Bundespräsidialamt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bundespräsidialamt
– BPrA –
2004-12 Berlin Tiergarten Bundespraesidialamt Schloss Bellevue.JPG
Staatliche Ebene Bund
Stellung Oberste Bundesbehörde
Gründung 1949
Hauptsitz Berlin
Behördenleitung Staatssekretär David Gill
Bedienstete rund 180[1]
Haushaltsvolumen 32,5 Mio. Euro (2013)[2]
Website www.bundespraesident.de

Das Bundespräsidialamt ist die Behörde des deutschen Bundespräsidenten und eine der obersten Bundesbehörden.

Geschichte[Bearbeiten]

Im März 1994 wurde der Amtssitz des Bundespräsidenten im Rahmen des Berlin/Bonn-Gesetzes von Bonn nach Berlin verlegt. Das Bundespräsidialamt direkt neben dem Schloss Bellevue wurde erst mit der Einweihung des Neubaus am 23. November 1998 in der deutschen Hauptstadt eröffnet.[3] Im ehemaligen Bonner Dienstsitz, der Villa Hammerschmidt, befindet sich mit der Hausverwaltung noch ein Außensitz des Bundespräsidialamtes. Die Villa Hammerschmidt war von 1950 bis 1994 Amts- und Wohnsitz des Bundespräsidenten und ist seit 1994 nach dem Schloss Bellevue der Zweitamts- und -wohnsitz. Seine Arbeit nahm das Bundespräsidialamt 1949 am ersten Amtssitz des Bundespräsidenten auf der Viktorshöhe (Bad Godesberg) auf, Ende 1950 zog es in die Nähe des neuen Amtssitzes (Villa Hammerschmidt). Dort war es unter anderem in einem eigens errichteten Neubau, der 1898 fertiggestellten Doppelvilla Balg sowie der 1900 fertiggestellten Villa Frau Ernst Prieger an der Kaiser-Friedrich-Straße (Ortsteil Gronau) untergebracht. Diese Liegenschaften gingen nach und nach an das Bundeskartellamt über.[4]

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Gründungsprozess, Gründungsdatum, vor 1945 usw.

Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber kopiere bitte keine fremden Texte in diesen Artikel.

Aufgaben[Bearbeiten]

Zu den Aufgaben des Bundespräsidialamtes gehören die Beratung des Bundespräsidenten in seiner Amtsführung, die Information des Bundespräsidenten über politische Geschehnisse, die Vorbereitung der Entscheidungen des Bundespräsidenten sowie die Ausführung seiner Aufträge.

Aufbau[Bearbeiten]

(Stand: Januar 2014)

Das Amt ist in drei Abteilungen aufgegliedert:[5]

  • Abteilung Z – Zentrale Angelegenheiten
  • Abteilung 1 – Inland
  • Abteilung 2 – Ausland

Abteilung für zentrale Angelegenheiten[Bearbeiten]

Die Abteilung für zentrale Angelegenheiten ist für den administrativen und technischen Betrieb sowie protokollarische Fragen zuständig. Die Zentralabteilung umfasst etwa 100 Mitarbeiter, die in fünf Referaten tätig sind:[6]

Abteilung 1 – Inland[Bearbeiten]

Die Abteilung 1 – Inland ist für den innenpolitischen Bereich zuständig. Sie gliedert sich in fünf Referate mit jeweils bis zu sechs Mitarbeitern:

  • Referat 10 (Grundsatzfragen der Innenpolitik, Föderalismus, Integration und Migration, Kirchen, Kunst und Kultur, Medien)
  • Referat 11 (Bürgerbüro, Eingaben und Petitionen, Künstlerhilfe, Glückwünsche und Kondolenzen)
  • Referat 12 (Wirtschaft, Finanzen, Arbeit und Soziales, Umwelt und Verkehr)
  • Referat 13 (Bildung, Wissenschaft, Familie)
  • Referat 14 (Ordenskanzlei)

Abteilung 2 – Ausland[Bearbeiten]

Die Abteilung 2 – Ausland ist für außenpolitische Fragen zuständig und kooperiert eng mit dem Auswärtigen Amt. Sie gliedert sich in drei Referate mit 13 Mitarbeitern:[7]

Dem Chef des Bundespräsidialamtes sind ferner die Sprecherin des Bundespräsidenten, der Planungsstab Reden, die Stabsstelle Kommunikation und ein Verbindungsoffizier im Dienstgrad eines Obersts oder Kapitäns zur See zugeordnet.

Dem Bundespräsidenten selbst steht ein persönliches Büro zur Seite.

Mitarbeiter[Bearbeiten]

Im Bundespräsidialamt sind rund 180 Personen beschäftigt. Auch die Sekretariate der noch lebenden Altbundespräsidenten Walter Scheel, Richard von Weizsäcker, Roman Herzog, Horst Köhler und Christian Wulff sind Teil des Bundespräsidialamtes.

Seit 1953 ist der Chef des Bundespräsidialamtes ein beamteter Staatssekretär. Er ist der protokollarisch ranghöchste beamtete Staatssekretär des Bundes und nimmt an den Sitzungen der Bundesregierung und des Bundessicherheitsrates teil. Chefkoch ist Jan-Göran Barth.

Chef des Bundespräsidialamtes
Name Lebensdaten Amtszeit
Manfred Klaiber 1903–1981 1949–1957
Karl Theodor Bleek 1898–1969 1957–1961
Hans-Heinrich Herwarth von Bittenfeld 1904–1999 1961–1965
Hans Berger 1909–1985 1965–1969
Dietrich Spangenberg 1922–1990 1969–1974
Paul Frank 1918–2011 1974–1979
Hans Neusel 1927–2013 1979–1984
Klaus Blech * 1928 1984–1989
Andreas Meyer-Landrut * 1929 1989–1994
Wilhelm Staudacher * 1945 1994–1999
Rüdiger Frohn * 1950 1999–2004
Michael Jansen * 1941 2004–2006
Gert Haller 1944–2010 2006–2009
Hans-Jürgen Wolff * 1958 2009–2010
Lothar Hagebölling * 1952 2010–2012
David Gill * 1966 seit 2012

Stellvertreterin des Amtschefs ist die Leiterin der Abteilung für zentrale Angelegenheiten. Seit 1. Januar 2014 ist das Angelika Schlunck. Zuvor hatte Sie die Leitung der Vertretung des Freistaates Bayern bei der Europäischen Union inne. Ihr Vorgänger war bis Dezember 2013 Rüdiger Hütte.

Gebäude[Bearbeiten]

Innenansicht

Das Amtsgebäude des Bundespräsidialamtes befindet sich am Rande des Großen Tiergartens in Berlin neben dem Schloss Bellevue. Der Berliner Volksmund nennt es wegen seines Grundrisses „Präsidentenei“. Es wurde von 1996 bis 1998 nach Plänen der Architekten Gruber + Kleine-Kraneburg errichtet. Es besteht aus einem viergeschossigen elliptischen Büroring und einem Zentraltrakt für Haustechnik und Versorgung. In die polierte schwarze Fassade sind bündige Fenster eingelassen. Der zentrale Quader hat ein Geschoss mehr als der Büroring. Die Innenwand des Ringes ist hochgezogen und schließt bündig mit dem Quader ab, sodass auf dem Dach eine erhabene innere Ellipse erkennbar ist. Der Raum zwischen Ring und Quader wird durch ein Glasdach geschlossen. Auf dem Dach über dem elliptischen Ring ist eine Photovoltaikanlage installiert (siehe Foto).

Literatur[Bearbeiten]

  • Butzer: Der Bundespräsident und sein Präsidialamt, in: Verwaltungsarchiv, 82. Bd., Heft 4, 1991, S. 497–524.
  • Hannig: Struktur und Funktionsweise des Bundespräsidialamts, Marburg 2005.
  • Spath: Das Bundespräsidialamt, 5. Auflage, Düsseldorf 1993
  • Bundespräsidialamt (Hrsg.): Das Bundespräsidialamt, Broschüre, Berlin ohne Datum, V.i.S.d.P. Walter Karschies

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundespräsidialamt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Bundespräsidialamt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bundespräsidialamt. Abgerufen am 21. Juni 2012.
  2. Offener Haushalt
  3. Das Verwaltungsgebäude – Von Bonn nach Berlin. Aufgerufen am 29. Juli 2011.
  4. Olga Sonntag: Villen am Bonner Rheinufer: 1819–1914, Bouvier Verlag, Bonn 1998, ISBN 3-416-02618-7, Band 3, Katalog (2), S. 94–96, 261–264. (zugleich Dissertation Universität Bonn, 1994)
  5. Organigramm Bundespräsidialamt, Stand Januar 2014
  6. Bundespräsidialamt, Abteilung Zentrale Angelegenheiten
  7. Bundespräsidialamt, Abteilung Ausland

52.51638888888913.351111111111Koordinaten: 52° 30′ 59″ N, 13° 21′ 4″ O