Bund Freier Demokraten (Ungarn)
Der Bund Freier Demokraten (ungarisch: Szabad Demokraták Szövetsége – SZDSZ) ist eine politische Partei in Ungarn. Sie ist eine liberale Partei und Mitglied der ELDR sowie bis 2011 der Liberalen Internationalen. Sie bildete zwischen 1994 und 1998 sowie zwischen 2002 und 2008 mit der Ungarischen Sozialistischen Partei die Regierungskoalition. Seit 2010 ist sie nicht mehr im Parlament vertreten.
[Bearbeiten] Geschichte
Der SZDSZ wurde 1988 als oppositionelle Partei zu der Regierung unter der MSZMP in Ungarn gegründet. Sie wurde 1990 mit 23,83 % der Stimmen stärkste Oppositionspartei. 1994 erzielte sie 17,88 % der Stimmen und ging eine Regierungskoalition mit der MSZP ein.
Bei den Parlamentswahlen 1998 erntete die Partei herbe Wählerverluste, von denen sie sich auch bei den letzten Wahlen 2002 nicht erholen konnte und somit nur noch 5,5 % der Stimmen erhielt, was 20 Sitze im Parlament bedeutete. Sie bildete anschließend zusammen mit der Ungarischen Sozialistischen Partei die Regierung. Bei der Europawahl 2004 erholte sich die Partei geringfügig und erhielt 7,7 % der abgegebenen Stimmen und damit zwei Sitze im Europäischen Parlament. Bei den Wahlen 2006 konnte sich die Partei auf 6,5 % der Wählerstimmen steigern und erneut 20 der 386 Sitze im Parlament erringen. Die Koalition mit den Sozialisten wurde als Folge des Wahlergebnisses zunächst fortgesetzt.
Bei der Europawahl 2009 konnte der SZDSZ mit 2,2 % der abgegebenen Stimmen keine Sitze im Europäischen Parlament erhalten. Bei der Parlamentswahl 2010 trat sie nicht mehr mit eigenen Listen an, sondern mit ihren Kandidaten auf der Liste ihres einstigen Erzfeindes, des konservativen MDF. Die Liste der MDF erzielte jedoch nur 2,66 % der Stimmen und errang keine Sitze im Parlament. Nach den Wahlen zeigte sich die Partei in der Auflösung: Zu den Kommunalwahlen trat nur ein einziger Bewerber aus der SZDSZ an und 90 % der Parteimitglieder (u. a. Gábor Demszky) traten aus.
[Bearbeiten] Bekannte Mitglieder des SZDSZ
- Gábor Demszky, Oberbürgermeister von Budapest (1990–2010)
- Árpád Göncz, Staatspräsident (1990–2000)
- Miklós Haraszti, Mitbegründer der Partei und Medienbeauftragte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (2004–)
[Bearbeiten] Weblinks
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