Bruniquel

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Bruniquel
Wappen von Bruniquel
Bruniquel (Frankreich)
Bruniquel
Region Midi-Pyrénées
Département Tarn-et-Garonne
Arrondissement Montauban
Kanton Monclar-de-Quercy
Koordinaten 44° 3′ N, 1° 40′ O44.0558333333331.6655555555556174Koordinaten: 44° 3′ N, 1° 40′ O
Höhe 90–382 m
Fläche 33,20 km²
Einwohner 620 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 19 Einw./km²
Postleitzahl 82800
INSEE-Code
Website http://bruniquel.org/

Hauptstraße von Bruniquel

Bruniquel ist eine südfranzösische Gemeinde mit 620 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Tarn-et-Garonne in der Region Midi-Pyrénées. Bruniquel ist als eines der Plus beaux villages de France („Schönste Dörfer Frankreichs“) klassifiziert[1].

Lage[Bearbeiten]

Bruniquel liegt auf einer Anhöhe über dem linken Ufer des Aveyron, an der Einmündung seines Nebenflusses Vère. Die Stadt Montauban liegt etwa 28 Kilometer westlich; der Weinort Gaillac etwa 35 Kilometer südöstlich. Die ebenfalls zu den „Schönsten Dörfern Frankreichs“ gehörenden Orte Puycelsi und Castelnau-de-Montmiral befinden sich zwölf bzw. 23 Kilometer südöstlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 449 515 478 446 469 561 587

Im 19. Jahrhundert hatte der Ort beständig zwischen 1.500 und 1.850 Einwohner. Die Reblauskrise im Weinbau und die Mechanisierung der Landwirtschaft führten zu einem Verlust von Arbeitsplätzen und infolgedessen zu einem beständigen Rückgang der Bevölkerung.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Gemeinde lebt heute in erster Linie von der Land- und Forstwirtschaft sowie vom Handwerk und vom Kleingewerbe. Seit den 1960er Jahren spielt auch der Tourismus in Form der Vermietung von Ferienwohnungen eine Rolle.

Geschichte[Bearbeiten]

Bruniquel ist eine mittelalterliche Ortschaft im Quercy, deren Burgen (die ältere und die jüngere) den Aveyron überragen. Am Fuß der Burgen befinden sich prähistorische Felsdächer (abris), etwas entfernt zahlreiche weitere archäologische Fundstellen. Im Mittelalter erfuhr der Ort aufgrund seiner Lage am Jakobsweg einen großen Aufschwung.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Château de Bruniquel
  • Sehenswert ist vor allem das Ortsbild von Bruniquel: Die Mehrheit der Häuser stammt aus dem 14. bis 16. Jahrhundert; die meisten bestehen aus unbehauenen Natursteinen (Bruchsteine), einige aber auch aus verputztem oder mit Ziegelsteinen gefülltem Fachwerk. Die gewundenen Straßen haben zum Teil noch ihre alte Pflasterung.
  • Der Überlieferung nach soll die ältere Burg im 6. Jahrhundert von der merowingischen Königin Brunichild gegründet worden sein. Das Château vieux besitzt noch seinen Donjon aus dem 12. Jahrhundert (damals gehörte der Ort zur Grafschaft Toulouse) und Wohnräume aus dem 13. Jahrhundert. Darüber hinaus gibt es noch eine Renaissance-Galerie, weitere Teile wurden im 18. und 19. Jahrhundert umgestaltet. Das Château jeune mit seiner Renaissance-Galerie mit sechs Arkaden überragt das Tal des Aveyron um mehr als 80 Meter. Es stammt aus dem Zeit zwischen 1485 und 1510 und wurde im Barock umgebaut. Das Ensemble ist seit 1840 als Monument historique[2] anerkannt.
  • Die Grotte von Bruniquel weist Spuren menschlicher Nutzung aus der Zeit vor 50.000 Jahren auf.

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Burgen von Bruniquel dienten 1975 als Kulisse für den preisgekrönten Film Das alte Gewehr von Robert Enrico mit Romy Schneider und Philippe Noiret.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bruniquel auf Les plus Beaux Villages de France (französisch)
  2. Châteaux, Bruniquel in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bruniquel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien