Buchteln
Buchteln, auch: Wuchteln, Ofennudeln oder Rohrnudeln in Bayern und der Pfalz, (im tschechischen buchtičky, slowakischen buchty oder ungarischen bukta) sind süße gefüllte oder ungefüllte Germknödel oder -taschen, die im Ofen gebacken werden. Buchteln sind ein typisches Gericht aus der böhmischen Küche, das auch Eingang in die sächsische, schwäbische, bayerische und österreichische gefunden hat. In der österreichischen und böhmischen Variante werden Buchteln häufig mit Powidl, Mohn, Topfen oder Marillenmarmelade gefüllt, in Bayern auch oft mit Rosinen, Powidl oder frischen, ganzen Zwetschgen. Als Wiener Spezialität werden vor dem Backen jeweils fünf Stück zu einem Kreis mit einer Kugel in der Mitte zusammengefügt. Nach dem Backen werden sie mit Staubzucker (Puderzucker) bestäubt und warm gegessen.
Als Dukatenbuchteln bezeichnet man eine Abwandlung der Buchteln ihre Größe betreffend: Hierbei werden die Buchteln im fertig gebackenen Zustand etwa eigroß.
Buchteln werden oft mit warmer Vanillesoße gegessen. In manchen Regionen werden sie jedoch auch ohne Füllung zubereitet und mit Sauerkraut gegessen.
Bekannt sind in Wien die Buchteln im Café Hawelka, die Frau Hawelka bis zu ihrem Tod im Jahre 2005 selbst für die Gäste gebacken hat und so in Georg Danzers Lied Jö schau Eingang gefunden haben. Ebenfalls bekannt sind auch die bei der Station Baumgartner der Schneebergbahn angebotenen Buchteln: Während früher der Zug Aufenthalt hatte, um die Lok mit Wasser zu versorgen, hält er heute, in Zeiten der Elektrifizierung der Bahn, immer noch – damit die Fahrgäste sich Buchteln kaufen können. Eine Originalität ist auch die Buchtelbar in Wenigzell (Ost-Steiermark), die seit 1968 für ihre Riesenbuchteln bekannt ist.[1]
Denselben Namen trägt die oberschlesische Variante, die aus dem gleichen Teig wie die Dampfnudel besteht, aber auf einem eingespannten Tuch im Dampfraum des Kochtopfes gegart wird. Die schlesische Buchtel wird traditionell mit Heidelbeer- oder Brombeerkompott gegessen.
Während des Biedermeier wurden am Wiener Hermannskogel zum Agnestag am 21. Jänner, sowie bei Johannis Enthauptung am 29. August vom Wirt M. Nebenhay sogenannte Ternobuchteln gebacken. Diese Buchteln waren statt mit der üblichen Fülle mit Nummern-Zetteln für eine Lotterie (Terno) gefüllt und entsprechend verkauft.[2]
Wiener Volksmund[Bearbeiten]
Der Begriff Wuchtel besitzt im Wiener Sprachraum noch weitere Bedeutungen.[3] Wenn in Wien von einer Wuchtel gesprochen wird, meint man entweder einen Fußball oder eine sehr lustige Bemerkung.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Seite der Buchtelbar, abgerufen am 19. November 2012
- ↑ Franz Maier-Bruck: Das große Sacher Kochbuch, ISBN 3-7796-5070-3
- ↑ Österreichisches Sprachlexikon
Weblinks[Bearbeiten]
- Rezept und Geschichte der Südtiroler Buchteln
- A Story from Slovakia: Cultural Meanings of Hot Buchticky
- Eintrag zu Buchteln in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (im Heimatlexikon)
- Buchteln. Eintrag Nr. 175 im Register der Traditionellen Lebensmittel des österreichischen Lebensministeriums.