Bulqiza

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Bulqizë
Bulqiza
Bulqiza (Albanien)
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41.49166666666720.221944444444740Koordinaten: 41° 30′ N, 20° 13′ O

Basisdaten
Qark: Dibra
Kreis: Bulqiza
Höhe: 740 m ü. A.
Fläche: 45,6 km²
Einwohner: 8177 (2011)
Bevölkerungsdichte: 179 Einw./km²
Telefonvorwahl: (+355) 0219
Postleitzahl: 8401-8402
Kfz-Kennzeichen: BZ
Struktur und Verwaltung (Stand: 2011)
Gemeindeart: Bashkia
Bürgermeister: Roland Keta (PD)
Blick auf den alten Ortsteil und das Bergwerk

Bulqiza (albanisch auch Bulqizë) ist eine kleine Stadt in Ostalbanien. Zudem wird auch das Tal, in dem der Ort liegt, so bezeichnet. Auch einige Dörfer in der näheren Umgebung haben Bulqiza als Namenszusatz. Bulqiza hat 8177 Einwohner (2011).[1] Die Lokalbehörden geben hingegen eine Zahl von 13.250 Einwohnern (2011) an.[2] Das Städtchen ist Hauptort des Kreises Bulqiza.

Bevölkerung und Gesellschaft[Bearbeiten]

In den letzten Jahren ist die Einwohnerzahl wie in vielen anderen ländlichen Gebieten Albaniens deutlich zurückgegangen. Die Bevölkerung ist mehrheitlich muslimisch, ein Großteil zählt sich zu den Bektaschi.[3]

In der Gemeinde gibt es zwei Primar- und eine Mittelschule.[3]

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt an der SH6, die von der Küstenebene bei Milot über Burrel nach Peshkopi führt, und auf rund 740 Meter Höhe am Ende eines tiefen Tals, dessen Boden breit und flach ist. Dies ermöglicht die Entstehung eines Hochmoors und einiger kleiner Seen. Wenige Kilometer westlich von Bulqiza endet das Tal am 842 m hohen Pass Qafa e Buallit. Über der Stadt erhebt sich der südlich gelegene Berg Maja e Dhoksit (2.020 m).

Die Siedlungsflächen der Stadt beschränken sich auf verschiedene Quartiere zu beiden Seiten des Tals, die durch die Feuchtgebiete in der Talmitte getrennt werden. Der alte Stadtteil an der Südseite ist das Zentrum des Orts. Der neue Stadtteil auf der Nordseite wurde als Schlafstadt erbaut, da nach den Bergbauaktivitäten Häuser einzustürzen drohten.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Bulqiza wurde im Jahr 1467 erstmals schriftlich erwähnt.[3]

1948 wurde in Bulqiza Chrom entdeckt.[3] Schon zwei Jahre später begann man mit sowjetischer Hilfe mit dem Abbau. Erst dadurch entstand aus einem kleinen Dorf eine Stadt, in der auch eine Fabrik zur Zerkleinerung des Erzes errichtet wurde.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Abraumhalden eines Bergwerks am Ortsrand, im Hintergrund der neue Ortsteil

Das Bergwerk von Bulqiza gilt als größtes Albaniens. Trotzdem ist die Produktion nach dem Ende des kommunistischen Regimes 1991 eingebrochen und ein Großteil der Beschäftigten musste entlassen werden.[4] Ende August 2007 wurde die Hauptmine von den Behörden vorübergehend geschlossen, nachdem innerhalb von zwei Monaten vier Arbeiter ihr Leben bei der Arbeit verloren hatten.

Heute wird um Bulqiza in vielen kleinen Bergwerken mit oft einfachsten Mitteln Chrom abgebaut, wobei es immer wieder zu Unfällen und Todesfällen kommt.[5] Seit 2007 ist die österreichische Bergbaufirma DCM Betreiberin der Hauptmine und beschäftigt rund 700 Personen, die aber immer wieder wegen unzulänglichen Arbeitsbedingungen und geringen Löhnen streiken.[5][6] Daneben ist in und um Bulqiza noch ein kanadisches Bergbauunternehmen tätig.[7] Im Kreis Dibra arbeiten rund 1100 Personen als Bergarbeiter, mehrheitlich in Bulqiza und Umgebung.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bulqiza – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Ines Nurja, INSTAT (Hrsg.): Censusi i popullsisë dhe banesave / Population and Housing Census – Dibër 2011. Rezultatet Kryesore/Main Results. Pjesa/Part 1, Adel Print, Tirana 2013 (Dokument zum Herunterladen als PDF).
  2. Tabela permbledhese e te dhenave te popullsise se Qarkut Diber periudhen 1/1/2011. In: Këshilli i Qarkut Dibër. Abgerufen am 25. Juli 2011 (PDF; 85 kB, albanisch).
  3. a b c d e Bashkia Bulqizë: Plani strategjik i zhvillimit 2008 –2013. In: Këshilli i Qarkut Dibër. Abgerufen am 24. August 2012 (PDF; 709 kB, albanisch).
  4. Technical Report on Albanian Exploration Projects Held by JAB Resources Limited. 27. Februar 2010, abgerufen am 18. Oktober 2011 (englisch).
  5. a b Albanian miner dies in chrome mine blast. 18. Oktober 2011, abgerufen am 18. Oktober 2011 (englisch).
  6. DCM. Abgerufen am 18. Oktober 2011.
  7. Empire Mining Corporation. Abgerufen am 18. Oktober 2011 (englisch).