Bundesregierung Gusenbauer

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Die österreichische Bundesregierung Gusenbauer wurde am 11. Jänner 2007 von Bundespräsident Heinz Fischer angelobt. Der Angelobung gingen mehrmonatige Verhandlungen zwischen den nunmehrigen Regierungspartnern, den Sozialdemokraten und der konservativen Volkspartei, voraus.

[Bearbeiten] Regierungsbildung

Aus der Nationalratswahl am 1. Oktober 2006 ging die SPÖ als mandatsstärkste Partei hervor (68 Mandate), dicht gefolgt von der Volkspartei (66 Mandate), die jedoch ihre bisherige relative Mehrheit verloren hatte. Neben den Grünen (21 Mandate) und der FPÖ (21 Mandate) zog auch erstmals das BZÖ (7 Mandate) in den Nationalrat ein. Am 11. Oktober 2006 betraute Bundespräsident Fischer den Spitzenkandidaten der SPÖ, Alfred Gusenbauer, mit der Bildung einer Bundesregierung, die sich auf eine stabile Mehrheit im Parlament stützen sollte. [1]. Arithmetisch war diese Mehrheit neben der Großen Koalition auch durch eine Dreierkoalition aus einer großen Partei und zwei kleineren Parteien möglich. Realpolitisch wurde diese Möglichkeit aufgrund unüberwindbarer politischer Differenzen zwischen den drei kleineren Parteien von Anfang an ausgeschlossen. Die begonnenen Koalitionsverhandlungen wurden Anfang November aber von Seiten der ÖVP unterbrochen, nachdem der neue Nationalrat am 30. Oktober gegen den Willen der ÖVP Untersuchungsausschüsse zu den Themen Beschaffung der Eurofighter und Bankenaufsicht einsetzte. Am 16. November wurden die Verhandlungen wieder fortgesetzt und nach monatelangen Verhandlungen einigten sich SPÖ und ÖVP am 8. Jänner 2007 auf die Bildung einer großen Koalition, nachdem Bundespräsident Fischer im Dezember noch vor einem absehbaren Verhandlungsende den 11. Jänner als Tag der Angelobung einer neuen Regierung festsetzte.

Das Verhandlungsergebnis wurde von Teilen der SPÖ vor allem aufgrund der als ungünstig empfundenen Ressortverteilung und der Beibehaltung der Studiengebühren stark kritisiert. Mediales Aufsehen erregte im Zusammenhang der Regierungsbildung auch die Pressekonferenz des steirischen Landeshauptmann Franz Voves vom 10. Jänner, bei der er Parteiobmann Gusenbauer stark kritisierte und vor laufender Kamera über den Einsatz von Heidrun Silhavy als Staatssekretärin entschied.

Die Regierung Gusenbauer kann sich permanent auf mehr als zwei Drittel der Nationalratsmandate stützen und ist somit auch bei der Verabschiedung von Gesetzesvorlagen im Verfassungsrang nicht auf die parlamentarische Opposition angewiesen.

[Bearbeiten] Zusammensetzung

Die Bundesregierung unter Alfred Gusenbauer wurde in folgender Zusammensetzung am 11. Jänner 2007 von Bundespräsident Heinz Fischer angelobt. Das Bundesgesetz, das die Ressortaufteilung regelt, wurde am 30. Jänner 2007 vom Nationalrat beschlossen.

Bundesministerium (für) Amtsinhaber Partei Staatssekretär
Bundeskanzleramt Alfred Gusenbauer (Bundeskanzler) SPÖ Reinhold Lopatka (ÖVP), Heidrun Silhavy (SPÖ)
Finanzen Wilhelm Molterer (Vizekanzler) ÖVP Christoph Matznetter (SPÖ)
Europäische und internationale Angelegenheiten Ursula Plassnik ÖVP Hans Winkler (parteilos, von ÖVP nominiert)
Bundesministerin für Frauen, Medien und Öffentlichen Dienst im Bundeskanzleramt Doris Bures SPÖ
Gesundheit, Familie und Jugend Andrea Kdolsky ÖVP  
Inneres Günther Platter ÖVP  
Justiz Maria Berger SPÖ  
Landesverteidigung Norbert Darabos SPÖ  
Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Josef Pröll ÖVP  
Soziales und Konsumentenschutz Erwin Buchinger SPÖ  
Unterricht, Kunst und Kultur Claudia Schmied SPÖ  
Verkehr, Innovation und Technologie Werner Faymann SPÖ Christa Kranzl (SPÖ)
Wirtschaft und Arbeit Martin Bartenstein ÖVP Christine Marek (ÖVP)
Wissenschaft und Forschung Johannes Hahn ÖVP  

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Regierungsbildungsauftrag des Bundespräsidenten vom 11. Oktober 2006
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