Bundesautobahn 2

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Bundesautobahn 2 in Deutschland
Bundesautobahn 2
 European Road 30 number DE.svg European Road 34 number DE.svg
Karte
Verlauf der A 2
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Oberhausen
(51° 32′ N, 6° 50′ O51.5373536.834791)
Straßenende: Kloster Lehnin
(52° 20′ N, 12° 50′ O52.32830412.826545)
Gesamtlänge: 473 km

Bundesland:

Ausbauzustand: 2×3 Fahrstreifen
Bundesautobahn 2 bei Lünen Richtung Osten
Bundesautobahn 2 bei Lünen Richtung Osten

Die Bundesautobahn 2 (Abkürzung: BAB 2) – Kurzform: Autobahn 2 (Abkürzung: A 2) – verläuft komplett sechsstreifig von Oberhausen entlang des Nordrandes des Ruhrgebiets durch das südliche Münsterland, Ostwestfalen-Lippe und das Weserbergland, erreicht die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover, die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt, Magdeburg und nach Querung der Elbe vor Berlin den südlichen bzw. westlichen Berliner Ring (A 10) am Dreieck Werder. Sie stellt damit den längsten zusammenhängenden sechsspurigen Autobahnabschnitt Deutschlands und die mit Abstand längste Autobahn dar, die auf ihrer gesamten Länge sechsstreifig ausgebaut ist.

Die A 2 gehört neben der A 3 wegen ihrer Bedeutung als Ost-West-Achse zu den meistfrequentierten Autobahnen Deutschlands. Die hohe Anzahl der polnischen Verkehrsteilnehmer brachte der A 2 den Spitznamen „Warschauer Allee“ ein.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die A 2 – ab Oberhausen A 3 – entstand in den 1930er-Jahren als Verbindung von Berlin mit dem Ruhrgebiet und dem Rheinland.

Geplant wurde die Autobahn zwischen September 1933 und Dezember 1934 durch die Bauabteilungen des Unternehmens Reichsautobahn in Düsseldorf, Hannover und Merseburg. Als Verbindung der Region Rhein-Ruhr wurde die Autobahn bewusst im nördlichen Bereich des Ruhrgebietes geplant, da der Bergbau nach Norden wanderte und man gleichzeitig die Bergsenkungsgebiete meiden wollte. Im Raum Ostwestfalen folgte man den Siedlungsschwerpunkten. Im Bereich Hannovers lag es eigentlich nahe, die Autobahn über eine kurze Route südlich der Stadt vorbei zu führen. Da Hannover zu diesem Zeitpunkt einer der Knotenpunkte des deutschen Luftverkehrs war und der Flughafen im Norden der Stadt lag, entschied man sich aber für eine nördliche Umgehung der Stadt. Hinzu kam, dass im Norden der Güterbahnhof lag, ein Industriegebiet geplant und die Bodenverhältnisse besser waren. Zwischen Berlin und Hannover gab es drei mögliche Varianten, die untersucht wurden. Die nördliche sollte über Stendal führen und im Norden an den Berliner Ring anschließen. Sie stellte die kürzeste Strecke für die in Betracht gezogene Verlängerung in Richtung Stettin und Königsberg dar. Nachteilig war allerdings, dass das durchquerte Gebiet dünn besiedelt war und bereits die Eisenbahn der Hauptverkehrsträger war. Die mittlere Variante tangierte Genthin und Brandenburg an der Havel und zielte auf die Mitte Berlins. Auch hier war das Gebiet dünn besiedelt und bereits durch die Eisenbahn erschlossen. Eine weitere Schwierigkeit war, dass es hier zahlreiche Seen und Moore gab, welche einen Bau erschwert hätten. Die südliche Variante, welche schließlich gebaut wurde, führte durch das am dichtesten besiedelte Gebiet und eröffnete die Möglichkeit einer Verlängerung nach Breslau oder Frankfurt (Oder) und Warschau. Vorgesehen war, auf der gesamten Strecke zwei 3,75 m breite Fahrstreifen je Fahrtrichtung mit einem 4,2 m breiten Mittelstreifen zu bauen. Mit den Betonleitstreifen und den Banketten hatte die Konstruktion eine Breite von 24 m. Ausgelegt wurde sie, ausgenommen der Abschnitt im Teutoburger Wald, für Geschwindigkeiten von mindestens 160 km/h.

Die A 2 (obere Bildhälfte) kreuzt bei Hannover die A 37 die auch die A 7 (untere Bildhälfte) kreuzt. Das Kreuz Hannover-Ost (A 2 / A 7) liegt links außerhalb des Bildes.

Der Bau wurde parallel an insgesamt 12 Stellen durchgeführt. Als erstes wurde am 5. April 1936 der 32 km lange Abschnitt zwischen Braunschweig-West und Lehrte für den Verkehr freigegeben. Drei weitere Abschnitte zwischen Hannover-Ost bis Lehrte (10 km), Braunschweig-Ost bis Helmstedt (43 km) und Werder (an dem anschließenden Teil der heutigen A 10 gelegen) bis Burg (85 km) folgten am 17. August 1936. Am 10. Januar 1937 war mit der Verkehrsfreigabe des 55 km langen Abschnittes zwischen Burg und Helmstedt der Berliner Ring mit Hannover verbunden. 1937 konnte auch im westlichen Bereich am 17. Dezember der erste Abschnitt zwischen Düsseldorf und Recklinghausen eröffnet werden. Das Kamener Kreuz nordöstlich von Dortmund, an dem die A 1 die A 2 kreuzt, wurde am 12. November 1938 zusammen mit dem Abschnitt zwischen Recklinghausen und Gütersloh dem Verkehr übergeben, allerdings noch ohne die anschließenden Teile der heutigen A 1, die erst nach 1945 in Betrieb genommen wurden. Es war nach dem Schkeuditzer Kreuz (A 9-A 14) ein zweites Autobahnkreuz in Kleeblatt-Ausführung in Deutschland. Die ebenfalls für diesen Tag vorgesehene Verkehrsübergabe des Abschnittes zwischen Gütersloh und Bielefeld konnte aufgrund eines Erdrutsches im Teutoburger Wald nicht durchgeführt werden. Erst nachdem am 15. Dezember die Schäden beseitigt waren, konnte man diese Strecke befahren. Am selben Tag wurde der Abschnitt bis Bad Salzuflen und Herford eingeweiht. Tags zuvor hatte man bereits den Abschnitt zwischen Bad Nenndorf und Hannover eröffnet. Somit fehlte nur noch der Abschnitt zwischen Bad Salzuflen und Bad Nenndorf. Dieser wurde am 23. September 1939 eingeschränkt freigegeben. Aufgrund des begonnenen Zweiten Weltkrieges konnte man diesen Abschnitt nur einstreifig fertigstellen. Somit war dieser vorläufig nur für den sogenannten Dienstverkehr vorgesehen. Unter dem Einsatz polnischer Zwangsarbeiter und Kriegsgefangener wurde dieser Abschnitt bis zum 14. November 1940 bis auf einen rund drei Kilometer langen Teil im Bereich der Weserquerung bei Bad Oeynhausen, welcher erst nach dem Krieg realisiert wurde, gebaut und eröffnet. Insgesamt wurden im Zuge der Autobahn 230 Brücken realisiert.

In der DDR war die Autobahn einer der Transitwege, ab 1971 im Rahmen des Transitabkommens. Auf einer Reise-und Verkehrskarte der DDR von 1979 ist der Teilbereich der Autobahn zwischen dem Grenzübergang Marienborn und dem damaligen Abzweig Magdeburg (heute Autobahndreieck Werder) nur mit einem T für Transitstrecke gekennzeichnet, auf einer späteren Karte (Reiseland DDR 1988) mit dem bis heute geltenden Zusatz E 30 für Europastraße. Über den Grenzübergang Helmstedt-Marienborn auf der Autobahn wurde aufgrund der relativen Nähe zu West-Berlin der Hauptverkehr des Transitverkehrs abgewickelt.

In dem Anfang der 1970er-Jahre vorbereiteten Nummerierungsschema der Bundesautobahnen[2] trug die heutige A 2 im damaligen Bundesgebiet großenteils schon ihre heutige Nummer, lief jedoch westlich vom Kreuz Oberhausen auf dem Weg der heutigen A 3 weiter bis zum Autobahndreieck Heumar, die vom Berliner Ring kommende Kilometrierung wurde sogar in westlicher Richtung bis Aachen fortgesetzt.[3] Ab Einführung des heutigen Nummernsystems 1975 begann die A 2 bereits an der niederländischen Grenze Straelen/Venlo und führte ab dem Autobahnkreuz Kaiserberg gemeinsam als A 2 und A 3 bis zum Kreuz Oberhausen, wo sich die A 3 in Richtung Arnheim wieder von der Trasse trennte. Im Zuge der Nummerierung der Anschlussstellen, die im Jahre 1992 begann, wurden Doppelnennungen von Autobahnkreuzen, Autobahnanschlussstellen und Doppelbenennungen wie die Strecke zwischen Duisburg und Oberhausen als A 2/A 3 bereinigt. Das Stück zwischen Venlo und Duisburg gehört heute zur A 40.

Ausbau[Bearbeiten]

Die A 2 bei Bad Oeynhausen in Richtung Hannover
Die A 2 in Höhe des Rastplatzes Kolberg bei Bönen in Richtung Hannover

Die A 2 ist jetzt zwischen Ruhrgebiet und Berlin komplett sechsstreifig. Die letzte Lücke des mehrere Jahre dauernden Ausbaus konnte Mitte Dezember 2011 geschlossen werden. Während der langen Ausbauphase kam es immer wieder zu kilometerlangen Staus. Trotz umfangreicher Sicherungsmaßnahmen gab es immer wieder zahlreiche schwere Auffahrunfälle mit LKW-Beteiligung.

Ende Oktober 2013 öffnete nach 18-monatiger Bauzeit die Tank- und Rastanlage "Lipperland Nord" nördlich der Anschlussstelle Ostwestfalen/Lippe.[4] Die Rastanlage "Lipperland Süd" war bereits zuvor fertiggestellt.

Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wollen die starkbefahrene A2 von Bielefeld bis zur Grenze nach Sachsen-Anhalt achtspurig ausbauen. Um dem erwarteten Verkehrszuwachs besonders von Lastwagen auf der wichtigen Ost-West-Verbindung zu begegnen haben beide Länder den Ausbau für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet. Schon in wenigen Wochen sollen Arbeiten zur Mitbenutzung der Standstreifen zwischen Hannover und Lehrte starten [5].

Besonderheiten[Bearbeiten]

Eine kleine Besonderheit stellt die Anschlussstelle Dortmund-Lanstrop dar, die nur als Zufahrt zur Mülldeponie im Dortmunder Nordosten gebaut wurde. Die Müllwagen der Entsorgung Dortmund GmbH fahren sie zu einem Großteil über die Autobahn an, verlassen die Deponie aber wieder über innerstädtische Straßen. Weithin erkennbar ist dieser Punkt durch das „Lanstroper Ei“, einen alten stählernen Wasserturm auf einer Anhöhe an der Südseite, der ca. 400 Meter von der Autobahn entfernt steht. Mittlerweile hat sich die Stadt Dortmund, die die Ausfahrt nach Lanstrop gebaut hat, mit der Stadt Lünen auf den Bau einer Zufahrt auch auf der anderen Seite geeinigt, also auf dem Gebiet der Stadt Lünen. Nach der geplanten Fertigstellung der nördlichen Auf- und Ausfahrt 2015 soll die Anschlussstelle in Lünen-Süd umbenannt werden.

Östlich der Abfahrt Lehrte wird in Fahrtrichtung Braunschweig der linke von drei Streifen (insgesamt sechsstreifiger Ausbau) abgetrennt, da 1996 bei Erneuerung der Brücke über die Bahnstrecke Lehrte-Celle die alte Brückenbreite der Ursprungsbrücke von 1936 berücksichtigt werden musste.

Der mittlere Grünstreifen ist auf der A 2 oft sehr breit (etwa vier bis fünf Meter). Auf einem kurzen Abschnitt (geographische Lage52.2062928.846312) am Kreuz Bad Oeynhausen (Kreuzung mit der Bundesautobahn 30) sind die beiden Richtungsfahrbahnen sogar getrennt trassiert, so dass der Grünstreifen hier einige Dutzend Meter breit und mit Bäumen bewachsen ist.

Spannbetonbrücke an der A2

In Beckum-Vellern kurz vor der Abfahrt Oelde überspannte die Überführung Weg Hesseler die A 2. Es ist weltweit eine der ersten und somit ältesten Balkenbrücken aus Spannbeton mit sofortigem Verbund.[6] Die denkmalgeschützte Brücke wurde im September 2012 demontiert und erhielt auf dem Parkplatz der Raststätte Vellern (Südseite, Fahrtrichtung Hannover) einen neuen Standort.[7]

Die neue Einhausung (2007, offiziell: Tunnel Erle) in Gelsenkirchen-Erle wurde als Grünbrücke ausgeführt, die Teil eines Parks ist.

Religiöse Zeremonie der Gläubigen des nahegelegenen Sri-Kamadchi-Ampal-Tempels unter der Brücke über den Datteln-Hamm-Kanal

Die Dorfkirche im heutigen Ortsteil Exter der Stadt Vlotho wurde Pfingsten 1959 als erste evangelische Autobahnkirche Deutschlands eröffnet.

Eine weitere Autobahnkirche wurde am 29. November 2009 in Hamm auf dem Gelände der Raststätte Rhynern (Nordseite) eingeweiht. Die im Jahre 1947 erbaute und 2005 stillgelegte, unter Denkmalschutz stehende Tankstelle wurde durch den Kirchenkreis Hamm zur Autobahnkapelle umgebaut.[8]

Die Gläubigen des nahegelegenen Sri-Kamadchi-Ampal-Tempels in Hamm begehen bei ihrem alljährlichen Tempelfest eine Prozession zum Datteln-Hamm-Kanal und praktizieren eine religiöse Zeremonie unter der Autobahnbrücke.

Sonstiges[Bearbeiten]

Geschwindigkeitsüberwachung am Bielefelder Berg[Bearbeiten]

Am 11. Dezember 2008 wurde im Bereich der „Talbrücke Lämershagen“ am so genannten Bielefelder Berg (Traversierung des Höhenzugs Teutoburger Wald) zwischen den Anschlussstellen Bielefeld-Süd und Bielefeld-Ost eine Geschwindigkeitsüberwachungsanlage in Richtung Hannover in Betrieb genommen, da sich in diesem Streckenabschnitt im Jahr 2008 insgesamt 450 Unfälle ereigneten. Die Strecke ist durch ein Gefälle, welches sich in einer Kurvenlage befindet, einer der gefährlichsten Abschnitte der A 2. Bis August 2011 wurden rund 550.000 Autofahrer dort unfreiwillig fotografiert. Die Anlage an der A 2 brachte rund 16 Millionen Euro in die Kasse der Stadt Bielefeld. Dabei kann die Kommune nur jeden zweiten Raser belangen. Viele kommen aus osteuropäischen Ländern, in denen die Geldbußen mangels eines Abkommens nicht einzutreiben sind. Die Anlage gilt als der in Deutschland mit Abstand aktivste Blitzer.[9]

Blitzerstreit[Bearbeiten]

Im Jahr 2011 errichteten auch die Landkreise Peine und Helmstedt stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen an ihren Abschnitten der A 2. Schnell kam der Vorwurf auf, den Landkreisen gehe es nicht um Verkehrssicherheit, sondern um Bußgeldeinnahmen. In der Folge entbrannte ein auch überregional beachteter Streit zwischen den Landkreisen als Aufsteller der Anlagen und dem für die Verkehrssicherheit zuständigen Verkehrsminister des Landes Niedersachsen, Jörg Bode, in dessen Folge das Ministerium jeweils 500 m und 100 m vor den Anlagen Hinweisschilder aufstellen ließ.[10] Dem Landkreis Schaumburg verweigerte das niedersächsische Verkehrsministerium im November 2011 die Betriebsgenehmigung für zwei bei Bad Eilsen und Rehren geplante Anlagen.[11] Alle diese Standorte der Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen befinden sich in Autobahnabschnitten, die mit einer Verkehrsbeeinflussungsanlage ausgestattet sind, wobei zu vielen Zeiten gar keine Geschwindigkeitsbegrenzung zu beachten ist.

Autobahngold[Bearbeiten]

Immer wieder geraten die Parkplätze an der A 2 wegen Trickbetrügereien mit angeblichem Gold (sog. Autobahngold) in die Schlagzeilen.[12][13]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundesautobahn 2 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel vom 26. Januar 2013
  2. Liste auf www.autobahn-online.de
  3. Baedeker, Deutschland, Die Bundesrepublik, 14. Auflage. Stuttgart 1975; Kapitel Autobahnen, Strecke IV.
  4. A 2: Jetzt kann an "Lipperland Nord" getankt werden – Neue Raststätte in Betrieb, auf nw-news.de vom 1. November 2013
  5. Achtspuriger Ausbau
  6. Brücke Hesseler Weg | Structurae
  7. Die Glocke online
  8. Autobahnkapelle Hamm | Information des Kirchenkreises Hamm
  9. NTV: Blitzlichtgewitter pausiert
  10. A2-Blitzer: Landkreise und Verkehrsminister streiten
  11. Minister: Nein zu Radar-Blitzern
  12. Warnung vor Autobahngold | Autoversicherung Online
  13. Ermittler stellen Autobahngold sicher | Mindener Tageblatt vom 13. Juli 2011
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