Budva

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Budva
Будва
Wappen von Budva
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Über dieses Bild
Basisdaten
Staat: Montenegro
Koordinaten: 42° 17′ N, 18° 51′ O42.28472222222218.8452777777783Koordinaten: 42° 17′ 5″ N, 18° 50′ 43″ O
Höhe: m. i. J.
Einwohner: 19.218 (2011)
Telefonvorwahl: (+382) 033
Kfz-Kennzeichen: BD
Struktur und Verwaltung
Webpräsenz:
Budva
Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit (vorne, orthodox) und des Heiligen Johannes des Täufers (hinten, katholisch) mit Altstadt
Budva
Kastell
Die Bucht von Budva und die Insel Sveti Nikola („Havai“)

Budva (kyrillisch Будва, italienisch: Budua) ist eine Stadt in Montenegro mit ca. 19.000 Einwohnern. Der Ort lag ursprünglich auf einer Insel, die mittlerweile durch eine Sandbank mit dem Festland verbunden ist. Es ist einer der ältesten Orte an der Adria, nach alter Mythologie vor über 2.500 Jahren von Kadmos, dem Sohn des griechisch-phönizischen Königs Agenor gegründet. Die Stadt wurde 1979 bei einem Erdbeben fast völlig zerstört, aber originalgetreu wieder aufgebaut. Budva ist heute vor allem ein Badeort.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Zur Volkszählung von 2011 hatte die Gemeinde Budva 19.218 Einwohner, von denen sich 9.262 (48,19 %) als Montenegriner und 7.242 (37,68 %) als Serben bezeichneten. Daneben leben in der Stadt noch weitere kleinere Bevölkerungsgruppen, die bedeutendsten von ihnen Russen, Kroaten und „Ägypter“.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt wurde erstmals im 4. Jahrhundert v. Chr. als illyrische Siedlung erwähnt, war davor seit dem 10. Jahrhundert v. Chr. eine griechische Kolonie und kam im 2. Jahrhundert v. Chr. unter römische Herrschaft.

1186 wurde die Stadt vom serbischen König Stefan Nemanja seinem Reich angegliedert, ab 1442 gehörte sie zur Republik Venedig. Im 16. Jahrhundert wurde die Stadt von Osmanen angegriffen und geplündert. Nach dem Niedergang Venedigs wurde Budva österreichisch und blieb es bis zum Ersten Weltkrieg. Nur 1813 stand die Stadt für ein Jahr unter montenegrinischer Herrschaft.

Von 1918 bis 2003 gehörte Budva zu Jugoslawien. Während des Zweiten Weltkriegs besetzten Deutsche und Italiener die Stadt. Sie bildete in dieser Zeit ein Zentrum der jugoslawischen Partisanenbewegung, welche sie 1944 befreite.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die berühmte Altstadt ist von einer mittelalterlichen Stadtmauer umgeben und steht unter Denkmalschutz. Die komplette Altstadt wurde während des Erdbebens 1979 fast vollständig zerstört und nach Plänen aus österreichischen Archiven Stein für Stein im venezianischen Stil rekonstruiert.

Zwei der bedeutendsten Bauwerke Budvas sind die dreischiffige Kirche des Heiligen Johannes des Täufers aus dem 9. Jahrhundert und die orthodoxe Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit aus dem Jahre 1806. Eine weitere orthodoxe Kirche befindet sich auf dem Gelände des Klosters Podmaine, welches sich am Stadtrand befindet.

Außerhalb der Stadt befindet sich auf dem Berg Spas die 1860 von Österreichern errichtete Festung Mogren. Ebenso findet man einige Klöster mit kulturhistorischer Bedeutung.

Die Bucht von Budva wird außerdem von der kleinen Insel Sveti Nikola (unter der Bevölkerung auch Havaj genannt, abgeleitet von Hawaii) begrenzt. Sie ist die größte Insel Montenegros und war früher über eine Landzunge zu Fuß begehbar. Heute ist sie bis auf den Leuchtturmwärter unbewohnt, jedoch im Sommer mit Booten erreichbar.

Tourismus[Bearbeiten]

Budva ist aufgrund seines milden Klimas, ca. 25 °C durchschnittlicher Wassertemperatur im Sommer und zahlreicher Sandstrände im Ort und in der Umgebung einer der beliebtesten Badeorte an der montenegrinischen Adriaküste. Seit 1923 wird die Stadt touristisch vermarktet.

Etwa einen Kilometer südlich der Altstadt befindet sich der 1.600 Meter lange Kiesstrand Slovenska Plaža (Strand der Slawen bzw. slawischer Strand). Der Strand gehört zu den meistfrequentierten an der montenegrinischen Küste. Ein Weg entlang der Klippen führt zum Mogren-Strand nördlich der Altstadt.

Von besonderer touristischer Bedeutung ist die etwa acht Kilometer südöstlich des Zentrums von Budva gelegene und zur Stadt gehörige Hotelinsel Sveti Stefan (dt. Sankt Stephan).

Partnerstädte[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kalezić, Danilo (Hrsg.): Budva. Beograd 1996. ISBN 86-429-0107-1 (Reise- und Kunstführer f. Budva und Umgebung)
  • Bujuklić, Žika: Pravno uređenje srednjovekovne budvanske komune. Budva 1988. ISBN 86-427-0027-0
  • Statuta et leges civitatis Buduae, civitatis Scardonae et civitatis et insulae Lesinae. Opera Simeonis Ljubic. (=Monumenta historico-iuridica Slavorum meridionalium. Bd. 1,3). Zagrabiae 1882-1883.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Budva – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien