Bundesstraße 44

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Dieser Artikel beschreibt die Bundesstraße 44 in Deutschland. Zur gleichnamigen Straße in Österreich siehe Neulengbacher Straße.
Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/DE-B
Bundesstraße 44 in Deutschland
Bundesstraße 44
Karte
Verlauf der B 44
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Frankfurt/M.
(50° 8′ N, 8° 37′ O50.1338648.617078)
Straßenende: Ludwigshafen
(49° 26′ N, 8° 24′ O49.4345618.407614)
Gesamtlänge: ca. 90 km

Bundesland:

Ausbauzustand: siehe unten
Bundesstraße 44 bei Rheingönheim
Bundesstraße 44 bei Rheingönheim

Die Bundesstraße 44 (Abkürzung: B 44) führt von Frankfurt am Main bis zur Bundesstraße 9 in Ludwigshafen am Rhein.

Verlauf[Bearbeiten]

B 44 bei Bürstadt

Hochstraße Nord[Bearbeiten]

B44 an der Rampe zur Kurt-Schumacher-Brücke in Ludwigshafen am Rhein

In Ludwigshafen verläuft die B 44 von der Kurt-Schumacher-Brücke, wo sie die L 523 aufwändig kreuzt, bis zur A650 über die Hochstraße Nord, einer Stadtautobahn nach amerikanischem Vorbild. Diese 1,8 km lange Hochstraße wurde von 1970 bis 1981 erbaut und kostete damals 135 Millionen Mark. Sie besteht aus 34 Einzelbauwerken mit 213.000 Tonnen Stahl und Beton. Zur Schonung der Hochstraße ist diese seit März 2010 für Fahrzeuge, die breiter als zwei Meter sind, gesperrt, um zu verhindern, dass Fahrzeuge ab 40 Tonnen die Hochstraße passieren. Wegen durch Korrosion verursachten Schäden ist sie stark sanierungsbedürftig. Zur Absicherung gegen herabfallende Brocken wurden im Dezember 2010 spezielle engmaschige Kunststoff-Fangnetze angebracht, wofür 2,5 Millionen Euro investiert wurden. Die Ausfahrt Heinigstraße wurde im Sommer 2013 wegen Baufälligkeit gesperrt. Bereits 1993 begann man mit Planungen für die Sanierung der Hochstraße, die Kosten für eine Teilsanierung wurden zuerst auf 20 Millionen Euro, zwölf Jahre später auf 70 Millionen, Anfang 2010 auf 150 Millionen und Ende 2010 auf 190 Millionen Euro geschätzt. Die Bauzeit sollte bei etwa acht bis zehn Jahre liegen. Weitere drei Jahre später geht man davon aus, dass dies viel zu knapp kalkuliert wurde.[1] Der Landtagsabgeordnete Günther Ramsauer geht von 300 bis 400 Millionen Euro aus. Die Stadt Ludwigshafen möchte die notwendige Sanierung der Hochstraße nutzen, um die westliche Innenstadt ganz neu zu gestalten. Dazu inverstierte die Stadt für die Planung 1,5 Millionen Euro[2] und engagierte dafür die Universität Kaiserslautern, eine Forschungsgesellschaft und ein Ingenieurbüro, um mögliche Varianten zu entwickeln. Das Ingenieurbüro war unter anderem am Bau der Warschauer Nordbrücke und des Leipziger City-Tunnels beteiligt. Die sieben[3] eingereichten Vorschläge reichen von einem kompletten 1:1-Neubau der Hochstraße, über eine verschlankte Hochstraße mit nur noch drei Spuren und wechselseitiger Ampelschaltung bis hin zur ebenerdigen Verlegung der Bundesstraße nach Vorbild der Augustaanlage in Mannheim, der Kennedy-Allee in Frankfurt oder der Kriegsstraße in Karlsruhe. Unter anderem ist auch der Vorschlag einer Tunnellösung aus finanziellen Gründen gleich gestrichen worden, so dass vorerst drei Varianten übrig blieben. Voraussetzung sei immer, dass die künftige Verkehrsader 46.000[4] Fahrzeuge täglich bewältigen kann, davon im Berufsverkehr ca. 4.000 Fahrzeuge pro Stunde. Die Maßnahme wird unter dem Projektnamen „City West“ geführt, außer der Hochstraße selbst ist auch ein Areal von 17 Hektar entlang dieser ein Teil davon.[5] Nach Ostern 2013 waren nur noch zwei Varianten zur Entscheidung übrig geblieben, der Wiederaufbau (evtl. um eine versetzte Trasse) mit einer Kostenschätzung von 260 bis 300 Millionen Euro und die ebenerdige Stadtstraße mit Rampen und Brücken, einer Länge von 650 Meter und Breite von 51 Metern und einer Kostenschätzung von 210 bis 250 Millionen Euro. Der Unterhalt für die künftige Hochstraße würde jährlich 710.000 Euro verschlingen, die Stadtstraße 445.000 Euro.[6] Als äußerst komplex erweist sich, wie der Baustellenverkehr vor allem am Brückenkopf zur Kurt-Schumacher-Brücke während des Umbaus verlaufen soll, so wie Bahnschienen und Versorgungsleitungen zu verlegen sind. Deswegen verzögert sich das Projekt. Baulastträgerin ist die Stadt Ludwigshafen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer begutachtete 2012 das Bauwerk und er erkannte "dass es brennt". Der Bund hat daraufhin eine konkrete Zusage für eine Beteiligung in Höhe von 50 Millionen Euro[7] bei der 1:1-Neubau-Variante geäußert, um den überregionalen Charakter zu behalten.[8] Das Land hat eine Förderung von 20 Millionen Euro zugesagt.[9][10] Am 5. Februar 2014 gab es ein weiteres Bürgerforum.[11] Am 24. März 2014 hat der Stadtrat von Ludwigshafen sich mit parteiübergreifender Mehrheit entschieden, dass die Hochstraße ab 2018Vorlage:Zukunft/In 3 Jahren abgerissen werden und an ihrer Stelle eine vierspurige lange Stadtstraße neu gebaut werden soll. Die Kosten werden auf 280 Millionen Euro und acht Jahre Bauzeit geschätzt.[12]

Ende[Bearbeiten]

Die B 44 endet südlich vom Ludwigshafener Stadtteil Rheingönheim im gleichnamigen Kreuz, welches bisher nicht fertig ausgebaut wurde, und geht über zur B 9.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprung[Bearbeiten]

Bis ins frühe 19. Jahrhundert war die Bergstraße, die heutige B 3, die alleinige Hauptverkehrsader zwischen Frankfurt und dem Rhein-Neckar-Raum. Die Landstraße von Mannheim nach Lampertheim wurde noch in der kurpfälzischen Zeit zwischen 1777 und 1787 zur Kunststraße ausgebaut. Der Straßenbau in Hessen begann jedoch erst im frühen 19. Jahrhundert. Zwischen 1829 und 1831 wurde der Streckenabschnitt zwischen Groß-Gerau und Mörfelden zur Chaussee ausgebaut.

Frühere Strecken und Bezeichnungen[Bearbeiten]

Die Landstraße von Mannheim nach Lampertheim wurde 1901 als Badische Staatsstraße Nr. 169 bezeichnet. Die Streckenlänge im Großherzogtum Baden betrug nur elf Kilometer, so dass diese Straße als weniger wichtige Verbindung eingestuft wurde.

1932 wurde bei der Nummerierung der deutschen Fernverkehrsstraßen, aus denen die heutigen Bundesstraßen hervorgingen, die Nummer 44 an die hessische Strecke von Offenbach am Main nach Sprendlingen vergeben.[13] Bei einer Änderung der nunmehr als Reichsstraßen bezeichneten Fernstraßen wurde Mitte der 30er-Jahre die Reichsstraße 3 zwischen Frankfurt und Heidelberg, die ursprünglich über Darmstadt lief, auf die heutige Strecke der heutigen B 44 über Biblis verlegt und der Abschnitt Frankfurt-Darmstadt mit der - wegen einer weiteren Änderung frei gewordenen - Nummer 44 belegt.[14]. Einige Jahre später wurde die Reichsstraße 3 auf ihren ursprünglichen Weg zurückverlegt, und der Abschnitt Frankfurt- Bürstadt-Mannheim erhielt die Nummer 44.[15]. Dabei wurde in die Reichsstraße 44 auf pfälzischer Seite auch die frühere Reichsstraße 273 einbezogen, deren Nummer dann systematikwidrig in den Raum Berlin verlegt wurde.

Ersetzungen[Bearbeiten]

Umgehungsstraßen in Bürstadt, Biblis, Groß-Rohrheim, Gernsheim, Biebesheim, Stockstadt und den meisten Stadtteilen von Riedstadt und Mörfelden-Walldorf. Vor dem Bau der B 9-Umgehung Limburgerhof endete die B 44 im Ort an der B 9.

Ausbauzustand[Bearbeiten]

Der Ausbauzustand der B 44 gliedert sich wie folgt:

Abschnitt Streifen Trennstreifen Bemerkung
A66 Frankfurt am Main − B43 Frankfurt am Main 4 ja städtisch
B43 Frankfurt am Main − L 3317 Frankfurt am Main 4 nein städtisch
L 3317 Frankfurt am Main − L 3264 Neu-Isenburg-Zeppelinheim 4 ja autobahnähnlich
L 3264 Neu-Isenburg-Zeppelinheim − Bürstadt 2 nein  
Bürstadt - Lampertheim 4 ja autobahnähnlich
Stadtgebiet Lampertheim 4 ja städtisch
Lampertheim - Mannheim 4 ja autobahnähnlich
Stadtgebiet Mannheim 4 ja städtisch
B36 Mannheim − A650 Ludwigshafen 4 ja autobahnähnlich
A650 Ludwigshafen − L 534 Ludwigshafen 4 nein städtisch
L 534 Ludwigshafen − B9 Rheingönheimer Kreuz 4 ja autobahnähnlich

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

 Alfred Kurt: Zur Geschichte von Straßen und Verkehr im Land zwischen Rhein und Main. Frankfurt 1956 (Dissertation an der Universität Frankfurt).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundesstraße 44 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Rheinpfalz, Ludwigshafener Rundschau, 12. April 2011
  2. Die Rheinpfalz, Südwestdeutsche Zeitung, 15. April 2013
  3. Die Rheinpfalz, Ludwigshafener Rundschau, 20. Januar 2012
  4. Michael Schmid: Es geht auch tiefergelegt in Die Rheinpfalz, Ludwigshafener Rundschau, 21. Januar 2012
  5. Steffen Gierescher Ludwigshafen 21 in Rheinpfalz am Sonntag, Pfalz, 5. Mai 2013
  6. Steffen Gierescher: Mindestens 300 Millionen in Die Rheinpfalz, Ludwigshafener Rundschau, 30. April 2013
  7. Die Rheinpfalz, Ludwigshafener Rundschau, 20. April 2013
  8. Steffen Gierescher: Teuer, teurer, Hochstraße" in Die Rheinpfalz, Ludwigshafener Rundschau, 27. März 2013
  9. Peter Müller: Raum für neue Stadtideen in Die Rheinpfalz, Ludwigshafener Rundschau, 14. Januar 2012
  10. Steffen Gierescher: Lewentz: Das bringt die Stadt um in Die Rheinpfalz, Ludwigshafener Rundschau, 29. April 2013
  11. neue LU, Sonderausgabe Januar 2014, Abriss der Hochstraße Nord… und was kommt danach?
  12. Michael Schmid: Stadtrat für lange Stadtstraße in Die Rheinpfalz, Ludwigshafener Rundschau, 25. März 2014
  13. siehe "Reichsstraßen 1934"; "Die Bundes- und Reichsstraßen" von C. Wasow, BP-Olex-Karte von 1935 auf www.landkartenarchiv.de
  14. Esso-Standard-Luftbildkarte aus den "1930er-Jahren" auf www.landkartenarchiv.de
  15. siehe "Bundesstraße 3" und "Bundesstraße 44" "Die Bundes- und Reichsstraßen" von C. Wasow, Shell-Straßenkarte von 1939 auf www.landkartenarchiv.de
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