Bundesregierung Vranitzky IV

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Die österreichische Bundesregierung Vranitzky IV wurde nach der Nationalratswahl vom 9. Oktober 1994 gebildet. Bei dieser Wahl verlor die Große Koalition ihre bisherige Verfassungmehrheit, stellte aber 64 % der Abgeordneten. Das Kabinett wurde von Bundespräsident Thomas Klestil am 29. November 1994 ernannt.

Per 6. April und 4. Mai 1995 – Wolfgang Schüssel (ÖVP), ab 22. April neuer Bundesparteiobmann der ÖVP, wurde Vizekanzler – wurde ein Gutteil der Regierungsmannschaft ausgewechselt (SPÖ: Innenminister Löschnak, Finanzminister Lacina, Sozialminister Hesoun, Frauenministerin Dohnal; ÖVP: Vizekanzler und Bildungsminister Busek, Außenminister Mock, Umweltministerin Rauch-Kallat) und das Wirtschaftsministerium (vorher Schüssel) umbesetzt.

Da sich die Regierung beim Budget 1996 nicht einigen konnte, löste sie die Nationalratswahl 1995 aus und trat einen Tag nach dieser Wahl, somit am 18. Dezember 1995, zurück. (Bei der Wahl hatte die SPÖ zu Lasten von drei Oppositionsparteien sechs Mandate gewonnen, der Mandatsstand der ÖVP blieb gleich.) Die scheidende Regierung wurde vom Bundespräsidenten bis zum 12. März 1996, als die Bundesregierung Vranitzky V angelobt wurde, mit der Fortführung der Geschäfte betraut.

Finanzminister Staribacher schied gleich nach der Neuwahl, per 3. Jänner 1996, aus dem Amt. Viktor Klima, bald Vranitzkys Nachfolger als Kanzler, wurde noch an diesem Tag und nicht erst in der folgenden Regierung mit dem Finanzministerium betraut.[1]

Bundesminister (für) Amtsinhaber Partei Staatssekretär
Bundeskanzler Franz Vranitzky SPÖ Brigitte Ederer (SPÖ) (bis 27. Oktober 1995)
Caspar Einem (SPÖ) (bis 6. April 1995)
Karl Schlögl (SPÖ)
Gerhard Schäffer ÖVP (ab 29.11.1994)
Vizekanzler Erhard Busek (auch Bildungsminister, bis 4. Mai 1995)
Wolfgang Schüssel (auch Außenminister, ab 4. Mai 1995)
ÖVP  
Auswärtige Angelegenheiten Alois Mock (bis 4. Mai 1995)
Wolfgang Schüssel (ab 4. Mai 1995, auch Vizekanzler)
ÖVP Benita Ferrero-Waldner (ÖVP) (ab 4. Mai 1995)
Arbeit und Soziales Josef Hesoun (bis 6. April 1995)
Franz Hums
SPÖ  
Finanzen Ferdinand Lacina (bis 6. April 1995)
Andreas Staribacher (bis 3. Jänner 1996)
Viktor Klima (am 3. Jänner 1996 mit der Fortführung der Geschäfte betraut)
SPÖ Johannes Ditz (ÖVP) (bis 4. Mai 1995)
Frauenangelegenheiten (am Bundeskanzleramt) Johanna Dohnal (von 8. Februar 1991 bis 6. April 1995, vorher seit 10. Jänner 1991 ohne Portefeuille)
Helga Konrad
SPÖ  
Gesundheit, Sport und Konsumentenschutz
ab 1. Januar 1995 Gesundheit und Konsumentenschutz
Christa Krammer (bis 27.01.1997) SPÖ  
Inneres Franz Löschnak (bis 6. April 1995)
Caspar Einem
SPÖ  
Jugend und Familie Sonja Moser ÖVP  
Justiz Nikolaus Michalek parteilos  
Land- und Forstwirtschaft Wilhelm Molterer ÖVP  
Öffentliche Wirtschaft und Verkehr Viktor Klima SPÖ Martin Bartenstein (ÖVP) (bis 4. Mai 1995)
Landesverteidigung Werner Fasslabend ÖVP  
Umwelt Maria Rauch-Kallat (bis 4. Mai 1995)
Martin Bartenstein
ÖVP  
Unterricht und kulturelle Angelegenheiten Erhard Busek (bis 4. Mai 1995)
Elisabeth Gehrer
ÖVP  
Wirtschaftliche Angelegenheiten Wolfgang Schüssel (bis 4. Mai 1995)
Johannes Ditz
ÖVP  
Wissenschaft, Forschung und Kunst Rudolf Scholten SPÖ  

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Abfrage in: Bundesregierungen seit 1920, parlament.gv.at → Wer ist Wer → Bundesregierung