Bundesautobahn 81

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Bundesautobahn 881)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/DE-A

Bundesautobahn 81 in Deutschland
Bundesautobahn 81
 European Road 41 number DE.svg European Road 54 number DE.svg
Karte
Verlauf der A 81
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Gesamtlänge: 276 km

Bundesland:

Die Bundesautobahn 81 (Abkürzung: BAB 81) – Kurzform: Autobahn 81 (Abkürzung: A 81) – zweigt am Autobahndreieck Würzburg-West von der A 3 ab und führt in südliche Richtung bis in die Nähe der schweizerischen Grenze. Das Teilstück von Stuttgart nach Singen wird häufig Bodenseeautobahn genannt. Die A 81 ist in ihrer gesamten Länge ein Teilstück der E 41 Dortmund–Altdorf (CH).

Verlauf[Bearbeiten]

A 81 bei Tauberbischofsheim

Abschnitt Würzburg–Heilbronn/Kreuz Weinsberg[Bearbeiten]

Im Norden beginnt die A 81 am Autobahndreieck Würzburg-West, das als unvollständiges Malteserkreuz ausgeführt ist (an dieser Stelle war ursprünglich ein Autobahnkreuz und Verlängerung der A 81 für die Nordumgehung Würzburgs zur A 7 geplant). Das Teilstück bis zum Kreuz Weinsberg bei Heilbronn ist vierstreifig ausgebaut. Lediglich die Aufstiege im Taubertal sind sechsstreifig. Diese Autobahn war in den 1930er Jahren geplant worden, wurde aber erst in der ersten Hälfte der 1970er Jahre verwirklicht, die Freigabe für den Verkehr war am 10. Dezember 1974. Die Strecke führt über zahlreiche hohe Talbrücken. Die höchste Brücke in diesem Abschnitt ist die Jagsttalbrücke. Zwischen Neuenstadt und dem Autobahnkreuz Weinsberg führt die A 81 durch den Tunnel Hölzern, dessen Röhren 462 und 470 Meter lang sind.

Der wenig befahrene Streckenabschnitt zwischen Würzburg und dem Kreuz Weinsberg wird auch für Testfahrten getarnter „Erlkönige“ der in der Nähe angesiedelten Automobilhersteller Porsche, Mercedes-Benz und Audi bzw. deren Ableger Mercedes-AMG und quattro GmbH genutzt. Dieser Abschnitt führt in das Autobahnkreuz Weinsberg, das aus verkehrlichen und historischen Gründen als Kleeblatt mit Tangentenlösungen ausgeführt ist. Die Eckverbindung Mannheim–Stuttgart ist das älteste Teilstück und war lange Zeit die verkehrlich wichtigste Relation. Deshalb wurde es zunächst als Direktführung gebaut. Die anderen Äste wurden später "angehängt". Heute ist insbesondere durch den vielen Lkw-Verkehr seit der Grenzöffnung zum Osten die Relation Nürnberg–Mannheim mindestens eben so bedeutend.

KZ-Mahnmal am alten Südportal des Engelbergtunnels

Abschnitt Heilbronn–Stuttgart[Bearbeiten]

Zwischen der Anschlussstelle Weinsberg und dem Dreieck Leonberg ist die Strecke schon 1938 und 1940 als Reichsautobahn-Strecke 39 fertiggestellt worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Weiterführung Richtung Mannheim gebaut. Die A 81 ist im Bereich zwischen Stuttgart und Heilbronn dem Verkehrsaufkommen entsprechend schon in den 1970er Jahren sechsstreifig ausgebaut worden. Ausnahmen waren hierbei der Abschnitt Stuttgart-Feuerbach – Autobahndreieck Leonberg mitsamt dem alten Engelbergtunnel, dessen sechsstreifiger Ausbau mit dem neuen Engelberg-Basistunnel erst in den 1990er Jahren beendet wurde. Ebenso das bis in die 1980er Jahre in Nordrichtung ebenfalls nur vierstreifig ausgebaute Teilstück von der Anschlussstelle Heilbronn-Untergruppenbach (ausschließlich) bis zum Autobahnkreuz Weinsberg.

Im Rahmen des Ausbaus wurde ein rund 1,5 Kilometer langes Teilstück zwischen Ilsfeld und Mundelsheim verlegt. Die noch vorhandenen – in den 1950er Jahren nach Reichsautobahn-Standard verlegten Betonplatten – wurden 2003 entfernt und die alte Trasse für 600.000 Euro renaturiert. Eine Initiative von Hobbyforschern, die auf einen Verzicht des teuren Abbaus drängte, um den ehemaligen Abschnitt als Denkmal zu erhalten, verlief erfolglos.[2] Der alte Verlauf ist noch als Schneise in der Natur erkennbar, teilweise mit einem Feldweg genutzt.

Südlich der Anschlussstelle Pleidelsheim gilt ein Tempolimit 120 km/h, da hier der Verkehr insbesondere durch Pendler im Großraum Stuttgart besonders dicht ist. Deshalb wurde der Seitenstreifen von der Ausfahrt Ludwigsburg-Nord bis zur Ausfahrt Ludwigsburg-Süd für den Verkehr freigegeben, so dass die Autobahn in diesem Bereich in Fahrtrichtung Süden vier nutzbare Fahrbahnen hat.

Außer der Neckarbrücke bei Pleidelsheim gibt es keine bemerkenswerten Brücken der A 81 zwischen Heilbronn und Stuttgart, allerdings sind einige Überführungen architektonisch interessant.

Bereich um Stuttgart[Bearbeiten]

Der ehemalige Engpass Engelbergtunnel (zwei zweistreifige Tunnel mit steilen Anfahrten) bei Leonberg wurde 1999 durch einen für ca. 700 Millionen DM neu gebauten etwa 3 km langen jeweils dreistreifigen Basistunnel beseitigt. Insbesondere der Lkw-Verkehr profitiert davon, da die Fahrzeuge den Berg teilweise mit 20 bis 40 km/h hinauf kriechen mussten. Dadurch sank die Kapazität deutlich unter den Wert einer normalen zweistreifigen Strecke, was auch im Pkw-Verkehr zuletzt nahezu ganztägig zu langen Staus führte.

Daimler-Werk Sindelfingen an der A 81
Vergleich des geplanten Streckennetzes der Autobahnen um Stuttgart mit der letztendlichen Durchführung

Ursprünglich war geplant, die A 81 von Leonberg aus vorbei an Renningen und Magstadt bis Gärtringen weiterzubauen. Nach langjährigen Kontroversen des Landes und der Anliegergemeinden wurde diese Planung jedoch aufgegeben.[3] Stattdessen führt der Weg nun mit einem kleinen Umweg über die A 8 zum Kreuz Stuttgart. Dieser Streckenabschnitt, auf dem zwei Autobahnen mit hohem Verkehrsaufkommen über dieselbe Strecke geführt werden, ist durch die notwendigen Fahrstreifenwechsel und eine längere Steigung trotz vier Fahrstreifen bergwärts Richtung Kreuz Stuttgart fast immer an der Grenze seiner Aufnahmekapazität.

Ab dem Kreuz Stuttgart führt die 1978 fertiggestellte Fortsetzung der Stadtautobahn A 831 als A 81 über Sindelfingen/Böblingen nach Gärtringen. Dort erinnert eine Autobahnabfahrt nach links (bei nördlicher Fahrtrichtung) an das einst geplante Vorhaben, ein Autobahnkreuz zu errichten. Alle für dieses Autobahnkreuz nötigen Brücken und Rampen wurden schon in den 1970er Jahren erbaut. Von diesem Autobahnkreuz sollte nach Nordosten die A 831 nach Stuttgart, nach Süden die A 81 zum Bodensee, nach Norden die A 81 nach Leonberg und nach Südwesten eine Autobahn oder Schnellstraße nach Nagold verzweigen.

Besonderheit auf der A 81: Autobahnausfahrt nach links. Seit 2013 gibt es eine zusätzliche Abbiegespur an dieser Stelle.

Auf den Bau der beiden letztgenannten Autobahnen wurde jedoch verzichtet. Auf den Rampen nach Südwesten wurde bereits beim Bau ein Anschluss zur Bundesstraße 14 errichtet, auf den Rampen nach Norden in den 1990er Jahren ein weiterer Anschluss an das Straßennetz. Die kuriose Links-Ausfahrt kam dadurch zustande, dass die für die durchgehende Nord-Süd-Autobahn vorgesehene Trasse stattdessen als Anschlussrampe benutzt wird, und umgekehrt die als nachrangig geplante, aber zuvor als ausgebaute B14 realisierte A 831 die Funktion der A 81 übernahm.

Abschnitt südlich von Stuttgart/„Bodenseeautobahn“ nach Singen[Bearbeiten]

Ab Stuttgart ist die A81 in südlicher Richtung mit dem Fernziel Singen beschildert. Sie wurde früher bei der Planung amtlich und wird heute immer noch bei der Bevölkerung als „Bodensee-Autobahn“ bezeichnet, da über sie schnell das bedeutende Reiseziel Bodensee, kurz hinter Singen, erreicht werden kann.

In südlicher Richtung unterquert die A 81 zwischen Gärtringen und der Anschlussstelle Herrenberg den Schönbuch durch den Schönbuchtunnel. Im weiteren Verlauf führt sie über Rottweil und Villingen-Schwenningen bis zum Autobahnkreuz Hegau bei Singen (Hohentwiel) und weiter bis Gottmadingen/Hilzingen. In diesem Abschnitt gibt es zahlreiche bemerkenswerte Brücken, wie die 127 Meter hohe Neckartalbrücke bei Horb am Neckar. Auf dem letzten Stück Richtung Schweiz hat man oft weite Sichtachsen und Sicht auf die erloschenen Hegau-Vulkane.

Derzeit endet die A 81 an der Anschlussstelle Gottmadingen an einem Kreisverkehr. Die Weiterführung zum Grenzübergang Bietingen/Thayngen erfolgt über die B 34, die als Tunnel mitten unter Bietingen hindurch an die Schweizer A4 anschließt.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Auf der Höhe von Osterburken befindet sich ein Autobahn-Flugplatz, ebenso zwischen den Anschlussstellen Oberndorf und Rottweil, da in Oberndorf einer der Lieferanten der Bundeswehr, die Waffenfabrik Heckler & Koch ansässig ist.

In der Nähe von Engen befindet sich der dritthöchste Autobahnpunkt Deutschlands mit 782 m über NN.

Die Kilometrierung der A 81 bezieht sich südlich des Weinsberger Kreuzes auf die Entfernung zum Autobahndreieck Potsdam am Berliner Ring, (ungenau) gerechnet über Nürnberg. Nördlich des Weinsberger Kreuzes wird diese Kilometrierung rückwärts weitergeführt.[4]

Ausbau[Bearbeiten]

Am 31. Juli 2009 war Spatenstich zum sechsstreifigen Ausbau der A 81 zwischen AS Böblingen/Hulb und AS Gärtringen. Nachdem schon 2002 ein dritter Streifen in Richtung Stuttgart durch Verbreiterung und Umwandlung des Standstreifens geschaffen wurde, entstanden nun in beiden Richtungen drei Fahrstreifen sowie ein Standstreifen. Nach den Vorarbeiten seit 2009 starteten am 30. Mai 2011 die Hauptarbeiten. Der auf 43,7 Millionen Euro geschätzte Ausbau wurde am 7. Mai 2013 fertiggestellt.[5][6]

Planungen[Bearbeiten]

  • Verbreiterung auf drei Streifen je Richtung zwischen AS Sindelfingen-Ost und AS Böblingen/Hulb. Das Planfeststellungsverfahren soll im ersten Halbjahr 2014[7][veraltet] beginnen. Ein Abschnitt von 850 Metern soll dabei überdeckelt werden.[8] (vordringlicher Bedarf)[9][10]
  • Ursprünglich war geplant, die A 81 im Westen um Würzburg herum und nach einem gemeinsamen Teilstück mit A 7 und A 70 weiter in Richtung Erfurt zu führen. U. a. aus politischen Gründen trägt die Verbindung der A 70 in Richtung Erfurt heute die Bezeichnung A 71. Die Westumgehung von Würzburg zwischen der A 81 und der A 70 ist jedoch weiterhin als B 26n geplant.
  • Zudem gab es in den 1970er Jahren Bestrebungen, die A 81 direkt vom Autobahnkreuz Hegau nach Konstanz weiterzuführen. Diese Planung wurde jedoch aufgegeben, und stattdessen soll die zukünftig vierstreifige B 33, die auch zeitweilig als Autobahn ‚A 881‘ geplant war, diese Funktion als „Bodenseeschnellweg“ übernehmen. Aufgrund dessen wurde von der damaligen Landesregierung Baden-Württembergs beschlossen, die A 81 „übers Eck“ in Richtung Schaffhausen weiterzuführen.
  • Es ist geplant, die A 81 in einem weiten Bogen südlich um Bietingen herumzuführen (Variante 3: „Nördlich: direkt“) und dabei die bestehende Bundesstraße 34 und die Biber jeweils mit einer Brücke zu überqueren. Im weiteren Verlauf soll die Autobahn in einem 4800 Meter langen Tunnel (davon 2000 Meter auf deutschem Gebiet) über die Bundesgrenze bis zur schweizerischen A4 kurz vor Schaffhausen-Herblingen verlaufen. Dabei wird angenommen, dass bei der Inbetriebnahme des neuen Autobahnteilstücks keine Zollämter mehr notwendig sind. Sollten dennoch Zollämter erforderlich sein, ist das deutsche Zollamt an der Verbindung zur schweizerischen A4 bei Schaffhausen-Herblingen und das schweizerische Zollamt zwischen dem derzeitigen Autobahnende bei Bietingen und der neuen Brücke über die Biber vorgesehen. Beide Zollämter sollen so gebaut und gelegt sein, dass jeweils kein Rückstau in den neuen Grenztunnel erfolgt. Eine Trassierungskonzeption des Bundeslandes Baden-Württemberg existiert hierzu bereits.[11]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hubert Krins: Bodenseeautobahn bedroht Kulturlandschaft. Zur Trassenführung beim ehemaligen Kloster Salem. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 4. Jg. 1975, Heft 1, S. 22–24 (PDF) [nicht ausgewertet]
  • Klaus Schefold, Alois Neher (Hrsg.): 50 Jahre Autobahnen in Baden-Württemberg. Eine Dokumentation. Im Auftrag des Autobahnamtes Baden-Württemberg. Autobahnamt Baden-Württemberg, Stuttgart 1986.
  • Der Bundesminister für Verkehr. Der Minister für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr Baden-Württemberg (Hrsg.): Bundesautobahn A 81 Stuttgart – Singen. Minister für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr Baden-Württemberg, Stuttgart 1978.
  • Landesamt für Straßenwesen Baden-Württemberg (Hrsg.): Bundesautobahn A 81 Hilzingen – Gottmadingen. Weka-Verlag, Kissing 1990.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundesautobahn 81 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Streckenbeeinflussungsanlage A81 Leonberg bis Mundelsheim
  2. Hans Georg Frank: Hobbyforscher kämpft um den letzten Originalabschnitt der Reichsautobahn. In: Südwest Presse vom 23. April 2003
  3. http://www.autobahn-online.de/ehem/a81.html
  4. | Darstellung der A 81 auf autobahn-online.de
  5. Großbaustelle verschärft den Stau auf der A81
  6. A-81-Teilstück eingeweiht
  7. http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.boeblingen-und-sindelfingen-hohe-huerde-fuer-a-81-deckel-genommen.d2f5bd60-c961-448b-958d-f7fa501856f9.html
  8. A 81 Anschlussstelle Sindelfingen-Ost – Anschlussstelle Böblingen-Hulb
  9. Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: Neubau und Erweiterung von Bundesautobahnen gemäß Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen, lfd. Nr. 81/1 und 81/2 (PDF; 1,1 MB)
  10. Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: A 81, Sechsstreifige Erweiterung zwischen Böblingen/Hulb und Sindelfingen-Ost, Nr. 197/2009
  11. Gemeinde Gottmadingen: Planungsstudie Verbindung A 81–N4 südlich von Bietingen (PDF; 28 kB)