Bundesautobahn 4

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Bundesautobahn 4 in Deutschland
Bundesautobahn 4
 European Road 40 number DE.svg European Road 55 number DE.svg European Road 314 number DE.svg
Karte
Verlauf der A 4
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
weiterer Betreiber: Via Solutions Thüringen GmbH & Co.KG
(zwischen Landesgrenze
Hessen/Thüringen und AS Gotha)
Straßenbeginn: Aachen
(50° 43′ N, 6° 7′ O50.7183356.120717)
Straßenende: Görlitz
(51° 11′ N, 15° 1′ O51.18074215.008587)
Gesamtlänge: 583 km

Bundesland:

Ausbauzustand: 2×2 und 2×3 Fahrstreifen
Bundesautobahn 4 bei Jena (im Jahre 2006)
Bundesautobahn 4 bei Jena (im Jahre 2006)
Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing

Die Bundesautobahn 4 (Abkürzung: BAB 4) – Kurzform: Autobahn 4 (Abkürzung: A 4) – verläuft als deutsche Autobahn von der niederländischen Grenze bei Vetschau (nördlicher Stadtteil von Aachen) in Weiterführung der A76 (NL) über Düren, Köln an Olpe vorbei bis Kreuztal-Krombach. Dort endet der westliche Ast der Autobahn. Sie wird nach einer Baulücke ab dem Kirchheimer Dreieck über Bad Hersfeld, Eisenach, Erfurt, Weimar, Jena, Gera, Chemnitz, Dresden nach Görlitz bis an die polnische Grenze fortgeführt, wo sie dann an die ebenfalls als A4 benannte Autobahn anknüpft, die über Zgorzelec, Breslau (Wrocław), Opole, Katowice bis Krakau (Kraków) verläuft.

Die Autobahn ist fast im gesamten Verlauf Teil der Europastraße 40 (E 40). Der kurze Abschnitt zwischen dem Grenzübergang Vetschau und dem Kreuz Aachen ist Teil der Europastraße 314 (E 314) und das rund 6 km lange Teilstück zwischen dem Kreuz Olpe-Süd und Kreuztal-Krombach ist kein Teilstück einer Europastraße. Außerdem ist der Abschnitt zwischen dem Dreieck Dresden-West (A 17) und dem Dreieck Dresden-Nord (A 13) neben der E 40 auch Teil der Europastraße 55 (E 55). Der westliche Ast der Autobahn zwischen Grenzübergang Vetschau/Niederlande und Kreuztal-Krombach ist 150 km lang, der östliche Ast zwischen dem Kirchheimer Dreieck und Grenzübergang Görlitz/Zgorzelec 433 km.

Geschichte[Bearbeiten]

Aachen bis Krombach[Bearbeiten]

Blick von der Ville (Raststätte Frechen) auf Köln
A 4 kurz vor der Grenze zu den Niederlanden

Die Autobahn zwischen Aachen und Köln wurde bereits 1925 in der Weimarer Republik geplant. Der erste Spatenstich im Abschnitt EschweilerWeisweiler erfolgte am 22. März 1936 im Auftrag des „Unternehmens Reichsautobahn“ auf der bereits vermessenen ursprünglichen Eisenbahntrasse Köln – Düren – Eschweiler – Aachen. Bis 1942 war allerdings nur der Abschnitt zwischen Aachen-Verlautenheide und Düren freigegeben. Durchgehend befahrbar war die Strecke Aachen – Köln erst ab Dezember 1960. Bis zu diesem Zeitpunkt fehlte das Teilstück zwischen Düren und Kerpen. In den 1970er-Jahren erfolgte der Weiterbau von Köln nach Olpe sowie die Verbindung über den Grenzübergang Vetschau zur niederländischen A76. Bis heute ist dort ein mehrere hundert Meter langes Teilstück als Kraftfahrstraße ausgeschildert, das aber zur deutschen A 4 beziehungsweise zur niederländischen A76 gehört. Die aus Richtung Köln erreichbare niederländische Ausfahrt Bocholtz liegt noch auf deutschem Gebiet.

Zwischen 2002 und dem 1. Dezember 2006 wurde zwischen dem Autobahnkreuz Olpe-Süd und Kreuztal-Krombach die A 4 neu gebaut. Dabei geht sie in Höhe des Kreuztaler Ortsteils Krombach in die B 54 über. Eröffnungstermin des neuen A-4-Teilstücks zwischen Olpe-Süd und Kreuztal-Krombach („Krombacher Höhe“) war der 1. Dezember 2006. Der weiterführende Streckenabschnitt von der Krombacher Höhe über Kreuztal nach Siegen als Fortsetzung der Hüttentalstraße (B 54) ist am 23. Juni 2006 für den Verkehr freigegeben worden. Auf dem insgesamt rund zwölf Kilometer langen Abschnitt der beiden Straßen A 4/B 54 entstanden acht Talbrücken, zehn Über- und Unterführungen. Insgesamt wurden 2 Millionen m³ Boden bewegt. Die Kosten beliefen sich auf rund 130 Millionen €.

Da die A 4 nicht über die A 45 hinaus verlängert werden sollte, war die Umbenennung des Westteils in A 50 vorgesehen.[3]

Bei Bauarbeiten an der A 4 in der Nähe von Düren wurde 2009 die Siedlung aus der Jungsteinzeit bei Düren-Arnoldsweiler freigelegt.

Kirchheimer Dreieck bis Eisenach[Bearbeiten]

Autobahnausfahrt-Ankündigungstafel „Drei Gleichen“ im Jahr 1945
Talbrücke Wommen nach Brückensanierung und Neubau einer zweiten Brücke (2009)
Der Grenzübergang Herleshausen, Blick in westliche Richtung (1980er-Jahre)
Autobahnmeisterei Eisenach
A 4 zwischen Erfurt und Gotha, AS Wandersleben/Mühlberg

Die zwischen 1934 und 1943 als Strecke 81 gebaute Reichsautobahn vom Kirchheimer Dreieck bei Bad Hersfeld bis Eisenach war die letzte im Deutschen Reich 1933 bis 1945 halbwegs vollendete Autobahn. 1940 wurde die Strecke bis zur Anschlussstelle Bad Hersfeld zweibahnig und bis zu einer provisorischen Anschlussstelle bei Sorga einbahnig eröffnet. Der Abschnitt zwischen Sorga und Eisenach war am 1. Juli 1943 die letzte Eröffnung einer Reichsautobahn vor der kriegsbedingten Einstellung aller Autobahnarbeiten im Reichsgebiet.[4] Auf der Trasse war jedoch nur eine Richtungsfahrbahn betoniert und die Weihetalbrücke bei Gerstungen und die Talbrücke Wommen wurden nicht mehr fertiggestellt und mussten umfahren werden; mit dem Bau der Werratalbrücke Hörschel war nicht mehr begonnen worden. Da die Autobahn-Trasse zwischen Obersuhl und Eisenach erst über die Grenze von Hessen nach Thüringen führt, dann von Thüringen nach Hessen zurück und schließlich erneut nach Thüringen, querte der Streckenverlauf zwischen 1949 und 1990 dreimal die Innerdeutsche Grenze. Da nach Auslegung der DDR Grenzkontrollen für die Transitstrecke nach West-Berlin somit erst östlich von Herleshausen am Grenzübergang Wartha/Herleshausen möglich waren, blieb der Abschnitt zwischen den hessischen Anschlussstellen Obersuhl und Wommen (Thüringer Zipfel) bis zur Grenzöffnung gesperrt und verfiel langsam. Der östlich anstoßende Abschnitt von Wommen bis Herleshausen blieb jahrzehntelang ebenfalls gesperrt, wurde aber 1978 in Betrieb genommen, um Herleshausen vom Durchgangsverkehr zu entlasten.[5]

Zwischen den Anschlussstellen Hönebach und Obersuhl wurde nach dem Kriegsende die nördliche Richtungsfahrbahn für den landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben, dazu wurden die Behelfsausfahrten Raßdorf und Bosserode eingerichtet. Der zweistreifige Betrieb auf einer Richtungsfahrbahn wurde erst Ende der 1960er-Jahre nach dem Neubau der Landstraße zwischen Hönebach und Bosserode freigegeben. 1983/1984 wurde im Rahmen des Neubaus der Grenzübergangsstelle Herleshausen-Wartha die Werratalbrücke zwischen den AS Herleshausen und Eisenach-West neu errichtet sowie die Autobahn zwischen Waltershausen und Eisenach-West durchgängig vierstreifig ausgebaut.[6]

Zusammen mit der Verlängerung der Bundesautobahn 44 von Kassel bis zur A 4 bei Wommen ist im Abschnitt Wommen – Dreieck Dresden-Nord der Autobahnausbau auf sechs Fahrstreifen und östlich von Dresden die Sanierung mit Anbau von Standstreifen und bereichsweise vierstreifige Neubau nach der deutschen Wiedervereinigung Teil des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 15 aus dem Jahr 1991. Der Neu- und Ausbau zwischen Gerstungen und Eisenach gehörte zu den ersten Baumaßnahmen. Planungen für einen durchgehenden sechsstreifigen Ausbau der Fahrbahnen mit zusätzlichen Standstreifen wurden dabei nicht umgesetzt. In dieser Zeit folgte ein Ausbau auf vier Fahrstreifen mit Standstreifen zur Verbesserung der Verkehrssituation. Dazu wurde unter anderem die Weihetalbrücke zwischen Gerstungen und Richelsdorf errichtet sowie ein Überbau der Talbrücke Wommen, eine Bogenbrücke aus Buntsandstein, konventionell saniert und ein zweiter Überbau, dem ersten nachempfunden, neu gebaut. Die aufwändige Instandsetzung und Neubau-Bauweise mit Buntsandstein-Ansicht war dem Denkmalschutz für die sanierte, südlich gelegene alte Bogenbrücke über den Frauenborner Bach und die Wommener Tallage geschuldet. 2005 fand der sechsstreifige Ausbau zwischen der Anschlussstelle Wommen und der Werratalbrücke nach drei Jahren seinen Abschluss.[7]

Eisenach bis Görlitz[Bearbeiten]

Die A 4 unter dem umgebauten Bahrebachmühlenviadukt
Zerstörte Brücke im Tal der Wilden Sau bei Wilsdruff 1946
Unterrichtungstafel der A 4 an der alten sächsisch-preußischen Grenze zur ehemaligen Provinz Niederschlesien bei Weißenberg
Ehemaliger deutsch-polnischer Grenzübergang Ludwigsdorf bei Görlitz. Die Gebäude wurden mittlerweile zurückgebaut.

Als Reichsautobahnstrecke 80 wurde die heutige BAB 4 ab 1935 von Dresden aus nach Westen vorangetrieben. 1937 war die Strecke bis Jena vollendet, 1939 bis Weimar und 1940 bis Wandersleben. Teilweise einbahnig und mithilfe einer provisorischen Talumfahrung östlich von Eisenach wurde 1941 die Anschlussstelle Eisenach-West erreicht. Bei der kriegsbedingten Einstellung der Autobahnbauarbeiten war der östliche Teil der Achse Frankfurt a. M. – Dresden von Eisenach nach Osten durchgängig befahrbar.[8] Die Talumfahrung bei Eisenach wurde erst in den frühen 1980er-Jahren durch einen vierstreifigen Ausbau ersetzt.[6]

Zwischen dem Dreieck Nossen und Dresden verlief die Autobahn bis zur Fertigstellung einer kleinen Umgehung mit drei Talbrücken durch das Tanneberger Loch, eine enge Durchführung durch das Triebischtal. Durch die Rampen in Nebentälern wurde ursprünglich die unter anderem heute notwendige Talbrücke gespart. Die sich bei Wilsdruff anschließende Talbrücke über die Wilde Sau musste, nachdem sie am Kriegsende bereits gesprengt und in der Nachkriegszeit von der DDR wieder aufgebaut worden war, im Rahmen des sechsstreifigen Ausbaus ein drittes Mal komplett neu gebaut werden. Im Bereich des Autobahndreiecks Dresden-Nord wurde die A 4 von 1951 bis 1971 zeitweise als Motorrad- und Autorennstrecke genutzt (Autobahnspinne Dresden).

Das Teilstück der A 4 zwischen den Anschlussstellen Bautzen-Ost (Burk) und dem seinerzeit vorläufigen Ende bei Weißenberg war von 1972 bis 1992 gesperrt. Auf der Autobahn wurden 66 Hallen gebaut, die der Getreidestaatsreserve der DDR dienten. Dieser Abschnitt war für den Verkehr unattraktiv, weil die kriegszerstörte Brücke über die Spree bei Bautzen erst 1977 repariert wurde.

Beim Weiterbau der Trasse nach Görlitz bis an die polnische Grenze entschied man sich, aus Gründen des Naturschutzes nicht der ursprünglich geplanten und vorbereiteten Linie über die Königshainer Berge zu folgen, sondern die Fahrbahn etwas weiter nördlich in den Untergrund zu verlegen. Es entstand mit dem Tunnel Königshainer Berge der zweitlängste Autobahntunnel in Deutschland. Eine alte vorbereitete RAB-Brücke bei Thiemendorf in der Nähe des westlichen Tunnelportales ist bis heute erhalten geblieben.

In den 1990er-Jahren begann der sechsstreifige Ausbau der BAB 4 zwischen Eisenach und Dresden. Die denkmalgeschützte Teufelstalbrücke unmittelbar westlich des Hermsdorfer Kreuzes wurde dabei in den Jahren 1996–2002 schrittweise durch zwei neue Brücken ersetzt. Der Abschnitt Rüdersdorf bis Gera wurde von 1999 bis 2001, der Abschnitt Gera – Gera-Leumnitz von 2005 bis 2007 sechsstreifig ausgebaut. Bei Gera entstand im Zuge des sechsstreifigen Ausbaus zugleich mit der Umverlegung der B 2 die neue Anschlussstelle Kreuz Gera. Der letzte Abschnitt zwischen Ronneburg und Schmölln wurde am 23. Dezember 2010 freigegeben, so dass der durchgehende sechsstreifige Ausbau zwischen Hermsdorfer Kreuz und Landesgrenze Thüringen / Sachsen bis auf den noch geplanten Ausbau des Hermsdorfer Kreuzes abgeschlossen ist.

Bei Chemnitz wurde zwischen 2000 und 2002 das Bahrebachmühlenviadukt so umgebaut, dass das technische Denkmal erhalten blieb und dennoch eine sechsstreifige Unterführung möglich wurde.

Planungen[Bearbeiten]

Autobahnkreuz Aachen[Bearbeiten]

BAB 4 von Aachen bis Eisenach

Derzeit wird das Autobahnkreuz Aachen in sieben Bauabschnitten bis voraussichtlich 2014 umgebaut um dessen Kapazität zu erhöhen und einen schnelleren und einfacheren Autobahnwechsel zu ermöglichen. Dabei wird unter anderem die Ost-West-Hauptachse mit der A 4 von derzeit zehn auf dann 17 Fahrstreifen ausgebaut.

Aachen bis Köln[Bearbeiten]

Austausch der Eschweiler-Schilder in Eschweiler-West-Schilder Juni 2007
Neue A 4 bei Weisweiler

Zurzeit wird die A 4 vom Kreuz Aachen bis zum Kreuz Köln-West abschnittweise auf sechs Fahrstreifen ausgebaut. Die Abschnitte zwischen dem Kreuz Aachen und der Anschlussstelle Düren sowie zwischen den Kreuzen Kerpen und Köln-West sind fertiggestellt. Der Abschnitt Düren – Kreuz Kerpen wird seit September 2008 im Rahmen des sechsstreifigen Ausbaus auf einer Länge von ungefähr 18 Kilometern um zirka 1,7 Kilometer nach Süden verlegt, um für die Erweiterung des Tagebaus Hambach Platz zu schaffen. Die Autobahn wird dann zwischen der Hambachbahn[9] und der Schnellfahrstrecke Köln – Aachen verlaufen[10], so dass die Verkehrsströme gebündelt werden. Die Fertigstellung ist für Herbst 2014 geplant.

Halbanschlussstelle Frechen-Königsdorf[Bearbeiten]

Im Zuge der Entlastung der Ortsdurchfahrt Frechen-Königsdorf ist eine Anschlussstelle an der Aachener Straße zwischen Horrem und Königsdorf geplant. Hierzu soll ein 538 m langes Stück (L 361n) östlich der Kreuzung der L 361 mit der Nord-Süd-Kohlebahn von RWE mittels eines Kreisverkehrs bis zur A 4 geführt werden und dort den Anschluss von und nach Köln ermöglichen. Verantwortlich für Bau und Finanzierung ist das Land Nordrhein-Westfalen. Das Projekt befindet sich zurzeit noch in der Planungsphase, mit der Fertigstellung ist frühestens 2015 zu rechnen. Die Kosten betragen rund 8,3 Millionen Euro.[11]

Der Bau der Halbanschlussstelle wurde 2013 Bestandteil des Landesstraßenbauprogramms und soll nach Verabschiedung des Landeshaushaltes 2013 begonnen werden.[12]

Das Vorhaben ist Teil eines Maßnahmenbündels, zu dem ebenfalls der Ausbau der Halbanschlussstelle Frechen-Nord (9a) zum Vollanschluss gehört.[13]

Vollanschluss Frechen-Nord[Bearbeiten]

Zum Vollausbau der AS Frechen-Nord gehört der vierstreifige Ausbau der L183 (von der Aachener Straße bis zur Krankenhausstraße) und der Anlage eines zusätzlichen Fahrstreifens an der A 4 (beidseitig von der AS Frechen-Nord bis zum AK Köln-West). Die Planung liegt zurzeit (Januar 2013) dem Landesbetrieb Straßenbau NRW zur Nachbearbeitung vor. Mit einer Einleitung des Planfeststellungsverfahrens wird in der zweiten Hälfte 2013 gerechnet.[12] Bei einer geschätzten Verfahrensdauer für die Planfeststellung von ein bis zwei Jahren kann mit dem Vollausbau der AS Frechen-Nord ab 2015 gerechnet werden.

Lückenschluss Krombach bis Hattenbach[Bearbeiten]

Der früher geplante „Lückenschluss“ zwischen Autobahnkreuz Olpe Süd (Wenden) und Hattenbach/Kirchheim in Hessen wurde verworfen. Stattdessen wurde ein Teilstück zwischen dem Kreuz Olpe Süd und Kreuztal-Krombacherhöhe gebaut. Am dortigen Abzweig geht die Autobahn nahtlos in die Schnellstraße HTS (B 54) über. Diese führt weiter über Kreuztal und Siegen zum Anschluss Siegen an die A 45. Ursprünglich war eine Linienführung über Hilchenbach, Erndtebrück, Bad Laasphe und den Raum Frankenberg (Eder) zum Hattenbacher Autobahndreieck geplant. Der Weiterbau der A 4 war bei der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans 2004 nicht mehr in einer vorrangigen Planungspriorität berücksichtigt und dann ganz aus der Planung herausgenommen worden. In der vorrangigen Planungspriorität des Bundesfernstraßenbedarfsplans stehen im Zuge der Bundesstraßen B 508 und B 62 die Ortsumgehungen von Kreuztal, Erndtebrück und Bad Laasphe.

Die Europastraße 40, zu der die anstoßenden Teile der A 4 gehören, wird im Bereich dieser Lücke über Wetzlar und Gießen (A 45, A 480, A 5) umgeleitet.

Ausbau Kirchheim bis Wommen[Bearbeiten]

BAB 4 von Eisenach bis Görlitz

Die Sanierung und der Ausbau der 35 Kilometer langen Strecke zwischen Kirchheimer Dreieck und Wildeck-Obersuhl wurde 2006 mit dem Bau am ersten Abschnitt zwischen Kirchheim und der Asbachtalbrücke begonnen. Die A 4 soll dabei durchgängig um Standstreifen sowie Zusatzfahrstreifen in Steigungsstrecken erweitert und abschnittsweise neu trassiert werden. Zusatzfahrstreifen werden die beiden Fahrtrichtungen jeweils auf mehr als 20 Kilometern aufweisen, so dass der größte Teil der Strecke nach Abschluss der Baumaßnahme insgesamt fünf- oder sechsstreifig sein wird. [14]

Der durchgängig sechsstreifige Ausbau von Kirchheim bis Wommen befindet sich im weiteren Bedarf des aktuellen Bundesverkehrswegeplans aus dem Jahr 2003.

Neutrassierung bei Eisenach[Bearbeiten]

Im Januar 2008 wurde mit dem Neubau des zirka 25 km langen, sechsstreifigen Abschnittes zwischen der Werratalbrücke bei Eisenach und der Anschlussstelle Waltershausen begonnen. Zwischen dem 6. Januar und dem 24. November 2010 erfolgte die schrittweise Freigabe der beiden Richtungsfahrbahnen, die Inbetriebnahmen der PWC-Anlage „Hainich“ und der Anschlussstelle Sättelstädt.

Die Neubaustrecke führt mit nunmehr drei Anschlussstellen in einem weiten Bogen nördlich der Hörselberge fast 14 km durch die Gemeinde Hörselberg-Hainich und um die Stadt Eisenach. Am Bauende West entstand bei Krauthausen die neue Anschlussstelle Eisenach-West, etwa zwei Kilometer westlich der bisherigen Abfahrt. Die Anschlussstelle Eisenach-Ost erschließt etwa fünf Kilometer nordöstlich der alten Auffahrt, an der Böbertalbrücke bei Großenlupnitz gelegen, die Bundesstraße 84. Die neu angelegte Anschlussstelle Sättelstädt, am Ostende der Hörselberge, dient als Verknüpfungspunkt zur Bundesstraße 7 und soll den Verkehrsraum Ruhla/Bad Liebenstein besser anbinden. Der Standort der Autobahnmeisterei verbleibt in Eisenach und wird durch einen großen Technikstandort im Gewerbegebiet Sättelstädt erweitert.

Mit der Inbetriebnahme der A-4-Nordverlegung folgte teilweise eine Umverlegung und Rückstufung der Bundesstraßen 7, 19, 84 und 88 im Bereich Eisenach. Die alte Autobahn zwischen den ehemaligen Anschlussstellen Eisenach-West (jetzt Eisenach Weststadt) und Wutha-Farnroda wird als Kraftfahrstraße im Zuge der Bundesstraße 19 bzw. Bundesstraße 88 zur Umgehung der Ortslage Eisenach genutzt. Der daran anschließende acht Kilometer lange Streckenabschnitt Wutha-Farnroda – Sättelstädt wurde einschließlich der entbehrlichen alten Hörseltalbrücke in Sättelstädt komplett zurückgebaut und renaturiert. Das ausgebaute Fahrbahnmaterial wurde gebrochen und für die zweite Richtungsfahrbahn der Nordverlegung im Bereich zwischen der Nessetalbrücke und dem östlichen Bauende wiederverwendet. Im Gegenzug konnte sauberer Erdaushub bei der Renaturierung der alten Trasse eingebaut werden.

Auf der gesamten Strecke wurden 685.000 m² Straßenfläche neu geschaffen. 202.000 m³ Beton wurden verarbeitet. An bituminösen Stoffen waren es 73.000 Tonnen, 225.000 Tonnen Schottertragschicht sowie 894.000 Tonnen Frostschutzkies. Insgesamt mussten 3.200.000 m³ Erdmassen bewegt werden. Für den Bau der Brücken wurden 77.500 m³ Beton, 8.500 Tonnen Betonstahl 515 Tonnen Spannstahl und 5.500 Tonnen Konstruktionsstahl verarbeitet. Drei Talbrücken (Hörseltal 422 m; Nessetal 414 m und Böbertal 200 m) wurden geschaffen, fünf Überführungsbauwerke und 19 Autobahnbrücken errichtet.[15]

Der komplette Bauauftrag wurde im Rahmen einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) im September 2007 vergeben.[16] Der Ausbau der A 4 konnte als erstes von vier ÖPP-Pilotprojekten fertiggestellt werden. Der ÖPP-Vertrag sieht vor, dass der private Partner «Via Solutions Thüringen» den Neubau der Strecke zwischen den Kilometern 256,0 und 280,5 übernimmt und den insgesamt 44,7 Kilometer langen Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Gotha und der Landesgrenze Thüringen/Hessen für einen Zeitraum von 30 Jahren bewirtschaftet sowie die Finanzierung des Leistungspakets bereitstellt. Für Neubau, Betrieb und Instandhaltung des Abschnitts erhält die Via Solutions Thüringen die dort anfallende Lkw-Maut.[17]

Neutrassierung bei Jena[Bearbeiten]

Zwischen 2004 und 2009 wurde die Autobahn bei Jena sechsstreifig ausgebaut und zur Lärmminderung mit einer Lärmschutzeinhausung (Eintunnelung) versehen. Südlich der bestehenden denkmalgeschützten Saaletalbrücke entstand eine Zweitbrücke. Im Bereich von Jena-Lobeda wurde die Richtungsfahrbahn nach Dresden ebenfalls südlich 7 m tiefer neben der alten Autobahn gebaut. Nachdem die neue Saaletalbrücke und eine Hälfte des Lärmschutztunnels fertiggestellt war, wurde die alte Autobahn als Richtungsfahrbahn nach Erfurt gleichermaßen umgebaut. Die Stadtrodaer Straße (L 1077, vierstreifige Schnellstraße von der Autobahn in das Zentrum von Jena), führt nun nicht mehr unter der Autobahn hindurch, sondern über sie hinweg. Die neue, mehrspurige Brücke wurde am 30. Juni 2008 für den Verkehr freigegeben. Durch diese Baumaßnahmen konnte am 31. Juli 2008 dann auch die ehemalige Autobahnanschlussstelle mit dem neuen Namen „Jena-Zentrum“ (zuvor Jena-Lobeda) für den Verkehr wieder freigegeben werden.

Westlich von Jena soll ab Mitte 2014 (Stand: April 2012)[18] die Autobahn zwischen Magdala, Bucha und Jena-Göschwitz durch den seit September 2008 im Bau befindlichen Jagdbergtunnel geleitet werden, um das unter Naturschutz stehende Leutratal zu entlasten. Der Verkehr verläuft auf der alten Trasse aus dem Tal der Magdel über den Scheitel der Ilm-Saale-Platte durch das Leutratal hinab ins Saaletal auf je zwei Fahrstreifen ohne Standstreifen mit 6 % Steigung, was zu häufigen Staus und Unfällen führt und den wachsenden Verkehrsbedürfnissen nicht mehr gerecht wird.

Ausbau des Hermsdorfer Kreuzes[Bearbeiten]

Nach einem ersten Umbau des Hermsdorfer Kreuzes 1992 war ein weiterer Umbau und Ausbau der Hauptfahrbahnen auf jeweils drei Fahrstreifen pro Richtung ab dem Jahr 2010 vorgesehen.[19] Es ist vorgesehen, das neue Kreuz mit einer halbdirekten Rampe, die zweistreifig ausgeführt werden soll, aus Richtung Erfurt in Richtung Berlin zu überspannen, um die Verkehrsführung von Richtung Erfurt nach Berlin zu entlasten, da hier des Öfteren größere Rückstauungen auf der A 4 wegen starken Verkehrs auf der A 9 gegeben sind. Im Dezember 2010 wurde bekanntgegeben, dass sich der Ausbau bis Ende 2014/Anfang 2015 verzögern werde. Grund dafür sei eine zusätzlich in die Umbaumaßnahmen aufgenommene Brücke für Fußgänger und Radfahrer. Die Gesamtkosten sollen sich auf 43 Mio. Euro belaufen.[20] Es wird mit einer dreijährigen Bauzeit gerechnet.[21]

Besondere Ereignisse[Bearbeiten]

Unfall auf der Wiehltalbrücke 2004[Bearbeiten]

Die A 4 war nach einem Unfall auf der Wiehltalbrücke von Ende August 2004 bis zum 7. Oktober zwischen den Anschlussstellen Engelskirchen und Gummersbach gesperrt. Ein mit 32.000 Litern Treibstoff beladener Lkw war von einem Pkw touchiert worden, daraufhin die Wiehltalbrücke hinuntergestürzt und in Brand geraten. Der Lkw-Fahrer starb und die Brückenkonstruktion nahm erheblichen Schaden. Die Brücke wurde zunächst am 7. Oktober 2004 wieder eingeschränkt für den Verkehr freigegeben. Die eigentliche Reparatur begann am 28. Juni 2006 und wurde am 22. August 2006 abgeschlossen; nach der abschließenden Sanierung der Fahrbahndecke ist die Brücke wieder uneingeschränkt befahrbar.

Die Reparatur erfolgte mittels eines aufwändigen, in Deutschland erstmals angewendeten Verfahrens. Während dieser Zeit, in der unter anderem ein Brückensegment von 20 m × 31 m ausgetauscht wurde, war die Brücke voll gesperrt. Die Gesamtkosten für Reparatur und Sanierung betrugen 30 Millionen Euro. Es handelt sich damit um den bis dahin teuersten Verkehrsunfall in der Bundesrepublik Deutschland.[22][23][24]

Trivia[Bearbeiten]

Der Liedermacher Götz Widmann erwähnt die A 4 im Refrain des Liedes Zöllner vom Vollzug abhalten von 2003, in dem es heißt: Ich hab vieles ausprobiert, heut weiß ich, was mich amüsiert. Mein Sonntagnachmittagspläsier ist Zöllner vom Vollzug abhalten auf der A 4. Er bezieht sich hierbei auf den Autobahnabschnitt unmittelbar hinter der niederländisch-deutschen Grenze.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundesautobahn 4 – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Autobahnkreuz Aachen: Parkplatz Torresberg wird geschlossen. Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen, 11. Mai 2012, abgerufen am 14. Mai 2012.
  2. Holger Frenzel: Künftig schneller zur Autobahn. Freie Presse, 3. Oktober 2008, abgerufen am 16. Mai 2011.
  3. Patrick Scholl: A 50 Aachen – Düren – Köln – Wiehl – Olpe. autobahnatlas-online.de, 13. Februar 2010, abgerufen am 23. August 2010 (deutsch, englisch, 1.119 576 Besucher seit Mai 2004): „Webseite über das deutsche Autobahnnetz einschließlich verworfener Planungen“
  4. http://www.autobahngeschichte.de, aufgerufen am 1. Februar 2013
  5. Die A 4 zwischen Bad Hersfeld und Eisenach. Abgerufen am 5. September 2012.
  6. a b Die Deutschen Reichsautobahnen auf autobahn-online.de, abgerufen am 15. Mai 2010
  7. Ost-West-Autobahn wieder in Betrieb (Version vom 15. März 2006 im Internet Archive)
  8. http://www.autobahngeschichte.de/
  9. Die Verlegung der Hambachbahn auf rwe.com
  10. Verlauf von A 4, A 4 neu, Hambachbahn und Eisenbahnstrecke zwischen Düren und Kerpen auf OpenStreetMap, abgerufen am 15. Mai 2010
  11. Durch Königsdorf sollen weniger Autos. Abgerufen am 5. September 2012.
  12. a b A4-Planung: „Vor der WM ging das damals schneller“. Abgerufen am 2. Juli 2013.
  13. Frechen: Königsdorf – Entlastung der Ortsdurchfahrt Anschluss an die A 4 – Pläne werden Ende August ausgelegt Stadt Frechen – Pressestelle, zitiert in Pressemeldung-NRW.de vom 27. Juli 2009
  14. Hessen Mobil Projekte in Osthessen
  15. Autobahn 4 nun vollständig befahrbar. Abgerufen am 5. September 2012.
  16. Pressemeldung von Eurovia, 24. September 2007
  17. DEGES: A 4 Auf neuen Wegen Umfahrung Hörselberge (PDF; 3,3 MB)
  18. Jagdbergtunnel bei Jena wird erst 2014 fertig. Abgerufen am 5. September 2012.
  19. Verkehr kann nun zügig über das Hermsdorfer Kreuz rollen (OTZ, 16. Dezember 1992) (abgerufen am 7. Oktober 2011)
  20. Hermsdorfer Kreuz wird später ausgebaut
  21. Hermsdorf klagt gegen Ausbau des Hermsdorfer Kreuzes
  22. Weltpremiere an der Wiehltalbrücke. (Version vom 29. September 2007 im Internet Archive)
  23. A 4: Reparatur der Wiehltalbrücke beginnt – Vollsperrung vom 28. Juni bis 21. August. Straßen.NRW Presseinformation, 6. März 2006
  24. Ausführlicher Bericht des Landesbetriebes Straßenbau NRW über den Austausch des Brückensegmentes