Bullet VD

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VD ist das Kürzel für den Kanton Waadt in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Bulletf zu vermeiden.
Bullet
Wappen von Bullet
Staat: Schweiz
Kanton: Waadt (VD)
Bezirk: Jura-Nord vaudoisw
BFS-Nr.: 5552i1f3f4
Postleitzahl: 1453 Bullet
1452 Les Rasses
Koordinaten: 532520 / 18701446.8308396.5541761143Koordinaten: 46° 49′ 51″ N, 6° 33′ 15″ O; CH1903: 532520 / 187014
Höhe: 1'143 m ü. M.
Fläche: 16.83 km²
Einwohner: 604 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 36 Einw. pro km²
Website: www.bullet.ch
Karte
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Bullet ([bylɛ], im einheimischen frankoprovenzalischen Dialekt [(a) byˈlɛ])[2] ist eine politische Gemeinde im Distrikt Jura-Nord vaudois des Kantons Waadt in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Bullet liegt auf 1'143 m ü. M., 8 km nordwestlich der Bezirkshauptstadt Yverdon-les-Bains (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich auf dem offenen, nach Süden geneigten Hang der Jurakette des Chasseron, in sonniger und aussichtsreicher Lage rund 700 m über der Ebene des Schweizer Mittellandes. Bei klarem Wetter bietet sich von Bullet ein Alpenpanorama vom Mont Blanc bis in die Region des Säntis.

Die Fläche des 16.9 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt am Südhang der Chasseron-Kette. Der Gemeindeboden reicht von der Kante oberhalb des Steilhangs Côte de Vugelles nach Norden über die auf rund 1'200 m ü. M. liegende Vorterrasse des Chasseron und den Waldhang La Grande Joux bis auf den Kamm des Chasseron, der mit 1'607 m ü. M. den höchsten Punkt von Bullet bildet. Südwestlich des Gipfels befinden sich die Petites Roches (1'583 m ü. M.) und nordöstlich die Höhe von Les Cernets (1'454 m ü. M.). Ein kleiner Gemeindeteil liegt westlich des Chasseron in einem Ausräumungskessel, der mit dem Flüsschen Buttes zur Areuse entwässert wird. Nach Nordosten erstreckt sich das Gebiet über die Vorterrasse des Chasseron mit den Höhen Petit Suard (1'234 m ü. M.) und Les Coutettes (1'222 m ü. M.) und umfasst auch die Mulde La Combe. In diesem Bereich gibt es Überreste von Moränen des eiszeitlichen Rhonegletschers. Auf dem breiten Kamm der Antiklinalen des Chasseron befinden sich ausgedehnte Jurahochweiden mit den typischen mächtigen Fichten, die entweder einzeln oder in Gruppen stehen. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 5 % auf Siedlungen, 46 % auf Wald und Gehölze, 49 % auf Landwirtschaft und etwas mehr als 1 % war unproduktives Land.

Zu Bullet gehören die Ortsteile Les Rasses (1'188 m ü. M.) am Südhang der Petites Roches, Les Cluds (1'210 m ü. M.) und Les Crosats (1'206 m ü. M.) und La Frête (auch La Frêtaz genannt, 1'210 m ü. M.) auf der Vorterrasse des Chasseron sowie zahlreiche Einzelhöfe weit verstreut auf den Jurahöhen. Nachbargemeinden von Bullet sind Sainte-Croix, Fiez, Fontaines-sur-Grandson, Grandevent, Novalles, Vugelles-La Mothe und Vuiteboeuf.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Mit 604 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) gehört Bullet zu den kleinen Gemeinden des Kantons Waadt. Von den Bewohnern sind 92.3 % französischsprachig, 5.8 % deutschsprachig und 0.8 % italienischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Bullet belief sich 1860 auf 767 Einwohner, 1900 auf 631 Einwohner. Besonders von 1950 bis 1980 (436 Einwohner) wurde eine starke Abwanderung verzeichnet. In den letzten Jahrzehnten ist wieder eine steigende Tendenz zu beobachten.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bullet war lange Zeit ein hauptsächlich durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf, wobei Viehzucht und Milchwirtschaft noch heute vorherrschen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erlebte das Dorf einen wirtschaftlichen Aufschwung durch die Uhrenindustrie. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis ins 20. Jahrhundert war die Musikautomatenherstellung von Bedeutung.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt abseits der grösseren Durchgangsstrassen. Die Hauptzufahrt erfolgt durch eine Abzweigung von der Hauptstrasse von Yverdon nach Sainte-Croix. Ferner hat Bullet eine direkte Strassenverbindung mit Sainte-Croix und Mauborget. Durch einen Postautokurs nach Sainte-Croix ist Bullet an das Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen.

Tourismus[Bearbeiten]

Nach der Eröffnung der Bahnlinie YverdonSainte-Croix im Jahr 1893 entwickelte sich der Ortsteil Les Rasses zu einem Erholungsort. Erst nach 1930 ging der Fremdenverkehr zurück. Nachdem seit 1960 zahlreiche Ferienhäuser und -wohnungen erstellt wurden, ist Les Rasses heute vor allem als Wintersportort bekannt. Es gibt mehrere Skilifte am Hang der Petites Roches. Auf der Vorterrasse des Chasseron werden im Winter über 95 km Langlaufloipen gespurt. Die Gegend um den Chasseron ist auch im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel für ausgedehnte Wanderungen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1323 unter dem Namen Buleto. Bullet war bis 1536 Teil der Herrschaft Sainte-Croix. Danach gehörte es bis zum Ende des Ancien régime zur Vogtei Yverdon, die unter bernischer Herrschaft stand. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte Bullet von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend nach der Mediation im Kanton Waadt aufging. Bullet wurde dabei dem Bezirk Grandson zugeteilt. Einem Dorfbrand fielen 1744 zahlreiche Häuser zum Opfer.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der heutige Bau der reformierten Kirche stammt von 1887. Eine erste Kapelle ist bereits 1569 erwähnt; 1663 wurde Bullet eigene Pfarrei. Die beim grossen Dorfbrand zerstörte Kirche wurde rasch wiederaufgebaut, brannte aber 1886 erneut ab. Im alten Ortskern sind einige Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bullet VD – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistique annuelle de la population vaudoise au 31.12.2013. Service cantonal de recherche et d’information statistiques (Statistiques Vaud). Kanton Waadt (Canton de Vaud). Abgerufen am 28. Juli 2014.
  2. Wulf Müller/Florence Cattin/Andres Kristol, Bullet VD (Grandson) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG), Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 201.