Brunswick (Georgia)

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Brunswick
Spitzname: "BWK", "Shrimp Capital of the World"
Gloucester Street, Downtown Brunswick
Gloucester Street, Downtown Brunswick
Siegel von Brunswick
Siegel
Brunswick im Glynn County
Glynn County Georgia Incorporated and Unincorporated areas Brunswick Highlighted.svg
Basisdaten
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: Georgia
County:

Glynn County

Koordinaten: 31° 10′ N, 81° 29′ W31.158888888889-81.4891666666673Koordinaten: 31° 10′ N, 81° 29′ W
Zeitzone: Eastern (UTC−5/−4)
Einwohner:
– Metropolregion:
15.600 (Stand: 2000)
67.568 (Stand: 2000)
Bevölkerungsdichte: 349,8 Einwohner je km²
Fläche: 65,2 km² (ca. 25 mi²)
davon 44,6 km² (ca. 17 mi²) Land
Höhe: 3 m
Postleitzahlen: 31500-31599
Vorwahl: +1 912
FIPS:

13-11560

GNIS-ID: 0354878
Webpräsenz: www.brunswickga.org
Bürgermeister: Bryan Thompson (R)

Brunswick ist eine Stadt im Glynn County im US-Bundesstaat Georgia in den USA. Die Stadt ist Hauptstadt der Brunswick, Georgia Metropolitan Statistical Area sowie County Seat des Glynn County. Die Stadt hatte nach der letzten Einwohnerzählung (2000) 15.600 Einwohner.

Die Stadt ist eine wichtige Hafenstadt an der amerikanischen Atlantikküste. Sie wurde gemäß den Plänen des englischen Generals und Gründers von Georgia, James Oglethorpe, im Jahr 1771 errichtet. Die Stadt wurde am 22. Februar 1856 eingemeindet. Früher hatte Brunswick den Beinamen „The Shrimp Capital of the World” aufgrund des hohen Fangaufkommens an wilden Shrimps in den Gewässern der Stadt. Außerdem beansprucht die Stadt, der Entstehungsort für das originale Brunswick Stew zu sein.

Geographie[Bearbeiten]

Brunswick liegt im Südosten von Georgia, ungefähr auf halbem Wege zwischen Jacksonville (Florida) und Savannah (Georgia). Die Stadt gehört zum Glynn County direkt an der Atlantikküste. Nach dem amerikanischen Vermessungsbüro hat die Stadt eine Fläche von 65,2 km², wovon 44,6 km² Land und 20,7 km² (31,68%) Wasser. Die Stadt bildet den westlichsten Punkt der dem Bundesstaat vorgelagerten Bucht und ist damit auch der westlichste Punkt an der Atlantikküste der USA. Brunswick sind zwei natürliche Barriereinseln vorgelagert, Jekyll Island und St. Simons Island.

Brunswick liegt auf einer Halbinsel, umgeben vom East River und Turtle River im Westen, dem Brunswick River im Süden und dem Atlantic Intracoastal Waterway im Osten.[1] Zwischen der Stadt und dem Intracoastal Waterway, der Brunswick von den vorgelagerten Inseln trennt, befindet sich ausgedehntes Marschland. Der East River trennt Brunswick von Andrews Island, einer künstlich entstandenen Insel aus Baggergut.[2][3]

Mit einer Höhe von drei Metern über dem Meeresspiegel ist Brunswick die am niedrigsten gelegene Stadt des Bundesstaates.[4][5]

Klima[Bearbeiten]

Ein nachmittägliches Sommergewitter über den Marschen bei Brunswick

Nach der Klimaklassifikation von Köppen befindet sich Brunswick in der Ostseitenklimazone, es ist feucht-subtropisch. Während der Sommermonate werden üblicherweise mehr als 90 °F (32 °C) erreicht. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit kann der Hitzeindex jedoch deutlich größer sein. In Sommermorgenden liegt die Luftfeuchte oft bei 90 Prozent und erreicht an Nachmittagen noch immer 60 Prozent.[6] Vereinzelte Gewitter sind in Sommermonaten häufig.

Die höchste jemals gemessene Temperatur beträgt 106 °F (41 °C) und wurde 1986 erreicht (Stand: 2009).[7] Die Winter in Brunswick sind gemäßigt. Im kältesten Monat Januar liegt das Durchschnittshoch bei 17 °C, während das Durchschnittstief bei 7 °C liegt.[7] Schnee fällt nur selten. Die letzte (Stand: 2008) Schneedecke wurde am 23. Dezember 1989 registriert.[8] Die kälteste je gemessene Temperatur lag bei -15 °C am 21. Januar 1985 sowie am 30. Januar 1966.[7]

In Brunswick werden hohe Niederschläge verzeichnet, im Durchschnitt 1260 mm jährlich. Die höchsten Niederschläge fallen im August und September, also während der Hurrikansaison.[7] Seit dem katastrophalen Hurrikan 1898 (s. Abschnitt Geschichte) wurden jedoch keine Hurrikans der Kategorie 3 mehr verzeichnet, die direkt die Stadt trafen („direct hit“) – mit Ausnahme von Hurrikan David 1979.[9] Allerdings sind die Ausläufer von Hurrikans, die über Florida hinwegziehen, häufig zu spüren.[10]

Demographie[Bearbeiten]

Nach der Volkszählung von 2000 gibt es 15.600 Menschen, 6.085 Haushalte und 3.681 Familien in der Stadt. Die Bevölkerungsdichte beträgt 349,8 Einwohner pro km². 36,41 % der Bevölkerung sind Weiße, 59,81 % Afroamerikaner, 0,27 % amerikanische Ureinwohner, 0,35 % Asiaten, 0,03 % pazifische Insulaner, 1,73 % anderer Herkunft und 1,40 % Mischlinge. 1,82 % sind Latinos unterschiedlicher Abstammung.

Von den 6.085 Haushalten haben 29,3 % Kinder unter 18 Jahre. 31,4 % davon sind verheiratete, zusammenlebende Paare, 24,60 % sind alleinerziehende Mütter, 39,5 % sind keine Familien, 33,2 % bestehen aus Singlehaushalten und in 13,2 % Menschen sind älter als 65. Die Durchschnittshaushaltsgröße beträgt 2,46, die Durchschnittsfamiliengröße 3,13.

27,3 % der Bevölkerung sind unter 18 Jahre alt, 10,1 % zwischen 18 und 24, 27,1 % zwischen 25 und 44, 20,2 % zwischen 45 und 64, 15,3 % älter als 65. Das Durchschnittsalter beträgt 35 Jahre. Das Verhältnis Frauen zu Männer beträgt 100:88,6, für Menschen älter als 18 Jahre beträgt das Verhältnis 100:82,8.

Das jährliche Durchschnittseinkommen der Haushalte beträgt 22.072 USD, das Durchschnittseinkommen der Familien 28.564 USD. Männer haben ein Durchschnittseinkommen von 26.172 USD, Frauen 18.602 USD. Das Pro-Kopf-Einkommen der Stadt beträgt 13.062 USD. 30,4 % der Bevölkerung und 25,2 % der Familien leben unterhalb der Armutsgrenze, davon sind 43,9 % Kinder oder Jugendliche jünger als 18 Jahre und 21,7 % der Menschen sind älter als 65

Geschichte[Bearbeiten]

Stadtgründung[Bearbeiten]

Brunswick wurde 1771 gegründet und nach der Heimat des Britischen Königs Georg II. aus dem Haus Hannover, dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg benannt. Bereits 1736 war auf dem der Stadt vorgelagerten St. Simons Island das Fort Frederica errichtet worden. Es wurde jedoch schon 1748 wieder aufgelassen, nachdem die Britische Kolonie Georgia gegenüber den Spaniern in Florida als gesichert galt. Viele Straßennamen zeugen noch heute von dem deutsch-englischen Erbe, so z.B. Gloucester, Newcastle, Norwich, London, Halifax, und Hanover. Die Straßen und Plätze wurden noch vor dem Bürgerkrieg nach den „Savannah Plänen“ James Oglethorpes errichtet. 1789 erklärte George Washington die Stadt als einen der fünf wichtigsten Häfen um die Kolonien zu betreten. 1797 verlegte die Generalversammlung von Georgia den Verwaltungssitz von Glynn County von Frederica auf der St. Simons Insel nach Brunswick.

Eine Gelbfieberepidemie begann 1893 und markierte den Beginn eines Katastrophen-Jahrzehnts für die Stadt: Im selben Jahr suchte ein Hurrikan der Kategorie 3 Brunswick heim. Der Hurrikan streifte an der Küste Georgias entlang, bevor er in South Carolina auf Land traf. Die Stadt stand zu etwa sechs Fuß (zirka zwei Meter) unter Wasser.[11] Ein weiterer Hurrikan traf die Stadt 1898 und verursachte eine rund 16 Fuß (etwa 4,7 Meter) hohe Flutwelle.[12][11] 179 Personen kamen dabei ums Leben.[13]

1909 wurde mit dem Bau einer Straßenbahn begonnen, die zwei Jahre später fertiggestellt war.[14] Im Juli 1924 wurde der F.J. Torras Causeway, die Straßenverbindung von Brunswick nach St. Simons Island, freigegeben, was zugleich das Ende des Bootsverkehrs zwischen der Stadt und der Insel bedeutete.[15] Zwei Jahre später stellte die Straßenbahn angesichts des Aufkommens des Automobilverkehrs ihren Dienst ein.[14]

Im Zweiten Weltkrieg wurde Brunswick zu einem strategisch wichtigen Militärstützpunkt. U-Boote der Kriegsmarine bedrohten die Ostküste der USA, weshalb Prallluftschiffe zu Patrouillenzwecken eingesetzt wurden. Einer der Hangars befand sich in Brunswick in der Naval Air Station Glynco, die zu jener Zeit die weltweit größte Basis für diese Art von Luftschiffen wurde. Etwa 100.000 Schiffsbewegungen wurden eskortiert, ohne dass eines der Luftschiffe verloren ging.[16]

Liberty-Frachter[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkrieges erlebte Brunswick einen Boom, da über 16.000 Arbeiter in der J. A. Jones Construction Company 99 Liberty-Frachter und Type C1-Schiffe für die US-Marine bauten. Das erste Schiff war die SS James M. Wayne (benannt nach James Moore Wayne), die am 6. Juli 1942 auf Kiel gelegt wurde. Stapellauf war am 13. März 1943.[17] Das letzt Schiff war die SS Coastal Ranger (Kiellegung: 7. Juni 1945; Stapellauf am 25. August 1945).[17] Während es bei den ersten sechs Schiffen noch zwischen 305 und 331 Tagen bis zur Fertigstellung dauerte, wurden die späteren Einheiten in etwa zwei Monaten gebaut. Im Durchschnitt vergingen 89 Tage zwischen Kiellegung und Stapellauf. Im November 1943 wurden vier Schiffe pro Monat abgeliefert. Die SS William F. Jerman wurde innerhalb von nur 34 Tagen im November und Dezember 1944 fertiggestellt.[17] An sechs Schiffen konnte auf der Helling der Werft zugleich gebaut werden.[18]

Flugzeugunglück 1991[Bearbeiten]

Am 5. April 1991 verunglückte eine Embraer EMB 120 der amerikanischen Atlantic Southeast Airlines durch ein Versagen der Propeller-Kontrolle in Brunswick. Durch den Absturz kamen alle 23 Personen an Bord ums Leben, darunter auch der texanische US-Senator John Tower und der Astronaut Sonny Carter.

Verwaltung[Bearbeiten]

Brunswick, Georgia Metropolitan Statistical Area[Bearbeiten]

Brunswick ist die Hauptstadt der Statistischen Metropolregion Brunswick Georgia. Diese Statistische Metropolregion umfasst die Countys Glynn, McIntosh und Brantley in Georgia.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Hafen von Brunswick ist das Rückgrat der lokalen Wirtschaft.[19] Der Hafen fungiert als einer der größten Autoverladehäfen der USA und ist sowohl im Import als auch im Export aktiv.[20] Zu den Unternehmen, die über den Hafen umschlagen, gehören unter anderem Volkswagen[21], Audi, Ford, General Motors[22], Mercedes-Benz[23], BMW[24], Hyundai, Porsche[25], Mitsubishi und Volvo. Neben Automobilen gehören auch landwirtschaftliche Produkte und andere Massengüter zu den Exportwaren.

Den Hafenbetrieb stellt die Georgia Ports Authority sicher. Der Hafen verfügt über vier Terminals: Colonel's Island (RoRo), Colonel's Island Agri-bulk (landwirtschaftliche Produkte), Mayor's Point und Marine Port.[26] Mayor's Point ist dabei der einzige Terminal, der sich komplett innerhalb der Stadtgrenzen befindet.[27] Die Terminals Colonel's Island und Marine Port liegen südwestlich der Stadt.[28]

Neben dem Hafen spielt auch Tourismus eine bedeutende Rolle für die Wirtschaft der Stadt. Brunswick mit seiner historischen Altstadt und die Inseln in der Umgebung mit ihren Stränden sind ein ganzjähriges Ziel von Besuchern.[29] Zum 30. G8-Gipfel 2004 hatte US-Präsident George W. Bush nach Sea Island eingeladen.[30]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Brunswick Georgia and the building of Liberty Ships, brochure published by Brunswick and Golden Isles Convention and Visitors Center

Sehenswertes[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brunswick – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brunswick at the New Georgia Encyclopedia (Englisch). In: New Georgia Encyclopedia. Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  2. Brunswick Harbor (O&M) Georgia (Englisch). In: United States Army Corps of Engineers. Abgerufen am 16. Oktober 2013.
  3. Anna Ferguson: Andrews Island conditions a concern (Englisch). In: The Brunswick News, Altamaha Riverkeeper, 29. Juli 2008. Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  4. Brunswick at the Georgia Department of Community Affairs. Georgia Department of Community Affairs. 2007. Abgerufen am 8. September 2007.
  5. Brunswick at Latitude & Longitude (Englisch). Latitude & Longitude. 2008. Abgerufen am 16. Oktober 2013.
  6. Brunswick, Georgia Detailed Profile (Englisch). In: City-Data.com. 15. November 2007. Abgerufen am 16. Oktober 2013.
  7. a b c d Brunswick weather averages at The Weather Channel (Englisch). The Weather Channel. Abgerufen am 16. Oktober 2013.
  8. White Christmas in Southeast (Englisch). In: The Atlanta Journal-Constitution, 25. Dezember 1989. Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  9. Patrick Prokop: History of Savannah-area hurricanes (Englisch), WTOC-TV. Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  10. Hurricane and near-hurricane conditions in Georgia, September 2004 (Englisch). In: Our Georgia History, 12. Mai 2009. Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  11. a b Brunswick, Georgia's history with tropical systems (Englisch). In: Hurricane City. Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  12. A Reevalution of the Georgia and Northeast Florida tropical cyclone of 2 October 1898 (Englisch). In: National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA). Archiviert vom Original am 22. August 2008. Abgerufen am 24. Dezember 2008. 
  13. Brunswick Storm-Swept (Englisch) (PDF). In: The New York Times, 4. Oktober 1898. Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  14. a b Tyler Bagwell: The streetcar days of Glynn County (Englisch). Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  15. Tyler Bagwell: The Early Years of Sea Island, Georgia (Englisch). Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  16. Blimps Over Brunswick (Englisch). In: GlynnCounty.com. Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  17. a b c Ships Constructed in Brunswick (Englisch). In: Digital Library of Georgia. Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  18. J. A. Jones, Brunswick, Georgia (Englisch). In: Project Liberty Ship. Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  19. Business Climate (Englisch). In: Brunswick-Georgia.com. Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  20. Georgia Ports Authority: AnchorAge (Englisch) (PDF). In: Georgia Ports Authority, S. 8. Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  21. Volkswagen of America (Englisch). In: PRNWire.com, 24. April 2002. Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  22. EconSouth (Third Quarter 2001) (Englisch). In: Federal Reserve Bank of Atlanta. Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  23. Paul Dever: Mercedes to Export from Brunswick, Georgia (Englisch). In: The Auto Channel, 26. Februar 1997. Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  24. Georgia port gets BMW nod (Englisch). In: The Post and Courier, The Post and Courier. Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  25. Steven Sloan: Porsche to ship Carrera GTs through Georgia (Englisch). In: Atlanta Business Chronicle, 12. März 2004. Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  26. Georgia Ports Authority Facilities (Englisch). In: Georgia Ports Authority. Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  27. Mayor's Point Terminal Specifications (Englisch). In: Georgia Ports Authority. Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  28. Colonel's Island Terminal Specificiations (Englisch). In: Georgia Ports Authority. Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  29. Brunswick and the Golden Isles of Georgia (Englisch). In: Brunswick-Golden Isles Visitors Bureau. Abgerufen am 16. Oktober 2013. 
  30. Oliver Mark: G8 leaders meet on remote island. (Englisch) In: The Guardian, Manchester, 8. Juni 2004.