Bundesstraße 27

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Dieser Artikel beschreibt die Bundesstraße 27 in Deutschland. Zur gleichnamigen Straße in Österreich siehe Höllental Straße.

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Bundesstraße 27 in Deutschland
Bundesstraße 27
 European Road 531 number DE.svg
Karte
Verlauf der B 27
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Blankenburg
(51° 48′ N, 11° 0′ O51.79846410.99847)
Straßenende: Lottstetten
(47° 37′ N, 8° 34′ O47.6140198.571003)
Gesamtlänge: ca. 673 km

Bundesland:

Ausbauzustand: siehe unten
Bundesstraße 27 bei Stuttgart-Sonnenberg
Bundesstraße 27 bei Stuttgart-Sonnenberg

Die Bundesstraße 27 (Abkürzung: B 27) führt von Blankenburg im Harz über Göttingen, Fulda, Würzburg, Tauberbischofsheim, Mosbach, Heilbronn, Stuttgart, Tübingen und Villingen-Schwenningen bis zur Schweizer Grenze bei Neuhaus am Randen. Die B 27 ist zwischen der Anschlussstelle Villingen-Süd und dem Dreieck Donaueschingen (A 864) ein Teilstück der Europastraße 531 OffenburgBad Dürrheim.

Die Gesamtlänge der B 27 beträgt 673 km, wovon 362 km auf den ersten Abschnitt zwischen Blankenburg und Würzburg, 303 km auf den zweiten Teil zwischen Tauberbischofsheim und der Schweizer Grenze bei Neuhaus am Randen und 8 km auf den letzten Abschnitt im sogenannten „Jestetter Zipfel“ zwischen Altenburg und Lottstetten entfallen. Der durch die Bundesautobahn 81 ersetzte Teil der B 27 zwischen Würzburg und Tauberbischofsheim beträgt 21 km. Alle Entfernungsangaben sind Näherungswerte.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 27 geht auf die 1932 eingeführte Fernverkehrsstraße 27, in der NS-Zeit in Reichsstraße 27 umbenannt, zurück.[1] Diese verknüpfte Teilstrecken mit völlig unterschiedlicher Entstehungsgeschichte.

Blankenburg–Göttingen[Bearbeiten]

Mahnmal zur deutschen Teilung und Wiedervereinigung an der ehemaligen innerdeutschen Grenze

Der nördlichste Streckenabschnitt zwischen Blankenburg und Göttingen ist zugleich der jüngste. Während das Teilstück zwischen Blankenburg und Elbingerode (die Elbingeröder Straße) bereits 1837 eröffnet wurde, konnte der letzte Streckenabschnitt zwischen Elbingerode und Bad Lauterberg im Harz erst in den 1860er Jahren vollendet werden. Zwischen Elend und Braunlage war die B 27 durch die innerdeutsche Grenze bis 1989 unterbrochen. Nach der Grenzöffnung befand sich an der B 27 eine Kontrollstelle, der Übergang war zunächst nur für Fußgänger geöffnet.

Inzwischen ist durch eine Betonbrücke die Bremke als einstiger Grenzverlauf überwunden worden und die B 27 für den Straßenverkehr geöffnet.

Der „Abtsweg“ (Fulda–Hammelburg)[Bearbeiten]

Der „Abtsweg“ von Fulda nach Hammelburg wurde zwischen 1779 und 1785 erbaut

Die Landstraße zwischen Fulda und Hammelburg wurde zwischen 1779 und 1785 auf Anweisung des Fuldaer Fürstbischofs Heinrich von Bibra als zweite Straße seines Landes zu einer Chaussee ausgebaut. Sie galt damals wegen ihrer Breite als sensationell und wurde von vielen Fuhrleuten als technische Meisterleistung gerühmt. Dennoch wurde ein Teilstück dieser Straße bei Motten zwischen 1898 und 1902 durch eine kurvenreiche, aber steigungsarme Neubaustrecke ersetzt.

Bei Schondra (im Landkreis Bad Kissingen – unweit der B 27) wurde 1968 ein ganzer Berghügel zum Autobahnbau der A 7 herangezogen und abgetragen.

Im Abschnitt zwischen Bad Brückenau (Abzweig der Staatsstraße nach Jossa) und Hammelburg führt die B 27 durch das Land der Fuldaer Fürstbischöfe und ist landschaftlich sehr reizvoll. (>Schondratal) Teilweise noch unausgebaut, kurvig, hügelig und die Trassenführung zeigt dabei in der Tat noch den Charakter einer alten Landstraße und durchschneidet mehrmals große Waldgebiete (Neuwirtshäuser Forst, Staatsforst Geiersnest-Aussichtspunkt Büchelberg 416m NN). Dabei tangiert sie geschichtsträchtiges Land und trifft bei Hammelburg erstmals auf fränkisches Weinbaugebiet.

Im Bereich der alten Weinstadt Hammelburg kam es – besonders in den 60er Jahren – bis zum Bau der Rhönautobahn (BAB 7 1967) zu großen Staus im Stadtgebiet an der Kreuzung mit der B 287, da die B 27 bis zur Fertigstellung der A 7 als beliebte Ausweichroute von Fulda nach Würzburg (ohne Umweg über A 5/A 3 Frankfurt) besonders vom Schwerlastverkehr benutzt wurde. Heute führt die B 27 insbesondere zwischen Bad Brückenau und Hammelburg ein eher beschauliches, regionales Verkehrsaufkommen.

Bis zur Einrichtung des Truppenübungsplatzes Hammelburg 1937 durch die deutsche Wehrmacht (Lager Hammelburg) folgte der Verlauf der B 27 durch dieses Gebiet über die Orte Bonnland und Hundsfeld und führte die Reichsstraße am südwestlichen Ende des heutigen Truppenübungsplatzes bei Hundsbach aus diesem Gebiet heraus, wo sie unweit des Ortes über Bühler, Münster, Aschfeld bei Eußenheim wieder auf die heutige Streckenführung traf. Die heutige Route ist als eigenständige Strecke zwischen Hammelburg über Lager HAB und Gauaschach nach Arnstein (B 26) als Staatsstraße und kürzeste Verbindung zwischen den Weinstädten Hammelburg und Würzburg ausgewiesen.

Die Orte Bonnland und die alte Dorfstelle Hundsfeld liegen im Truppenübungsplatz Hammelburg, wurden schon zur Zeit der Einrichtung des Truppenübungsplatzes in den späten Dreißiger Jahren abgesiedelt, nach Kriegsende 1945 kurz wiederbelebt und nach Einrichtung des Lagers Hammelburg 1958 endgültig aufgelöst und dienen der Bundeswehr seitdem als Übungsorte bzw. Zielgebiet. Die Reste der alten, ehemaligen Strecke wurden von der Bundeswehr seit den 60er Jahren als Anfahrt zu den Übungszielen ausgebaut.

Nach der Einrichtung des Truppenübungsplatzes Hammelburg ab 1937 wurde die Trassenführung in die noch heutige Strecke von Hammelburg unterhalb Schloss Saaleck über Obereschenbach-Sodenberg-Höllrich-Heßdorf (Abzweig Staatsstraße nach Gemünden am Main) in Richtung Karlstadt geändert. Quelle: Christian Emde

Würzburg–Stuttgart[Bearbeiten]

Die ehemalige Badische Staatsstraße Nr. 4 führte von Würzburg aus über Mosbach nach Wiesenbach und mündete dort in die Badische Staatsstraße Nr. 3 nach Heidelberg.

Die Landstraße von Würzburg nach Tauberbischofsheim wurde 1755 zur Kunststraße ausgebaut. Deren Weiterbau über Walldürn nach Buchen konnte erst von 1806 bis 1909 unter badischer Oberhoheit erfolgen.

Die ehemalige Württembergische Staatsstraße Nr. 1 führte von Heilbronn nach Stuttgart und wurde um 1772 zu einer befestigten Kunststraße (Chaussee) ausgebaut. Ihr südlicher Streckenabschnitt zwischen den württembergischen Residenzstädten Ludwigsburg und Stuttgart wurde bereits 1737 als erste württembergische Straße zu einer Chaussee ausgebaut.

„Schweizer Straße“[Bearbeiten]

B 27 bei Tübingen-Lustnau

Der südlichste Streckenabschnitt zwischen Stuttgart und Schaffhausen war als Schweizer Straße eine der Hauptverkehrsadern Württembergs und wurde deshalb bereits im 18. Jahrhundert zur Chaussee ausgebaut. Die ausgebaute Chaussee führte im Jahre 1777 von Cannstatt über Stuttgart, Tübingen, Hechingen und Balingen bis Dotternhausen. Zwischen 1841 und 1845 wurde die Streckenführung zwischen Dettenhausen und Lustnau verlegt: Anstelle der alten Direktverbindung wurde eine weniger steile Streckenführung über Bebenhausen gewählt. In den Jahren 1927 und 1928 wurde die alte Steinstraße asphaltiert, Reste des alten Kopfsteinpflasters sind zum Beispiel nördlich von Bebenhausen als Parkbuchten erhalten. 1938 wurde die Tübinger Umgehungsstraße fertiggestellt.

Jüngere Entwicklung[Bearbeiten]

Zwischen 1979 und 1994 wurde in drei Abschnitten (1979 von Echterdingen bis Filderstadt, 1984 von Filderstadt bis Kirchentellinsfurt, 1994 von Kirchentellinsfurt bis Tübingen) die autobahnartig ausgebaute neue B 27 fertiggestellt, die in den 1970er Jahren zunächst als A 83 geplant worden war und in den 1980er Jahren zeitweilig auch als solche bezeichnet wurde. Zeitweise wurde diese Straße im Unterschied zu der durch den Schönbuch verlaufenden alten B 27 als „B 27 neu“ oder „B 27 n“ bezeichnet. Seit der kompletten Fertigstellung der vierstreifigen B 27 zwischen Stuttgart und Tübingen hat die alte B 27 keinen Bundesstraßenstatus mehr, wird aber auch heute noch – selbst im Verkehrsfunk – als „alte B 27“ bezeichnet.[2]

B 27 auf dem Stuttgarter Pragsattel

Nachdem die Lkw-Maut am 1. Januar 2005 eingeführt wurde, stieg wie auf vielen anderen Bundesstraßen der Schwerlastverkehr sprunghaft an. Da der Streckenverlauf von Göttingen bis Würzburg parallel der Bundesautobahn 7 verläuft und die B 27 seit langem als Ausweichroute gilt, ist auf diesem Abschnitt die Verkehrslast deutlich angestiegen. Aufgrund von überschrittenen EU-Grenzwerten zur Lärmbelastung hat das Hessische Verkehrsministerium im August 2005 die Strecke von der Anschlussstelle Friedland (A 38) bis zur Anschlussstelle Fulda-Nord (A 7) für den Lkw-Durchgangsverkehr ganztägig gesperrt, sodass ein Ausweichen von der A 7 auf die B 27 nicht mehr erlaubt ist.

Am 4. November 2006 wurden die ersten beiden, insgesamt 3,7 Kilometer langen Abschnitte des Ausbaus zwischen Tübingen und Dußlingen freigegeben, im Mai 2007 war der Spatenstich zum dritten Abschnitt. Dieser wird einen 500 Meter langen Tunnel durch Dußlingen, dessen erste Röhre am 15. März 2012 für den Verkehr freigegeben wurde[3], und den Ausbau bis zum Umspannwerk Nehren beinhalten. Der weitere Ausbau (Schindhautunnel, Umfahrung von Ofterdingen und Bad Sebastiansweiler) ist derzeit aufgrund von Finanzierungs- und Planungsschwierigkeiten noch ungewiss.

Seit 2008 werden nach langer Wartezeit die Ortsumfahrungen im Hauneck zwischen der Anschlussstelle Bad Hersfeld (A 4) und Hauneck-Sieglos realisiert. Die etwa 6 km lange Trasse ist der letzte Abschnitt des seit Ende der 70er Jahre durchgeführten Umbaus der alten B 27 zwischen der Anschlussstelle Fulda-Nord (A 7) und der A 4 durch das Haunetal.

2013 hat die grün-rote Landesregierung von Baden-Württemberg auf der gesamten Teilstrecke Stuttgart-Tübingen ein Tempolimit von 120 km/h verhängt.[4] Auf dem Teilabschnitt zwischen Degerloch und Aichtal waren bereits seit Mitte 1995 Wechselverkehrszeichen in Betrieb.

Sonstiges[Bearbeiten]

Ersetzungen[Bearbeiten]

Der Abschnitt Würzburg/Kist–Gerchsheim–Tauberbischofsheim ist durch die A 81 ersetzt. Daraus resultierend erfolgte die Abstufung zur Staatsstraße St 578 (Bayern) bzw. Landesstraße L 578 (Baden-Württemberg).

Der Abschnitt zwischen Bargen und Neuhausen am Rheinfall verläuft auf Schweizer Staatsgebiet und ist die Hauptstrasse 4 im Schweizer Straßennetz und gehört somit nicht zur B 27.

Ausbauzustand[Bearbeiten]

Die B 27 ist auf mehreren Abschnitten autobahnähnlich ausgebaut:

Planungen und Ausbau[Bearbeiten]

Sachsen-Anhalt[Bearbeiten]

  • Teil-Ortsumgehung von Hüttenrode, 2,2 km (Vordringlicher Bedarf, in Planung)

Niedersachsen[Bearbeiten]

  • Verlegung in Bad Lauterberg-Scharzfeld, 2,6 km (Vordringlicher Bedarf, fertiggestellt)
  • Ortsumgehung Gieboldehausen, 1,7 km (Weiterer Bedarf)
  • Ortsumgehung Waake, 2,5 km (Weiterer Bedarf, in Bau seit 2010)
  • Ortsumgehung Bad Lauterberg, 5,4 km (Weiterer Bedarf)

Hessen[Bearbeiten]

  • Ortsumgehung Ludwigsau/Friedlos, 3,8 km (Vordringlicher Bedarf, in Planung)
  • Ortsumgehung Neu-Eichenberg / Hebenshausen, 1,2 km (Vordringlicher Bedarf, in Planung)
  • Ortsumgehung Hauneck, 4,7 km (Vordringlicher Bedarf, in Bau)
  • Ortsumgehung Eschwege/Eltmannshausen und Eschwege/Niddawitzhausen, 4,2 km (Weiterer Bedarf)
  • Ortsumgehung Ludwigsau/Mecklar, 0,8 km (Weiterer Bedarf)
  • Ortsumgehung Eichenzell/Rothemann, 2,5 km, (Weiterer Bedarf)
  • Ortsumgehung Eichenzell/Döllbach, 2,2 km (Weiterer Bedarf)

Bayern[Bearbeiten]

  • Verlegung und vierstreifiger Ausbau bei Höchberg (2. Bauabschnitt), 1,3 km (Vordringlicher Bedarf, fertiggestellt)

Baden-Württemberg[Bearbeiten]

  • vierstreifiger Neubau bei Tübingen-Bläsibad (Schindhautunnel), 3,5 km (Vordringlicher Bedarf, in Planung)
  • vierstreifigerAusbau zwischen Tübingen-Bläsibad und Nehren, 7,0 km (Vordringlicher Bedarf, in Bau)
  • vierstreifiger Neubau zwischen Nehren und Bodelshausen, 6,9 km (Vordringlicher Bedarf, in Planung)
  • vierstreifiger Ausbau zwischen Donaueschingen und Hüfingen 5,4 km (Vordringlicher Bedarf, in Planung)
  • Ortsumgehung Behla, 1,9 km (Vordringlicher Bedarf, Planfeststellungsbeschluss erlassen)
  • Ortsumgehung Zollhaus 1,0 km (Vordringlicher Bedarf)
  • Ortsumgehung Randen, 1,5 km (Vordringlicher Bedarf)
  • Ortsumgehung Jestetten, 3,9 km (Vordringlicher Bedarf)
  • Ortsumgehung Offenau, 3,8 km (Weiterer Bedarf)
  • vierstreifiger Ausbau zwischen Bad Friedrichshall und der A6, 4,3 km (Weiterer Bedarf)
  • zweistreifiger Neubau zwischen Balingen und Dotternhausen, 6,0 km (Weiterer Bedarf)
  • Ortsumgehung Neukirch, 1,1 km (Weiterer Bedarf)
  • Ortsumgehung Schömberg, 3,8 km (Weiterer Bedarf)
  • sechsstreifiger Ausbau zwischen Anschlussstelle Aich und Anschlussstelle Leinfelden-Echterdingen, 8,2 km (Weiterer Bedarf)
  • Ortsumgehung Neckarburken, 1,5 km (Weiterer Bedarf)
  • Ortsdurchfahrt Jagstfeld, 1,0 km (Weiterer Bedarf)
  • Ortsumgehung Hardheim, 2,1 km (Weiterer Bedarf)

Beachtenswerte Bauwerke[Bearbeiten]

  • Oder­talbrücke der B 243 über der Anschlussstelle Bad Lauterberg-West
  • Aichtalbrücke im vierstreifigen Abschnitt zwischen Stuttgart und Tübingen

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundesstraße 27 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Henk Brouwer: Reichsstraßen 1934. In: Die Bundes- und ehemaligen Reichsstraßen in Deutschland. Carsten Wasow, abgerufen am 11. Dezember 2011 (Private Webseite).
  2. Verlauf der alte B 27: Echterdingen - Steinenbronn - Waldenbuch - Dettenhausen - „Kälberstelle“ im Wald (B 464) - Tübingen-Bebenhausen.
  3. Erste Röhre des B 27-Tunnels in Dußlingen freigegeben, Reutlinger General-Anzeiger vom 15. März 2012
  4. http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/tuebingen_artikel,-Von-Tuebingen-nach-Stuttgart-mit-maximal-120-_arid,207871.html
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