Bundespräsidialamt
| Bundespräsidialamt – BPrA – |
|
|---|---|
| Staatliche Ebene | Bund |
| Stellung der Behörde | Oberste Bundesbehörde |
| Gründung | 1949 |
| Hauptsitz | Berlin |
| Behördenleitung | Staatssekretär David Gill |
| Anzahl der Bediensteten | ca. 180[1] |
| Website | www.bundespraesident.de |
Das Bundespräsidialamt ist die Behörde des deutschen Bundespräsidenten und eine der obersten Bundesbehörden.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte[Bearbeiten]
Im März 1994 wurde der Amtssitz des Bundespräsidenten im Rahmen des Berlin/Bonn-Gesetzes von Bonn nach Berlin verlegt. Das Bundespräsidialamt direkt neben dem Schloss Bellevue wurde erst mit der Einweihung des Neubaus am 23. November 1998 in der deutschen Hauptstadt eröffnet.[2] Im ehemaligen Bonner Dienstsitz, der Villa Hammerschmidt, befindet sich mit der Hausverwaltung noch ein Außensitz des Bundespräsidialamtes. Die Villa Hammerschmidt war von 1950 bis 1994 Amts- und Wohnsitz des Bundespräsidenten und ist seit 1994 nach dem Schloss Bellevue der Zweitamts- und -wohnsitz. Seine Arbeit nahm das Bundespräsidialamt 1949 am ersten Amtssitz des Bundespräsidenten auf der Viktorshöhe (Bad Godesberg) auf, Ende 1950 zog es in die Nähe des neuen Amtssitzes (Villa Hammerschmidt). Dort war es anderem in einem eigens errichteten Neubau, der 1898 fertiggestellten Doppelvilla Balg sowie der 1900 fertiggestellten Villa Frau Ernst Prieger an der Kaiser-Friedrich-Straße (Ortsteil Gronau) untergebracht. Diese Liegenschaften gingen nach und nach an das Bundeskartellamt über.[3]
Aufgaben[Bearbeiten]
Zu den Aufgaben des Bundespräsidialamtes gehören die Beratung des Bundespräsidenten in seiner Amtsführung, die Information des Bundespräsidenten über politische Geschehnisse, die Vorbereitung der Entscheidungen des Bundespräsidenten sowie die Ausführung seiner Aufträge.
Aufbau[Bearbeiten]
Das Amt ist in drei Abteilungen aufgegliedert (Stand Mai 2011):[4]
- Abteilung Z – Zentrale Angelegenheiten
- Abteilung 1 – Inland
- Abteilung 2 – Ausland
Abteilung für zentrale Angelegenheiten[Bearbeiten]
Die Abteilung für zentrale Angelegenheiten ist für den administrativen und technischen Betrieb sowie protokollarische Fragen zuständig. Die Zentralabteilung umfasst etwa 100 Mitarbeiter, die in fünf Referaten tätig sind:[5]
- Referat Z 1 (Personal, Organisation, Haushalt)
- Referat Z 2 (Innerer Dienst, Sicherheit, Besucherdienst)
- Referat Z 3 (Informations- und Kommunikationstechnik, Geheimschutzbeauftragter)
- Referat Z 4 (Protokoll und Veranstaltungen)
- Referat Z 5 (Verfassung und Recht, Justitiariat, Datenschutzbeauftragter)
Abteilung 1 – Inland[Bearbeiten]
Die Abteilung 1 – Inland ist für den innenpolitischen Bereich zuständig. Sie gliedert sich in fünf Referate mit jeweils bis zu sechs Mitarbeitern:
- Referat 10 (Grundsatzreferat für innenpolitische Fragen)
- Referat 11 (Bürgerbüro)
- Referat 12 (Wirtschaft, Finanzen, Arbeit, Soziales, Umwelt, Verkehr, Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz)
- Referat 13 (Wissenschaft, Bildung, jugend-, frauen- und seniorenpolitische Fragen)
- Referat 14 (Ordenskanzlei)
Abteilung 2 – Ausland[Bearbeiten]
Die Abteilung 2 – Ausland ist für außenpolitische Fragen zuständig und kooperiert eng mit dem Auswärtigen Amt. Sie gliedert sich in drei Referate mit 13 Mitarbeitern:[6]
- Referat 20 (zuständig für das transatlantische Verhältnis, multilaterale Zusammenarbeit, Beziehungen zu internationalen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen, wissenschaftlichen Instituten und politischen Stiftungen, internationalen Terrorismus und Lateinamerika)
- Referat 21 (Zuständigkeitsbereich West- und Osteuropa (einschließlich Türkei und Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion), Europäische Einigung durch Europäische Union und Europarat)
- Referat 22 (Zuständigkeitsbereich Afrika, Asien und Australien sowie entwicklungspolitische Fragen)
Dem Chef des Bundespräsidialamtes sind ferner der Kommunikationsstab sowie der Verbindungsoffizier und seinem Adjutanten des Verteidigungsministeriums im Dienstgrad eines Obersts oder Kapitäns zur See zugeordnet sowie sein Adjutant im Range eines Hauptmanns bzw. Kapitänleutnants.
Dem Bundespräsidenten selbst stehen ein persönliches Büro und der Sprecher des Bundespräsidenten zur Seite.
Mitarbeiter[Bearbeiten]
Im Bundespräsidialamt sind etwa 180 Personen beschäftigt. Auch die Sekretariate der noch lebenden Altbundespräsidenten Walter Scheel, Richard von Weizsäcker, Roman Herzog, Horst Köhler und Christian Wulff sind Teil des Bundespräsidialamtes.
Seit 1953 ist der Chef des Bundespräsidialamtes ein beamteter Staatssekretär. Er ist der protokollarisch ranghöchste beamtete Staatssekretär des Bundes und nimmt an den Sitzungen der Bundesregierung und des Bundessicherheitsrates teil.
| Chef des Bundespräsidialamtes | |||
| Name | Lebensdaten | Amtszeit | |
|---|---|---|---|
| Manfred Klaiber | 1903–1981 | 1949–1957 | |
| Karl Theodor Bleek | 1898–1969 | 1957–1961 | |
| Hans-Heinrich Herwarth von Bittenfeld | 1904–1999 | 1961–1965 | |
| Hans Berger | 1909–1985 | 1965–1969 | |
| Dietrich Spangenberg | 1922–1990 | 1969–1974 | |
| Paul Frank | 1918–2011 | 1974–1979 | |
| Hans Neusel | * 1927 | 1979–1984 | |
| Klaus Blech | * 1928 | 1984–1989 | |
| Andreas Meyer-Landrut | * 1929 | 1989–1994 | |
| Wilhelm Staudacher | * 1945 | 1994–1999 | |
| Rüdiger Frohn | * 1950 | 1999–2004 | |
| Michael Jansen | * 1941 | 2004–2006 | |
| Gert Haller | 1944–2010 | 2006–2009 | |
| Hans-Jürgen Wolff | * 1958 | 2009–2010 | |
| Lothar Hagebölling | * 1952 | 2010–2012 | |
| David Gill | * 1966 | seit 2012 | |
Stellvertreter des Amtschefs ist der Leiter der Abteilung für zentrale Angelegenheiten. Seit 1. September 2009 ist das Rüdiger Hütte. Seine Vorgängerin war bis Oktober 2008 Cornelia Quennet-Thielen, nach ihr war die Stelle mehrere Monate vakant.
Gebäude[Bearbeiten]
Das Amtsgebäude des Bundespräsidialamtes befindet sich am Rande des Großen Tiergartens in Berlin neben dem Schloss Bellevue. Der Berliner Volksmund nennt es wegen seines Grundrisses „Präsidentenei“. Es wurde von 1996 bis 1998 nach Plänen der Architekten Martin Gruber und Helmut Kleine-Kraneburg errichtet. Es besteht aus einem viergeschossigen elliptischen Büroring und einem Zentraltrakt für Haustechnik und Versorgung. In die polierte schwarze Fassade sind bündige Fenster eingelassen. Der zentrale Quader hat ein Geschoss mehr als der Büroring. Die Innenwand des Ringes ist hochgezogen und schließt bündig mit dem Quader ab, sodass auf dem Dach eine erhabene innere Ellipse erkennbar ist. Der Raum zwischen Ring und Quader wird durch ein Glasdach geschlossen. Auf dem Dach über dem elliptischen Ring ist eine Photovoltaikanlage installiert (siehe Foto).
Literatur[Bearbeiten]
- Butzer: Der Bundespräsident und sein Präsidialamt, in: Verwaltungsarchiv, 82. Bd., Heft 4, 1991, S. 497–524.
- Hannig: Struktur und Funktionsweise des Bundespräsidialamts, Marburg 2005.
- Spath: Das Bundespräsidialamt, 5. Auflage, Düsseldorf 1993
- Bundespräsidialamt (Hg.): Das Bundespräsidialamt, Broschüre, Berlin ohne Datum, V.i.S.d.P. Karschies, Walter
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Bundespräsidialamt. Abgerufen am 21. Juni 2012.
- ↑ Das Verwaltungsgebäude – Von Bonn nach Berlin. Aufgerufen am 29. Juli 2011.
- ↑ Olga Sonntag: Villen am Bonner Rheinufer. 1819–1914, Bouvier Verlag, Bonn 1998, ISBN 3-416-02618-7, Band 3, Katalog (2), S. 94–96, 261–264.
- ↑ Organigramm Bundespräsidialamt, Stand 19. März 2012
- ↑ Bundespräsidialamt, Abteilung Zentrale Angelegenheiten
- ↑ Bundespräsidialamt, Abteilung Ausland
Manfred Klaiber | Karl Theodor Bleek | Hans-Heinrich Herwarth von Bittenfeld | Hans Berger | Dietrich Spangenberg | Paul Frank | Hans Neusel | Klaus Blech | Andreas Meyer-Landrut | Wilhelm Staudacher | Rüdiger Frohn | Michael Jansen | Gert Haller | Hans-Jürgen Wolff | Lothar Hagebölling | David Gill
52.51638888888913.351111111111Koordinaten: 52° 30′ 59″ N, 13° 21′ 4″ O