Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Logo
Staatliche Ebene Bund
Stellung Oberste Bundesbehörde
Gründung 23. Oktober 1917 als Reichswirtschaftsamt
Hauptsitz Berlin
Behördenleitung Sigmar Gabriel (SPD), Bundesminister für Wirtschaft und Energie
Bedienstete ca. 1.500
Website www.bmwi.de

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ist eine Oberste Bundesbehörde der Bundesrepublik Deutschland. Es wurde 1949 als Bundesministerium für Wirtschaft gegründet. Der Hauptdienstsitz des Ministeriums befindet sich in Berlin in der Invalidenstraße im Ortsteil Mitte. Der zweite Dienstsitz des Ministeriums ist in der ehemaligen Gallwitz-Kaserne in der Bundesstadt Bonn (Ortsteil Duisdorf). Derzeitiger Amtsleiter ist Sigmar Gabriel (SPD).

Mit der Ernennung des Kabinetts Merkel III wurde das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) kraft Organisationserlass per 17. Dezember 2013 in Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) umbenannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Ministeriumssitz in Berlin
Ministeriumssitz in Bonn

Der Vorläufer des heutigen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie kann im 1917 gegründeten Reichswirtschaftsamt gesehen werden. Dieses entwickelte sich 1919 in das Reichswirtschaftsministerium, welches bis 1945 bestand. Die Aufgaben wurden von 1946 bis 1949 vom Verwaltungsamt für Wirtschaft übernommen. Nach der Gründung der Bundesrepublik bestand von 1949 bis 1998 das Bundesministerium für Wirtschaft. Von Mai 1971 bis Dezember 1972 war es vorübergehend mit dem Bundesministerium der Finanzen zum Bundesministerium für Wirtschaft und Finanzen zusammengelegt. 1998 kam aus dem Forschungsministerium der Technologiebereich hinzu, so dass es fortan Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hieß. Zwischen 2002 und 2005 war es mit Teilen des bisherigen Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung zum Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit vereinigt. Durch die Bundesregierung unter Angela Merkel wurden die beiden Bereiche 2005 wieder getrennt und das Ministerium wieder als Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie benannt. Mit der Bildung des Kabinetts Merkel III am 17. Dezember 2013 wurde das Ministerium in Ministerium für Wirtschaft und Energie umbenannt.

Struktur des Ministeriums[Bearbeiten]

Zur Erfüllung seiner Aufgaben ist das Ministerium in neun Abteilungen und eine Zentralabteilung gegliedert.[1]

  • Zentralabteilung – Z
  • Leitungs- und Planungsabteilung – L
  • Europapolitik – E
  • Wirtschaftspolitik – I
  • Energiepolitik – Wärme und Effizienz – II
  • Energiepolitik – Strom und Netze – III
  • Industriepolitik – IV
  • Außenwirtschaftspolitik – V
  • Innovations-, IT-, und Kommunikationspolitik – VI
  • Mittelstandspolitik – VII

Gegenüber dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (2013) wurden folgende Veränderungen vorgenommen: Einzelne Themen der IT-Politik wurden an das ebenfalls umgestaltete Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur abgegeben. Die bisherigen Abteilungen Kommunikations- und Postpolitik (VI) und Technologiepolitik (VII) wurden daher in VI vereint. Das Themenfeld Energiepolitik wurde auf die Abteilungen II und III aufgeteilt (zuvor III). Mittelstandspolitik wechselte die Nummerierung von II zu VII.

Dienstsitz[Bearbeiten]

Der Hauptsitz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ist untergebracht in einem Gebäudekomplex bestehend aus den historischen Gebäuden der ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Akademie (Militärärztliche Akademie) und der Überreste des ehemaligen Invalidenhauses, ergänzt durch einige Neubauten.[2] Das Invalidenhaus stammt in seiner Grundsubstanz aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und lag damals außerhalb der Stadt. Das Gebäude der Kaiser-Wilhelm-Akademie wurde um 1900 errichtet.

Behörden[Bearbeiten]

Dem Ministerium sind mehrere Bundesämter nachgeordnet. Dazu gehören in Bonn das Bundeskartellamt (BKartA) und die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA). In Berlin befinden sich die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) mit Hauptsitz in Braunschweig und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) mit zweitem Sitz in Hannover. Hinzu kommt noch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Eschborn und Bochum sowie die Germany Trade and Invest (GTAI) welche sich 2010 in das BMWi in Bonn eingegliedert hat.

Bundesminister seit 1949[Bearbeiten]

Sigmar Gabriel Philipp Rösler Rainer Brüderle Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg Michael Glos Wolfgang Clement Werner Müller (Politiker) Günter Rexrodt Jürgen Möllemann Helmut Haussmann Martin Bangemann Otto Graf Lambsdorff Manfred Lahnstein Otto Graf Lambsdorff Hans Friderichs Helmut Schmidt Karl Schiller Kurt Schmücker Ludwig Erhard

Nr. Name Lebensdaten Partei Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
Bundesminister für Wirtschaft
01 Ludwig Erhard 1897–1977 CDU 20. September 1949 16. Oktober 1963
02 Kurt Schmücker 1919–1996 CDU 17. Oktober 1963 30. November 1966
03 Karl Schiller 1911–1994 SPD 1. Dezember 1966 7. Juli 1972
04 Helmut Schmidt * 1918 SPD 7. Juli 1972 15. Dezember 1972
05 Hans Friderichs * 1931 FDP 15. Dezember 1972 7. Oktober 1977
06 Otto Graf Lambsdorff 1926–2009 FDP 7. Oktober 1977 17. September 1982
07 Manfred Lahnstein * 1937 SPD 17. September 1982 1. Oktober 1982
08 Otto Graf Lambsdorff 1926–2009 FDP 4. Oktober 1982 27. Juni 1984
09 Martin Bangemann * 1934 FDP 27. Juni 1984 9. Dezember 1988
10 Helmut Haussmann * 1943 FDP 9. Dezember 1988 18. Januar 1991
11 Jürgen Möllemann 1945–2003 FDP 18. Januar 1991 21. Januar 1993
12 Günter Rexrodt 1941–2004 FDP 21. Januar 1993 26. Oktober 1998
Bundesminister für Wirtschaft und Technologie
13 Werner Müller * 1946 parteilos 27. Oktober 1998 22. Oktober 2002
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit
14 Wolfgang Clement * 1940 SPD 22. Oktober 2002 22. November 2005
Bundesminister für Wirtschaft und Technologie
15 Michael Glos * 1944 CSU 22. November 2005 10. Februar 2009
16 Karl-Theodor zu Guttenberg * 1971 CSU 10. Februar 2009 28. Oktober 2009
17 Rainer Brüderle * 1945 FDP 28. Oktober 2009 12. Mai 2011
18 Philipp Rösler * 1973 FDP 12. Mai 2011 17. Dezember 2013
Bundesminister für Wirtschaft und Energie
19 Sigmar Gabriel * 1959 SPD 17. Dezember 2013 im Amt

Parlamentarische Staatssekretäre[Bearbeiten]

Beamtete Staatssekretäre[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Organigramm vom 1.5.2014
  2.  Hagen Eying, Alexander Kluy, Gina Siegel (Redaktion), Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (Hrsg.): Demokratie als Bauherr. Die Bauten des Bundes in Berlin 1991 bis 2000. 1. Auflage. Junius Verlag, Hamburg Oktober 2000, ISBN 3-88506-290-9, S. 248–261.

52.52952513.373680555556Koordinaten: 52° 31′ 46″ N, 13° 22′ 25″ O