Bundesgymnasium Blumenstraße

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Bundesgymnasium Blumenstraße
Schulform Bundesgymnasium
Gründung 1895
Ort Bregenz
Bundesland Vorarlberg
Staat Österreich
Koordinaten 47° 29′ 56,3″ N, 9° 44′ 26,4″ O47.4989833333339.7406583333333Koordinaten: 47° 29′ 56,3″ N, 9° 44′ 26,4″ O
Träger Republik Österreich
Schüler 978
Lehrkräfte 97
Leitung Klemens Voit
Website www.bgblumenstraße.at

Das Bundesgymnasium Blumenstraße (BG Blumenstraße) ist ein österreichisches Bundesgymnasium in der Vorarlberger Landeshauptstadt Bregenz. An der Schule existiert sowohl eine Ober- als auch eine Unterstufe, womit Schüler von 10 bis 18 Jahren unterrichtet werden und im Rahmen der Oberstufenausbildung auch die Matura erwerben können.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Idee eines Bregenzer Gymnasiums hatte es in den 1870-90er Jahren schwer, da sich in diesen Jahren die vormals tonangebenden Liberalen und die dann erstarkenden Katholisch-Konservativen im Bildungssektor ideologisch bekämpften. Im Gegensatz zum Landtag war die Bregenzer Stadtvertretung liberal geprägt. Vor allem diese städtischen Liberalen wollten auch in Bregenz ein Gymnasium haben, den liberalen Idealen gemäß staatlich und nicht-konfessionell, was im Widerspruch zu den Katholisch-Konservativen stand, die sogar die Aufhebung der Maigesetze, die die Kirche aus dem Bildungswesen aussperrte, und die Organisation der Vorarlberger Volksschulen allein durch die Kirche forderte. Der später zum Ehrenbürger ernannte liberale Bregenzer Bürgermeister Josef Huter sprach beim Kaiser vor und rang der Stadt die Verpflichtung ab, den Aufbau eines Gymnasiums finanziell und mit Räumlichkeiten zu unterstützen. Bedenken des zuständigen Ministeriums, dass ein neu errichtetes Gymnasium in Bregenz eine Konkurrenz zu einem bereits bestehenden Feldkircher Gymnasium darstellen würde, verhinderten die Realisierung des Projekts.

Da die Errichtung eines staatlichen Gymnasiums vorerst nicht möglich war, wurde am 30. September 1895 ein privat geführtes Gymnasium ohne Öffentlichkeitsrecht eingeweiht. Im Juni 1896 wurde ein „Verein zur Unterstützung dürftiger Schüler des Communal-Gymnasiums Bregenz“ gegründet. Diese Vorläuferorganisation des Elternvereins unterstützte allerdings nur gute und brave Schüler. In den folgenden Jahren wurde das Öffentlichkeitsrecht schrittweise auf die gesamte Unterstufe ausgedehnt und 1899 die Einführung der Oberstufe beschlossen; im Jahre 1903 traten die ersten Maturanten zur Reifeprüfung an. Trotz der ab 1900 zugeteilten Staatssubventionen und der Beiträge der Eltern schrieb das Bregenzer Gymnasium finanzielle Verluste an. Am 1. September 1907 folgte die Verstaatlichung und somit der Status „k.u.k. Gymnasium“. Der Umzug in die Räumlichkeiten in der Gallusstraße erfolgte am 22. Dezember 1913.

Die stetigen politischen Konflikte färbten auch auf die Schüler ab, so dass 1907 Oberstufenschüler die katholische Mittelschulverbindung „Kustersberg“ trotz des Verbots einer Vereinsmitgliedschaft für Schüler gründeten. In den Jahren 1910-16 wurden zudem mehrere meist kurzlebige deutschvölkische Verbindungen gegründet; erst die 1919 gegründeten „Nibelungen“ sollten länger überdauern.

Während des ersten Weltkrieges meldeten auch viele Schüler und Lehrer des Bregenzer Gymnasiums sich freiwillig zur Front. In den folgenden Jahren sollte das Gymnasium mit einem Lehrermangel und stetig rückläufigen Schülerzahlen zu kämpfen haben, beispielsweise bestand der Maturajahrgang 1917 nur noch aus einem einzigen Schüler. Wie an anderen Bildungsanstalten der Donaumonarchie wurden auch hier militärische Fähigkeiten wie Schießübungen, Orientierungslauf et cetera durch einen Offizier vermittelt. Außerdem wurden die Schulräumlichkeiten als Kriegsspital und Veranstaltungssaal für Kriegsanleihenvorträge verwendet und mehrere wohltätige Sammlungen durchgeführt. Nach 1918 wurde das Gymnasium als „Bundesanstalt“ geführt.

Architektur[Bearbeiten]

Im Jahre 2002 wurde von der österreichischen Bundesimmobiliengesellschaft die Erweiterung und Sanierung des Bundesgymnasiums Blumenstraße Bregenz in Auftrag gegeben. Das Bregenzer Architektenbüro Cukrowicz Nachbaur Architekten übernahm unter der Projektleitung von Anton Nachbaur-Sturm und Michael Abt die Umsetzung des Projekts. Die Umbauarbeiten starteten 2005 mit der Umsiedlung der Schüler in zur Verfügung gestellte Container auf dem Sportplatz und in das nahegelegene Marianum. 2006 wurden diese Umbauten beendet.[1] Der alte Schulkomplex wurde dann wie folgt umgestaltet: Der prägnante Solitär des Gymnasiums mit seiner charakteristischen Sichtbetonfassade und den durchlaufenden horizontalen Fensterbändern sowie die klare, innere und äußere Gebäudestruktur waren die Anknüpfungspunkte für das architektonische Konzept der Erweiterung. Ziel des Entwurfes war es, die notwendige Erweiterung des Raumprogramms möglichst unauffällig und wirtschaftlich in die bestehende Schulanlage zu integrieren, ohne den Baukörper durch zusätzliche Zubauten oder eine Teilaufstockung architektonisch zu belasten. Der ursprünglich eingeschossige Verbindungstrakt zwischen Schule und Turnhalle wurde um zwei Geschosse aufgestockt. In diesem Bereich befinden sich nun vier zusätzliche Klassenräume sowie großzügige Aufenthalts- und Pausenflächen. Außerdem konnten durch den Ausbau des ehemaligen Fahrradraumes im Untergeschoss weitere Nutzflächen für Sonderunterrichtsräume adaptiert werden.

Die Materialisierung des Bestandes wurde beim Erweiterungsvolumen fortgeführt und ermöglicht ein einheitliches und klares Erscheinungsbild der Gesamtanlage. Schwerpunkt bei der Sanierung des Bestandes war das Bestreben einer besseren natürlichen Belichtung aller Aufenthalts- und Unterrichtsbereiche. Maßgeblich hierfür sind neue großformatige Fenster und die konsequent helle Ausführung aller Wand- und Deckenflächen. Ein orangefarbiger Kautschukbelag prägt das neue Erscheinungsbild und soll der Schule einen heiteren und angenehmen Charakter verleihen. Die bestehenden Außenbereiche wurden neu geordnet und gestaltet. Die archäologischen Ausgrabungen im Südwesten, das themenbezogene Bepflanzungskonzept der Freibereiche sowie der bestehenden Pflanzentröge im Pausenhof sind Teile eines pädagogischen Gesamtkonzeptes und dienen unmittelbar als Lern- und Anschauungsobjekte für den Unterricht. Ein neuer überdachter Fahrradstand bildet den räumlichen Abschluss des Pausenplatzes im Nordwesten.

Schulprofil[Bearbeiten]

  • Als Regionales Bildungsmanagement Vorarlberg - Gymnasium ist die Einrichtung gehalten, "gemeinsame Anstrengung, Schulentwicklungsprozesse zu initiieren oder fortzuführen und die Qualität in den Gymnasien in den Mittelpunkt zu stellen."[2].
  • Die Schüler können hier den Europäischen Computer-Führerschein erwerben und Prüfungen dazu ablegen. [3]
  • Im Sportbereich existiert eine große Auswahl an Sportarten. Die Teilnehmer können in Kleingruppen mit ausgebildeten Trainern in drei Turnhallen, sowie auf einem Beach-Volleyball, einem Hartplatz und einem Sportplatz ihrer Neigung nachgehen.
  • Im Rahmen des Social Network existierten die Projekte Kids4Kids, Schulmediation und die Klassenvorstandsstunden, die ab dem Schuljahr 2005/06 zum gemeinsamen Projekt “Ich-Du-Wir” – Soziales Lernen am BG Blumenstraße zusammengeführt wurden.[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bekannte ehemalige Absolventen und Besucher der Einrichtung sind unter anderem:

Literatur[Bearbeiten]

  • Klemens Voit: 1895- 1995, Festschrift Bundesgymnasium Bregenz, Bundesgymnasium (Bregenz, Blumenstr.), 1996

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bundesgymnasium Blumenstraße Bregenz cn-architekten.at, 2005
  2. http://www.bildungleben.at/schulbereiche/ahs/rbmv.html
  3. http://bgblumenstrasse.at/ecdl/
  4. http://bgblumenstrasse.at/social-network/