Brust oder Keule

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Filmdaten
Deutscher Titel: Brust oder Keule
Originaltitel: L’aile ou la cuisse
Produktionsland: Frankreich
Erscheinungsjahr: 1976
Länge: 101 Minuten
Originalsprache: Französisch
Altersfreigabe: FSK 6
Stab
Regie: Claude Zidi
Drehbuch: Claude Zidi, Michel Fabre
Produktion: Christian Fechner
Musik: Vladimir Cosma
Kamera: Claude Renoir, Wladimir Ivanov
Schnitt: Monique Isnardon, Robert Isnardon
Besetzung

Brust oder Keule ist eine französische Filmkomödie aus dem Jahre 1976. Unter der Regie von Claude Zidi ist Louis de Funès in der Hauptrolle zu sehen. Der Film ist eine Satire und Parodie auf die Industrialisierung der Lebensmittelherstellung sowie den Mikrokosmos der (insbesondere französischen) Feinschmeckerküche.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handlung

Der Restaurantkritiker Charles Duchemin ist unter Frankreichs Küchenchefs gleichfalls geachtet und gefürchtet. Mit seinem Leitfaden über die französische Gastronomie sowie der damit verbundenen Vergabe von Sternen kann er Gaststättenbetreiber zu Reichtum und Berühmtheit verhelfen, aber auch in den Ruin treiben. Um nicht erkannt zu werden, verwendet er immer wieder neue Verkleidungen.

Duchemins große Aufgabe besteht in der Würdigung der französischen Küche und der Bloßstellung seines Gegners, des Großindustriellen Jacques Tricatel. Dieser ist Besitzer einer großen Kette von Fastfood-Restaurants und Schnellimbissläden. Dort vertreibt er die synthetisch erzeugten Lebensmittel aus seiner Fabrik. Tricatel ist ein typischer Parvenü: ein Prolet, durch Rücksichtslosigkeit finanziell aufgestiegen, doch ohne anständige Manieren und ständig um gesellschaftliche Anerkennung kämpfend.

Tricatel gewinnt immer mehr an Macht und drängt kleine gastronomische Familienbetriebe überall in Frankreich aus dem Geschäft. Duchemin sagt dem Industriellen den Kampf an und zieht zu einer letzten großen geheimen Bewertungsaktion über das Land. Dabei begleitet ihn auch sein Sohn Gérard, der ihn in Kürze beruflich beerben soll. Gérard führt jedoch ein geheimes Doppelleben, denn neben seiner Tätigkeit als Gourmet-Kritiker, arbeitet er parallel auch als Clown, seiner wahren Berufung, im eigenen Wanderzirkus, dessen Finanzierung, also Überleben, aber ohne sein erstes Einkommen nicht möglich wäre. Dieser Zirkus begleitet die Duchemins heimlich, um so Gérard seine Auftritte auch während dessen Geschäftsreise zu ermöglichen.

Während des Aufenthaltes in einer ländlichen Gaststätte überschlagen sich die Ereignisse: Tricatels Handlanger kann nicht nur den inkognito reisenden Duchemin enttarnen, sondern auch Gérards Zirkusengagement. Als Vater und Sohn miteinander konfrontiert werden, kommt es zunächst zum Bruch zwischen beiden. Charles Duchemin wird anschließend vom Betreiber des Gasthauses mit vorgehaltener Flinte dazu gezwungen, große Mengen verdorbener Speisen und Industriefraß von Tricatel zu essen, da er ihm einst Sterne wegnahm und ihn damit ruinierte. Vor Ekel von Pusteln übersät, verliert der Gourmet seinen Geschmackssinn und wird von Gérard in ein Krankenhaus gebracht.

Unglückseligerweise hat Duchemin kurz zuvor seinen Rivalen Tricatel zu einem Fernsehduell herausgefordert (in der damals real existierenden Sendung von Philippe Bouvard). In die Enge getrieben, bleibt Duchemin nur eine Lösung: Er versöhnt sich mit Gérard und bricht gemeinsam mit ihm in Tricatels Fabrik ein, um Beweise für dessen chemisch hergestelltes Essen zu sammeln. Dabei entgehen sie knapp einem von Tricatel in Auftrag gegebenen Mordversuch.

In der TV-Sendung gibt Charles dann seinen Rücktritt und mit Gerard seinen Nachfolger als Herausgeber des Restaurant-Ratgebers bekannt. Mit Unterstützung seines Vaters besteht Gérard einen von Tricatel geforderten Geschmackstest. Anschließend können beide nicht nur beweisen, dass Tricatels Nahrungsmittel ungenießbar sind, sondern auch die von ihm arrangierten Mordversuche aufdecken.

Tricatel ist erledigt und die französische Küche scheint dank der Duchemins gerettet. Der Film endet mit einem Bankett anlässlich von Duchemins Aufnahme in die Académie française. Dabei findet er in einer Pastete seine Taschenuhr, die er in Tricatels Fabrik verloren hatte.

[Bearbeiten] Wissenswertes

  • 1975 erlitt Louis de Funès zwei Herzinfarkte und zog sich aus dem Filmgeschäft zurück. Brust oder Keule war der erste Film, den er nach der längeren gesundheitlichen Pause drehte und der seine Rückkehr ins Kinogeschäft besiegelte.
  • Der Film sollte auf Kinoplakaten zunächst nur mit de Funès' Namen beworben werden. Auf dessen Wunsch hin wurde das Ganze in „de Funès & Coluche“ geändert.
  • Bei den im Film gezeigten Industrieanlagen handelt es sich um die „Aire de Nemours“ südlich von Paris.
  • Tricatels Büro liegt in der futuristischen Bürostadt La Défense.
  • Der Name Duchemin ist eine Anspielung auf Dumont und Michelin, beides Reiseführer mit Restaurantempfehlungen.
  • Der Name Tricatel ist eine Anspielung auf den Unternehmer Jacques Borel, der ab 1968 an den französischen Autobahnen Schnellrestaurants mit Namen Restoroute betrieb, die von den Franzosen im Zusammenhang mit malbouffe (Junkfood) genannt wurden.
  • Bei dem Fahrzeug, das Gerard Duchemin im Film fährt, handelt es sich um einen AMC Pacer.

[Bearbeiten] Kritik

„Diese witzige Komödie von Claude Zidi hat nicht nur Klamauk zu bieten, sondern auch ‚Bissiges‘ über die Esskultur. Louis de Funès glänzt als cholerischer Gourmet und Restaurantkritiker, der gegen Plastik-Essen kämpft und sich eine große Schlacht gegen die skandalösen Fehlleistungen der Lebensmittelindustrie liefert.“

prisma-online

„[…]Das alles nützt Claude Zidi, um mit der ‚savoir-vivre‘-Mentalität seiner Landsleute kräftig ins Gericht zu gehen und die Mär von der besten aller Küchen zu Grabe zu tragen. Nebenbei importiert er das Slapstickgenre in den französischen Film, garniert es mit der cholerisch-hysterischen Grimassenschneiderei de Funès' in einem Lustspiel, das locker mit dem Temperament seines Hauptakteurs mithalten kann, und streut neben perfektem Timing auch ordentlich satirisches Salz in die Suppe aller Gault-Millau-Gläubigen. Ein Alltime-Klassiker und nebenbei TV-Junkfood für langweilige Sonntage.“

allesfilm

[Bearbeiten] Auszeichnungen

Der Film gewann im Jahr 1978 die Goldene Leinwand.

[Bearbeiten] Weblinks

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