Brunegg

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Brunegg
Wappen von Brunegg
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Lenzburg
BFS-Nr.: 4193i1f3f4
Postleitzahl: 5505
UN/LOCODE: CH BNG
Koordinaten: 658816 / 25236347.4194468.218053423Koordinaten: 47° 25′ 10″ N, 8° 13′ 5″ O; CH1903: 658816 / 252363
Höhe: 423 m ü. M.
Fläche: 1.55 km²
Einwohner: 686 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 443 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 17,4 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.brunegg.ch
Brunegg

Brunegg

Karte
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Brunegg ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Lenzburg im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt zwischen dem Reusstal und dem unteren Bünztal.

Geographie[Bearbeiten]

Brunegg

Das Haufendorf befindet sich am Südrand des flachen Birrfelds, etwas mehr als zwei Kilometer westlich der Reuss und knapp eineinhalb Kilometer nordöstlich der Bünz. Am Dorfrand ragt die Ostflanke des Chestenbergs steil in die Höhe. Dieser bis zu 647 Meter hohe Ausläufer des Kettenjuras weist einen schmalen felsigen Grat auf, der sich westwärts über eine Länge von vier Kilometern bis fast zur Aare hin erstreckt.[3]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 155 Hektaren, davon sind 40 Hektaren bewaldet und 46 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 590 Metern auf dem Grat des Chestenbergs, der tiefste auf 409 Metern an der nordöstlichen Gemeindegrenze.

Nachbargemeinden sind Birr im Norden, Birrhard im Nordosten, Mägenwil im Südosten, Othmarsingen im Süden und Möriken-Wildegg im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Schloss Brunegg

Die erste Erwähnung von Brunegge erfolgte im Jahr 1273. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen (ze dero) brunun ekko und bedeutet «beim braunen Bergrücken».[4] Das Dorf verdankt seine Existenz der gleichnamigen Burg, die im 13. Jahrhundert errichtet worden war. Sie diente dazu, die Südseite des habsburgischen Kernlandes, das Eigenamt, zu schützen, und war von Ministerialen bewohnt. Die niedere Gerichtsbarkeit über das Dorf lag in den Händen der jeweiligen Burgbewohner.

Als die Eidgenossen im Jahr 1415 den Aargau eroberten, war die Brunegg eine der wenigen Burgen, die Widerstand leistete. Das Dorf gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau und war dem Gerichtsbezirk Othmarsingen im Amt Lenzburg zugeteilt. 1528 führten die Berner die Reformation ein. Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Brunegg gehört seither zum Kanton Aargau.

Die Gemeinde war zunächst ein Bestandteil des Bezirks Brugg, wurde dann aber 1840 dem Bezirk Lenzburg zugeteilt. Als am 1. Juni 1882 die Bahnlinie HendschikenBrugg der Aargauischen Südbahn eröffnet wurde, erhielt Brunegg keinen eigenen Bahnhof. Fünf Jahre zuvor hatte sich die Gemeinde geweigert, sich an der Nationalbahn finanziell zu beteiligen und musste somit nicht die Folgekosten des Konkurses mittragen.

Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war das Dorf von der Landwirtschaft geprägt; am Chestenberg wurde etwas Weinbau betrieben. Nach der Eröffnung der nahe gelegenen Autobahn im Jahr 1970 erlebte die Gemeinde einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Bevölkerungszahl ist seit 1980 um über sechzig Prozent angestiegen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Rund 120 Höhenmeter über dem Dorf befindet sich auf einem steil aufragenden Felssporn am östlichen Ende des Chestenberg-Grates das Schloss Brunegg, eine aus dem 13. Jahrhundert stammende Burg. Die zu einem Wohnschloss umgebaute Burg besteht aus der Hauptburg mit Wohntrakt aus dem 13. Jahrhundert, einer Gartenanlage aus dem 19. Jahrhundert sowie zwei Ökonomiegebäuden. Bekanntester Schlossherr war der Historiker Jean Rudolf von Salis.[5]

Brunegg erhielt erst 1967 eine eigene reformierte Kirche. Ursprünglich gehörte das Dorf zur Pfarrei Windisch, ab 1526 zur Pfarrei Birr.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Weiss blauer achtstrahliger Lilienzepterstern.» Das Wappen erscheint erstmals 1548 in einer Berner Chronik und wird auch auf dem Gemeindesiegel von 1822 verwendet. Auf einer 1902 geschaffenen Wappenscheibe in der Kirche von Birr erscheint das Zepter in Rot auf Weiss. Der Gemeinderat bestätigte 1953 die heute gebräuchliche Form.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[7]

Jahr 1798 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 180 277 244 275 297 292 327 299 354 466 671

Am 31. Dezember 2013 lebten 686 Menschen in Brunegg, der Ausländeranteil betrug 17,4 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 59,7 % reformiert. 23,8 % römisch-katholisch und je 1,9 % moslemisch und christlich-orthodox; 1,3 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[8] 94,2 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 2,4 % Italienisch.[9]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Lenzburg zuständig. Brunegg gehört zum Friedensrichterkreis Othmarsingen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Brunegg gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 360 Arbeitsplätze, davon 7 % in der Landwirtschaft, 22 % in der Industrie und 71 % im Dienstleistungsbereich.[10] Zu den wichtigsten Arbeitgebern gehören eine Papierfabrik, eine Türenfabrik, ein Kieswerk, mehrere Logistikbetriebe sowie eine Vieh-Auktionshalle.

Verkehr[Bearbeiten]

Brunegg besitzt ausgezeichnete Verkehrsverbindungen. Östlich des Dorfes verläuft die Hauptstrasse zwischen Wohlen und Brugg. An dieser liegt auch der Anschluss Mägenwil der Autobahn A1. Vier Kilometer weiter nördlich befindet sich der Anschluss Brugg der A3. Obwohl die Bahnlinie Lenzburg–Brugg unmittelbar am Dorf vorbei führt, gibt es hier keine Haltestelle. Stattdessen verkehrt eine Buslinie der Gesellschaft Regionalbus Lenzburg zu den Bahnhöfen in Lenzburg und Mägenwil.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Die Realschule, die Sekundarschule sowie die Bezirksschule werden in Möriken-Wildegg besucht. Die nächstgelegene Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich in Aarau.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1090, Swisstopo
  4.  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 113–114.
  5.  Michael Stettler, Emil Maurer, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Die Kunstdenkmaeler des Kantons Aargau. Band II: Die Bezirke Lenzburg und Brugg, Birkhäuser Verlag, Basel 1953.
  6.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 133.
  7. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  8. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  9. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  10. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.