Bulgari
| Bulgari | |
|---|---|
| Rechtsform | SpA Società per azioni (italienisch)
Aktiengesellschaft |
| ISIN | IT0001119087 |
| Gründung | 1884 |
| Sitz | Rom |
| Leitung | Paolo Bulgari (Aufsichtsratsvorsitzender), Francesco Trapani (Vorstandschef) |
| Mitarbeiter | 2.943 (2006) |
| Umsatz | 1,01 Mrd. EUR (2006) |
| Branche | Luxusgüter |
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| Website | http://www.bulgari.com |
Bulgari (italienische Aussprache: [ˈbulɡari]) ist ein 1884 gegründetes und im Luxussektor aktives Unternehmen (Schmuck, Uhren, Parfum, Lederwaren und Hotelgewerbe). Bulgari ist das drittgrößte Schmuckunternehmen der Welt und gehört zum Konzern Moët Hennessy Louis Vuitton.
Inhaltsverzeichnis |
Namensentstehung [Bearbeiten]
Gemäß dem klassischen lateinischen Alphabet (wo V = U) wird der Name der Marke im Allgemeinen BVLGARI geschrieben. Er stammt vom Familiennamen des griechischen Unternehmensgründers Sotirios Voulgaris ab (Griechisch: Σωτήριος Βούλγαρης, griechische Aussprache: [soˈtirjos ˈvulɣaris], Italienisch: Sotirio Bulgari, 1857–1932).
Unternehmensgeschichte [Bearbeiten]
Die Ursprünge: Sotirios Voulgaris [Bearbeiten]
Sotirios Voulgaris war ein Goldschmied, der aus dem griechischen Paramythia stammte, einem in der Region Epirius (Osmanisches Reich) gelegenen Dorf, in dem Voulgaris sein erstes, heute noch sichtbares Geschäft eröffnete. 1877 ging er nach Korfu, später nach Neapel. 1881 kam er nach Rom und eröffnete mehrere Goldschmuck- und Antiquitätengeschäfte, darunter eines im Jahr 1884 im Viertel Via Sistina[1].
1905 wird das Geschäft in Via Sistina vom aktuellen Flaggschiffgeschäft in der Via Condotti 10 abgelöst, das mittlerweile unter Denkmalschutz steht. Bei der Gründung wurde Sotirios Voulgaris von seinen beiden Söhnen Costantino (1889–1973) und Giorgio (1890–1966)[2] unterstützt. In dieser Zeit hieß der Laden „Old Curiosity Shop“ und wendete sich an angelsächsische Kunden aus den Vereinigten Staaten und Großbritannien[3].
Erst nach 1910 spezialisierte sich Voulgaris auf Schmuck und ließ sich bei seinen Kreationen von der Pariser und der amerikanischen Schule inspirieren.
1932 übernahmen seine Söhne die Unternehmensleitung. Sotirios Voulgaris verstarb im Jahr 1934. Noch in demselben Jahr bauten seine Söhne das Geschäft in Via Condotti aus. Die Einweihungsfeier fand am 9. April 1934 statt.
Die 1950er- und 1960er-Jahre: la Dolce Vita [Bearbeiten]
Im Zuge der Gründung der Cinecitta-Studios in Rom erfreute sich das Geschäft in Rom einer immer größeren Kundschaft aus der Filmszene: Elizabeth Taylor, Marlene Dietrich, Clark Gable, Gary Cooper, Audrey Hepburn, Sophia Loren, Romy Schneider und Gina Lollobrigida[4].
Die 1970er-bis 2000er-Jahre: internationale Expansion und Diversifizierung der Bulgari-Aktivität [Bearbeiten]
In den 1970er-Jahren eröffnete Bulgari die ersten Geschäfte in New York, Paris, Genf und Monte Carlo. Seinen Showroom im New Yoker Hotel Pierre behielt das Unternehmen mehrere Jahre lang[5][6].
1984 wurden Paolo und Nicola Bulgari, die Enkel von Sotirio, zum Präsident und Vizepräsident des Unternehmens und Voulgaris Neffe Francesco Trapani zum Geschäftsführer ernannt. Ab dem Beginn der 1990er-Jahre diversifizierte Trapani das Unternehmen, in dem er eine Bulgari-Parfumreihe herausbrachte[7]. En 1993, le premier parfum baptisé « Eau parfumée au Thé Vert » est lancé. Cette fragrance révolutionnera alors le secteur grâce à ses notes asiatiques encore jamais exploitées[8]. Unter Trapanis Führung hat sich Bulgari als weltweit anerkannte Luxusmarke durchgesetzt.
Zu Beginn des Jahres 2001 gründete Bulgari mit der Luxusabteilung von Marriott International ein gemeinsames Unternehmen, welches auch das Unternehmen Ritz-Carlton Hotel L.L.C. verwaltet. Ziel dabei war die Einführung einer neuen Luxushotelmarke, nämlich Bulgari Hotels & Resorts. Das erste Bulgari-Hotel eröffnete 2004 in Mailand, 2006 wurde in Bali eine Niederlassung gegründet, 2012 folgte ein weiteres Hotel in London. Im Jahr 2011 wurde das Bulgari Bali von den Lesern des Magazins Smart Travel Asia zum zweitbesten Hotel in Asien gewählt[9].
1995 geht das Unternehmen an die italienische Börse. Von 1997 bis 2003 stieg der Umsatz um 150 %[10].
In den 2010er-Jahren: Bulgari wird von LVMH gekauft [Bearbeiten]
Am 7. März 2011 kündigte die LVMH-Gruppe an, 51 % des Kapitals von Bulgari erworben zu haben und eine freundliche Übernahme zu planen. An diesem Tag stieg die Aktie an der Mailänder Börse4 um knapp 60 %. Im September desselben Jahres stieg die LVMH-Aktie schließlich um 98,09 %5. Im Februar 2012 verkaufte die Familie Bulgari die LVMH-Anteile für 236,7 Millionen Euro[11].
Der ehemalige Geschäftsführer von Bulgari wechselte in den Bereich „Uhren und Schmuck“ der Gruppe, der ehemalige Geschäftsführer des aus dem Bereich „Mode und Lederwaren“ entstandenen Unternehmens Fendi übernahm die Leitung des italienischen Schmuckunternehmens.
LVMH hielt schließlich einen Anteil von insgesamt 3,7 Milliarden Euro und unterstützte die Entwicklung der Marke: Es wurde mehr in Werbung investiert, ein Zentraleinkauf für sämtliche Schmuckmarken der Gruppe gegründet und die Absicht verkündet, die italienische Marke bis 2015 am Place Vendôme einzuführen und dort das Schmuckunternehmen Buccellati zu ersetzen.
2012 zählte Bulgari 180 weltweit eigene Verkaufsstellen: Die internationale Entwicklung sowie die Anzahl der Franchisenehmer der Marke schreitet weiterhin schnell voran
Entwicklung der Formen [Bearbeiten]
Der zu Beginn der 1920er- und 1930er-Jahre entworfene Schmuck standen in der Tradition des Art Déco – schlichte Formen und geometrischer Stil, stets in Verbindung mit der Verwendung von Platin. Die 1930er-Jahre waren von imposanteren Kreationen mit Diamantmustern in verschiedenen Größen und Kombinationen mit Edelsteinen geprägt: Saphir, Smaragd, Rubin. Manche Schmuckstücke waren „wandelbar“ und konnten als Halskette oder als Armband getragen werden. Auf dieselbe Art konnten Broschen in Anhänger verwandelt werden[12].
Wegen der Knappheit im Zweiten Weltkrieg musste das Haus Bulgari das mit Diamanten besetzte Platin durch Gold ersetzen und die Anzahl der Edelsteine reduzieren. Das Design wurde zarter und war von der Natur inspiriert. Damit entfernte sich Bulgari von den strengen Regeln der französischen Schule und schuf einen einzigartigen, vom griechisch-römischen Klassizismus, der italienischen Renaissance und der römischen Goldschmiedeschule des 19. Jh. inspirierten Stil[13].
Während des Wirtschaftsbooms der Nachkriegsjahre konnte wieder zu mit Edelsteinen und insbesondere mit Diamanten bestückten Kreationen in Weißmetall zurückgekehrt werden. Am Ende der 1950er-Jahre zog Bulgari zartere Formen einem kantigen Design vor[14]. Ferner wurden häufig große Cabochons verwendet, die sich zum Markenzeichen des Unternehmens entwickelten. Zum Bugati-Stil gehören auch die Formen mit strukturiert, symmetrisch und kompakt angeordnetem Gold sowie die Farbspiele der zahlreichen Edelsteinkombinationen[15].
Die Kreationen der 1970er-Jahre stechen durch ihre Vielfalt hervor. Sie sind von Feuerwerken und orientalischer Kunst inspiriert. Insbesondere wurden Schlangen- oder auch Pop-Art-Motive verwendet, wie zum Beispiel in der von Andy Warhol[16] gewürdigten Kollektion „Stars and Stripes“ . In dieser Zeit gehörte Gelbgold zum bevorzugten Material, und ovale, mit Cabochons besetzte und in Gold und Diamanten eingefasste Elemente wurden wie die mächtige Goldkette zum Markenzeichen von Bulgari.
Die 1980er-Jahre waren von Volumina, lebhaften Farben, einfachen Formen und stilisierten Verzierungsmotiven geprägt. Gelbgold wurde auch in den 1990er-Jahren noch verwendet, der Bulgari-Stil wurde aber weniger strukturiert[17] .
Uhren und Armbänder [Bearbeiten]
Für die Fertigung der Bulgari-Uhren ist die Schweizer Unternehmensniederlassung Bulgari Haute Horlogerie SA zuständig. Sie wurde 1980 gegründet und hat ihren Sitz in Neuenburg. Bulgari Haute Horlogerie SA beschäftigt knapp 500 Mitarbeiter. Bulgari entwickelt seine eigenen Kaliber und Teile, wobei komplexeste Werke mit klassischen Kalibern kombiniert werden. Die Bulgari-Uhrenkollektion umfasst folgende Produktreihen: Bulgari-Bulgari, Sotirio-Bulgari, Assioma, Astrale, Serpenti, B.Zero1, Daniel Roth, Rettangolo, Ergon, Diagono und Octo[18].
Läden [Bearbeiten]
Bulgari stützt sich auf ein Distributionsnetz mit knapp 300 an den berühmtesten Handelsplätzen gelegenen Läden[19]. Der größte Bulgari-Laden der Welt ist in Tokio in den „Bulgari Ginza Towers“: 940 Quadratmeter Verkaufsfläche inklusive Restaurant und Bar[20].
Nordamerika [Bearbeiten]
Die nordamerikanischen Bulgari-Läden sowie die Händler befinden sich in Atlanta, Beverly Hills, Bal Harbour, Boca Raton, Bethesda - (Chevy Chase), Chicago, Costa Mesa, Dallas, Honolulu, Houston, New York, Las Vegas, Los Angeles, Mexico City, Montreal, Palm Beach, San Francisco, Short Hills, Waikiki, und Scottsdale, Arizona.
Südamerika [Bearbeiten]
In Südamerika gibt es Bulgari-Läden und -Händler in Lima, Bogotá, São Paulo, Margarita Island und Quito.
Spenden [Bearbeiten]
Von 2009 bis 2011 spendete Bulgari 12 Millionen Euro an den Verein Save The Children. Diese Partnerschaft wurde Ende 2011 verlängert. Bisher konnte mit diesen Spenden 334.101 Kindern geholfen werden. 9.899 Lehrer wurden ausgebildet, und in 206 Schulen wurden Rehabilitierungsmaßnahmen durchgeführt.
| Besitzverhältnisse | |
|---|---|
| 47 % | Familie Bulgari |
| 4,4 % | Francesco Trapani |
| 48,6 % | Streubesitz |
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bvlgari perfumes and colognes Frangrantica
- ↑ Bulgari L'argus des montres
- ↑ Bulgari L'Italie par ses timbres
- ↑ La saga scintillante du joaillier italien Bvlgari s'expose à Rome AFP, Françoise MICHEL
- ↑ Les parures portées par les plus grandes stars s'exposent au Grand Palais Gala, Coraline Lussac, Vendredi 10 décembre 2010
- ↑ Bulgari Whatsoever Luxurious
- ↑ Biographie : Bvlgari Couleur Parfum
- ↑ Bulgari
- ↑ Bali Top Holiday Spot in Asia: Poll The Jakarta Globe, septembre 2011
- ↑ Bulgari, un bijoutier aimé des stars Le Point.fr
- ↑ FAZ:Bulgari kann LVMH nicht mehr widerstehen
- ↑ La "bulle" BVLGARI - 125 ans de magnificence italienne- au Grand Palais, Paris Le Figaro
- ↑ Bulgari L'italie par les timbres
- ↑ Bulgari au Grand Palais Huffingtonpost.fr
- ↑ Bulgari, un empire cinq étoiles Madame Figaro
- ↑ Exposition Bulgari. De l'éclat et du glamour Le Télégramme
- ↑ Bulgari, histoire d'une famille grecque Tinou-évasion
- ↑ Bulgari- In Aspiration for Prestigious Manufacture Status Watches Infoniac
- ↑ Boutiques Bulgari Bulgari.com
- ↑ Tokyo – Bulgari opens the Ginza Tower Europa Star
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Bulgari-Internetpräsenz
- Bulgari-Hotels und -Restaurants
- Griff nach Bulgari und weiter Jagd auf Hermès, NZZ Online, abgerufen am 7. März 2011
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