Bundesautobahn 115

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Bundesautobahn 115 in Deutschland
Bundesautobahn 115
 European Road 51 number DE.svg
Karte
Verlauf der A 115
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Gesamtlänge: 28 km

Bundesland:

Die Bundesautobahn 115 in Berlin-Nikolassee, 2010

Die Bundesautobahn 115 (Abkürzung: BAB 115) – Kurzform: Autobahn 115 (Abkürzung: A 115) – die teilweise auf der Strecke der alten Berliner Rennstrecke AVUS verläuft, verbindet den Berliner Stadtring am Dreieck Funkturm (A 100) im Südwesten der Stadt mit dem Berliner Ring (A 10) am Dreieck Nuthetal. Die AVUS wurde bereits 1921 als erste reine Autostraße Deutschlands für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Zwei Bauwerke der alten AVUS-Rennstrecke sind bis heute erhalten. Es handelt sich um die 1937 fertiggestellte Tribüne am Nordende und das 1935 begonnene frühere Verwaltungsgebäude der „AVUS GmbH“, heute eine Raststätte. 1940 wurde der Abschnitt vom heutigen Autobahnkreuz Zehlendorf (auch Zehlendorfer Kleeblatt genannt) durch die Parforceheide bis zum heutigen Dreieck Nuthetal (mit dem Berliner Ring; ursprünglich Avus-Dreieck;[1] zu DDR-Zeiten Abzweig Drewitz) fertiggestellt. Das letzte Teilstück vom Kreuz Zehlendorf aus bis zur alten AVUS-Stammstrecke an der Spanischen Allee wurde 1941 vollendet.

Während der Teilung Deutschlands war die heutige A 115 Anfang einer Transitstrecke zwischen West-Berlin und Westdeutschland. An ihr befand sich an der Grenze zwischen West-Berlin und der DDR der Grenzübergang DreilindenDrewitz und der Alliierten-Übergang Checkpoint Bravo.

Im Süden von Berlin verlässt die A 115 beim Zollamt Dreilinden das Stadtgebiet. Auf dem Mittelstreifen an der Stadtgrenze steht die von der Künstlerin Renée Sintenis geschaffene Bronzeplastik Berliner Bär, die die Besucher der Stadt und die heimkehrenden Berliner willkommen heißt.

Hinter der Stadtgrenze befinden sich drei Denkmale auf der Gemarkung der angrenzenden Gemeinde Kleinmachnow. Sie stehen in unmittelbarer Nähe zur ehemaligen DDR-Grenze und vor der damaligen Berliner Grenzübergangsstelle (GÜSt) Drewitz. Von Berlin kommend zunächst (rechts) eine Säule, die das Staatswappen der DDR trug. Kurz danach befindet sich (links) ein Betonsockel, der eine Schneefräse russischen Fabrikats trägt.[2] Dieses Denkmal ist wegen der vorgelagerten Lärmschutzwand von der Autobahn aus nicht mehr erkennbar. Bis zur deutschen Wiedervereinigung 1990 stand auf dem Sockel ein sowjetischer Panzer des Typs T-34, als Siegessymbol der Roten Armee über das Dritte Reich. Dieses Denkmal befand sich ursprünglich auf West-Berliner Gebiet am Kreuz Zehlendorf und wurde 1954 auf DDR-Gebiet umgesetzt.

Im weiteren Verlauf befindet sich (rechts) am Rande der seit 1969 dort befindlichen Grenzübergangsstelle, des heutigen Europarc Dreilinden, der Kommandantenturm der DDR-Grenzsicherung. Dieses Denkmal deutet an, wie die durch mehrfache Mauern gesicherte innerdeutsche Grenze aussah. Mauerteile, Schikanen und automatisch ausfahrbare Straßensperren sind abgebaut. Transitreisende aus West-Berlin, der Bundesrepublik Deutschland und dem Ausland konnten bis 1972 diese Kontrollstelle nur nach langen Wartezeiten und teilweise schikanösen Kontrollen passieren. Dieser Umstand änderte sich erst nach dem Zustandekommen des Transitabkommens am 3. Juni 1972.

Ursprünglich verlief diese Autobahn stadtauswärts ab der Stadtgrenze Berlin westlich ihres heutigen Verlaufs. Die alliierte Grenzkontrolle von Berlin kommend fand nach einigen hundert Metern Durchfahrt durch DDR-Gebiet am Checkpoint Bravo statt, der sich damals am Teltowkanal in der zu West-Berlin gehörenden Gemarkung Albrechts Teerofen befand. Diese Streckenführung lief dem Grenzregime der DDR zuwider, da die Autobahn mehrmals zwischen West-Berliner und DDR-Gebiet wechselte. Daher verlegte die DDR diesen Autobahnabschnitt im Jahr 1969 weiter ostwärts, sodass die Strecke ab dem Kreuz Zehlendorf nur noch auf DDR-Gebiet verlief. Seitdem fand die alliierte Kontrolle am neuen Kontrollpunkt Dreilinden in unmittelbarer Nähe zum Kreuz Zehlendorf statt, die der DDR an der neuen Grenzübergangsstelle (GüSt) Drewitz. Der alte Streckenabschnitt diente nach 1990 dann noch Filmzwecken und wurde später weitgehend zurückgebaut.

Von 1975 bis zur deutschen Wiedervereinigung trug der West-Berliner Abschnitt der heutigen A 115 die Bezeichnung A 15. Diese Nummer wird heute für die sogenannte „Spreewaldautobahn“ verwendet.

Nach 1990 wurde die Autobahn im Brandenburger Abschnitt erneuert und auf drei Fahrstreifen je Fahrtrichtung ausgebaut, u. a. wurde auch die neue Anschlussstelle 5 – Kleinmachnow angelegt. Die Anschlussstelle 6 – Potsdam-Babelsberg wurde Ende der 1990er Jahre nach Süden auf die Höhe der Nutheschnellstraße verlegt. Das Dreieck Nuthetal zum Berliner Ring wurde zwischen 2006 und 2009 für 34 Millionen Euro umfassend umgebaut.[3]

In den Jahren 2011 und 2012 erfolgte eine grundhafte Erneuerung des Berliner Abschnitts zwischen der Anschlussstelle Spanische Allee und dem Autobahndreieck Funkturm. Die Fahrbahnen wurde komplett neu aufgebaut sowie die Brücke über den Hüttenweg durch einen Neubau ersetzt. Der Bund investierte hierfür 28 Millionen Euro.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundesautobahn 115 – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Reichsautobahn-Atlas von 1938
  2. Katrin Bischoff: Panzer zu Schneefräsen. In: Berliner Zeitung, 15. April 2008
  3. Wir bauen für Sie: A 10 – AD Nuthetal. Land Brandenburg, Landesbetrieb Straßenwesen, abgerufen am 16. November 2012.
  4. Straßen und Brücken für Berlin – Erneuerung der A 115 (AVUS). Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, abgerufen am 16. November 2012.