Bruno Decarli

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bruno Decarli auf einer Fotografie von Alexander Binder

Bruno Decarli (* 15. März 1877 in Dresden; † 31. März 1950 in Tiverton, Devon, Vereinigtes Königreich; Geburtsname: Bruno Alfred Franz Eduard Schmidt)[1] war ein deutscher Theaterschauspieler mit kurzer, aber intensiver Arbeit beim Stummfilm.

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn des Hofopernsängers und Theaterschauspielers Eduard Decarli (eigentlich Eduard Schmidt) hatte sein Theaterdebüt im Jahre 1895 in Meiningen gegeben. Ein Jahr später ging er nach Zürich, anschließend kam er über Gera, Dresden (wo er 1903 bei seinem Vater in Radebeul wohnte)[1] und Berlin 1908 an das Leipziger Stadttheater, dem er bis zu Beginn des Ersten Weltkriegs die Treue halten sollte.

1915 holte ihn Max Reinhardt an das Deutsche Theater zurück nach Berlin. Im Jahr darauf begann Decarli mit seiner Filmarbeit. Er spielte überwiegend Hauptrollen in Dramen, Kriminalfilmen und Melodramen, mehrfach hatte er die damaligen Topstars Henny Porten und Mia May als Partnerinnen. Zeitweise, gegen Ende des Ersten Weltkriegs, besaß Decarli seine eigene Filmserie. Kurzzeitig, 1919/20, war er überdies als Regisseur bzw. Produzent tätig.

Mit Jahresbeginn 1923 kehrte Decarli wieder zur Bühne zurück und spielte fast ausschließlich (bis zur Schließung aller deutscher Spielstätten im Sommer 1944) an den Sächsischen Staatstheatern in Dresden. Vor die Kamera trat Decarli, der nach 1945 beschäftigungslos blieb, kaum mehr. Der zuletzt schlohweißhaarige Schauspieler, der seine letzte Filmrolle in Das Herz der Königin mit Zarah Leander erhalten hatte, starb 1950 im englischen Tiverton, Grafschaft Devon.

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1916: Gelöste Ketten
  • 1916: Das wandernde Licht
  • 1916: Der Mann im Spiegel
  • 1917: Die Nixenkönigin
  • 1917: Die Liebe der Hetty Raymond
  • 1917: Das Gewissen des Andern
  • 1917: Der Richter
  • 1917: Vertauschte Seelen
  • 1917: Furcht
  • 1918: Die Heimkehr des Odysseus
  • 1918: Die Sieger
  • 1918: Das Geschlecht derer von Ringwall
  • 1918: Im Zeichen der Schuld
  • 1918: Fräulein Mutter
  • 1919: Die Nackten
  • 1919: Morphium
  • 1919: Jettatore
  • 1919: Die Herrin der Welt
  • 1919: Der Tempelräuber
  • 1919: Rebellenlieben
  • 1919: Sünden der Eltern
  • 1919: Der Hirt von Maria Schnee (auch Produktion)
  • 1919: Das Gift im Weibe (auch Regie)
  • 1919: Störtebeker (auch Produktion)
  • 1920: Uriel Acosta (auch Produktion)
  • 1920: Brigantenrache (auch Produktion)
  • 1921: Der Unheimliche (auch Produktion)
  • 1922: Scheine des Todes
  • 1922: Ein neues Leben (De bruut)
  • 1922: Die Liebeslaube
  • 1922: Der Mann mit der eisernen Maske
  • 1922: Ein Glas Wasser
  • 1935: Viktoria
  • 1938: Das Leben kann so schön sein
  • 1940: Das Herz der Königin

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Lebensdaten vervollständigt anhand schriftlicher Auskünfte des Stadtarchivs Radebeul aus der Personenstandsakte, Stand 30. April 2013.