Bălcaciu

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Bălcaciu
Bulkesch
Bolkács
Bălcaciu führt kein Wappen
Bălcaciu (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Alba
Gemeinde: Jidvei
Koordinaten: 46° 11′ N, 24° 4′ O46.18944444444424.059722222222325Koordinaten: 46° 11′ 22″ N, 24° 3′ 35″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 325 m
Einwohner: 1.251 (2002)
Postleitzahl: 517389
Telefonvorwahl: (+40) 02 58
Kfz-Kennzeichen: AB
Struktur und Verwaltung
Gemeindeart: Dorf

Bălcaciu [bə'katʃiu] (deutsch und såksesch Bulkesch, ungarisch Bolkács) ist ein Dorf in Siebenbürgen im Kreis Alba in Rumänien. Es gehört zu der Gemeinde Jidvei (Seiden).

Der Ort ist auch unter den deutschen Bezeichnungen Bolkatsch, Bulgatsch und Bolgatsch,[1] und der ungarischen Szászbalkács[2] bekannt.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Bălcaciu als Bolgáts in der Josephinischen Landaufnahme von 1769 bis 1773.
Dorfzentrum Bălcacius
Viehbrandzeichen von Bulkesch

Das Dorf Bălcaciu liegt im Zwischenkokelgebiet in einem südlichen Seitental der Kleinen Kokel, im historischen Stuhlbezirk Hosszúaszó des Klein-Kokelburger Komitats. An der Kreisstraße (drum județean) DJ 142M[3] – ehemalige Dorfstraße (drum comunal) DC 25 – liegt Bălcaciu zehn Kilometer südwestlich vom Gemeindezentrum Jidvei; die nächstgelegene Kleinstadt Blaj (Blasendorf) befindet sich etwa 20 km westlich entfernt. Mediaș (Mediasch) im Kreis Sibiu liegt etwa 40 Kilometer (20 km Luftlinie) östlich von Bulkesch entfernt. An der Bahnstrecke Blaj–Praid hat Bălcaciu eine Haltestelle etwa sechs Kilometer vom Ort entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der von Siebenbürger Sachsen gegründeter Ort wurde 1309 erstmals urkundlich erwähnt. Verwaltungsmäßig war das Dorf zweigeteilt, der östliche Ortsteil lag auf Komitatsboden der ungarischen Adelsfamilie Bethlen, der westliche Teil war von freien Sachsen bewohnt.[2]

Mehrere archäologische Funde – bei von den Einheimischen Pfarrgarten genannt – zeigen, dass das Gebiet des Ortes, nach Angaben von Kurt Horedt, schon im Neolithikum besiedelt war.[4] Früher als ein Winzerdorf, war der Ort wegen seinen guten Weine bekannt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bevölkerung des Dorfes entwickelte sich wie folgt:

Volkszählung Ethnische Zusammensetzung
Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere
1850 1.205 89 2 981 133
1900 1.499 392 49 1.056 2
1941 1.926 542 15 1.332 37
1966 1.990 924 59 987 20
1992 1.103 777 19 37 270
2002 1.251 1.066 21 24 140

Die höchste Einwohnerzahl bis 2002 in Bălcaciu wurde 1966 ermittelt; die der Rumäniendeutschen 1941, der Rumänen 2002, die der Magyaren 1966 und die der Roma (269) 1992.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die evangelische Kirchenburg, nach unterschiedlichen Angaben im 14.[2] oder im 15.[6] Jahrhundert errichtet, befindet sich auf einem Hügel oberhalb des Dorfes. Der Chor der heutigen Wehrkirche stammt von der einst errichteten Kirche welche im 19. Jahrhundert, wegen Platzmangel, in eine dreischiffige Kirche umgebaut, sodass für etwa 1000 Besucher Sitzplätze geschaffen wurden. An der Nordseite des Chors befindet sich eine dreigeschossige Sakristei. Für diese Umbauten wurden die Steine der inneren Ringmauer der Kirchenburg verwendet. 1856 wurde der schlanke Glockenturm mit der Eingangshalle errichtet. Heute steht die mit Strebepfeiler gestützte Wehrkirche und deren Ringmauer unter Denkmalschutz.[6]

Literatur[Bearbeiten]

  • Sara Klein (Hrsg.): Bulkesch – Land und Leute: Leben im Siebenbürger Kokelgebiet, 1998. ISBN 3-922979-48-3
  • Regina Ludwig: Sagen und Schwänke aus Bulkesch, equbli GmbH, Berlin 2014. ISBN 978-3-8442-7738-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bălcaciu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wörterbuch der Ortschaften in Siebenbürgen
  2. a b c Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2.
  3. Beschluss des Kreisrates Alba zur modernisierung der Dorfstraßen vom 30. Mai 2013 abgerufen am 17. September 2014 (rumänisch; PDF; 222 kB)
  4. Institute Of Archaeology − Bălcaciu, abgerufen am 17. September 2014 (rumänisch)
  5. Volkszählung, letzte Aktualisierung 30. Oktober 2008 (ungarisch; PDF; 1,2 MB)
  6. a b Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2010 aktualisiert (rumänisch; PDF; 7,10 MB)