Bucina

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Dieser Artikel beschreibt das Musikinstrument. Für den geografischen Begriff siehe Bučina (Begriffsklärung).
Bucina aus Pompeji

Die Bucina (lat. bucina, auch buccina oder buccinum, „Horn, Trompete“) war ein Signal- und Musikinstrument im Römischen Reich. Sie war ein Blechblasinstrument aus Bronze mit oder ohne Mundstück in der Art einer Naturtrompete von 3,5 Metern Länge. Sie wurde meist gebogen ausgeführt, damit sie die Spieler um Kopf oder Schultern tragen konnten. Man gebrauchte die bucina als Hirtenhorn und im Militär zur Ankündigung der vier Nachtwachen. Drei Exemplare wurden in Pompeji gefunden, die im Archäologischen Nationalmuseum Neapel aufbewahrt werden.

Inwiefern sich das cornu von der bucina unterscheidet, ist umstritten. Die beiden klar von der bucina unterscheidbaren römischen Blechblasinstrumente heißen lituus und tuba.

Bucina ist mit dem arabischen Wort būq verwandt, das im Mittelalter allgemein für konische Trompeten stand und sich auch in der georgischen Metalltrompete buki überliefert hat. Aus der bucina entwickelte sich sowohl der Bauart als auch dem Namen nach über altfranzösisch buisine und mittelhochdeutsch busine die Posaune, wie sich aus Vegetius-Übersetzungen aus der Zeit der Renaissance ersehen lässt: „Bucina ist die trummet die wirt ausz and eingezogen“ (Augsburg 1534). Die Busine (buisine) war eine Langtrompete, die ab dem 12. Jahrhundert zusammen mit dem Bechertrommelpaar naqqara in französischen Schriften erwähnt wurde. Die rumänische bucium ist eine der ukrainischen trembita entsprechende lange Holztrompete.

Hector Berlioz verlangte für seine Messe solennelle 1824 ein Instrument namens Buccin. Es handelt sich dabei um eine Tenorposaune mit einem zum Tierkopf umgestalteten Schallbecher, die in französischen Militärkapellen von etwa 1810 bis 1845 verwendet wurde.

Ottorino Respighi setzte im Finale der sinfonischen Dichtung Pini di Roma (1924) nachgebaute römische Bucinen ein.