Budweiser Budvar

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Budějovický Budvar n.p.
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Rechtsform n.p.
Gründung 1895
Sitz České Budějovice, Tschechien
Mitarbeiter 614 (2011)[1]
Branche Brauerei
Website www.budweiser-budvar.cz

Budweiser Budvar (tschechisch Budějovický Budvar Aussprache?/i) ist eine Biermarke der Brauerei Budějovický Budvar n.p. mit Sitz in České Budějovice (Budweis), Tschechien. 2013 wurden 1,44 Mio. hl Bier gebraut.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Eine Flasche Budweiser Budvar
Brauereigebäude

Die Brauerei wurde 1895 in Budweis von tschechischen Brauberechtigten (August Zátka u.a.) als die Aktiengesellschaft Český akciový pivovar gegründet, in Konkurrenz zum Budweiser Bürgerbräu aus dem Bürgerlichen Brauhaus Budweis, welches 1795 gegründet worden war und deutschsprachigen Bürgern gehörte. Ende des 19. Jahrhunderts war Budweiser (wie auch Pilsner) auch in Amerika eine beliebte Verkaufsbezeichnung, um deren Nutzungsrechte ab 1907 zwischen den ortsansässigen sowie dem amerikanischen Unternehmen Anheuser Busch gestritten wurde (Budweiser-Streit). Man einigte sich, seine Produkte nur auf dem Heimatkontinent als Budweiser anzubieten. Nach 1945 wurden die beiden tschechischen Unternehmen verstaatlicht. Auf die Weiterverwendung der deutschsprachigen Bezeichnung Budweiser wurde verzichtet, Export außerhalb des Ostblockes gab es kaum.

Dies änderte sich nach 1989 teilweise, als sich die tschechischen Brauereien auf ihre Traditionen besannen. Im Jahr 2002 gelang es der Brauerei Budvar, nach 62 Jahren erneut in den US-amerikanischen und kanadischen Markt einzusteigen. Wegen der Schutzmarkenrechte von Anheuser Busch wird das Bier dort unter der Marke Czechvar verkauft. Die Brauerei ist derzeit ein staatseigener Betrieb. Bereits längere Zeit ist aber geplant, das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln und zu privatisieren.

Bei der Marke Budvar handelt es sich um ein Bier nach ursprünglicher Budweiser Brauart, das weltweit (in über 60 Länder) exportiert wird. Die in Deutschland für Import und Marketing verantwortliche Tochtergesellschaft hat ihren Sitz im thüringischen Erfurt. In Österreich wird das Bier von Kolarik & Leeb importiert und in großen Mengen im Schweizerhaus und in der Luftburg verkauft – Lokale im Wiener Prater, die von der Familie Kolarik geführt werden.

Budweiser, Budweiser Budvar, Budvar sowie Budějovický Budvar sind in Deutschland, Tschechien und Österreich Schutzmarken. In Tschechien selbst ist das Bier als Budvar bekannt.

Im Juli 2010 entschied der Europäische Gerichtshof endgültig, dass sich Anheuser-Busch seine Marke „Budweiser“ in der EU nicht schützen lassen könne, da die tschechische Brauerei die älteren Rechte auf den Namen habe und die Markenrechte in einigen Ländern der EU bereits rechtmäßig im Besitz von Budějovický Budvar sind.[3]

Anders verhält es sich hingegen im Vereinigten Königreich. Dort sind sowohl Anheuser-Busch als auch Budějovický Budvar als Inhaber der Marke „Budweiser“ eingetragen. Dies liegt an einer Besonderheit des britischen Markenrechts, dass zwei Verwender eine Marke oder zwei sich zum Verwechseln ähnliche Marken im Falle redlicher gleichzeitiger Benutzung („honest concurrent use“) oder bei Vorliegen sonstiger besonderer Umstände eintragen lassen können. Der Europäische Gerichtshof hat am 22. September 2011 entschieden,[4] dass diese Regelung nicht gegen Unionsrecht verstößt. Beide Hersteller vertreiben seit über 30 Jahren im Vereinigten Königreich Biere unter der Bezeichnung „Budweiser“, welche sich hinsichtlich des Geschmacks, des Erscheinungsbildes und des Preises so deutlich unterscheiden, dass die britischen Verbraucher beide Biere als jeweils eigenständige Marken wahrnehmen.

Biersorten[Bearbeiten]

Sudhaus der Budweiser Brauerei
  • Budweiser Budvar Premium Lagerbier, hell (5,0 Volumenprozent Alkoholgehalt, 11,9 % Stammwürzegehalt)
  • Budějovický Budvar – helles Schankbier (4 Volumenprozent Alkoholgehalt, 9,9 % Stammwürzegehalt)
  • Budweiser Budvar Premium Lagerbier, dunkel (4,7 Volumenprozent Alkoholgehalt, 11,9 % Stammwürzegehalt)
  • Budweiser Budvar – alkoholfreies Bier (max. 0,5 Volumenprozent Alkoholgehalt)
  • Bud Super Strong Starkbier, hell (7,6 Volumenprozent Alkoholgehalt, 16 % Stammwürzegehalt)
  • Budweiser Budvar – Hefelagerbier (5,0 Volumenprozent Alkoholgehalt, 11,9 % Stammwürzegehalt)

Zudem werden vier Sorten unter dem Namen Párdal gebraut.

Sonstiges[Bearbeiten]

Carlo Pedersoli alias Bud Spencer wurde von Budweiser zum Vornamen seines Künstlerpseudonyms inspiriert.[5][6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.budejovickybudvar.cz
  2. www.budejovickybudvar.cz
  3. Gerichtshof der Europäischen Union | Pressemitteilung Nr. 77/10 | Urteil in der Rechtssache C-214/09 P Anheuser-Busch Inc. / HABM und Budějovický Budvar, národni podnik | 29. März 2010 (PDF; 124 kB)
  4. Urteil des Gerichtshofes der Europäischen Union vom 22. September 2011 in der Rechtssache C‑482/09 Budějovický Budvar, národní podnik gegen Anheuser-Busch Inc.
  5. Befragung von Terence und Bud durch Hotdog Magazine, Assisi 2006
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatChristian Heger: Sie nannten ihn Dampfhammer. In: FAZ.net. 31. Oktober 2009, abgerufen am 12. Dezember 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Budweiser Budvar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien