Bundesautobahn 96

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Bundesautobahn 96 in Deutschland
Bundesautobahn 96
 European Road 43 number DE.svg European Road 54 number DE.svg
Karte
Verlauf der A 96
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Gesamtlänge: 172,5 km

Bundesland:

Ausbauzustand: vierstreifig
(vor München sechsstreifig)
mit je einer Richtungsfahrbahn
Bundesautobahn 96 bei zwischen Aichstetten und Leutkirch-West
Bundesautobahn 96 bei zwischen Aichstetten und Leutkirch-West

Die Bundesautobahn 96 (Abkürzung: BAB 96) – Kurzform: Autobahn 96 (Abkürzung: A 96) beginnt an der Staatsgrenze bei Lindau am Bodensee und endet in München. Sie hat eine Länge von 172,5 km. Sie verbindet die Bodenseeregion, die Ostschweiz und Vorarlberg mit dem Fünfseenland und dem Großraum München.

Strecke[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

Von Lindau bis Memmingen ist die A 96 ein Teil der Europastraße 43, sowie von Sigmarszell bis München Teil der Europastraße 54. An der Anschlussstelle Landsberg am Lech-West endet der autobahnähnliche, vierstreifige Ausbau der Bundesstraße 17, welche ein Teil der verworfenen Planung der A 91 ist.

Die Streckenführung der A 96 verläuft mit Ausnahme der Umfahrung Mindelheim zwischen Erkheim und Bad Wörishofen und des Abschnitts von Memmingen bis zur Iller fast exakt auf der ehemaligen Trasse der Bundesstraße 18 (Abschnitt Lindau–Buchloe) beziehungsweise der Bundesstraße 12 (Abschnitt Buchloe–München), so dass diese Straßen infolge des schrittweisen Ausbaus der Autobahn seit den 1970er-Jahren nach und nach durch die A 96 ersetzt wurden. Von Wangen-Nord bis zur österreichischen Grenze sowie zwischen Leutkirch-West und Memmingen-Ost und von der Ausfahrt Erkheim bis zur Ausfahrt Bad Wörishofen wurde die A 96 mit dem Kohlbergtunnel (zwischen Erkheim und Stetten (Schwaben)) komplett neu gebaut.

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Es fehlen Belege, wonach die Trasse nicht durch den Kohlberg gebaut werden sollte.

Die jetzige Trassenführung der A 96 durch den Kohlberg im Landkreis Unterallgäu sei nicht durchsetzbar gewesen, ohne dass 1987 der Ausbau der B 18 in Aussicht gestellt wurde. Wahrscheinlich hätte man dann die Trasse über die B 18 geführt mit Umgehung von Kammlach.

Im Dreieck München-Südwest beginnt und endet in der A 96 der Autobahnring München A 99. Die Münchener Stadteinfahrt der A 96 war in früheren Jahren ab dem heutigen Dreieck München-Südwest als A 997 geplant.

Streckenverlauf[Bearbeiten]

Die A 96 beginnt als Weiterführung der österreichischen Rheintal/Walgau-Autobahn A14 (kommend vom Übergang der Arlberg Schnellstraße S 16 bei Bludenz über Feldkirch, Bregenz durch den Pfändertunnel bis zur deutsch-österreichischen Grenze in der Nähe des bei Hörbranz) bei Lindau am Bodensee in Bayern. Richtung Norden erreicht die Autobahn nach acht Kilometern das Bundesland Baden-Württemberg. In nordöstlicher Richtung folgen die Städte Wangen im Allgäu und Leutkirch im Allgäu. Die Strecke überquert im weiteren Verlauf die Iller und erreicht damit wieder Bayern. Im weiteren Verlauf erreicht die A 96 das Autobahnkreuz Memmingen, in dem die Bundesautobahn 7 gekreuzt wird. Die Hauptfahrrichtung führt hierbei auf die A 7 Richtung Ulm. Die A 96 nach München zweigt hier ab.

Einmündung der A 96 in den Mittleren Ring in München

Die Strecke verläuft weiter an Memmingen vorbei. Es folgen Mindelheim, Buchloe (Einmündung der Bundesstraße 12) und Landsberg am Lech mit Deutschlands größtem Kreisverkehr (Kreuzung der Bundesstraße 17). Nördlich am Ammersee vorbei führend erreicht die A 96 bei Germering die Bundesautobahn 99 (Münchner Ring) und das Stadtgebiet München. Die Bundesautobahn 96 endet in München am Mittleren Ring im Stadtteil Sendling-Westpark.

Ingenieurbauwerke[Bearbeiten]

Pfeiler der Talbrücke Obere Argen
Buxachtalbrücke

Der Ingenieur Gerhard Pahl hat an der A 96 zwischen Memmingen und Mindelheim vier Brücken geplant und dadurch den Deutschen Brückenbaupreis erhalten.

Auf dem Gemeindegebiet von Wangen im Allgäu überquert die A 96 auf der Talbrücke Obere Argen das Tal der Obere Argen auf einer Schrägseilbrücke (Lage47.642919449.74694722). Die Brücke wurde zwischen 1985 und 1990 erbaut. Als verantwortlicher Architekt zeichnete Hans Kammerer verantwortlich. Für den Amtsentwurf und die Statische Prüfung war die Firma Schlaich, Bergermann und Partner sbp GmbH verantwortlich. Die bauausführenden Firmen waren Dyckerhoff & Widmann AG und Walter Bau AG. Die Breite der Brücke beträgt 29 Meter, die Gesamtlänge 730 Meter bei einer Hauptspannweite von 250 Meter Meter. Die Brücke hat einen Krümmungsradius von 3000 Meter. Der Pylon ist 55 Meter hoch. Die Seile, der Pylon und die Fahrbahnträger bestehen aus Stahl.

Ebenfalls auf dem Gemeindegebiet von Wangen im Allgäu befindet sich der Tunnel Herfatz (Lage47.711129.8179). Der Tunnel ist 440 Meter lang.

Auf dem Gemeindegebiet von Buxheim überquert die Buxachtalbrücke das Tal der Buxach auf einer Hohlkastenbrücke (Lage47.9894222210.13598611). Die Brücke wurde 1987 erbaut. Die bauausführende Firma war Josef Hebel GmbH & Co. KG. Die Gesamtlänge der Brücke beträgt 310,4 Meter bei einer Hauptspannweite von 46,8 Meter Meter. Die Überbaubreite der Brücke beträgt 12,65 Meter. Das Bauwerk hat einen Brückenfläche von 3930 Quadratmeter auf sieben Feldern. Der Fahrbahnträger besteht aus Stahlbeton. Die Kosten für die Brücke betrugen 7,8 Mio. DM (entspricht heute 6,579 Mio. Euro).

Auf dem Gemeindegebiet von Erkheim befindet sich der Kohlbergtunnel (Lage48.037510.382). Die beiden Röhren des Tunnels wurden 1994 erbaut und haben eine Durchfahrtshöhe von 4,8 Meter. Die Länge des Nordtunnels (Richtung Lindau) beträgt 602 Meter, die des Südtunnels (Richtung München) 598 Meter. Die Adaptationsbeleuchtung hat eine Stärke von 136 cd/m², die Tagbeleuchtung 4,0 cd/m², Nachtbeleuchtung 0,5 cd/m². Im Tunnel befinden vier CO- und vier Trübsichtmessgeräte sowie zwei Nebelerfassungsmessgeräte. Sechs Notrufkabinen sind im Tunnel ebenso vorhanden wie automatische Melder der Brandmeldeanlage. Vor jedem Portal befindet sich eine Schranken- und Ampelanlage. Der Tunnel besitzt eine Betriebszentrale mit zwei Rückhaltebecken sowie eine 20 kV-Mittelspannungsanlage mit einem 400 kVA-Trafo, einer Niederspannungshauptverteilung und einem 147 kVA-Trafo. Bei Unterbrechung der Netzstromversorgung kann die 20 kVA-USV-Anlage den Betrieb 10 Minuten aufrechterhalten. Des Weiteren besitzt die Betriebszentrale eine Schaltanlage sowie eine Zentralsteuerung mit Außenstelle bei den Autobahnmeistereien Memmingen und Mindelheim. Die Gesamtbaukosten des Tunnels betrugen 26 Mio. DM (entspricht heute 18,02 Mio. Euro).[1]

Auf dem Gemeindegebiet von Eching am Ammersee befindet sich der Echinger Tunnel (Lage48.077411.11504). Der aus Stahlbeton bestehende Tunnel wurde 1995 erbaut und ist 400 Meter lang und 24,6 Meter breit. Für den Amtsentwurf zeichnete die Firma PSP Beratende Ingenieure, für die Tragwerksplanung die Firma Kling Consult verantwortlich. Die bauausführende Firma war Universale Bau GmbH. Die Gesamtkosten des Tunnels betrugen 37,7 Mio. DM (entspricht heute 25,42 Mio. Euro).

Zwischen Eching am Ammersee und Inning am Ammersee überquert die A 96 die Amper auf einer Bogenbrücke aus Stahl (Lage48.0786444411.12871944). Die Stabbogenbrücke mit Stahlverbundfahrbahn ist 70 Meter lang, 16,5 Meter breit und wiegt zirka 700 Tonnen[2]. Die bauausführende Firma war Maurer Söhne GmbH & Co. KG.

Auf dem Gemeindegebiet von Wörthsee befindet sich der 1998 erbaute Etterschlager Tunnel (Lage48.084711.2011). Der Tunnel ist 500 Meter lang und hat eine Durchfahrtshöhe von 4,6 Meter. Er besteht aus zwei Röhren wurde in offener Bauweise errichtet und hat ein Rechteckprofil mit je zwei Fahrstreifen à 3,75 Meter Breite, je einem Standstreifen mit 1,5 Meter Breite und je einem Notgehweg à 1,0 Meter Breite. An der Nordröhre befindet sich ein Fluchttreppenhaus ins Freie. Die Adaptationsbeleuchtung hat eine Stärke von 200 cd/m², die Tagbeleuchtung 3,0 cd/m², Nachtbeleuchtung 0,5 cd/m². Im Tunnel befinden zwei CO- und zwei Trübsichtmessgeräte sowie ein Strömungsmessgerät. Vier Notruf-, zwei elektronische und 18 CO-Warnschilder sind im Tunnel ebenso vorhanden wie automatische Melder der Brandmeldeanlage. Die Löschwasserleitung ist als Trockenleitung ausgelegt. Vor jedem Portal befindet sich eine Ampelanlage. Der Tunnel besitzt eine Betriebszentrale mit Rückhaltebecken nebst Pumpenanlage und automatischer Pumpensteuerung, sowie eine 20 kV-Übergabestation des Energieversorgers E.ON Bayern, einer Niederspannungshauptverteilung und einer Notstromdiesel-Einspeisemöglichkeit. Bei Unterbrechung der Netzstromversorgung kann die 30 kVA-USV-Anlage den Betrieb 30 Minuten aufrechterhalten. Des Weiteren besitzt die Betriebszentrale eine Schaltanlage sowie eine Zentralsteuerung mit Außenstelle bei der Autobahnmeisterei Inning und der Verkehrsrechnerzentrale München-Freimann.[3] Für die Objekt- und Tragwerksplanung zeichnete das Ingenieurbüro EDR GmbH verantwortlich.

Auf dem Gemeindegebiet von Gräfelfing befindet sich der Tunnel Gräfelfing (Lage48.12857511.4292). Der Tunnel ist 280 Meter lang und unterquert neben der dortigen Bebauung die Bahnstrecke München–Garmisch-Partenkirchen und den S-Bahnhof Lochham (S-Bahn München).

Es gibt noch zahlreiche weitere Brücken über die A 96 oder Brücken der A 96 über Straßen und Gewässer.

Geschwindigkeitsbegrenzung[Bearbeiten]

Im westlichen Teil der A 96 besteht größtenteils keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Im Bereich der Umfahrung Landsberg am Lech ist die Geschwindigkeit auf 120 km/h, im Großraum München auf 100 km/h und im Stadtgebiet München auf 80 km/h begrenzt.

Ebenfalls gilt im Kohlberg-, Echinger und im Etterschlager Tunnel eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Diese war anfangs auf 80 km/h festgesetzt. Ende der 2000er Jahre wurde im Echinger und im Etterschlager Tunnel auf 100 km/h erhöht. Im Tunnel Herfatz gilt nach der Sanierung seit 22. Oktober 2014 wieder Tempo 100.

Bedeutung der Autobahn innerhalb des Fernstraßennetzes[Bearbeiten]

Die A 96 verbindet den südwestbayerischen Raum mit dem westlichen Österreich, der östlichen Schweiz, Liechtenstein und Italien. Ebenso wird über die Verbindung mit der A 7 Richtung Würzburg der Bodenseeraum Richtung Norden angebunden.

Der Ammersee im Fünfseenland wird über die Anschlussstellen Greifenberg (Ammersee-Westufer) und Inning am Ammersee (Ammersee-Ostufer) angebunden. Er zählt zu den beliebtesten Tourismuszielen Bayerns und auch zu den bevorzugten Naherholungsgebieten der Augsburger und Münchner Bevölkerung. Aus den beiden jeweils nur rund 50 km entfernten Ballungszentren kommt es an schönen Wochenenden zu starkem Ausflugsverkehr über die A 96.

Geschichte[Bearbeiten]

Bau der Autobahn[Bearbeiten]

Weite Strecken der Verbindung Lindau – München verlaufen auf den ehemaligen Trassen der Bundesstraße 12 und Bundesstraße 18. Diese waren bis in die 1960er Jahre wenig ausgebaut. Dies änderte sich mit dem Bau zahlreicher Ortsumgehungen.

Bereits in den 1930er Jahren war geplant, die Verbindung von München nach Lindau als Autobahn auszubauen. Die Trassenführung sollte den direkten Weg, südlich am Ammersee vorbei, über Kempten nach Lindau nehmen. Die Planungen nach dem Zweiten Weltkrieg sahen die Verbindung nach München dann allerdings über die Voralpenautobahn A 98 und die A 95 vor.

Autobahnkreuz Memmingen

Die A 96 war zunächst nur bis Memmingen als Anbindung an die Autobahn nach Würzburg geplant. Dies ist heute noch am Autobahnkreuz Memmingen mit der A 7 zu erkennen. Als 1980 die Planungen der A 98 aufgrund der enormen Kosten, des nicht ausreichend nachweisbaren Bedarfs und fehlender Akzeptanz aufgegeben wurden, wurde der Ausbau der Strecke zwischen Memmingen und München vorangetrieben.

Die Netzkonzeption aus den 1960er Jahren sah für die Trasse der A 96 als Verbindung zwischen Lindau und Ulm eine weiter westlich der heutigen verlaufenden Trasse vor. Zusätzlich sollte die B 18 ausgebaut werden. 1974 wurden die beiden Pläne zusammengelegt und die B 18 sollte zur A 96 ausgebaut werden.

Im Zuge der Vorbereitungen auf die Olympischen Sommerspiele 1972 wurde die A 96 bis kurz hinter Oberpfaffenhofen gebaut, bis Germering (damals noch Anschlussstelle Unterpfaffenhofen) sechsstreifig. Bis zum Lückenschluss begann der Kilometer 0,0 in München. Dieses Teilstück wurde zuerst vierstreifig als B 12 neu ausgebaut. Nach der Fertigstellung bekam diese ehemalige B 12 neu im Bereich München-Sendling bis München-Blumenau innerhalb der Landeshauptstadt München den Straßennamen Ammerseestraße, der bis heute beibehalten wurde. Auch deshalb und weil die A 96 am nördlichen Ende des Ammersees vorbeiführt, wird die A 96 auch Ammerseeautobahn genannt.

Bis 1979 wurde die Umfahrung von Landsberg am Lech (ebenfalls als B 12 neu) fertiggestellt. Bei Memmingen wurde eine Fahrbahn schon 1978 fertiggestellt (als B 18 neu), die zweite kam 1990 dazu. 1980 wurde das kurze Stück von Lindau zur Bundesgrenze fertiggestellt.

Im Jahr 1988 wurde ein 3,5 Kilometer langer Abschnitt von Landsberg am Lech Richtung München eröffnet, der Abschnitt in die andere Richtung bis Jengen wurde 1989 freigegeben. Ein Jahr später folgten die Abschnitte von Bad Wörishofen bis Mindelheim und von Landsberg am Lech-Ost weiter zirka vier Kilometer Richtung Osten.

Daraufhin wurden die bereits autobahnähnlich ausgebauten Teilstücke zur A 96 hochgestuft. 1994 wurde die Umfahrung von Mindelheim mit Kohlbergtunnel bis kurz vor Erkheim und östlich von Landsberg am Lech bis Schöffelding fertiggestellt. 1996 folgte der Abschnitt bis Inning am Ammersee mit dem Echinger Tunnel. Ab 1998 war die A 96 mit Fertigstellung des Etterschlager Tunnels und der Fortführung der Autobahn bis Germering auf der oberbayerischen Seite durchgehend befahrbar.

2002 folgte der Abschnitt Jengen–Bad Wörishofen, ehe es im Juli 2008 an das Teilstück zwischen Memmingen und Erkheim anschloss. Die Bauarbeiten des Teilstückes Memmingen-Ost und Erkheim begannen im Jahre 2004.

Der Abschnitt zwischen Holzgünz und Erkheim wurde im November 2007 fertiggestellt. Die Bauarbeiten für das 12,3 Kilometer lange Teilstück zwischen Memmingen-Ost und Holzgünz begann im Oktober 2004, und wurde am 8. Juli 2008 abgeschlossen. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 56 Millionen Euro.

Der Ausbau des letzten Teilstücks zwischen Wangen-Nord und Leutkirch-Süd hatte am 21. Oktober 2005 begonnen und wurde am 23. November 2009 fertiggestellt. Die Kosten für diesen Abschnitt beliefen sich auf 75 Millionen Euro. Damit war das letzte verbliebene Teilstück der B 18 ersetzt und die Bundesautobahn 96 fertiggestellt.

2005 wurde im Zuge des Anschlusses der A 99 der Bereich des heutigen Autobahndreieckes München-Südwest geringfügig umgebaut. Im Einmündungsbereich fiel in beiden Fahrtrichtungen der dritte Fahrstreifen weg. Östlich des Dreiecks entstand die Ausfahrt München-Freiham-Süd. Ein weiterer Umbau wurde Ende der 2000er Jahre im Bereich der Anschlussstelle Landsberg am Lech-West vorgenommen. Hier entstand mit dem Anschluss der autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraße 17 Deutschlands größter Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 330 Metern.

Betrieb der Autobahn[Bearbeiten]

A 96 bei Bad Wörishofen

Den Betriebsdienst der Autobahn übernehmen seit 1994 zwei Autobahnmeistereien bei Mindelheim und in Inning am Ammersee. Beide Meistereien verfügen über eine große und eine kleine Kfz-Halle, einer Salzhalle und dem Wohngebäude für den Straßenmeister. Diese sind für die Streckenwartung durch regelmäßige Kontrollfahrten, Winterdienst, Mäharbeiten und Wartung der Verkehrszeichen verantwortlich.

Von März bis November 2009 ist der Kohlbergtunnel für 14 Millionen Euro sicherheitstechnisch nachgerüstet worden. Dazu baute man eine leistungsfähige Löschwasserversorgung und eine neue Belüftungsanlage ein. Die Beleuchtung wurde getauscht und die Innenwände wurden saniert und hell beschichtet. Die Fluchtwegsbeschilderung wurde verbessert. Des Weiteren installierte man neue Videokameras. Die Kommunikation mit dem Verkehrsteilnehmer wird mittels Sprechverbindungen in den Notrufnischen, Lautsprecheranlage und Einrichtungen zur Einspeisung in zwei Verkehrsfunksender sichergestellt. Die Brandmeldeanlage hat neue und verbesserte Melder erhalten.[4]

Nachdem an den Brückenseilen der Talbrücke Obere Argen Schäden am Korrosionsschutz festgestellt wurden, wurde 2011 und 2012 eine neue Beschichtung der Seile durchgeführt. Während an der Unterseite der Brücke die Korrosion entfernt und der Korrosionsschutz neu aufgetragen wurde, wählte man auf der Oberseite der Brücke ein neues Verfahren als Pilotprojekt. Dabei umwickelte man die Seile einschließlich der vorhandenen Beschichtung mit Butylkautschukbändern, die von Wickelmaschinen und Industriekletterer aufgebracht wurden. Des Weiteren wurden die Schutzeinrichtungen im Mittelstreifen verbessert. Die Kosten betrugen 2,5 Mio. Euro (entspricht heute 2,55 Mio. Euro) und werden von der Bundesrepublik Deutschland getragen.[5][6]

Von 2012 bis 2014 wird der Tunnel Herfatz zur Erhaltung der Verkehrssicherheit modernisiert. In einem ersten Bauabschnitt wurde 2012 das Betriebsgebäude für die Löschwasserbevorratung und Druckerhöhungsanlage sowie für das Löschwasserrückhaltebecken um Rohbau erweitert. Zudem wurde eine Behelfsstraße errichtet, damit im Notfall die Fahrzeuge abgeleitet werden können. In den weiteren Schritten wird die Technik im Tunnel den aktuellen Vorschriften angepasst. Dazu zählen die Entlüftung, die Beleuchtung, die Wärmewechsler und die Fluchtwege. 2013 erfolgte die Sanierung der Röhre Richtung München, im Jahr 2014 wird die Röhre in Fahrtrichtung Lindau saniert. Die Kosten von rund 6,7 Mio. Euro werden von der Bundesrepublik Deutschland getragen.[7][8][9]

Weitere Planungen[Bearbeiten]

Baumaßnahmen Etterschlager Tunnel 2015[Bearbeiten]

Die Pläne für den Etterschlager Tunnel wurden 2011 von der Autobahndirektion Südbayern vorgestellt. Es müssen größere Abfluss- und Löschwasserleitungen eingebaut werden. Da hierzu die Fahrbahndecke aufgerissen werden muss, ist eine komplette Sperrung jeweils einer Tunnelröhre notwendig.

Da die Röhren nur 26 Meter breit sind, müsste das gesamte Verkehrsaufkommen in einer Röhre bei nur jeweils einer Richtungsfahrbahn abgewickelt werden. Der daraus entstehende volkswirtschaftliche Schaden würde sich auf 50 Mio. Euro belaufen. Deshalb wird oberirdisch eine zweistreifige provisorische Richtungsfahrbahn nach München für rund 10 Mio. Euro errichtet. Durch die jeweils geöffnete Röhre des Tunnel verläuft die zweistreifig die Richtungsfahrbahn nach Lindau. Für die kreuzenden Staats- und Gemeindestraßen werden Behelfsbrücken errichtet.

Die Sanierung soll parallel zur Sanierung des Echinger Tunnels vom Frühjahr bis zum Herbst 2015 durchgeführt werden.[10][11]

Baumaßnahmen Echinger Tunnel 2015[Bearbeiten]

Auch der Echinger Tunnel wird 2015 modernisiert. Es werden zwei Fluchttreppenhäuser und weitere Notrufnischen mit Löschwasserversorgung geplant. Dazu soll neben dem Betriebsgebäude ein Löschwasserbehälter errichtet werden.

In Fahrtrichtung Lindau wird die jeweils freie Röhre zweistreifig verwendet. Für die Fahrtrichtung München wird die parallel laufende Staatsstraße 2070 (ehemalige B 12) verwendet. Als Ersatz der Staatsstraße wird eine provisorische Straße errichtet.

Anders als beim Etterschlager Tunnel stellt die Straßenführung die Planer aufgrund der Bebauung vor größere Herausforderungen. Eine gegründete Bürgerinitiative vertritt die Belange der Echinger Bürger. Es fanden bereits mehrere Informationsveranstaltungen statt. Auf einer Veranstaltung am 28. November 2012 konnten sich die Bürger für eine der vorgeschlagenen Varianten zur Verkehrsführung entscheiden. Nach dieser Entscheidung wird die Ersatz-Fahrbahn der Autobahn in Eching mittels einer zirka 400 Meter langen Brücke über einen Kreisverkehr geführt. An der Südseite der Ersatz-Fahrbahn wird eine zirka drei Meter hohe Lärmschutzwand errichtet.

Die bauvorbereitenden Maßnahmen sollen im Sommer 2014 beginnen[veraltet]. Der Umbau im Tunnel soll vom Frühjahr bis Herbst 2015 im ganztägigen Baubetrieb stattfinden. Im Anschluss soll noch im Herbst 2015 der Rückbau beginnen und spätestens im Frühjahr 2016 beendet werden.[11]

Tunnelverlängerung Gräfelfing[Bearbeiten]

Aufgrund der gestiegenen Verkehrszahlen der A 96 im Gemeindegebiet Gräfelfing (Steigerung 2010 zu 2005 um 34 %[12]) hat die Gemeinde Gräfelfing 2010 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben um einen besseren Lärmschutz zu gewährleisten. Nach der Grundlagenermittlung mit einem Zwischenbericht an den Bürgermeister am 27. Oktober 2010 wurden verschiedene Varianten erstellt, die dem Gräfelfinger Bauausschuss am 5. Mai 2005 vorgestellt wurden. Im Anschluss folgte die Bewertung und eine Infoveranstaltung im Bürgerhaus am 14. Dezember 2011. Im Jahr 2012 wurde eine Empfehlung erarbeitet. Es folgte ein Zwischenbericht am 24. April 2012 und der Abschlussbericht am 24. August 2012 im Gemeinderat. Einer Breiten Öffentlichkeit wurde die Machbarkeitsstudie am 25. Oktober 2012 vorgestellt.

Für den Bereich westlich des Tunnels Gräfelfing wurden vier Varianten untersucht. Die Studie sprach sich für eine lärmtechnische Optimierung des westlichen Tunnelportals aus. Östlich des Tunnels Gräfelfing wurden ebenfalls vier Varianten untersucht. Hier empfahl die Studie den bestehenden Tunnel um 807 Meter zu verlängern. Daran anschließend eine Galerie Süd (Fahrtrichtung München), einen weiteren Tunnel mit 79,5 Meter Länge und eine Galerie Nord (Fahrtrichtung Lindau) mit 453 Meter Länge zu errichten.

Der Bau der Projektes dauert 10 bis 15 Jahre. Die Herstellungskosten belaufen sich laut Machbarkeitsstudie auf zirka 165 Mio. Euro. Aus Erlösen von Grundstücksverkäufen könnten zirka 98 Mio. Euro aufgebracht werden. Es verbleibt ein Restbetrag von 66 Mio. Euro. Da dieser Betrag noch nicht finanziert ist, ist ungewiss, wann der Bau erfolgen wird.[13][14]

Rastanlagen[Bearbeiten]

Rastplatz bei Leutkirch

Zwischen den Anschlussstellen Landsberg am Lech-West und Landsberg am Lech-Nord befindet sich die im Mai 1996 eröffnete beidseitig bewirtschaftete Rastanlage Lechwiesen. Entlang der Strecke gibt es zusätzlich mehrere Parkplätze, teilweise mit WC-Gebäude.

Südlich des Autobahnanschlusses Wangen-West befindet sich auf den Rastplätzen Ettenweiler und Humbrechts ein geologischer Lehrpfad. Die unmittelbar an der A 96 aufgestellten Findlinge wurden beim Bau der Autobahn (1987-1989) in einer Grundmoräne des Rheingletschers zwischen der Oberen und Unteren Argen geborgen. Schwere Baumaschinen machten es möglich, die freigelegten Felsblöcke auf beiden Rastplätzen zu sammeln und je nach ihrer Herkunft gesteinskundlich zu katalogisieren. Reisende, die dort anhalten, erwarten spannende Einblicke in das Eiszeitgeschehen am Bodensee.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Schefold, Alois Neher (Hrsg.): 50 Jahre Autobahnen in Baden-Württemberg. Eine Dokumentation. Im Auftrag des Autobahnamtes Baden-Württemberg. Autobahnamt Baden-Württemberg, Stuttgart 1986.
  •  Roland Gabriel, Wolfgang Wirth: Mitten hindurch oder außen herum ?. Die lange Planungsgeschichte des Autobahnrings München. Verlag Franz Schiermeier, München 2013, ISBN 978-3-943866-16-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundesautobahn 96 – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Pfändertunnel

Augsburger Allgemeine VOL.at SWR Bayerischer Rundfunk http://derstandard.at/1371171563300/Beide-Roehren-des-Pfaendertunnels-bei-Bregenz-nun-voll-befahrbar Schwäbische Zeitung ORF TV Allgäu Allgäuer Zeitung Allgäuer Zeitung Viedeo Augsburger Allgemeine

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. GBI Gackstatter Beratende Ingenieure GmbH: Kohlbergtunnel Mindelheim. In: gbi.eu. Abgerufen am 1. Dezember 2012 (Referenz des Fachplaners für die technische Gebäude- und Tunnelausrüstung).
  2. Autobahnbrücke über die Amper bei Eching am Ammersee. Maurer Söhne GmbH & Co. KG, abgerufen am 1. Dezember 2012 (PDF-Datei (0,11 MB), Referenz der bauausführenden Firma).
  3. GBI Gackstatter Beratende Ingenieure GmbH: Tunnel Etterschlag, A 96. In: gbi.eu. Abgerufen am 1. Dezember 2012 (Referenz des Fachplaners für die technische Gebäude- und Tunnelausrüstung).
  4. A96: Kohlbergtunnel nach monatelangen Bauarbeiten freigegeben. In: augsburger-allgemeine.de. Augsburger Allgemeine, 6. November 2009, abgerufen am 11. Februar 2012 (Zeitungsartikel).
  5. Regierungspräsidium Tübingen: Erneuerung der Pylonseilbeschichtung und Einbau einer lärmgedämmten Übergangskonstruktion bei der Talbrücke Obere Argen. In: rp-tuebingen.de. 29. Juni 2012, abgerufen am 1. Dezember 2012 (Amtliche Pressemitteilung).
  6. Geiger Unternehmensgruppe: Talbrücke Obere Argen. Abgerufen am 1. Dezember 2012 (Referenz der bauausführenden Firma).
  7. A 96 Lindau - München: AS Wangen-West - AS Wangen-NordBetriebstechnische Nachrüstung Tunnel Herfatz. Erweiterung Betriebsgebäude und Bau einer Löschwasserrückhaltung. In: rp-tuebingen.de. Regierungspresidium Tübingen, 6. Juni 2012, abgerufen am 1. Dezember 2012 (Amtliche Pressemitteilung).
  8. Nachrüstung des Tunnels Herfatz auf der A 96. In: suedkurier.de. Südkurier, 8. Juni 2012, abgerufen am 1. Dezember 2012 (Zeitungsartikel).
  9. Jan Peter Steppat: Tunnel wird zur Dauerbaustelle. schwaebische.de, 14. Juni 2012, abgerufen am 1. Dezember 2012 (Zeitungsartikel).
  10. Christine Setzwein: Autobahntunnel sollen sicherer werden. Fehlende Fluchtwege, überschwemmte Fahrbahnen. süddeutsche.de, 4. August 2011, abgerufen am 29. November 2012 (Zeitungsartikel).
  11. a b Bürgerversammlung am 24. April 2013 (abgerufen am 31. März 2014)
  12. Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern: Straßenverkehrszählung 2010/2005. In: baysis.bayern.de. 2010, abgerufen am 1. Dezember 2012 (Amtliche Zahlen).
  13.  Markus Staller und Andreas Langer, Suess Staller Schmitt Ingenieure GmbH (Hrsg.): Machbarkeitsstudie Tunnelverlängerung Präsentation zur Bürgerversammlung am 25.10.2012. Gräfelfing 25. Oktober 2012 (Machbarkeitsstudie, PDF-Datei; 8,42 MB, abgerufen am 1. Dezember 2012).
  14. Lärmschutz an der A 96: Tunnel-Vision für 165 Millionen Euro. merkur-online.de, 26. Oktober 2012, abgerufen am 1. Dezember 2012 (Zeitungsartikel).