Beförderungsklasse

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Unterscheidung der Passagiere nach Beförderungsklassen beim Betreten des Passagierbereiches

Die meisten Fluggesellschaften unterscheiden Flugreisen in drei oder vier hauptsächliche Beförderungsklassen (auch Service- oder Sitzklassen genannt): Economy, Premium Economy, Business und First/Erste. Diese wiederum sind unterteilt in verschiedene Buchungsklassen, die im Preis und den Buchungs- oder Reisebedingungen variieren. Die Beförderungsklassen unterscheiden sich in Service- und Komfortleistungen vor, während und nach der Flugreise sowie im Preis – sie unterscheiden sich aber auch je nach Flugzeug und Fluggesellschaft.

Die Beförderungsklassen im Einzelnen[Bearbeiten]

Economy Class[Bearbeiten]

Kabine der Economy Class einer Boeing 737 der Lufthansa in einer zwischenzeitlich ersetzten Version

Die Economy Klasse, häufig einfach Economy, im Volksmund auch Holzklasse oder Touristenklasse genannt (in den USA auch: Coach oder Cattle), ist die niedrigste der vier Beförderungsklassen. Economy steht für Wirtschaftlichkeit (Sparsamkeit).

Hauptanforderung ist, möglichst viele Passagiere bei möglichst geringen Kosten zu befördern. Die Economy beinhaltet daher nur wenige Service- und Komfortleistungen, hat dafür in der Regel aber auch den niedrigsten Buchungspreis. Auf einem Flug sind häufig über 71 % der verfügbaren Sitzplätze für Economy-Buchungen reserviert, bei Billigfluggesellschaften und auf Kurzstreckenflügen gibt es meist sogar nur diese eine Beförderungsklasse.

Economy-Class-Plätze sind außerdem häufig noch in ihren Preisen gestaffelt: Früh eingehende Buchungen erhalten einen sehr günstigen Tarif, während Buchungen, die eingehen, wenn der Flug beinahe ausgebucht ist, sehr viel teurer ausfallen können.

Die Economy-Class-Sitze sind bei fast jeder Fluggesellschaft gleich. Auf Langstrecken bieten die meisten Fluggesellschaften für jeden Fluggast einen persönlichen Bildschirm an, auf dem er individuell Filme und Musik auswählen kann (Beispiele: Singapore Airlines, Qantas, JAL, Lufthansa, Qatar Airways, Air France). Bei älteren Langstreckenflugzeugen gibt es diesen Bildschirm in der Economy teilweise nicht, dafür können hier jedoch in der Regel festgelegte Filme über mehrere Monitore an der Kabinendecke gesehen werden, wobei der Ton dann nur über einen im Sitz eingebauten Kopfhöreranschluss zu hören ist. Auf Langstreckenflügen erhält ein Economy-Fluggast seltener als in der Business und First Class kostenlose Pflegeprodukte, meistens jedoch ein Kissen, Kopfhörer für das Entertainmentsystem und eine Decke, manchmal auch Socken. Bei fast allen Langstreckenflügen gibt es auch in der Economy Class je nach Flugdauer eine oder mehrere kostenlose Mahlzeiten und Getränke.

Premium Economy Class[Bearbeiten]

Bereits vor 20 Jahren bot das heutige Star Alliance Mitglied EVA Air aus Taiwan, eine vierte Klasse, die Elite Class bzw. Evergreen Deluxe Class, u. a. auf ihren Europastrecken an. Über die Jahre folgten andere Fluggesellschaften diesem Beispiel und planten bei Neubestellungen einiger Flugzeugtypen die Premium Economy Class mit ein. Weltweit bieten derzeit über 20 Fluggesellschaften (u. a. europäische Airlines wie Air France, British Airways, Condor, SAS, Turkish Airlines) diesen Service auf vielen Mittel- und Langstrecken an. Die Premium Economy Class unterscheidet sich jedoch von Fluglinie zu Fluglinie. 10 bis 15 cm mehr Beinfreiheit als in der „Holzklasse“ und bequemere Sitze sind die Regel. Hinzu kommen noch unterschiedliche Leistungen wie mehr Freigepäck, bevorzugter Check-In und Boarding oder Lounge, ergonomisch geformte Sitzschalen, individuell verstellbare Kopf- und Beinstützen, Audio/Video-on-Demand, LCD-Touchscreen, Versand und Empfang von E-Mails und SMS, 110-V-Notebookanschluss, Satellitentelefon im Sitz, Menüauswahl serviert auf Porzellan, hochwertiges Reisenecessaire usw.

Einige Fluggesellschaften bieten keine separaten Kabinenabschnitte, sondern spezielle Sitze im vorderen Bereich der Economy Klasse an. Diese Sitze zeichnen sich aber oftmals nur durch etwas mehr Beinfreiheit aus und stellen keine eigene Kabinenklasse dar. Zur Unterscheidung werden diese Sitze oftmals mit „Economy Plus“ und nicht mit „Premium Economy“ bezeichnet.

Business Class[Bearbeiten]

Sitz in der Business Class von Air France, welcher sich in ein 2 Meter langes Bett verwandeln lässt
Business Class in einer Boeing 747-400 der Lufthansa

Die Business Klasse, je nach Fluggesellschaft und Land auch mit einer anderen Bezeichnung versehen, ist die mittlere der vier Beförderungsklassen. Sie ist speziell auf Geschäftsreisende ausgelegt. Hauptanforderung ist, den Reisenden ausgeruht ans Ziel zu bringen, ihm unterwegs das Arbeiten zu ermöglichen und den Zeitaufwand zu minimieren. Business bietet gegenüber der Economy-Klasse ein erhöhtes Angebot an Service-Leistungen sowie eine bessere Qualität und eine größere Auswahl an Speisen und Getränken. Business-Class-gebuchte Passagiere können z. B. vor dem Flug an speziellen für diese Buchungsklasse reservierten Schaltern einchecken und in Lounges Platz nehmen, erhalten während des Fluges eine höherwertige Verköstigung und nach dem Flug ihr Gepäck vor den Passagieren der Economy Class („Priority Baggage“).

Auf Langstreckenflügen besteht häufig die Möglichkeit, den Sitz in eine Liege umzuwandeln, um den Fluggästen Schlaf zu ermöglichen. Die dafür erforderlichen großen Sitzabstände würden jedoch zu einer zu geringen Kapazität führen, daher gibt es mehrere Methoden, um Platz zu sparen und den Fluggästen dennoch Nachtruhe und eine private Atmosphäre zu ermöglichen. Früher waren die Liegen häufig nicht horizontal, sondern leicht geneigt, sodass die Beine unter dem Vordersitz Platz haben (Angled lie-flat seats, Beispiel Lufthansa). Einige Fluglinien bauen auch schräg angeordnete Sitze ein (Herringbone- oder Fischgräten-Anordnung), die eine horizontale Liegeposition und direkten Zugang zu jedem Platz vom Gang ermöglichen, jedoch den Ausblick zum Fenster und die Kommunikation zwischen den Reisenden erschweren (Beispiel Air Canada). Eine weitere Möglichkeit ist, dass die Sitze in einer 1-2-1 Konfiguration positioniert sind. Wenn die Sitze in einer 180° Position („flat bed“) sind, so werden die Beine unter den seitlich gelegenen „closet“ des Vordermannes positioniert. Dies ermöglicht einen extra Stauraum für den Passagier aufgrund seines „closet“ und einen direkten Zugang zu Gang, (Beispiele Airberlin, Etihad, Thai Airways). Eine weitere Sitzanordnung ist die sogenannte „v-Konfiguration“, in der man zwei Sitze hat, die entweder voneinander oder zueinander geneigt sind. Wenn diese Sitze nun zu einem Bett gemacht werden, so finden die Füße des Passagieres unter dem „closet“ der Vordermänner Platz. Dieser „closet“ befindet sich zwischen dem „v“, (Beispiele: Qatar Airways, Lufthansa). Bei British Airways sind die Hälfte der Sitze rückwärts angeordnet, damit man eine 2-4-2 Konfiguration erhält.

Auf Inlandsflügen sind die Economy- und Business-Class-Plätze hingegen öfters nur mit einem Vorhang voneinander getrennt und unterscheiden sich nicht erheblich hinsichtlich der Sitze oder des Sitzabstands. Häufig kommt es stattdessen vor, dass der Mittelplatz einer Dreierreihe freigehalten wird. Bei den renommierten mitteleuropäischen Fluggesellschaften ist das sogar die Regel. Die Mittelplätze sind bei dreireihiger Bestuhlung dann z. B. mit einem Tisch überbaut, bei ausschließlich zweireihiger Bestuhlung wird jeweils der Gangplatz nicht belegt.

Mit diesem erhöhten Dienstleistungsgrad ist ein höherer Flugpreis im Vergleich zur Economy verbunden. Außerdem variiert das Angebot an Annehmlichkeiten stark zwischen verschiedenen Flugzeugen, Flügen und Fluggesellschaften.

First Class[Bearbeiten]

First Class in "Suite"-Bauform mit Einzelkabinen (Emirates Boeing 777-200LR)

Die First Class, je nach Land und Fluggesellschaft auch mit einer anderen Bezeichnung, ist die höchste der vier Beförderungsklassen. Sie wird meist nur auf Langstreckenflügen in Großflugzeugen wie Boeing 747, Boeing 777, Airbus A340 oder Airbus A380 angeboten, bietet alle Service- und Komfortleistungen der Business und zusätzlich noch einige Besonderheiten, ohne die dort beschriebenen Kompromisse zum Platzsparen. Meist sind die Sitze der Ersten Klasse aus exklusiven Materialien wie Leder und Edelholz gefertigt. So beträgt der Sitzabstand bei Langstreckenflügen der Lufthansa in der First Class mehr als zwei Meter, 1,5 Meter in der Business Class und 79 cm in der Economy Class.[1]

Hauptanforderung ist, die durch eine Flugreise verursachten Unannehmlichkeiten im Rahmen des technisch machbaren – unter Inkaufnahme erheblicher Mehrkosten – zu minimieren. Nach Möglichkeit soll sogar die Reise zum Erlebnis werden, z. B. durch Spitzengastronomie an Bord.

Der Preis für einen Platz in der First ist in der Regel mindestens doppelt so hoch wie in der Business und zum Teil zehnmal so hoch wie in der Economy Class. Außerdem variiert das Angebot stark, je nach Flugstrecke, Flugzeugtyp und Fluggesellschaft.

Manche Fluggesellschaften, wie beispielsweise Singapore Airlines im Airbus A380, Jet Airways in der Boeing 777-300 und im Airbus A330-200 und Emirates im Airbus A340-500, im Airbus A380-800 und der Boeing 777-300ER, bieten in der First Class geschlossene Einzel- und Doppelkabinen mit vollwertigen Betten an – diese werden oft als Suite bezeichnet und verfügen über eine verschließbare Tür. Jedoch sind diese Kabinen aus Sicherheitsgründen von oben einsehbar.

Verschiedenes[Bearbeiten]

Fluggesellschaften in den Vereinigten Staaten bieten im Allgemeinen auf Inlandsflügen nur die Erste Klasse und Economy an. Die Erste Klasse hat dabei besonders angenehme Sitze (vier Sitze pro Reihe in der Boeing 737 oder Airbus A320). Entsprechend werden auch Business-Class-Passagiere auf ihren inneramerikanischen Anschlussflügen in die First Class gebucht.

Vor allem asiatische Fluggesellschaften bieten Feinabstufungen zwischen den Hauptklassen an, z. B. „Super Business Class“, „First Economy Class“, „Super First Class“, „Premium Voyageur“ (Air France),[2] „Premium Economy“ (Thai u. a.) oder „Executive Economy“ (Singapore Airlines),[3] wobei diese Begriffe nicht standardisiert sind und jede Fluggesellschaft anders bezeichnet.

Vereinzelt sind auch ganz andere Klassenbezeichnungen zu finden, so nennt z. B. Air Canada die Business Class „Executive First“, bietet aber keine First im eigentlichen Sinn an. Darüber hinaus führten einige Gesellschaften eigene Markennamen für bestimmte Klassen ein, so beispielsweise die Raffles Class als Business-Klasse der Singapore Airlines. Die Vergleichbarkeit mit anderen Fluglinien ergibt sich dann aus den Buchungscodes.

Unterschiede[Bearbeiten]

Movable Class Divider (MCD) – Abgrenzung der Economy- von der Business-Class per Vorhang (Lufthansa Airbus A320-200)

Die Unterschiede zwischen der Economy Class zum einen und der First bzw. Business Class zum anderen sind sehr groß. In der Regel gibt es bei Buchung der First bzw. Business Class gegenüber der Economy Class einige Vorteile. Meist werden Reisenden in den höherwertigen Beförderungsklassen höhere Freigepäckmengen oder geringere Aufpreise für Übergepäck oder Sperrgut eingeräumt, während die Abfertigung an gesonderten Check-in-Schaltern mit bevorzugter Behandlung stattfindet. Auch bei der Gepäckrückgabe am Zielort erhalten Business- und First-Class-Passagiere ihr Gepäck im Rahmen einer „Priority-Baggage“-Regelung vor den Fluggästen der Economy-Class.

Während der Wartezeit vor dem Abflug bieten die meisten Fluggesellschaften den kostenfreien Zugang zu Lounges oder Verzehrgutscheine für die Flughafen-Gastronomie. Beim Einsteigen dürfen Business- und First-Class-Fluggäste meist vor den übrigen Passagieren einsteigen.

Während des Fluges zeichnet sich eine Reise in einer höherwertigen Klasse durch eine größere Auswahl an Zeitschriften und Magazinen mit Am-Platz-Service, eine qualitativ höherwertige Verpflegung mit Menüs, höherwertiges Geschirr (z. B. Porzellangeschirr, Weingläser, Textilservietten) und einer einzeln servierten Speisenfolge aus. Darüber hinaus findet durch die größere Anzahl von (oft anders gekleideten) Flugbegleitern pro Passagier eine intensivere Betreuung der Fluggäste statt.

Auch die Sitzgestaltung weicht in der Business und First Class auf Mittel- und Langstrecken erheblich von der der Economy Class ab; je höher die Beförderungsklasse, desto komfortabler sind die Sitzabstände und Sessel (Abstände nach vorn und zur Seite, Neigungswinkel, Bezug). Ab der Businessklasse bieten immer mehr Fluggesellschaften sogenannte Lie-Flat-Sitze, die sich komplett flach, manchmal sogar horizontal (Flat-Bed-Sitz), stellen lassen und so ein Behelfsbett darstellen. In der „First“ sind solche Sitze auf langen Strecken bereits Standard.

Nicht zuletzt werden in höheren Klassen oft mehr Meilen in den entsprechenden Vielfliegerprogrammen gutgeschrieben.

Bei kurzen Strecken, bei denen man kaum von Komfortleistungen wie einem bequemeren Sitz profitieren kann, machen die oben erwähnten Service-Leistungen durchaus einen gewichtigen Unterschied.

Buchungsklassen-Codes[Bearbeiten]

Um einer Flugbuchung eine Buchungsklasse zuzuordnen, werden Buchungsklassen-Codes verwendet, die so genannten Class Codes oder Buchungscodes. Die Class Codes treten in der Regel nicht öffentlich auf, werden jedoch auf den Flugscheinen und Bordkarten aufgedruckt, entweder als einzelner Buchstabe oder als Großbuchstabe aus mehreren Sternchen zusammengesetzt.

Die Class Codes stimmen nicht immer auf allen verfügbaren Dokumenten exakt überein. So kann auf dem Ticket ein Class Code Y (für Economy) angegeben sein, während auf der Bordkarte jedoch M aufgedruckt wird. Auf der Bordkarte wird teilweise nur der Buchstabe für die Beförderungsklasse angegeben (M oder Y – Economy, C oder J – Business, F – First).

Dass es mehrere Codes für die verschiedenen Klassen gibt, ist durchaus Absicht: Wie die Codes letztendlich eingesetzt werden, hängt alleine von der jeweiligen Fluggesellschaft ab. Dabei ist man bemüht, die Codes innerhalb einer Luftfahrtallianz anzugleichen. So kann ein Code L-Sitzplatz z. B. für 50 € vergeben werden, wohingegen ein Code M-Sitzplatz 120 € kostet – trotzdem sind beides Economy-Plätze.

Andererseits muss ein eingesetzter Code auch keine besondere Aussage über irgendwelche Qualitätsmerkmale haben. Die Buchungscodes können zudem eine unterschiedliche Vergütung in Vielfliegerprogrammen bewirken: Im Miles-&-More-Programm der Lufthansa werden beispielsweise interkontinentale Flüge der Klasse Y (Economy) mit der 1,5-fachen Entfernung vergütet, in der Klasse W wird dagegen nur der halbe Entfernungswert angerechnet.[4] Bei der LH-Tochter Germanwings sind manche Buchungsklassen komplett vom Meilensammeln ausgeschlossen.[5]

Die Buchungsklassen haben im Rahmen des Yield-Managements der Luftfahrtunternehmen auch noch eine andere Funktion: Mit jeder Buchungsklasse sind bestimmte Reisebedingungen verbunden, die durch die Fluggesellschaften nicht immer veröffentlicht werden. Insbesondere die Frist zwischen Buchung und Ausstellung des Flugscheins, Umbuchungsmöglichkeiten, Vorausbuchungsfristen und Aufenthaltsvorgaben haben einen direkten Einfluss auf den Flugpreis.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Beförderungsklasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fotostrecke auf spiegel.de, 19. Mai 2010
  2. http://www.airfrance.de/DE/de/common/guidevoyageur/classeetconfort/classes_premium_voyageur.htm
  3. http://www.singaporeair.com/saa/de_DE/content/exp/cabin/exececonomyclass_seat.jsp
  4. http://www.vielflieger-lounges.de/buchungsklassen-lufthansa/
  5. http://www.germanwings.com/de/Service/FAQ_Bonusprogramm_Gibt-es-fuer-alle-Buchungen-Miles-and-More-Praemien-und-Statusmeilen.htm