Bucchero
Bucchero [ˈbukkero] (italienisch, ursprünglich von portugiesisch bucáro „wohlriechende Tonerde“) ist eine Gattung schwarzer, außen glänzender Tongefäße, die ab Mitte des 7. Jahrhunderts bis Anfang des 4. Jahrhunderts v. Chr. von den Etruskern produziert wurden. Zu Anfang (bis 600 v. Chr.) wurden dünnwändige, oft mit eingeritztem Dekor geschmückte Gefäße, der sog. Bucchero sottile, geschaffen, die durch Form und Glanz Metallgefäße imitieren sollten. Im 6. Jahrhundert v. Chr. folgte der gröbere Bucchero pesante, der vielfach mit aufmodelliertem Schmuck und Stempelreliefs verzieht wurde.
Das italienische Wort „Bucchero“ leitet sich von dem portugiesischen Wort „bucáro“ ab, womit die Eroberer Südamerikas die dort vorgefundene schwarz-graue Keramik bezeichneten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Wort ins Italienische entlehnt, wo es als Bezeichnung für ein aus Portugal importiertes dunkles Geschirr zum Synonym für „grau-schwarz“ wurde. Von der modernen Archäologie wurde diese Bezeichnung für die typisch etruskische Keramik übernommen.
Der etruskische Bucchero wurde an der gallisch-iberischen Küste, in Karthago, Magna Graecia, Griechenland, Unterägypten sowie auf Sardinien, Sizilien und Zypern gefunden.
Literatur [Bearbeiten]
- Bernard Bouloumié: Le bucchero nero d'Etrurie. In: Latomus 41, 1982, ISSN 0023-8856, S. 773–784.
- Nancy Hirschland-Ramage: Studies in Early Etruscan Bucchero. In: Papers of the British School at Rome 38, 1970, ISSN 0068-2462, S. 1–61.
- Delia Lollini: Bucchero. In: Enciclopedia dell'arte antica classica e orientale. Band 2: Bas–Dam. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1959, Sp. 203–210 Digitalisat.
- Marina Martelli: Bucchero. In: Enciclopedia dell'arte antica classica e orientale. II Supplemento. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1994 Digitalisat
- Tom B. Rasmussen: Bucchero pottery from Southern Etruria. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1979. ISBN 0-521-22316-4.