Bundesministerium des Innern

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Dieser Artikel behandelt das deutsche Innenministerium; für das österreichische Innenministerium siehe Bundesministerium für Inneres.
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Staatliche Ebene Bund
Stellung Oberste Bundesbehörde
Gründung 1879 als Reichsamt des Innern
Hauptsitz Berlin
Behördenleitung Thomas de Maizière (CDU), Bundesminister des Innern
Bedienstete ca. 1.500
Website www.bmi.bund.de
Thomas de Maizière, Bundesminister des Innern
Bundesministerium des Innern in Berlin (rechter Flügel des Gebäudes).
Bundesministerium des Innern, Eingang Dienstsitz Bonn

Das Bundesministerium des Innern (BMI), kurz Bundesinnenministerium, ist eine oberste Bundesbehörde der Bundesrepublik Deutschland. Es hat seinen Hauptsitz im Ortsteil Moabit des Bezirks Mitte von Berlin.[1] Der Zweitsitz befindet sich im Bonner Stadtbezirk Castell in der ehemaligen Düppel-Kaserne. Leiter der Behörde ist von Amts wegen der Bundesminister des Innern, der als Bundesminister Mitglied der Bundesregierung ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgänger war das Reichsministerium des Innern, das wiederum aus dem Reichsamt des Innern hervorgegangen war. Das BMI wurde gemäß einer Empfehlung des Organisationsausschusses der Ministerpräsidentenkonferenz vom 30. Juli 1949 konstituiert.

Zuständigkeit[Bearbeiten]

Das Bundesinnenministerium ist Innenministerium des Bundes und bestimmt damit maßgeblich die Innenpolitik. Seine Zuständigkeit erstreckt sich unter anderem auf:

Der Bundesinnenminister ist Teil der Gesetzgebung der Europäischen Union im Rahmen des Ministerrates für Justiz und Inneres.

Des Weiteren ist es gemeinsam mit dem Bundesministerium der Justiz zuständig für das allgemeine Verwaltungs-, Verfassungs-, Staats-, Europa- und Völkerrecht. Es wirkt beim Zustandekommen von Gesetzentwürfen in diesen Bereichen mit oder erstellt sie selbst und überprüft alle Rechtsetzungsvorhaben der Bundesregierung oder einzelner Bundesministerien auf ihre Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz und auf ihre Verwaltungsförmigkeit (Widerspruchsrecht der Verfassungsressorts).

Das Beschaffungsamt des BMI ist für die Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen und Dienstleistungen für alle Behörden im Geschäftsbereich des Ministeriums zuständig. Es kauft unter anderem Kraftfahrzeuge ein und unterhält eine eigene Kfz-Zulassungsstelle, die ein eigenes Dienstsiegel führt.

Zentralstelle für Arbeitsschutz beim Bundesministerium des Innern[Bearbeiten]

Für Bundesbehörden sind die Landesgewerbeämter nicht befugt, Anordnungen zu erteilen. Nach § 21 Abs. 5 Arbeitsschutzgesetz ist für Bundesbehörden die Zentralstelle für Arbeitsschutz beim BMI zuständig, in dessen Auftrag die Unfallkasse des Bundes handelt. Von der Europäischen Union wurde bereits allgemein festgestellt, dass die Nähe von Kontrollbehörde und kontrollierter Behörde – in Deutschland beides Behörden des Bundes – wenig effektiv ist. Finanzielle Sanktionen wären lediglich Umbuchungen im Bereich des Bundes und wären von daher weitgehend wirkungslos. Verwaltungsrechtstreite sind langwierig und werden von gegnerischen Bundesbehörden offen angedroht. Die Möglichkeiten der Zentralstelle für Arbeitsschutz und der Unfallkasse des Bundes sind daher beschränkt. Eine Einschaltung der zuständigen Behörden ist für Arbeitnehmer aus vertraglicher Rücksichtspflicht erst nach Ausschöpfung aller innerbetrieblichen Möglichkeiten zulässig, da ansonsten ein Kündigungsgrund für den Arbeitgeber besteht.

Gliederung des Bundesministerium des Innern[Bearbeiten]

(Stand Januar 2010) Den Minister unterstützt an der Spitze des Ministeriums ein Leitungsstab.[2] Dem Minister sind folgende Staatssekretäre untergeordnet:

Der Staatssekretärin Rogall-Grothe unterstehen folgende Abteilungen:

  • Abteilung D (Öffentlicher Dienst)
  • Abteilung G (Grundsatzfragen, Internationale Entwicklungen und Neue Bundesländer)
  • IT-Direktor (IT-Strategie; IT-Steuerung; IT-Sicherheit)
  • Abteilung O (Verwaltungsorganisation, Verwaltungsmodernisierung)
  • Abteilung SP (Sport)
  • Abteilung V (Staatsrecht, Verfassungsrecht, Verwaltungsrecht)
  • Abteilung Z (Zentralabteilung)

Dem Staatssekretär Fritsche unterstehen folgende Abteilungen:

  • Abteilung B (Bundespolizei)
  • Abteilung KM (Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz)
  • Abteilung M (Migration, Integration, Flüchtlinge, Europäische Harmonisierung)
  • Abteilung ÖS (Öffentliche Sicherheit)

Neubau des Dienstsitzes Berlin[Bearbeiten]

Neubau des Bundesministerium des Innern

Momentan ist der Berliner Dienstsitz auf drei Liegenschaften, eines davon als Mietobjekt, im Stadtgebiet verteilt. Aufgrund von Sicherheits- und Wirtschaftlichkeitsaspekten sollen diese in einem Neubau zusammengefasst werden,[3] der zur Einsparung des Bonner Dienstsitzes außerdem ausreichend Platz zur Konzentration des gesamten Ministeriums auf diesen einen Standort vorhält.[4] Dieser entsteht auf der Nordseite der Spree zwischen dem Kanzlergarten und dem Berliner Hauptbahnhof, unmittelbar am Berliner Stadtbahn-Viadukt. Im April 2009 stimmte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags dem Bauvorhaben zu. Die Baukosten sollten ca. 200 Millionen Euro betragen. Die Eröffnung ist für Anfang 2015 geplant.[5] Nachdem der damalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière am 16. Dezember 2010 den ersten Spatenstich vorgenommen hatte,[6] wurde der Neubau im Juli 2011 aufgrund von Streitigkeiten bei der Auftragsvergabe vorläufig gestoppt[7] und im November 2011 wieder aufgenommen.[8] Das Richtfest erfolgte am 22. Mai 2013.[5]

Bundesminister seit 1949[Bearbeiten]

Thomas de Maizière Hans-Peter Friedrich Thomas de Maizière Wolfgang Schäuble Otto Schily Manfred Kanther Rudolf Seiters Wolfgang Schäuble Friedrich Zimmermann Jürgen Schmude Gerhart Baum Werner Maihofer Hans-Dietrich Genscher Ernst Benda Paul Lucke Hermann Höcherl Gerhard Schröder (CDU) Robert Lehr Gustav Heinemann

Name Bild Partei Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
Bundesminister des Innern
Gustav Heinemann
(1899–1976)
Bundesarchiv B 145 Bild-F028544-0006, Gustav Heinemann.jpg CDU 20. September 1949 11. Oktober 1950
Robert Lehr
(1883–1956)
Bundesarchiv B 145 Bild-P004377, Robert Lehr.jpg CDU 11. Oktober 1950 20 Oktober 1953
Gerhard Schröder
(1910–1989)
Verteidigungsminister Dr. Gerhard Schröder (4909218775).jpg CDU 20. Oktober 1953 13. November 1961
Hermann Höcherl
(1912–1989)
Bundesarchiv Bild 183-92106-0011, Hermann Höcherl.jpg CSU 14. November 1961 25. Oktober 1965
Paul Lücke
(1914–1976)
KAS-Lücke, Paul-Bild-644-1.jpg CDU 26. Oktober 1965 2. April 1968
Ernst Benda
(1925–2009)
Bundesarchiv B 145 Bild-F041440-0013, Hamburg, CDU-Bundesparteitag, Ernst Benda.jpg CDU 2. April 1968 21. Oktober 1969
Hans-Dietrich Genscher
(* 1927)
Bundesarchiv FDP-Bundesparteitag, Genscher.jpg FDP 22. Oktober 1969 16. Mai 1974
Werner Maihofer
(1918–2009)
Bundesarchiv B 145 Bild-F042278-0004, Prof. Dr. Werner Maihofer.jpg FDP 16. Mai 1974 8. Juni 1978
Gerhart Baum
(* 1932)
Bundesarchiv B 145 Bild-F055881-0013, Bonn, Bundesrat, Pressekonferenz der Innenminister.jpg FDP 8. Juni 1978 17. September 1982
Jürgen Schmude
(* 1936)
Jürgen Schmude-01 retouched.jpg SPD 17. September 1982 1. Oktober 1982
Friedrich Zimmermann
(1925–2012)
Bundesarchiv B 145 Bild-F085285-0011a, Bonn Friedrich Zimmermann.jpg CSU 4. Oktober 1982 21. April 1989
Wolfgang Schäuble
(* 1942)
WSchaeuble.jpg CDU 21. April 1989 26. November 1991
Rudolf Seiters
(* 1937)
RudolfSeiters.jpg CDU 26. November 1991 7. Juli 1993
Manfred Kanther
(* 1939)
KAS-Kanther, Manfred-Bild-15003-1.jpg CDU 7. Juli 1993 27. Oktober 1998
Otto Schily
(* 1932)
Otto Schily MUC-20050910-02.jpg SPD 27. Oktober 1998 22. November 2005
Wolfgang Schäuble
(* 1942)
WSchaeuble.jpg CDU 22. November 2005 28. Oktober 2009
Thomas de Maizière
(* 1954)
OT Berlin 09-13 Thomas de Maizière.jpg CDU 28. Oktober 2009 3. März 2011
Hans-Peter Friedrich
(* 1957)
Hans-Peter Friedrich.jpg CSU 3. März 2011 17. Dezember 2013
Thomas de Maizière
(* 1954)
OT Berlin 09-13 Thomas de Maizière.jpg CDU 17. Dezember 2013 amtierend

Parlamentarische Staatssekretäre[Bearbeiten]

Beamtete Staatssekretäre[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Information zum Neubauvorhaben der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zur künftigen Unterbringung des BMI
  2. Das Innenministerium (Graphik), in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 26. Januar 2010
  3. Pressemitteilung des Bundesministeriums des Inneren: Neubau des BMI
  4. In Berlin gibt es viel Platz Berliner Zeitung, 22. April 2014
  5. a b Pressemitteilung des Bundesministeriums des Inneren: Feierliches Richtfest für den BMI-Neubau
  6. De Maizière nimmt ersten Spatenstich vor
  7. Neubau des Bundesministeriums des Innern vorläufig gestoppt
  8. Bundesministerium des Inneren: BMI Neubau: Baustopp aufgehoben
  9. Lebenslauf Dr. Emily Haber auf der Internetseite des BMI

52.52355913.347569Koordinaten: 52° 31′ 25″ N, 13° 20′ 51″ O