Bulawayo

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur simbabwisch-amerikanischen Autorin siehe NoViolet Bulawayo.
Bulawayo
Bulawayo (Simbabwe)
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Koordinaten 20° 10′ S, 28° 35′ O-20.1728.58Koordinaten: 20° 10′ S, 28° 35′ O
Symbole
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Basisdaten
Staat Simbabwe

Stadt mit Provinzstatus

Bulawayo
Höhe 1358 m
Einwohner 1.500.000 (2005)
Gründung 1893
Politik
Gouverneur Thaba Moyo
Kultur
Partnerstädte Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Aberdeen
Rathaus von Bulawayo
Rathaus von Bulawayo

Bulawayo ist eine Stadt im Südwesten des Landes Simbabwe. Sie hat innerhalb Simbabwes Provinzstatus und ist gleichzeitig Hauptstadt der Provinz Matabeleland North. Mit 1.500.000 Einwohnern (Volkszählung 2005) ist sie nach Harare die zweitgrößte Stadt des Landes.

Geschichte[Bearbeiten]

Bulawayo wurde 1893 von Cecil John Rhodes nach dem britischen Sieg über den König der Matabele Lobengula an der Stelle des in der Mitte des 18. Jahrhunderts entstandenen Kraals Gubulawayo neu gegründet und 1894 an ihren heutigen, etwas südlich gelegenen, Platz verlegt. Bereits drei Jahre später wurde sie an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Seit 1943 ist der Ort eine Stadt. Der Name Bulawayo stammt aus der Ndebele-Sprache und heißt Ort des Schlachtens.

Die Stadt liegt am Fluss Matsheumhlope auf etwa 1340 m über dem Meeresspiegel.

Wirtschaft[Bearbeiten]

An Betrieben gibt es Textil-, Metallwaren- und Reifenindustrie sowie Brauereien, Druckereien und Verlage. Die Stadt ist Handelszentrum für die landwirtschaftlichen Produkte des Umlands. Sie ist Bahnknotenpunkt mit Strecken nach Victoria Falls / Livingstone, Plumtree / Gaborone, Harare und Beitbridge.

Seit 1927 besteht die Technische Hochschule.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Für das Stadtbild charakteristisch sind die breiten, von Bäumen flankierten Straßen und die vielen noch erhaltenen viktorianischen Häuser.

Bulawayo ist Sitz des 1901 begründeten Nationalmuseums. Im Douslin House aus dem Jahr 1900 ist heute die National Art Gallery untergebracht. Das Naturhistorische Museum wurde 1964 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es besitzt mit über 75.000 Exponaten die größte Säugetier-Sammlung auf dem afrikanischen Kontinent, Schaukästen zur Geschichte und Geologie und Exponate von Vögeln und Insekten.

Das nationale Eisenbahnmuseum wurde 1972 geöffnet. Es zeigt eine umfangreiche Fahrzeugsammlung. Neben Lokomotiven und Wagen ist besonders der Salonwagen von Cecil John Rhodes sehenswert, in dem ein stilvoll gedeckter Abendtisch für Atmosphäre sorgt. Das Museum bietet darüber hinaus Informationen zur Geschichte der Eisenbahn Rhodesiens und Simbabwes.

In der Nähe von Bulawayo liegen die Ruinen von Khami, ein UNESCO-Weltkulturerbe.

35 km südlich von Bulawayo, im Matobo National Park, liegt das Grab von Cecil John Rhodes, am sogenannten World’s View. Die Matobo Hills gehören ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe.

In der Nähe der Stadt befindet sich auch die permanente Rennstrecke Breedon Everard Raceway.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Die Afropop-Künstler Dorothy Masuka und Taylor Nkomo, Fürstin Charlène von Monaco, Prinz Harrys ehemalige Freundin Chelsy Davy, der Jazzmusiker Dumisani Ngulube, der Automobilrennfahrer John Love und der Fußballspieler Benjamin Mwaruwari stammen aus Bulawayo. In den 1940er Jahren bis 1963 arbeitete hier die deutsche jüdische Abgeordnete des preußischen Landtags Berta Jourdan als Lehrerin für Jugendliche mit Erziehungsschwierigkeiten.

Die Band Liyana um Sängerin Prudence Mabhena, von der der Oscar-prämierte Film Music by Prudence aus dem Jahr 2010 handelt, wurde im Rahmen eines Schulprojektes der King George VI School & Centre for Children with Physical Disabilities in Bulawayo gegründet.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bulawayo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien