Bullingdon Club

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Der Bullingdon Club ist eine Dining Society (Tischgesellschaft) beziehungsweise eine Studentenverbindung an der Universität Oxford, die sich regelmäßig zu gemeinsamen Essen trifft. Der Club hat keine festen Räumlichkeiten und ist bekannt für seine wohlhabenden Mitglieder und deren Alkoholexzesse. Eine Mitgliedschaft erfolgt nur auf Einladung und ist für die meisten Studenten unerschwinglich.

Emblem des Bullingdon Clubs (1852)

Wie sein Wappen zeigt, wurde der Bullingdon Club vor etwa 150 Jahren ursprünglich als Jagd- und Cricketverein gegründet. Eine der seltenen Jagdveranstaltungen in heutiger Zeit ist das „point to point“, ein Geländejagdrennen. Traditionell trifft sich der Club zum alljährlichen Frühstück und Abendessen beim Bullingdon point to point. Außerdem finden kleinere Essen zur Aufnahme neuer Mitglieder statt, nachdem zuvor deren Zimmer verwüstet wurden.

Es ist Tradition, dass die Mitglieder bei ihrem jährlichen Treffen in speziell angefertigtem mitternachtsblauen Frack mit elfenbeinfarbenem Seidenrevers und Messingknöpfen mit eingraviertem Monogramm erscheinen. Darunter tragen sie eine senffarbene Weste, ein Frackhemd und eine hellblaue Schleife.

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten]

Neben dem derzeitigen britischen Premierminister David Cameron von der Conservative Party waren auch andere bekannte Briten Mitglieder dieser Studentenverbindung.[1] So wurde auch Boris Johnson – derzeitiger Bürgermeister von London – während seiner Studienzeit in Oxford aufgenommen, ebenso Schatzkanzler George Osborne.[2] Cameron und Johnson waren hier zur selben Zeit aktiv.

Rezeption[Bearbeiten]

In Evelyn Waughs Roman Decline and Fall (dt. Fassung: ‚Auf der schiefen Ebene‘) spielt der Bullingdon Club eine zentrale Rolle: Der anständige Held wird beschuldigt, für die Randale des Bollinger Clubs (eine satirische Darstellung des Bullingdon Clubs) verantwortlich zu sein, und wird deshalb der Universität verwiesen. Angeblich ist Waughs Darstellung maßlos untertrieben.

Zweifellos hatte Waugh den Bullingdon Club auch im Hinterkopf, als er in seinem Roman Brideshead Revisited (‚Wiedersehen mit Brideshead‘) das erste Treffen der beiden Protagonisten beschrieb. Nach einem feuchtfröhlichen Essen der Studentenverbindung übergibt sich Sebastian Flyte bei diesem Treffen aus dem Fenster von Charles Ryders Zimmer. Auch der Regisseur der Verfilmung lässt die Darsteller der Verbindungsmitglieder den berühmten Bullingdon-Frack tragen.

Auch der 2014 erschienene Film The Riot Club der Regisseurin Lone Scherfig beschäftigt sich mit einem elitären Bund junger aristokratischer Männer – der fiktiven Version des Bullingdon Clubs. Wie schon in der zugehörigen Theatervorlage Posh von Laura Wade eskalieren hier die jugendlichen Exzesse einer Oxforder Studentengruppe auf brutale Art und Weise.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cameron as leader of the Slightly Silly Party, The Telegraph, 14. Februar 2007
  2. Krupp, Kerstin: Spaß ohne Grenzen, Hass ohne Grenzen. In: Frankfurter Rundschau vom 9. Oktober 2014
  3. The Riot Club – Die Elite der Hooligans. Die Zeit, abgerufen am 8. Oktober 2014.

Weblinks[Bearbeiten]