Die Ämter Bözberg und Eigenamt kamen 1364 unter die militärische Führung der Stadt. Mehrmals versammelten die österreichischen Heerführer in Brugg ihre Streitkräfte, so z.B. 1386 Herzog Leopold III. vor der Schlacht bei Sempach.

Eroberung und Überfälle[Bearbeiten]

Herzog Friedrich IV. fiel 1415 beim Konzil von Konstanz in Ungnade, nachdem er dem Gegenpapst Johannes XXIII. zur Flucht verholfen hatte. König Sigismund forderte die Eidgenossen auf, den Aargau im Namen des Reiches zu erobern. Bern zögerte nicht lange und entsandte umgehend Truppen. Die Brugger liessen die Berner am 29. April 1415 kampflos in ihre Stadt einmarschieren. Als Gegenleistung blieben die überlieferten Rechte der Stadt unangetastet.

Die Stadt und das Eigenamt lagen nun im äussersten Nordosten des bernischen Untertanengebiets, dem Berner Aargau. Die Habsburger hatten nach der Schlacht bei Sempach die aus dem Amt Bözberg hervorgegangene Herrschaft Schenkenberg an Gefolgsleute verpfändet. Für Brugg ergab sich dadurch eine rechtlich komplizierte Situation, weil die Vorstadt und der Wald am Bruggerberg nördlich der Aare und somit ausserhalb der Zuständigkeit Berns lagen. Brugg musste sich somit stets mit den jeweiligen Besitzern der Herrschaft Schenkenberg arrangieren.

Die Brugger Mordnacht am 30. Juli 1444: Darstellung des Überfalls in der Bilderchronik von Diebold Schilling dem Jüngeren (1513)

König Friedrich III. verbündete sich 1443 im Alten Zürichkrieg mit Zürich und forderte die Rückgabe des Aargaus. Die Brugger erhofften sich von der Rückkehr der österreichischen Herrscher einen Aufschwung, denn seit der Eroberung durch Bern hatte die wirtschaftliche Dynamik wegen der Grenzlage stark nachgelassen. Als Zürich im Juni 1444 von den Truppen der übrigen Eidgenossen belagert wurde, entsandte der französische König Karl VII. die Armagnaken. Um ihnen den Weg nach Zürich zu erleichtern, wurde Brugg in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli 1444 überfallen. Ein durch Freiherr Thomas von Falkenstein angeführter kleiner Trupp schlich sich vom Bruggerberg heran, drang durch eine List in die Stadt ein, plünderte sämtliche Häuser und steckte einige davon in Brand. Zahlreiche Stadtbürger wurden verschleppt und später gegen Lösegeld freigelassen.

Dieses Ereignis hatte zwar nur wenige Todesopfer gefordert, wurde aber von den Gegnern Zürichs zu einem regelrechten Massaker hochstilisiert und als «Brugger Mordnacht» bezeichnet. Als Vergeltung zerstörten Berner und Solothurner wenige Wochen später die Falkensteiner Stammburg bei Niedergösgen. Die Armagnaken wurden in der Schlacht bei St. Jakob an der Birs aufgehalten. Der Überfall auf Brugg erwies sich somit nachträglich als militärisch völlig bedeutungslos. Am 5. September 1445 versuchten Zürcher Truppen erneut einen Überfall, wurden aber frühzeitig entdeckt und abgewehrt, woraufhin sie die umliegenden Dörfer plünderten.

1451 verkaufte Thüring von Aarburg die Herrschaft Schenkenberg an Hans und Markwart von Baldegg. Zwischen Brugg und den Baldeggern kam es immer öfter zu Streitigkeiten über Nutzungsrechte am Bruggerberg. Die Baldegger, die sich demonstrativ mit Österreich verbündet hatten, betrachteten das Gebiet nördlich der Aare als ihr persönliches Eigentum und störten sich an den Rechten der Stadt. Bern hatte schliesslich genug von den ständigen Schikanen gegenüber ihrer Untertanenstadt und eroberte 1460 die Herrschaft.

Nun waren auch die Bewohner der Dörfer nördlich von Brugg Berner Untertanen. An der Randlage änderte dies jedoch wenig, denn die Grenze war lediglich um ein paar Kilometer nach Norden verschoben worden. Die kriegerischen Konflikte beeinträchtigten die Wirtschaftskraft der Stadt nachhaltig: In den achtzig Jahren nach der «Brugger Mordnacht» nahm die Bevölkerungszahl um fast die Hälfte ab, auch konnten umliegende Städte das Einzugsgebiet ihrer Märkte auf Kosten Bruggs erweitern.

Untertanen der Berner[Bearbeiten]

Innerhalb des Staates Bern nahm Brugg als «Munizipalstadt» eine Sonderstellung ein. Brugg war keiner Landvogtei zugeordnet und besass grosse Autonomie. An der Spitze der Stadt standen zwei Schultheisse, die alternierend alle zwei Jahre den Vorsitz übernahmen. Zusammen mit sieben weiteren Personen bildeten sie den «Kleinen Rat», der die verschiedenen Verwaltungsaufgaben übernahm. Darunter stand der «Grosse Rat» mit zwölf Mitgliedern, der eine Kontrollfunktion ausübte. Alle Räte stammten aus den Reihen der 32-köpfigen «Kleinglocke». Deren Mitglieder wurden aber alle vom Kleinen Rat selbst ernannt, so dass nicht genehme Kandidaten keine Chance hatten, höhere politische Ämter zu erhalten, es sei denn durch Bestechung. Wenige einflussreiche Familien teilten die einträglichen Posten unter sich auf. Die entmachtete Bürgerschaft besass lediglich das Recht, den Pfarrer zu wählen. Das «Maiding», die Bürgerversammlung, hatte rein symbolischen Charakter.

Brugg im Jahr 1642: Darstellung von Matthäus Merian in der Topographia Helvetiae, Rhaetiae et Valesiae

Im Januar 1528 beschloss Bern die Einführung der Reformation. In allen Städten und Landvogteien fanden Abstimmungen zur Wahl der Konfession statt. Während die benachbarten Landvogteien für die Reformation stimmten, gab es am 1. März in Brugg eine Mehrheit von fünf Stimmen für den Verbleib beim Katholizismus. Doch Brugg war in dieser Frage völlig isoliert und musste sich wenige Tage später dem massiven politischen Druck beugen.

Die mindestens seit 1396 bestehende städtische Schule wurde nach der Reformation in eine obrigkeitliche Lateinschule umgewandelt. Sie diente hauptsächlich zur Vorbereitung auf die theologische Akademie in Bern. Die Finanzierung erfolgte durch Einkünfte des aufgelösten Klosters Königsfelden. Die Lateinschule brachte überdurchschnittlich viele Pfarrer und Gelehrte hervor, weshalb Brugg den Beinamen «Prophetenstadt» erhielt.

Trotz des Untertanenstatus versuchte die Stadt immer wieder, den eigenen Einfluss auf umliegende Gebiete auszudehnen. Seit dem 13. Jahrhundert besass sie das Patronat über die Kirche in Mönthal. 1588 verkaufte Johann Georg von Hallwyl, späterer Bischof von Basel, zwei Drittel der Pfarreien Bözberg und Rein (heute Rüfenach) an die Stadt, ebenso einen Drittel der niederen Gerichtsbarkeit in Villnachern. Brugg erwarb 1616 ebenfalls von den Hallwylern die Herrschaft Trostburg im Wynental. Bern duldete jedoch den Machtzuwachs seiner Untertanenstadt nicht und zog die Herrschaftsrechte an sich.

Während einer Pestepidemie im Jahr 1541 starben rund 180 Personen, ein Viertel der Bevölkerung. Bis 1611 stieg die Bevölkerungszahl wieder auf einen Höchststand von 930, etwa gleich viel wie knapp zweihundert Jahre zuvor. Die letzte und auch folgenschwerste Pestepidemie dauerte von September 1667 bis Januar 1669, damals starben 514 Personen oder über 60 Prozent der Bevölkerung. Ein folgenschweres Unglück ereignete sich am 1. September 1626, als ein auf der Aare in Richtung Zurzach fahrendes Schiff kenterte. Dabei ertranken über 100 Menschen, 47 davon stammten aus Brugg. Erst um 1840 entsprach die Bevölkerungszahl wieder jener von 1611.

Salzhaus und Hofstattbrunnen

Von jeher war das Handwerk vorherrschend. Es war vor allem auf die Bedürfnisse der Bevölkerung der Umgebung ausgerichtet, mit dem zunehmenden Ausbau der Verkehrswege auch der Durchreisenden (insbesondere nach dem Neubau der Bözberg-Passstrasse zwischen 1773 und 1779). Zünfte mit politischem Einfluss gab es keine. Im 18. Jahrhundert erlangte der Handel mit Salz grosse Bedeutung. Das 1732 errichtete Salzhaus war eines der grössten Salzlagerstätten der Eidgenossenschaft, neben dem Berner Aargau versorgte es auch die Grafschaft Baden und die Freien Ämter.

Die Forderungen nach Gleichheit und Menschenrechten nach Beginn der Französischen Revolution fanden in Brugg grossen Anklang. Als die französischen Truppen zu Beginn des Jahres 1798 immer weiter vorrückten und das Ende der Berner Herrschaft absehbar war, übernahm ein Revolutionskomitee die Macht in Brugg. Am 12. April proklamierte General Guillaume-Marie-Anne Brune die Helvetische Republik.

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Brugg um 1810

Im helvetischen Zentralstaat waren die Kantone reine Verwaltungseinheiten, die weiter in Distrikte und Munizipalitäten unterteilt waren. Brugg verlor sämtliche Vorrechte und wurde Distrikthauptort im Kanton Aargau. Die revolutionäre Stimmung verflog rasch. Dazu trug vor allem der Zweite Koalitionskrieg im Jahr 1799 bei, als die Front durch das Aaretal verlief und Hunderte von französischen Soldaten in den Häusern der Stadt einquartiert wurden. Als sich die Franzosen 1802 für einige Monate aus der Schweiz zurückzogen, hatten die Anhänger der alten Ordnung die Oberhand. Während des Stecklikriegs plünderten Bauern aus der Umgebung das Zeughaus. Mit der am 19. März 1803 von Napoléon Bonaparte unterzeichneten Mediationsakte wurde Brugg endgültig zum Bezirkshauptort im Kanton Aargau.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wandelte sich Brugg zu einer Hochburg des Liberalismus. Brugger Politiker spielten beim Aufbau des neuen Kantons eine führende Rolle. Als äusseres Zeichen der Aufbruchstimmung füllte man 1811 den Stadtgraben auf und riss zwischen 1829 und 1840 fast alle Befestigungsanlagen nieder. Das starke Gefälle der Hauptstrasse, der wichtigsten Strasse durch die Altstadt, behinderte die Fuhrwerke und wurde 1836 unter der Leitung des später weltbekannten Ingenieurs Alois Negrelli von Moldelbe ausgeglichen. 1823 schloss Brugg mit Lauffohr einen Vertrag ab: Für 1669 Franken verkaufte die Nachbargemeinde rund einen Viertel ihres Gebietes. 1827 erwarb die Stadt von Umiken das Gelände bei der Brunnenmühle nahe der Vorstadt und verzichtete dafür auf Rechte an Holz und Feldern im «Umiker Schachen».

Die anfänglich positive Grundstimmung gegenüber den Herausforderungen der Moderne wich einer bewahrenden Mentalität und die Brugger konzentrierten sich auf ihre vermeintlichen Stärken Handwerk, Gewerbe und Handel. Für die Ansiedlung von Industrie fehlte der politische Wille. Auch hegte das Brugger Bürgertum Vorurteile gegenüber Fabrikarbeitern. Von diesem Zögern profitierten Nachbardörfer wie Windisch und Turgi, wo grosse Textilfabriken entstanden.

Bahnhofpersonal Ende des 19. Jahrhunderts

Die Schweizerische Nordostbahn verlängerte am 29. September 1856 die Strecke Zürich - Baden, die erste Eisenbahn der Schweiz, bis nach Brugg. Die Kantonshauptstadt Aarau wurde am 15. Mai 1858 erreicht. Wirtschaftlich brachte die Eisenbahn vorerst nur Nachteile, weil das Fuhrhaltereigewerbe, das vom Transitverkehr über den Bözbergpass lebte, völlig einbrach. Die Brugger beklagten sich auch, der Bahnhof liege mit zehn Gehminuten zu weit entfernt, wodurch die Stadt zusätzlichen Schaden erleide. Die Windischer hingegen beschwerten sich, dass der Bahnhof «Brugg» hiess, obwohl er auf ihrem Gemeindegebiet lag.

Ursache dieses Streits war der komplizierte Grenzverlauf zwischen beiden Gemeinden. Zur Stadt gehörte lediglich das «Burgerziel», ein schmaler Landstreifen rund um die ehemalige Stadtmauer. Südlich davon lag die «Ehfäde», ein landwirtschaftlich genutzter Sonderbezirk, der gänzlich in Privatbesitz von Brugger Bürgern war. Obwohl sämtliche Besitzerwechsel durch Brugg genehmigt werden mussten, gehörte das Gebiet steuerrechtlich und politisch zu Windisch. Immer wieder hatte die Stadt vergeblich versucht, sich die Ehfäde anzueignen. 1856 befand die Kantonsregierung, das Bestehen zweier unterschiedlicher Gemeindegrenzen sei nicht mehr zeitgemäss und schlug die Ehfäde Windisch zu. Doch die Nachbargemeinde steckte in finanziellen Nöten und verkaufte 1863 dieses Gebiet, auf dem inzwischen der Bahnhof errichtet worden war, für 25'000 Franken an Brugg.

Exerzierende Soldaten, ca. 1895

Durch den Bau zweier weiterer Strecken wurde Brugg ein Eisenbahnknotenpunkt: Die Bözbergbahn nach Basel wurde am 2. August 1875 eröffnet, die Aargauische Südbahn nahm am 1. Juni 1882 die Strecke nach Hendschiken in Betrieb. Zwar waren jetzt ausgezeichnete Verkehrsverbindungen und genügend Bauland vorhanden, doch noch immer entwickelte sich die Industrie nur zögerlich. 1864 entstand eine Druckerei, für deren Bau aber der «Effingerhof» weichen musste, die ehemalige Stadtresidenz der Habsburger. Ein weiteres markantes Gebäude, die Hallwylerfestung, wurde 1883 abgerissen und durch ein Schulhaus ersetzt. 1882 entstand die neue Wasserversorgung, ab 1896 die Kanalisation.

Die militärische Tradition der Stadt wurde 1848 begründet. Die hierher verlegten Pontoniere exerzierten in der Altstadt und waren zunächst in Privathäusern untergebracht. Nach zahlreichen Beschwerden beschloss die Kantonsregierung 1856 den Umbau des ehemaligen Kornhauses in eine Kaserne. Zwischen 1876 und 1878 entstand beim «Geissenschachen» ein Truppenübungsplatz, 1898 ein neuer Kasernenkomplex. Brugg wurde dadurch zum Zentrum der Schweizer Genietruppen.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Der Durchbruch in der industriellen Entwicklung gelang erst 1892 mit der Inbetriebnahme des städtischen Elektrizitätswerks (in Betrieb bis 1952). Innerhalb weniger Jahre siedelten sich zahlreiche Industriebetriebe an und Brugg erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung. Schon bald aber stiess die Stadt erneut an ihre engen Grenzen. Zwischen 1898 und 1901 wurden im Kanton Aargau zwölf kleine Gemeinden gegen ihren Willen fusioniert, da sie wirtschaftlich nicht überlebensfähig schienen und die gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben nicht erfüllen konnten. Davon war auch Altenburg betroffen. Obwohl sich die Gemeindeversammlung mit 42 zu 2 Stimmen dagegen aussprach, wurde die Eingemeindung am 1. Januar 1901 gemäss Beschluss des Grossen Rates vollzogen. Brugg konnte dadurch seine Fläche auf das Doppelte erweitern.

«Haus des Schweizerbauern», Sitz des Schweizerischen Bauernverbandes

Die Landwirtschaft hatte früher nie eine bedeutende Rolle gespielt, doch verschiedene Umstände führten um die Jahrhundertwende zum Aufstieg Bruggs zur «Bauernmetropole». Die «Landwirtschaftliche Winterschule», eine Aus- und Weiterbildungsstätte für Landwirte, wurde 1887 eröffnet und bezog 1901 einen Neubau an der Baslerstrasse. Dass Brugg im Jahr 1900 Sitz des Schweizerischen Bauernverbandes wurde, ist Zufall: Die Ehefrau von Verbandspräsident Ernst Laur stammte aus Brugg und wollte auf keinen Fall fortziehen, weshalb der Verbandssitz von Bern hierhin verlegt wurde. Das kleine Bauernsekretariat entwickelte sich zu einer der mächtigsten Interessenvertretungen der Schweiz. Seit dem Eisenbahnbau spielte auch der Viehhandel eine bedeutende Rolle, besonders mit Rindern. Die Markthalle entwickelte sich bis 1930 zu einem bedeutenden überregionalen Umschlagplatz; der Viehmarkt wurde aber 1997 geschlossen und nach Brunegg verlegt.

Die Katholiken, deren Anteil an der Bevölkerung durch den Zuzug von Fabrikarbeitern stark angestiegen war, erhielten 1907 (fast 400 Jahre nach der Reformation) wieder ein eigenes Gotteshaus. 1911 wurde das städtische Gaswerk in Betrieb genommen (Stilllegung 1967), dazu trat Windisch kostenlos ein Grundstück ab. Der wirtschaftliche Aufschwung endete während des Ersten Weltkriegs und viele Einwohner lebten unter dem Existenzminimum. Während des Landesstreiks im November 1918 wurde in sämtlichen Fabriken die Arbeit niedergelegt. Die Weltwirtschaftskrise hatte ebenfalls hohe Arbeitslosigkeit sowie die Schliessung einiger Betriebe zur Folge. Unter dem Eindruck der Machtergreifung der NSDAP in Deutschland kam es 1933 in Brugg zu mehreren Kundgebungen der Nationalen Front (und Gegenveranstaltungen) mit bis zu 3000 Teilnehmern. 1935 bis 1939 war eine NSDAP-Ortsgruppe aktiv, die Mitglieder waren allesamt deutsche Arbeiter.

Nachdem der Zweite Weltkrieg erneut Einschränkungen gebracht hatte, begann nach Kriegsende eine Hochkonjunkturphase, die drei Jahrzehnte andauern sollte. Die geradezu euphorische wirtschaftliche Entwicklung führte zur Planung überdimensionierter Bauvorhaben, die jedoch nie umgesetzt wurden, so z.B. vierspurige Schnellstrassen und die völlige städtebauliche Umgestaltung des Gebiets südlich der Altstadt. Vorgesehen war auch ein grosser Binnenschifffahrtshafen mit zwei Hafenbecken im Aufeld, verbunden mit der Schiffbarmachung von Hochrhein und Aare (→Transhelvetischer Kanal).

Ein umstrittenes politisches Thema während der 1960er Jahre war die Eingemeindung von Lauffohr. Über zwei Drittel der Einwohner dieser Gemeinde lebten im rasch wachsenden Dorfteil Au. Dieser grenzte unmittelbar an Brugg und war damals vom alten Dorfkern durch eine weite unüberbaute Fläche deutlich getrennt. Die Bewohner der Au fühlten sich zu Brugg hingezogen und strebten deshalb eine Gemeindefusion an. Bei der Abstimmung im September 1962 waren 97 Stimmbürger für und 64 gegen die Fusion. Die Begeisterung der Brugger hielt sich in Grenzen; 494 Ja standen 409 Nein gegenüber. Dieses eher knappe Ergebnis und die damals sehr starke Gewichtung der Gemeindeautonomie bewogen den Grossen Rat dazu, das Ergebnis nicht anzuerkennen. Bei den Lauffohrer Gemeinderatswahlen im August 1965 gingen sämtliche Sitze an Fusionsbefürworter und das Thema blieb weiterhin aktuell. Im April 1969 kam es erneut zu einer Abstimmung: In Brugg lautete das Ergebnis 1095 Ja zu 397 Nein, in Lauffohr 113 Ja zu 100 Nein. Inzwischen hatte der Grosse Rat seine Haltung gegenüber Gemeindefusionen geändert und bestätigte das Ergebnis. Die Fusion erfolgte schliesslich am 1. Januar 1970.

Die Ölkrise von 1973 hatte einen wirtschaftlichen Strukturwandel hin zum Dienstleistungssektor zur Folge: Unternehmen wie die Georg Fischer AG verlegten die Produktion, andere wie die Traugott Simmen AG (in den 1950er und den 1960er Jahren die renommiertesten Möbelhersteller der Schweiz) gingen bankrott. Auch machte die Krise die meisten hochfliegenden Pläne zunichte. Verwirklicht wurden nur die Einkaufszentren Neumarkt I und Neumarkt II (1975 bzw. 1982) sowie die «Mittlere Umfahrung» (1980), welche die Altstadt vom Durchgangsverkehr entlastete.

21. Jahrhundert[Bearbeiten]

Pädagogische Fachhochschule

Die Entwicklung Bruggs zum bedeutenden Bildungsstandort begann Ende der 1950er Jahre. 1958 zog die «Landwirtschaftliche Winterschule» nach Gränichen um. An ihre Stelle trat die «Frauenschule», in der Handarbeits-, Hauswirtschafts- und Kindergartenlehrerinnen ausgebildet wurden. Daraus entwickelten sich das Lehrerseminar (1973) und schliesslich die Pädagogische Fachhochschule (2001). In Windisch entstand das kantonale Technikum. Beide Institutionen gingen am 1. Januar 2006 in der Fachhochschule Nordwestschweiz auf. Das Projekt «Vision Mitte» sieht den Bau eines Campus vor, der die verzettelten Standorte zusammenfassen und Platz für über 2500 Studierende bieten wird.[5]. Der Campus wird in der Periode von 2010–2013 errichtet; die Fachhochschule Nordwestschweiz - mit Brugg als neu einzigem Standort im Kanton Aargau - wird die Räumlichkeiten im Jahr 2013 zu Beginn des Studienjahrs (Herbstsemester) beziehen. Zusätzlich zur Fachhochschule ist die Stadt Brugg mit dem von ihr mitfinanzierten Campussaal (Eröffnung 2013) am Campusgebäude beteiligt, dieser wird mit 600 Plätzen einer der grössten öffentlichen Säle im Bezirk Brugg sein.

Im Gesundheitsbereich konnte Brugg seinen Standortvorteil jedoch nicht ausspielen. Im September 2003 gab der Aargauer Regierungsrat bekannt, dass das 1913 eröffnete Bezirksspital aus Spargründen schliessen müsse.[6] Daraufhin regte sich in der Region heftiger Widerstand, Höhepunkt war im Februar 2005 eine Demonstration mit über 6000 Teilnehmern (die mit Abstand grösste Protestkundgebung in der Geschichte Bruggs).[7] Doch der Grosse Rat genehmigte am 8. März die Schliessung per Ende September 2005 und die Umwandlung in ein Pflegeheim, was den Verlust von 300 Arbeitsplätzen bedeutete. Damit ging eine lange Tradition zu Ende, die 1450 mit der Eröffnung des Heiliggeistspitals begonnen hatte.

Die Tatsache, dass Brugg und Windisch vollständig zusammengewachsen sind und wegen des umfangreichen Projekts «Vision Mitte» ohnehin enger zusammenarbeiten müssen, führte zur Forderung nach einer Gemeindefusion. Beide Gemeindeparlamente stimmten im Mai 2006 deutlich einer Volksinitiative zu, welche die Aufnahme von Fusionsverhandlungen verlangt. Doch gegen diesen Entscheid kam ein Referendum zustande.[8] Die Volksabstimmung fand am 24. September 2006 statt, die Initiative wurde mit einer Mehrheit von 63 % deutlich abgelehnt.[9] Hauptgründe der Ablehnung waren die grossen Unterschiede bei der Steuerbelastung und die Schulden der Gemeinde Windisch. Somit stellt sich die Frage einer Fusion mit Windisch frühestens nach der Realisierung des Projekts «Vision Mitte» wieder.

Davon unberührt blieb die Fusion mit Umiken: Der Stadtrat gab eine Studie in Auftrag, die im März 2007 präsentiert wurde und zu einem positiven Ergebnis gelangte.[10] Am 27. Juni 2008 stimmte der Einwohnerrat dem Vertrag zu, der die Fusion Umikens mit Brugg regelt. Dieser Entscheid wurde an der Abstimmung vom 28. September 2008 mit 1748 zu 224 Stimmen bestätigt (Ja-Anteil 88,6 %), in Umiken mit 330 zu 55 Stimmen (85,7 %). Der Zusammenschluss erfolgte am 1. Januar 2010.[11]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Altstadt[Bearbeiten]

Turm der ref. Kirche und Archivturm
Lateinschule
Zeughaus

Die Brugger Altstadt entstand an der Engstelle der Aare und besteht aus zwei Teilen. Der weitaus grössere glockenförmige Teil liegt südlich der Aare an einem leicht abfallenden Hang, die wesentlich kleinere Vorstadt nördlich der Aare am Fusse des Bruggerbergs. Fast alle Gebäude bestehen aus Muschelkalkstein. Die Befestigungsanlagen sind nur noch bruchstückhaft vorhanden, meist in die Bebauung integriert und von Fenstern und Durchgängen durchbrochen. Von den Türmen erhalten geblieben sind der Archivturm und die untere Hälfte des Storchenturms an der Westseite sowie ein Eckturm an der Nordseite der Vorstadt.

Wahrzeichen und ältestes Gebäude der Stadt ist der Ende des 12. Jahrhunderts gebaute Schwarze Turm, eine 25,70 Meter hohe Turmburg. Dieser Brückenkopf wurde teilweise aus Material aus dem Legionslager Vindonissa errichtet und 1535 um mehrere Meter erhöht. Daran angebaut ist das im Jahr 1579 im spätgotischen Stil errichtete Rathaus.

Den Mittelpunkt des Kirchenbezirks an der Westseite bildet die reformierte Stadtkirche. Der älteste erhaltene Teil, ein in die ehemalige Stadtbefestigung integrierter Turm, entstand um das Jahr 1220 herum. Zwischen 1479 und 1518 wurde das Gebäude in vier Etappen zu einer spätgotischen Anlage mit drei Schiffen, Seitenkapellen und einem Chor ausgebaut; die Innenraumgestaltung stammt von 1641/42. Ihre heutige äussere Gestalt erhielt die Stadtkirche zwischen 1734 und 1740, als sie im barocken Stil umfassend umgebaut wurde. 1896 wurden neue Fenster eingesetzt, die mit den Wappen der alten Brugger Geschlechter verziert sind.

Unmittelbar neben der Kirche steht die Lateinschule. Das dreistöckige Gebäude im Barockstil stammt von 1638/40, die hintere Mauer bildete einen Teil der Stadtbefestigung. Die Vorderfront weist eine farbenprächtige, in dieser Form selten auftretende humanistische Monumentalmalerei auf. Allegorische Frauengestalten stellen die Theologie und die «sieben freien Künste» dar (Grammatik, Arithmetik, Geometrie, Rhetorik, Dialektik, Astronomie und Musik). Die Kartuschen unter den Fenstersimsen sind mit Bibelsprüchen in deutscher, lateinischer, griechischer und hebräischer Sprache verziert.

Im südöstlichen Teil der Altstadt befindet sich die Hofstatt, der einzige grössere Platz. An deren Nordseite steht das ehemalige Zeughaus (erbaut 1673). Von der Gassenfront hebt sich das barocke Gebäude durch seinen vorgelagerten Treppenturm mit welscher Haube ab (ein in der Deutschschweiz sehr selten anzutreffendes Bauelement). Die Südseite der Hofstatt wird flankiert durch das dominante Salzhaus (erbaut 1732), in dem bis Mitte des 19. Jahrhunderts Salz gelagert wurde; abgesehen vom Dachboden gibt es nur einen einzigen Raum mit zwölf tragenden Säulen.

Die Wohnhäuser sind zumeist sehr schlicht gehalten. Sie stammen im Wesentlichen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert und wurden im gotischen, später auch im barocken Stil errichtet (teilweise mit Rokoko-Verzierungen). Hervorzuheben sind das «Bürgerasyl» (Hospital, 1747), die Landschreiberei der Vogtei Schenkenberg (1606), das Kornhaus (1697), das Haus «Roter Bären» (1750) und das Haus «Hirschen» (ca. 1750). Teilweise im klassizistischen Stil errichtet wurde das «Zimmermannhaus» in der Vorstadt (1805).

Ausserhalb der Altstadt[Bearbeiten]

Rotes Haus

Den südlichen Abschluss der Altstadt bildet das «Rote Haus», ein seit dem 16. Jahrhundert bestehendes Gasthaus, das 1840 auf Kosten des abgerissenen Obertorturms (dem zweiten Wahrzeichen der Stadt) markant erweitert wurde

Das erste Gebäude in Brugg, das ausserhalb der Stadtmauern entstand, ist das Stadthaus (auch «Palais Frölich» genannt). Es wurde 1748/49 im Auftrag von Johann Jakob Frölich erbaut, der als Privatsekretär von Lord Sandwich zu Reichtum gelangt war. Das barocke Gebäude mit Mansarddach ist sowohl innen als auch aussen reich mit Rokoko-Elementen verziert. Seit 1909 ist es Sitz der Stadtverwaltung und des Stadtrates. Westlich davon liegt der Stadtpark mit zwei klassizistischen Ökonomiegebäuden.

Das Schilplinhaus entstand 1810 in der Spätphase des Rokoko und wurde 1928 vom Schweizerischen Bauernverband erworben. An Stelle der Scheune des Schilplinhauses entstand 1947/48 das «Haus des Schweizerbauern», ein grosser Verwaltungsbau. Die katholische Kirche, die dem einstigen Stadtpatron St. Nikolaus geweiht ist, wurde 1905 nach Plänen von Adolf Gaudy im Neobarockstil erbaut und 1952 umfassend renoviert.

Rund ein Kilometer westlich der Altstadt, in Altenburg, steht auf einem Felskopf an der Flussbiegung der Aare das Schlösschen Altenburg. Auf den Ruinen des römischen Kastells entstand im Mittelalter eine kleine Burg. In die Westwand des Turmhauses ist die höchste erhalten gebliebene römische Mauer der Schweiz integriert, die Bausubstanz der Anlage stammt aber zum grössten Teil aus dem 16. Jahrhundert. Seit 1943 dient das «Schlössli» als Jugendherberge.

Die dem heiligen Mauritius geweihte Kirche in Umiken wurde erstmals 1254 erwähnt. Das Mauerwerk des Kirchenschiffs ist im romanischen und gotischen Stil. Der Kirchturm wurde nach 1488 durch einen Neubau ersetzt, der Chor entstand 1521.[12] Die in Umiken gelegene Terrassensiedlung Mühlehalde (1963–1971 erbaut) galt als viel beachtetes Projekt neuer Wohnformen.

Der Industriekulturpfad Limmat–Wasserschloss ist ein Wanderweg in Richtung Wettingen, der an 44 industriegeschichtlichen Bauten vorbeiführt. In Brugg selbst sind dies die Altenburger Eisenbahnbrücke, das ehemalige Elektrizitätswerk, der Bahnhof Brugg, die Fabrikanlagen der Kabelwerke Brugg und das ehemalige Gaswerk.[13]

Wappen[Bearbeiten]

Wappenscheibe (1542)

Die Blasonierung des Stadtwappens lautet: «In Weiss schwarze Brücke, bewehrt mit zwei bedachten schwarzen Türmen, der rechte höher und mit bedachter Pechnase».

Auf dem Wappen ist das Wahrzeichen der Stadt abgebildet, der höhere Schwarze Turm auf der rechten sowie der niedrigere Zollturm auf der linken Seite der Aare, dazwischen die Brücke. Anzumerken ist, dass die in der Blasonierung erwähnte Pechnase in Wirklichkeit ein Erker ohne bestimmte Funktion ist und dass der Zollturm 1836 abgebrochen wurde.

Die älteste bekannte Darstellung ist jene auf dem Stadtsiegel von 1311. Es folgten zahlreiche Änderungen des Wappenbildes. Diese entsprachen zum Teil ziemlich detailgetreu den baulichen Veränderungen an den Gebäuden und der Brücke, wie z.B. auf der Abbildung links ersichtlich. Mit der Zeit existierten mehrere Versionen nebeneinander. 1964 beschloss der Stadtrat eine Vereinheitlichung und das Wappen erhielt ein Jahr später die heutige stilisierte Form.

Die Stadtfarben sind schwarz-weiss. Das Stadtwappen gilt unverändert auch als Bezirkswappen.[14]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung (ab 1830 mit Altenburg, ab 1970 mit Lauffohr):[15]

Jahr 1400 1529 1611 1669 1754 1803 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 940 440 930 380 761 604 1142 2339 4502 5508 6683 8635 8911 9482 9143 10'408

Die folgenden Angaben beziehen sich jeweils auf die Summe der Gemeinden Brugg und Umiken.

Am 31. Dezember 2013 lebten 10'889 Menschen in Brugg, der Ausländeranteil betrug 27,3 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 38,8 % reformiert, 32,9 % römisch-katholisch, 2,5 % christlich-orthodox und 6,6 % muslimisch. 4,9 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 12,5 % gaben an keiner Religion zuzugehören. 84,8 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 2,8 % Italienisch, 2,2 % Serbokroatisch, 1,7 % Albanisch, 1,1 % Französisch, 1,0 % Türkisch, 0,8 % Portugiesisch, je 0,8 % Englisch und Spanisch.[16]

Der Ausländeranteil liegt fast sechs Prozent über dem kantonalen Durchschnitt von 19,3 Prozent. Zwischen 1850 und 1950 bewegte sich die absolute Anzahl stets um ca. 300 Personen. Bis 1970 folgte dann eine Verfünffachung. Nach einer längeren Stagnationsphase ist der prozentuale Anteil seit etwa 1990 wieder ansteigend. Am häufigsten vertreten sind Bürger von Serbien und Montenegro (rund 4,8 % der Bevölkerung), gefolgt von Italienern (3,7 %), Türken (2,6 %) und Deutschen (2,0 %).

Im Jahr 1900 gehörte die grosse Mehrheit der Bevölkerung (83 Prozent) der reformierten Konfession an. Der Anteil der Katholiken nahm ab 1950 stark zu, bedingt durch die Zuwanderung von Arbeitskräften aus katholischen Gegenden der Schweiz, vor allem aber aus den Mittelmeerländern. Heute ist nicht einmal mehr die Hälfte der Bevölkerung der einstigen «Prophetenstadt» reformiert.[17]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Legislative[Bearbeiten]

Anstelle einer Gemeindeversammlung vertritt seit 1965 der von den Stimmberechtigten gewählte Einwohnerrat (Gemeindeparlament) die Anliegen der Bevölkerung. Er besteht aus 50 Mitgliedern. Ihm obliegt das Genehmigen des Steuerfusses, des Voranschlages, der Jahresrechnung, des Geschäftsberichts und der Kredite. Er kann auch Reglemente erlassen. Die Amtsdauer beträgt vier Jahre. Der Einwohnerrat wird im Proporzwahlverfahren gewählt.

Stadthaus (Palais Frölich), Sitz des Stadtrates und der Stadtverwaltung
Partei 1965 1969 1973 1977 1981 1985 1989 1993 1997 2001 2005 2009 2013
FDP 16 13 16 16 19 17 16 16 17 15 15 13 13
SP 11 12 13 14 14 15 10 10 10 10 9 8 9
CVP 9 7 9 9 8 10 9 6 6 6 9 6 7
SVP 3 2 2 3 2 2 3 2 4 8 6 11 11
Grüne - - - - - - 5 6 5 6 6 6 5
EVP 1 2 3 3 4 3 6 5 6 5 5 4 3
GLP - - - - - - - - - - - 2 2
LdU 3 7 5 5 3 1 - - - - - - -
Team 67 - 2 2 - - - - - - - - - -
Autopartei - - - - - - - 3 - - - - -
Parteilose 7 5 - - - 2 1 2 2 - - - -

Auch auf Gemeindeebene finden sich verschiedene Elemente der direkten Demokratie. So stehen der Bevölkerung fakultative und obligatorische Referenden sowie das Initiativrecht zu.

Exekutive[Bearbeiten]

Ausführende Behörde ist der Stadtrat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die politische Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse des Einwohnerrates und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Die fünf Stadträte der Amtsperiode 2014–2017 sind:

  • Daniel Moser (FDP), Stadtammann
  • Andrea Metzler (SP), Vizeammann
  • Reto Wettstein (FDP)
  • Leo Geissmann (CVP)
  • Willi Däpp (SP)

Judikative[Bearbeiten]

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Brugg zuständig. Auf kommunaler Ebene gibt es einen Friedensrichter, der auch für die Gemeinden Riniken und Villnachern verantwortlich ist.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Brugg gibt es gemäss Betriebszählung 2005 rund 7300 Arbeitsplätze, davon weniger als 1 % in der Landwirtschaft, 26 % in der Industrie und 73 % im Dienstleistungssektor.[18] Von 1920 an (erste Betriebszählung) stellte die Industrie etwa die Hälfte aller Arbeitsplätze. Dieser Anteil sank ab Beginn der 1970er Jahre aufgrund des Strukturwandels auf einen Viertel. Die Landwirtschaft spielte stets eine marginale Rolle. Etwas mehr als ein Drittel der Arbeitsplätze des Bezirks sind im Hauptort konzentriert, wodurch sich starke Pendlerströme ergeben (über 70 % aller Arbeitnehmer sind Zupendler).

Kabelrollen der Kabelwerke Brugg

Die Kabelwerke Brugg sind ein weltweit tätiger Konzern in den Bereichen Kabelsysteme, Seiltechnik, Rohrsysteme und Prozessleittechnik. Das Unternehmen mit über 1300 Mitarbeitern ist nach seinem Gründungsort benannt, hat hier seinen Hauptsitz und ist in 16 Ländern vertreten. Die Rütschi Fluid AG ist ein führender Hersteller von Wasser- und Chemiepumpen. Weitere bedeutende Betriebe sind die Jost Brugg AG (Elektroinstallationen) sowie die Druckereien Seetal Schaller AG und Effingerhof AG.

Daneben gibt es etwa 650 kleine und mittlere Unternehmen. Landesweit bekannt sind der Internetprovider green.ch und der BEA + Poly-Verlag. Die Einkaufszentren Neumarkt I und Neumarkt II beim Bahnhof sind ein Anziehungspunkt für die gesamte Region, der erzielte Umsatz je m² gehört zu den höchsten der Schweiz. Brugg ist Sitz des Schweizerischen Bauernverbandes, von Agriexpert und des Schweizerischen Landfrauenverbands. Auch die Kaserne der Schweizer Armee ist als Arbeitgeber von Bedeutung. Der Lokalradiosender Radio Argovia sendete ab 1990 von einem Studio in Brugg aus, bis er 2005 nach Aarau umzog.

Verkehr[Bearbeiten]

Brugg ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt. Hier kreuzen sich zwei bedeutende Hauptstrassen, die Hauptstrasse 3 (BaselZürichChurChiavenna) und die Hauptstrasse 5 (LausanneBiel/BienneWaldshut). Vier Kilometer südlich von Brugg, zwischen Hausen und Lupfig, liegt ein Anschluss zur Autobahn A3. Nochmals vier Kilometer weiter südlich befindet sich bei Mägenwil ein Anschluss zur A1. Der Durchgangsverkehr führt nicht mehr durch die Altstadt, sondern über die «Mittlere Umfahrung», bestehend aus einem Tunnel unter dem Friedhof und der «Casinobrücke» über die Aare.

Der Bahnhof Brugg ist Knotenpunkt dreier Eisenbahnstrecken. Die wichtigste ist die Bözberglinie zwischen Zürich und Basel. Weitere Strecken führen durch das Aaretal nach Aarau und durch das Birrfeld nach Lenzburg. Es verkehren Schnellzüge nach Basel, Bern, Zürich HB und zum Flughafen Zürich. Regionalzüge verkehren nach Aarau (via Wildegg oder Lenzburg) und in Richtung Baden/Wettingen. Brugg ist zudem Endstation der Linie S12 der S-Bahn Zürich.

Vom Bahnhof aus führen Postautolinien nach Bad Zurzach, Birr, Döttingen, Frick, Laufenburg, Linn, Mellingen, Mönthal, Remigen, Scherz und Thalheim. Daneben gibt es zwei Postauto-Ortsbuslinien nach Brugg-Bodenacker und Unterwindisch.

Kultur und Freizeit[Bearbeiten]

Der Verein «Salzhaus Brugg» führt im gleichnamigen Gebäude, das einst als Salzlager diente, verschiedene kulturelle Anlässe durch; den Schwerpunkt bilden Rock- und Popkonzerte mit schweizweit bekannten Bands und Musikern.[19] Im Kulturhaus Odeon befinden sich eines der beiden Kinos der Stadt sowie ein Saal für Theater, Autorenlesungen und Konzerte.[20] Im Zimmermannhaus in der Vorstadt sind das Stadtarchiv, die städtische Bibliothek und eine Kunstgalerie domiziliert. Das Jugendhaus Piccadilly widmet sich der offenen Jugendarbeit.

Das Vindonissa-Museum befasst sich mit der Geschichte von Vindonissa, die Frontpartie des 1912 errichteten Jugendstil-Gebäudes ist dem Tor dieses römischen Legionslagers nachempfunden. Im ehemaligen Zeughaus befindet sich das Heimatmuseum, welches anhand zahlreicher Alltagsgegenstände die Geschichte des Bezirks Brugg näherbringt.[21]

In Brugg gibt es zahlreiche Sportvereine. Der Jiu-Jitsu- & Judo-Club Brugg ist im Judo elfmaliger Mannschafts-Schweizermeister. Ebenfalls in Brugg befindet sich das Nationale Leistungszentrum des Schweizerischen Judo & Ju-Jitsu Verbandes. Der FC Brugg spielt seit 2005 in der 1. Liga, der dritthöchsten Fussball-Liga der Schweiz. Er ist in Gruppe 3 (Nord- und Ostschweiz / Tessin) vertreten, die Heimspiele trägt er im Stadion Au aus.[22] Darüber hinaus sind ein Freibad (seit 1937), ein Hallenbad (seit 1982) und eine Schulsportanlage vorhanden.

Wichtigstes lokales Fest ist der Rutenzug, der jeweils am ersten Donnerstag im Juli stattfindet. Angeblich wird dieser Umzug seit dem 16. oder 17. Jahrhundert durchgeführt. Seinen Ursprung hat das Fest in einem weit verbreiteten Brauch, dem Schneiden neuer Ruten für die schulpflichtige Jugend. Viele Elemente des Festes sind von alters her überliefert.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Seit 1913 ist Rottweil im deutschen Bundesland Baden-Württemberg Partnerstadt von Brugg. Den Anstoss dazu gaben die Männergesangsvereine beider Städte mit gegenseitigen Besuchen. Damit soll an den ehemaligen Status Rottweils als zugewandter Ort der alten Eidgenossenschaft erinnert werden.

Bildung[Bearbeiten]

Das Bildungsangebot in Brugg ist vielfältig. In den städtischen Schulen werden sämtliche Stufen der obligatorischen Volksschule unterrichtet. Es gibt je sieben Kindergärten und Schulhäuser. Die Primarschule wird unterrichtet in den Schulhäusern Au-Erle, Bodenacker, Umiken und im Stapferschulhaus (benannt nach Philipp Albert Stapfer), die Realschule im Schulhaus Langmatt, die Sekundarschule im Schulhaus Freudenstein und die Bezirksschule im Hallwylerschulhaus (die am Standort der einstigen Hallwylerfestung gebaut wurde). Das Berufs- und Weiterbildungszentrum Brugg (BWZ) vereint Berufsschule und Erwachsenenbildung. Darüber hinaus gibt es eine städtische Musikschule.

Brugg besitzt keine Kantonsschule (Gymnasium), diese kann in Baden, Wettingen oder Aarau besucht werden. Überregionale und sogar über den Kanton Aargau hinaus reichende Bedeutung besitzt Brugg hingegen als Standortgemeinde der Fachhochschule Nordwestschweiz (zusammen mit Windisch). Die Schulräumlichkeiten verteilen sich zurzeit auf acht Standorte. In Brugg unterrichtet werden Pädagogik (Kindergartenstufe), Soziale Arbeit und Berufsprozessmanagement, in Windisch Wirtschaft, Technik und Informatik. Auf einem brach liegenden Industriegelände und an Stelle der Markthalle Brugg (Austragungsort von Viehmärkten, Sportveranstaltungen sowie von Musicals) entsteht bis 2013 zwischen dem Bahnhof und dem Kloster Königsfelden der Campus der Fachhochschule Nordwestschweiz (Aargau) für über 2500 Studierende. Die Bauarbeiten begannen im März 2006 mit archäologischen Voruntersuchungen. Weil auf die Eröffnung des Campus hin die Standorte Aarau und Zofingen aufgehoben werden, wird sich Brugg/Windisch zum wichtigsten Bildungsstandort innerhalb des Dreiecks Basel–Bern–Zürich entwickeln.[23]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Brugg geboren[Bearbeiten]

(Die Auflistung erfolgt chronologisch nach Geburtsjahr.)

In Brugg gelebt[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1932: Fritz Zaugg, Regierungsrat des Kantons Aargau
  • 1932: Albert Süss, Stadtammann
  • 1936: Walter Dübi, Direktor der Kabelwerke Brugg
  • 1960: Ernst Laur, erster Direktor des Bauernverbandes

Literatur[Bearbeiten]

  •  Max Baumann, Andreas Steigmeier: Brugg erleben. Band 1, Verlag hier+jetzt, Baden 2005, ISBN 3-03919-007-5 (Schlaglichter auf ausgewählte Ereignisse der Geschichte Bruggs).
  •  Astrid Baldinger Fuchs, Max Banholzer, Max Baumann, Felix Müller, Silvia Siegenthaler, Andreas Steigmeier: Brugg erleben. Band 2, Verlag hier+jetzt, Baden 2005, ISBN 3-03919-007-5 (Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der Stadt Brugg im Wandel).
  •  Zuzana Haefeli-Sonin, Klaus Speich: Das Vindonissa-Museum in Brugg. In: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Schweizerische Kunstführer. Band 589, Bern 1996, ISBN 3-85782-589-8.
  •  Michael Stettler, Emil Maurer, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Die Kunstdenkmaeler des Kantons Aargau. Band II: Die Bezirke Lenzburg und Brugg, Birkhäuser Verlag, Basel 1953.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brugg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 112–113.
  4. a b c Landeskarte der Schweiz, Blatt 1070, Swisstopo
  5. Vision Mitte. Projektleitung Vision Mitte, abgerufen am 1. Januar 2010.
  6. Brugg gibt sein Spital nicht preis, Aargauer Zeitung, 19. September 2003.
  7. Kämpferische Worte, viel Hoffnung. Aargauer Zeitung, 21. Februar 2005, abgerufen am 1. Januar 2010 (PDF; 63 kB).
  8. Fusions-Referendum steht, Aargauer Zeitung, 14. Juni 2006.
  9. Fusion mit Windisch bachab geschickt, Aargauer Zeitung, 25. September 2006.
  10. Robin Braun: Fusionsanalyse Brugg Umiken. Zürcher Hochschule Winterthur, Institut für Verwaltungsmanagement, 20. Dezember 2006, abgerufen am 1. Januar 2010 (PDF; 415 kB).
  11. Fusion Brugg - Umiken. Stadt Brugg, 2009, abgerufen am 22. August 2012.
  12.  Michael Stettler, Emil Maurer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau - Bezirke Lenzburg und Brugg. Birkhäuser Verlag, Basel 1953.
  13. Industriekulturpfad Limmat-Wasserschloss
  14.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen Kanton Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 132.
  15. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  16. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  17. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  18. Betriebszählung 2005 (inkl. Umiken), Statistisches Amt des Kantons Aargau
  19. Salzhaus Brugg
  20. Odeon Brugg
  21. Vindonissa-Museum
  22. FC Brugg
  23. Fachhochschule Nordwestschweiz
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