Brush Motor Car Company

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Brush Runabout (1911)
Brush Runabout (1911) in einem Provatmuseum in Saskatoon (Saskatchewan)
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Die Brush Motor Car Company oder Brush Runabout Company wurde von Alanson Partridge Brush (10. Februar 1878 – 6. März 1952) im Jahre 1907 in Detroit (Michigan) gegründet. Er entwarf ein leichtes Automobil mit hölzernem Chassis (eigentlich waren es Längsträger aus Holz und Querträger aus Stahl), Reibradantrieb und Expansionsfedern an allen vier Rädern. Es gab zwar verschiedenste Roadster mit Ein- bis Vierzylindermotoren auf dem Markt, bevor das Ford Modell T den Niedrigpreissektor fast vollständig übernahm, aber der Brush Roadster hat doch etliche ungewöhnliche Details, die als Beleg des Erfinderungsreichtums seines Erbauers gelten können. Dem Antrieb diente ein großer Einzylindermotor mit Wasserkühlung. Der Wagen hatten serienmäßig Gasbeleuchtung; zwei Scheinwerfer und ein Rücklicht. Rahmen und Achsen bestanden aus Eichen-, Hickory- oder Ahornholz und wurden entweder roh belassen oder in der Ausstattungsfarbe lackiert. Die Hupe war an der Motorhaube angebracht und war mit dem Gummiball neben dem Fahrer durch ein langes Rohr verbunden. Hinten am Fahrzeug gab es einen kleinen Kofferraum in einer Schublade, die von hinten unter die Sitze geschoben war.

Brush, der auch den ersten Oakland, Vorgänger des Pontiac, entworfen hatte und bei der Konstruktion des Einzylinder-Cadillac-Motors mithalf, versah seine Motoren mit einer besonderen Eigenheit: Sie liefen entgegen dem Uhrzeigersinn, anstatt wie alle anderen im Uhrzeigersinn. Brush sah darin einen Sinn, da solch ein Motor von einem Rechtshänder mit größerer Sicherheit (ohne Zurückschlagen der Kurbel) angekurbelt werden kann. Das Zurückschlagen der Anlasskurbel war normalerweise ein großes Problem, da sie oft gebrochene Daumen oder gar Unterarme verursachte, insbesondere dann, wenn versehentlich die Zündung nicht vorher auf „spät“ gestellt war.

1912 durchquerte Francis Birtles in einem Brush als erster Autofahrer den Kontinent Australien von West nach Ost.

Die Brush Runabout Company wurde mit Maxwell-Briscoe, Stoddard-Dayton und anderen Firmen von Benjamin Briscoe 1910 zur United States Motor Company zusammengefasst, die allerdings bereits 1913 wieder Konkurs anmelden musste. Runabouts wurden bald unmodern, vor allen Dingen wegen des mangelhaften Wetterschutzes ihrer Passagiere.

Insgesamt entstanden 13.250 Brush Runabout von 1907 bis 1911. Ein restaurierter Wagen von 1909 ist im ‘’Pioneer Heritage Museum’’ in Brownsville (Oregon) ausgestellt.

Modelle[Bearbeiten]

Modell Bauzeitraum Zylinder Leistung Radstand
A 1907-1908 1 7 bhp (5,1 kW) 1.880 mm
Two-Cylinder 1908 2 Reihe 2.235 mm
B 1909 1 7 bhp (5,1 kW) 1.880 mm
D 1910 1 10 bhp (7,4 kW) 2.032 mm
E 1911 1 10 bhp (7,4 kW) 2.032 mm

Quelle[Bearbeiten]

  • Kimes, Beverly Ray & Clark jr,. Henry Austin: Standard Catalog of American Cars 1805-1942, Krause Publications, Iola WI (1985), ISBN 0-87341-045-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brush – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Liberty Brush auf der Smithsonian-Website. Der Liberty Brush unterschied sich vom Standardmodell durch andere Kotflügel, die nicht mit den Trittbrettern verbunden waren. Das Standardmodell hatte lange, geschwungene Kotflügel vorne und hinten, die mit einem sehr kurzen Trittbrett verbunden waren.