Bruno Julie

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Bruno Julie (* 11. Juli 1978) ist ein Boxer aus Mauritius. Er gewann bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking eine Bronzemedaille im Bantamgewicht.

Werdegang[Bearbeiten]

Bruno Louis Richard Julie, über dessen Herkunft und sportliche Entwicklung in seinen frühen Boxjahren nichts bekannt ist, erschien im Jahre 2001 erstmals im internationalen Boxgeschehen. In Port Louis auf Mauritius belegte er in diesem Jahr bei der Afrikanischen Meisterschaft im Fliegengewicht den 2. Platz. Im Endkampf unterlag er dabei gegen Mbarek Soltani aus Algerien nach Punkten (14:27). Im selben Jahr startete er auch bei den 4. Spielen der Frankophonie in Ottawa. Er besiegte dort im Fliegengewicht Malik Bouziane aus Frankreich (10:4) und konnte zu seinem nächsten Kampf gegen Bogdan Dobrescu aus Rumänien wegen einer Verletzung nicht mehr antreten. Er kam damit auf den 5. Platz.

2003 siegte Bruno Julie bei den Indian Ocean Games in Reduit/Mauritius im Bantamgewicht und wurde bei den Afrikanischen Meisterschaften in Yaoundé im Finale von Malik Bouziane, der hier für Algerien startete, nach Punkten besiegt.

Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen und bei den Weltmeisterschaften 2005 in Mianyang war er nicht am Start. Im Jahre 2006 kam er bei den Commonwealth Games in Melbourne im Bantamgewicht mit vier Siegen bis in das Finale, in dem er gegen Akhil Kumar aus Indien nach Punkten unterlag (12:20).

Im Jahre 2007 war Bruno Julie sehr häufig am Start. Er gewann im Finale der Indian Ocean Games gegen Auguste Famerena aus Madagaskar nach Punkten (18:15) und wurde in Antananarivo auf Magagaskar Sieger bei den Afrikanischen Meisterschaften. Hier besiegte er im Endkampf Abdelhalim Ouradi aus Algerien klar nach Punkten (20:13). Er kam bei den Panafrikanischen Spielen in Algier im Bantamgewicht nach einer Punktniederlage im Halbfinale gegen Abdelhalim Ouradi auf den 3. Platz. Bei den Commonwealth Meisterschaften in Liverpool siegte er im Finale über Luke Boyd aus Australien nach Punkten und schließlich startete er 2007 auch noch bei der Weltmeisterschaft in Chicago. Er gewann dort über Francisco Castillejo aus Spanien und Orzubek Schainow aus Usbekistan nach Punkten. Im Achtelfinale unterlag er gegen Joseph Murray aus England nach Punkten (19:26) und kam damit auf den 9. Platz.

Für die Olympischen Spiele 2008 in Peking qualifizierte sich Bruno Julie bei einem Turnier in Windhoek. Dort gelangen ihm drei Siege, ehe er im Finale gegen Issa Samir aus Ghana nach Punkten verlor. In Peking war er in guter Form und siegte über Emanuel Thabiso Nketu aus Lesotho (17:8), Churschid Tadschibajew aus Usbekistan (16:4) und Héctor Manzanilla aus Venezuela (13:9) nach Punkten, womit er im Halbfinale stand. In diesem unterlag er dem starken Kubaner Yankiel León denkbar knapp nach Punkten (5:7). Er hatte damit aber schon eine Bronzemedaille gewonnen. Mit dieser Medaille schrieb er Geschichte, denn es war die erste Medaille überhaupt, die ein Sportler aus Mauritius bei Olympischen Spielen gewann.

Nach diesen Spielen erhielt Bruno Julie in Port Louis eine Anstellung als Repräsentant bei einer mauritischen Bank und einem Fernsehkanal. Damit sollte verhindert werden, dass er Mauritius aus wirtschaftlichen Gründen verließ.

2009 gewann Julie die Silbermedaille bei den afrikanischen Meisterschaften in Vacaos. Im Finale unterlag er diesmal seinem Dauergegner Ouradi mit 7:4. Im selben Jahr errang er außerdem in Beirut die Silbermedaille bei den Spielen der Frankophonie. Bei den Commonwealth-Meisterschaften 2010 unterlag Julie im Halbfinale gegen den Engländer Iain Weaver (12:3). Somit gewann er genauso wie bei den kurz darauf folgenden Commonwealth Games in Neu-Delhi die Bronzemedaille. Hier schlug er u.a. den Inder Commonwealth-Games-Sieger von 2006 Akhil Kumar (7:5) und unterlag im Halbfinale Sean McGoldrick (2:1).

Das Jahr 2011 begann für Julie mit den afrikanischen Meisterschaften, bei denen er wieder den zweiten Platz hinter Ouradi belegte. Bei den Indian Ocean Island Games im selben Jahr reichte es ebenfalls nur für die Silbermedaille. Im Finale unterlag er Andrique Allisop, Seychellen (24:19). Der größte Erfolg dieses Jahres war der Gewinn der Panafrikanischen Spiele in Mabuto mit einem Finalsieg über Reda Benbaziz, Algerien (+8:8). Bei den kurz darauf stattfindenden Weltmeisterschaften schied Julie jedoch bereits im ersten Kampf gegen Bashir Hassan, Schweden (12:9), aus. Auch das 2012 stattfindende Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2012 endete für ihn schon vorzeitig, so dass für Julie keine erneute Teilnahme an den Olympischen Spielen möglich war. Nach diesem Misserfolg beendete Bruno Julie als bis dahin erfolgreichster Sportler seines Landes seine Karriere.

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

(OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, Fl = Fliegengewicht, Ba = Bantamgewicht, bis 51 kg bzw. 54 kg Körpergewicht)

  • 2001, 2. Platz, Afrikanische Meisterschaft in Port Louis, Fl, mit einer Punktniederlage im Endkampf gegen Mbarek Soltani, Algerien (14:27);
  • 2001, 5. Platz, 4. Spiele der Frankophonie in Ottawa, Fl, mit einem Punktsieg über Malik Bouziane, Frankreich un einer kampflosen Niederlage gegen Bogdan Dobrescu, Rumänien;
  • 2002, 5. Platz, Commonwealth Games in Manchester, Fl, nach einer Punktniederlage im Viertelfinale gegen Kennedy Kanyanta, Sambia (21:30);
  • 2003, 1. Platz, Indian Ocean Games in Reduit/Mauritius, Ba, mit einem Punktsieg im Finale über Georges Rakotaorimbela, Madagaskar;
  • 2003, 2. Platz, Afrikanische Meisterschaft in Yaoundé, Ba, mit einer Punktniederlage im Finale gegen Malik Boziane, Algerien;
  • 2006, 2. Platz, Commonwealth Games in Melbourne, Ba, mit Punktsiegen über Immanuel Naidjala, Namibia (26:10), Ali Abid, Pakistan (27:13), Matthew Edmonds, Wales, (21:8) u. Mmoloki Nogeng, Botswana (21:10) und einer Punktniederlage gegen Akhil Kumar, Indien (12:20);
  • 2007, 1. Platz, Zone 1 Afrika Meisterschaft in Antananarivo, Ba, mit Punktsiegen über Richard Jean, Madagaskar (3:2) und Marvin Digasse, Seychellen (6:1);
  • 2007, 1. Platz, Indian Ocean Games in Antananarivo, Ba, mit einem Punktsieg im Finale über Auguste Famerena, Madagaskar (18:15);
  • 2007, 1. Platz, Afrikanische Meisterschaft in Antananarivo, Ba, mit Punktsiegen über Abdelrahim Mohammad, Ägypten (16:10), Leonce Ibouanga, Gabun (27:8), Ibrahima Keita, Guinea (22:9), Attanus Mugerna, Uganda (29:12) und Abdelrahim Ouradi, Algerien (20:13);
  • 2007, 1. Platz, Commonwealth Meisterschaft in Liverpool, Ba, mit Punktsiegen über Ryan Lindberg, Irland (822:14), Luke Campbell, England (21:18) und Luke Boyd, Australien (23:10),
  • 2007, 3. Platz, All-Afrikan-Games in Algier, Ba, mit Punktsiegen über Emanuel Thabiso Nketu, Lesotho (16:12) und Abdelrahim Mohammad (18:9), einem Abbruchsieg in der 3. Runde über Samba Diarra aus Mali und einer Punktniederlage im Halbfinale gegen Abdelhalim Ouradi (10:24);
  • 2007, 9. Platz, WM in Chicago, Ba, mit einem Abbruchsieg in der 3. Runde über Francisco Castillejo, Spanien, einem Punktsieg über Orzubek Schainow, Usbekistan (34:13) und einer Punktniederlage gegen Joseph Murray, England (19:26);
  • 2008, 2. Platz, Olympia-Qualif.-Turnier in Windhoek, Ba, mit einem KO-Sieg in der 2.Runde über Daver Cesar, Seychellen, Punktsiegen über Brian Mwabu, Sambia (9:1) und Emilian Patrick Polino, Tansania (6:2) und einer Punktniederlage gegen Issa Samir, Ghana (3:6);
  • 2008, Bronzemedaille, OS in Peking, Ba, mit Punktsiegen über Emanuel Thabiso Nketu (17:8), Churschid Tadschibajew, Usbekistan (16:4) u. Hector Manzanilla, Venezuela (13:9) und einer Punktniederlage im Halbfinale gegen Yankiel León, Kuba (5:7)

Quellen[Bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Box Sport,
  • Website „www.amateur-boxing.strefa.pl“,
  • Website der Olympischen Spiele 2008 in Peking

Weblinks[Bearbeiten]