Bundesautobahn 29

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Bundesautobahn 29 in Deutschland
Bundesautobahn 29
Karte
Verlauf der A 29
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Wilhelmshaven
(53° 35′ N, 8° 8′ O53.578552998.12854037)
Straßenende: Emstek
(52° 51′ N, 8° 14′ O52.848703448.2261017)
Gesamtlänge: 94,5 km

Bundesland:

Ausbauzustand: vierstreifig
Bundesautobahn 29 bei Oldenburg
Bundesautobahn 29 bei Oldenburg

Die Bundesautobahn 29 (Abkürzung: BAB 29) – Kurzform: Autobahn 29 (Abkürzung: A 29) – , alternativ auch Jadelinie genannt, beginnt in Wilhelmshaven und führt über Oldenburg bis zum Autobahndreieck Ahlhorner Heide mit der Bundesautobahn 1.

Verlauf[Bearbeiten]

Die A 29 ist 94,5 Kilometer lang, und durchgehend vierstreifig. Sie beginnt in einem Kreisverkehr in der Nähe des neuen Containerhafens JadeWeserPort, der im Vollbetrieb zukünftig 20 Prozent seines Umschlags über die A 29 abwickeln soll. Damit wird die Autobahn auch an überregionaler Bedeutung gewinnen. In diesem Zusammenhang wird derzeit der Bau einer Küstenautobahn (A 20) durch Nordoldenburg diskutiert, die die A 29 bei Varel/Jaderberg kreuzen würde.

Die A 29 überquert zweimal die Hunte: einmal zwischen der Raststätte Huntetal und der Anschlussstelle Sandkrug, das zweite Mal auf einer 26 Meter (bezogen auf das mittlere Hochwasser) hohen Brücke über den hier für hochseetaugliche Schiffe zugelassenen Flussabschnitt. Unterhalb der Fahrbahn der Autobahn besteht auf der Hochbrücke über die Hunte für Fußgänger und Radfahrer die Möglichkeit, auf direktem Wege vom Kloster Blankenburg nach Bornhorst zu gelangen.

Am Autobahnkreuz Oldenburg-Ost ist ein Wechsel auf die A 28 Richtung Emden/Leer beziehungsweise Richtung Bremen möglich. Über die A 293 kann man zur A 29 zurückgelangen, da die Autobahnen 29, 28 und 293 einen Ring um Oldenburg bilden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die A 29 ersetzt weitestgehend die ehemalige Reichs- bzw. Bundesstraße 69, die in dem Bereich, in dem sie parallel zur A 29 verlief, zur Landesstraße, nördlich von Oldenburg teilweise auch zur Kreisstraße abgestuft wurde. Erhalten blieb von der B 69 nur der Abschnitt zwischen Schneiderkrug und Diepholz; im Nordwesten wurde sie zur Anschlussstelle Cloppenburg der A 1 umgeleitet, von wo aus auch heute der Verkehr aus Richtung Wilhelmshaven bzw. Oldenburg in Richtung Diepholz geführt wird.

Die Entscheidung für den Bau der Autobahn fiel im Mai 1969 durch den damaligen Bundesverkehrsminister Georg Leber[1], und der Bau dauerte bis zum April 1984. Die Baukosten lagen bei insgesamt 680 Millionen Mark (heute: rund 1.213.761.000 Euro)[2] und gehörten bei den Kosten pro Kilometer zu den teuersten in Deutschland. Dies lag auch daran, dass die A 29 fast ausschließlich auf einer neu gebauten Trasse verlief. Insbesondere das vergleichsweise kurze Autobahnteilstück zwischen Wilhelmshaven und Zetel erwies sich aufgrund des wenig tragfähigen Untergrundes im ehemaligen Gebiet des Schwarzen Bracks als extrem kosten- und zeitaufwendig. Hier im schlickigen Marschgebiet musste so viel Erde bewegt und Sand eingespült werden, wie auf den restlichen 75 Kilometern der Autobahn bis Ahlhorner Heide. Der Untergrund wurde bis zu 16 Meter Tiefe ausgebaggert und durch Sand ersetzt.

Am 17. April 1984 wurde das letzte fehlende Teilstück der Autobahn zwischen Hengstlage und Ahlhorner Heide durch den anwesenden parlamentarischen Staatssekretär im Verkehrsministerium Dieter Schulte, die niedersächsische Wirtschaftsministerin Birgit Breuel und den oldenburgischen Baudirektor Hans-Otto Seggelke freigegeben. Im Verlauf der ursprünglich 91,7 Kilometer langen Autobahn wurden 129 neue Brücken gebaut. Zahlreiche Baggerseen neben der Autobahn entstanden aufgrund der notwendigen Sandentnahme für die Sandaufspülungen im Trassenverlauf. Rund 20.000 Gehölze wurden im Streckenverlauf der Autobahn gepflanzt.[1]

Im südlichen Teil der A 29 befand sich bis Oktober 2006 ein Autobahn-Behelfsflugplatz zwischen den Anschlussstellen Großenkneten (19) und Ahlhorn (20). Der betonierte Mittelstreifen wurde entfernt und begrünt. Im Frühjahr 1984 landete hier während der NATO-Übung „Highway 84“ auch ein Transportflugzeug vom Typ C-130 Hercules auf der Autobahn.[3]

Von 2009 bis 2011 ist die A 29 in Wilhelmshaven in Richtung JadeWeserPort um 3,2 Kilometer verlängert worden.[4] Sie wird über drei neue Brücken und eine neue Anschlussstelle an den neuen Containerhafen herangeführt. Dort endet sie in einem Kreisverkehr, der Ausfahrten zum neuen Hafenterminal, zur Niedersachsenbrücke und zum neuen Kraftwerk Wilhelmshaven (GDF Suez) besitzt. Die Kosten für die Verlängerung lagen bei 16,9 Millionen Euro.[5] In den Baukosten enthalten sind auch die Ergänzungsarbeiten an den Anschlussstellen Fedderwarden und Fedderwardergroden in Wilhelmshaven. Diese erhielten bisher noch fehlende Auf- bzw. Abfahrten.[6] Die Verkehrsfreigabe für das Teilstück erfolgte am 6. Dezember 2011.[5]

Bilder[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundesautobahn 29 – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Wilhelmshavens Anbindung an Sizilien ..., Wilhelmshavener Zeitung vom 17. April 2014, Seite 6
  2.  Werner Brune (Hrsg.): Wilhelmshavener Heimatlexikon. Band 1, Brune Druck- und Verlagsgesellschaft, Wilhelmshaven 1986, S. 527.
  3. YouTube: BW-Filmschau Ahlhorn Ersatzpiste (NATO - Exercise Highway '84), abgerufen am 11. Januar 2014
  4. Hafen an die A 29 angebunden/Autobahn zum JadeWeserPort ist frei. In: Wilhelmshavener Zeitung vom 7. Dezember 2011, S. 1 u. 5
  5. a b A 29: Verlängerung von der Anschlussstelle Fedderwardergroden bis „Am Tiefen Fahrwasser“, abgerufen am 7. Dezember 2011
  6. Wilhelmshavener Zeitung, 4. November 2009, Seite 7