Bucoli

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Suco Bucoli
Der Suco Bucoli liegt im Nordwesten des Sucos Baucau.Der Ort Bucoli liegt im Süden des Sucos.
Daten
Fläche 27,68 km²[1]
Einwohnerzahl 2.179 (2010)[2]
Chefe de Suco Terezinha de Jesus dos Reis
(Wahl 2009)
Orte Position[3] Höhe
Aubaca 8° 29′ S, 126° 22′ O-8.49126.35972222222557 557 m
Bucoli 8° 29′ S, 126° 20′ O-8.4855555555556126.33833333333438 438 m
Daisimo 8° 29′ S, 126° 20′ O-8.4880349105556126.33152961722[4] ?
Habolale 8° 27′ S, 126° 19′ O-8.4530555555556126.320277777780 m
Luliheni 8° 29′ S, 126° 21′ O-8.4883333333333126.3475545 545 m
Macadai de Baixo 8° 29′ S, 126° 20′ O-8.4869444444444126.33416666667375 375 m
Mancadai Atas 8° 29′ S, 126° 21′ O-8.485126.34388888889438 438 m
Uaicuha 8° 28′ S, 126° 18′ O-8.4691666666667126.2944444444422 22 m
Uailacama 8° 29′ S, 126° 19′ O-8.4894444444444126.31416666667268 268 m
Uaisemo 8° 29′ S, 126° 20′ O-8.4863888888889126.32861111111297 297 m
Bucoli (Osttimor)
Bucoli
Bucoli

Bucoli (Bucóli, Bukoli) ist ein osttimoresisches Dorf und Suco im Subdistrikt Baucau des Distrikts Baucau.

Der Ort[Bearbeiten]

Bucoli liegt westlich der Stadt Baucau auf einer Meereshöhe von 438 m. Die Landeshauptstadt Dili ist etwa 89 km Richtung Westen entfernt. Hier befindet sich die Grundschule Escola Primaria Katolika Bucoli.[5] Die Kirche ist der Unbefleckten Empfängnis Marias geweiht. Außerdem gibt es hier eine medizinische Station.[6]

Der Suco[Bearbeiten]

Der Suco hat 2.179 Einwohner (2010,[2] 2004: 2.014[7]). Sie sprechen als Muttersprache zu etwa 85 % den „Küstendialekt“ des Waimaha, das zu den Kawaimina-Sprachen gehört. Etwa 15 % sprechen Tetum Prasa.[8][9]

Der Suco liegt im Nordwesten des Subdistrikts Baucau an der Küste der Straße von Wetar und hat eine Fläche von 27,68 km².[1] Im Westen und Süden grenzt Bucoli an den Suco Triloca. Westlich befindet sich der Subdistrikt Vemasse mit seinen Sucos Vemasse und Ostico.[10]

Durch das Zentrum des Sucos führt die Überlandstraße von Dili nach Baucau, eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen des Landes. An ihr befinden sich die meisten Siedlungen des Sucos. Dies sind von West nach Ost Uailacama, Daisimo, Macadai de Baixo (Macadai Bawah, Unter-Macadai), Bucoli, Luliheni (Lulihene) und Aubaca. Nördlich der Straße befinden sich Uaisemo (Uaisemu, Uaisimo) und Mancadai Atas. An der Küste liegen die Dörfer Uaicuha und Habolale.

Im Suco befinden sich die sechs Aldeias Aubaca, Lequi Loi Uato (Lecy-Lhoeuato, Lequliwatu, Lequiloualo), Luliheni, Macadai de Baixo, Macadai de Cima und Uaisemo.[11] Laut Karten befinden sich die Orte Lequiloi Uato und Macadai de Cima (Ober-Macadai) allerdings im Nachbarsuco Triloca.[10]

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der Invasion Osttimors durch die Indonesier 1975 flohen Einwohner von Bucoli zum Berg Lame, wo sie auf Flüchtlinge aus Vemasse und Karabela trafen. In der Mitte vom März 1976 griffen die Indonesier das Flüchtlingslager mit Panzerfäusten und Mörsern an und zerstörten sowohl die Hütten, als auch das Nahrungsmittellager. Die Einwohner flohen entlang des Rio Vemasse acht Kilometer weiter nach Süden, nach Uaigae, wo sie wieder Gärten zur Selbstversorgung anlegten. Doch als die Kämpfe näher kamen, mussten sie erneut fliehen, bis sie schließlich in Uai-Mori (heute Suco Bibileo), 20 km südlich von Vemasse, im Schutz der FRETILIN, erneut Zuflucht fanden. Hier entstand eine base de apoio, eine Widerstandsbasis. Zusammen mit Flüchtlingen aus Dili, Viqueque und anderen Landesteilen lebten sie zwei Jahre hier. Mit der Zeit kam es immer mehr zur Nahrungsmittelknappheit, da immer mehr Menschen eintrafen. 1978 wurde auch Uai-Mori von indonesischen Streitkräften angegriffen. Die meisten Einwohner flohen, einige wurden von den Indonesiern gefangengenommen und in das Sammellager von Bucoli gebracht.[12]

Am 8. Oktober 2005 wurde das neu gegründete Hauptquartier der Partei UNDERTIM in Bucoli verwüstet. Generalsekretär Cristiano do Costa beschuldigte Mitglieder der FRETILIN der Tat. Außerdem hätten sie versucht, am 10. Oktober den Flaggenmast zu stehlen, was die Polizei verhindern konnte. Am nächsten Tag gelang es ihnen die Parteiflagge und die Nationalflagge zu stehlen. Der Ortschef, Carlos Baptista von der FRETILIN, erklärte, es sei für eine andere Partei natürlich nicht verboten ihre Flagge zu setzen, aber die FRETILIN sei die dominierende Partei am Ort und die gewählten Vertreter müssten respektiert werden. Außerdem hätte die UNDERTIM nicht erklärt, weswegen sie in den Ort gekommen sei. Die Flagge sei bis zu einem Gespräch zwischen den beiden Parteien im Rathaus von Bucoli verwahrt.

Aus Bucoli stammt Vicente dos Reis (auch Vicente Sa'he Reis), Sohn des hiesigen Liurai und früheres Mitglied des FRETILIN-Zentralkomitees. 1977 wurde Vicente Nationaler Politkommissar. Im Befreiungskrieg kämpfte Sahe gegen die Indonesier im Untergrund und kam dabei 1979 in Manufahi ums Leben. Am 27. Oktober 2007 wurden seine sterblichen Überreste nach Bucoli überführt und beigesetzt.

Politik[Bearbeiten]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Terezinha de Jesus dos Reis zum Chefe de Suco gewählt[13] und 2009 in ihrem Amt bestätigt. Sie ist eine von nur neun Frauen in Osttimor auf diesen Posten[14] und die Schwester von Vicente dos Reis Sahe.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Census 2010; PDF-Datei; 21,53 MB)
  2. a b Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (PDF-Datei; 9,35 MB)
  3. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  4. Get Coordinate - Wiki Koordinaten ermitteln
  5. Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  6. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF-Datei; 488 kB)
  7. Direcção Nacional de Estatística Census 2004
  8. John Bowden und Tatiana Romanovsky: Assessing the degree of language endangerment using Rapid Rural Appraisal techniques (PDF-Datei; 161 kB)
  9. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Bucoli (Tetum; PDF-Datei; 8,22 MB)
  10. a b Timor-Leste GIS-Portal (Version vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  11. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Portugiesisch; PDF-Datei; 315 kB)
  12. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF-Datei; 1,22 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  13. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados (Version vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  14. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados (Version vom 4. August 2010 im Internet Archive)

-8.4855555555556126.33833333333Koordinaten: 8° 29′ S, 126° 20′ O