Bubikopf (Frisur)

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Gedenkmarke Deutsche Malerei des 20. Jahrhunderts; Christian Schad, Maika (mit Bubikopf), 1929
Die amerikanische Schauspielerin Louise Brooks mit Bubikopfschnitt, 1927

Der Bubikopf ist eine kurzgeschnittene Damenfrisur, die um 1920 aufkam. Sie war beeinflusst vom „Knabentyp“, dem Frauenbild der Zeit, und wurde schnell zur beliebtesten Haarmode.[1]

Frisur in der Zeit des Wandels[Bearbeiten]

Das Haar wurde kinnlang (mit oder ohne Stirnfransen) und glatt (mit Pony oder Seitenscheitel, mit oder ohne Wellen) getragen. Sonderformen wie der „Pagenschnitt“ und der „Etonschnitt“, am Hinterkopf kurz wie bei den Herren, waren der letzte Schrei. Zwischendurch gab es die „Windstoßfrisur“ mit von den Schläfen nach vorn gekämmtem bzw. hochgebürstetem Haar. Für den Abendauftritt lag das streng gescheitelte Haar von Pomade unterstützt eng am Kopf an. 1906 wurde die Dauerwelle erfunden und ließ neben dem glatten Bubikopf auch lockige Frisuren in Mode kommen.

Wie die modischen Kreationen der „Charlestonzeit“, so ging auch die Kurzhaarfrisur mit dem gesellschaftlichen und sozialen Wandel und der veränderten Stellung der – immer häufiger berufstätigen – Frau in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg einher. Der Bubikopf gehörte, wie der enge Topfhut, der kurze Rock und die seidenbestrumpften Beine, zu den äußerlichen Merkmalen der von den Modezeitschriften auf Attribute wie Kleidungsstil, Jugendlichkeit, Sportlichkeit oder Motorisierung reduzierten „Neuen Frau“. Eine Verbindung des modischen Äußeren mit der emanzipatorischen Idee deutete sich ab etwa 1924 an. Zu der Zeit begann in Deutschland im Gefolge des Dawes-Plans eine wirtschaftliche Stabilisierung, und Frauen zogen, angelockt von den etwas höheren Industrielöhnen, vermehrt in die Großstädte. In der Folge kam es im Zuge einer wirklichen Emanzipation zur Gleichsetzung von Einstellung und Erscheinung der Frau.[2][3]

Bekannte Protagonistinnen[Bearbeiten]

Zu den bekanntesten Protagonistinnen gehörte die US-amerikanische Tänzerin Irene Castle. Sie war 1915 die erste, die es wagte, sich einen Bubikopf schneiden zu lassen und damit über europäische und amerikanische Kabarettbühnen zu tingeln. In Paris feierte die Modeschöpferin Coco Chanel nach dem Krieg ihre ersten Erfolge mit Pullovern, kurzen Röcken und Hosen, wobei sie zugleich den Kurzhaarschnitt für Frauen propagierte. In Deutschland sorgte Asta Nielsen in der 1921 gedrehten Verfilmung von ShakespearesHamlet“ mit der jungenhaften Ponyfrisur für Aufsehen und fand schnell viele Nachahmerinnen. Für die amerikanische Schauspielerin Colleen Moore kam der Durchbruch, als sie sich 1923 für den Film Flaming Youth ihre Haare zu einem Bubikopf frisieren ließ und so zum Vorbild für die „Flapper“ des „Jazz Age“ oder „Roaring Twenties“ wurde. Als bekannteste Vertreterin dieses neuen Frauenbilds galt die Schauspielerin Louise Brooks.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eintrag Bubikopf. In: Meyers Enzyklopädisches Lexikon. Bibliographisches Institut, Mannheim/Wien/Zürich 1973, Band 4, S. 846.
  • Erika Thiel: Geschichte des Kostüms. Henschel-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-89487-260-8, S. 402.
  • Michael Bienert und Elke Linda Buchholz: Die Zwanziger Jahre in Berlin – Ein Wegweiser durch die Stadt. Berlin Story Verlag, Berlin 2005, ISBN 978-3-929829-28-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bodo Harenberg (Hrsg.): Die Chronik Berlins. Chronik Verlag, Dortmund 1986/1991, ISBN 3-88379-082-6, S. 365.
  2. Gesa Kessemeier: Sportlich, sachlich, männlich – das Bild der „Neuen Frau“ in den Zwanziger Jahren. Zur Konstruktion geschlechtsspezifischer Körperbilder in der Mode der Jahre 1920 bis 1929. Edition Ebersbach, Dortmund 2000, ISBN 3-934703-04-6.
  3. Bodo Harenberg (Hrsg.): Die Chronik der Frauen. Chronik Verlag, Dortmund 1982, ISBN 3-611-00195-3, S. 452.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Bubikopf – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen