Buzd

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Buzd ist auch der ungarische Name der Gemeinde Boz im Kreis Alba.
Buzd
Bußd (bei Mediasch)
Szászbuzd
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Buzd (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Sibiu
Gemeinde: Brateiu
Koordinaten: 46° 8′ N, 24° 25′ O46.13722222222224.413055555556374Koordinaten: 46° 8′ 14″ N, 24° 24′ 47″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 374 m
Einwohner: 723 (2009)
Postleitzahl: 557056
Telefonvorwahl: (+40) 02 69
Kfz-Kennzeichen: SB
Struktur und Verwaltung
Gemeindeart: Dorf
Bußd in der Josephinischen Landesaufnahme von Siebenbürgen von 1769 bis 1773
Kirchenburg in Bußd, 1966


Buzd (deutsch Bußd (bei Mediasch), såksesch Buss, ungarisch Szászbuzd) ist ein Dorf in Siebenbürgen im Kreis Sibiu (Hermannstadt), Rumänien. Es gehört zur Gemeinde Brateiu (Pretai).

Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt in einem südlichen Seitental der Târnava Mare (Große Kokel), ungefähr 5 km Luftlinie südöstlich von Mediasch.

Geschichte[Bearbeiten]

Bußd wurde um das Jahr 1300 von deutschen Siedlern (Siebenbürger Sachsen) ursprünglich auf Adelsboden gegründet, errang dann aber 1318 zusammen mit den benachbarten Ortschaften des Mediascher Stuhls das Hermannstädter Recht und wurde somit freie Gemeinde des Königsbodens. Der Ortsname wird auf den althochdeutschen Personennamen Bozo zurückgeführt.

Die erste urkundliche Erwähnung von Bußd stammt aus dem Jahr 1359. Auf der Versammlung des Mediascher Stuhls, die sich mit einem Hattertstreit zwischen Wölz und Baaßen befasste, nahm auch der Gräf Johannes mit den Ältesten von Bußd teil (comes Joannes et omnes seniores de Buz).[1]

  • 1516 wird "Buz" als freie Gemeinde des oberen Mediascher Suhls mit 30 Wirten (Familien), 2 Hirten, einem Müller und einem Schulmeister aufgeführt.
  • 1532 werden für das Dorf schon 61 Wirte bezeugt.
  • Im 14. Jh. wurde mit dem Bau der kleinen Saalkirche begonnen. Der älteste Teil ist der achteckige Chor mit Sakristei. Der Kirchensaal wurde erst zu Beginn des 15. Jh. gebaut.
  • Im 15. Jh. wurde die Kirche wehrbar gemacht. Um die Kirche wurde eine Ringmauer gebaut, um den Einwohnern mitsamt ihrem Vieh und Vorräten in dem Hof der Kirchenburg Schutz bei Angriffen zu gewähren. Ende des 15. Jh. wurden über den steinernen Chor drei Wehrgeschosse aus Ziegeln aufgebaut.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Über mehrere Jahrhunderte war Bußd von Siebenbürger Sachsen geprägt. Nach 1930 gerieten sie in die Minderheit, stellten aber noch 1977 die relative Mehrheit der Bevölkerung. Nach der Revolution von 1989 wanderten die meisten deutschstämmigen Bewohner aus. Dadurch ging auch die Einwohnerzahl deutlich zurück. Der Ort wird heute überwiegend von Rumänen und Roma bewohnt.[2]

Jahr Einwohner davon Deutsche
1910 970 451
1920 946 462
1930 1088 518
1941 1217 604
1966 987 420
1977 1066 410
1992 723 26
2002 957 6

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Kirchenburg mit der ev. Marienkirche

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Franz Zimmermann, Carl Werner: Urkundenbuch zur Geschichte der Deutschen in Siebenbürgen. Band 2: 1342–1390. Michaelis (in Kommission), Hermannstadt 1897.
  2. Árpád E. Varga: Szeben megye településeinek etnikai (anyanyelvi/nemzetiségi) adatai 1850–2002. (Onlinedokument) (PDF-Datei; 582 kB).