Bundesstraße 96

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Dieser Artikel beschreibt die Bundesstraße 96 in Deutschland. Zur gleichnamigen Straße in Österreich siehe Murtal Straße.

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Bundesstraße 96 in Deutschland
Bundesstraße 96
 European Road 22 number DE.svg European Road 251 number DE.svg
Karte
Verlauf der B 96
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Zittau
(50° 54′ N, 14° 49′ O50.89587214.812744)
Straßenende: Sassnitz
(54° 31′ N, 13° 38′ O54.51443313.639831)
Gesamtlänge: ca. 520 km

Bundesland:

Ausbauzustand: zweistreifig[1]
Bundesstraße 96 in Neubrandenburg (Stargarder Tor)
Bundesstraße 96 in Neubrandenburg (Stargarder Tor)

Die Bundesstraße 96 (Abkürzung: B 96) ist eine Bundesstraße in Deutschland. Sie führt von Zittau im östlichen Teil der Oberlausitz bis nach Sassnitz auf Rügen.

Verlauf[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 96 hat folgenden Verlauf:

Sachsen[Bearbeiten]

Zittau – Bautzen[Bearbeiten]

Die B 96 beginnt in Zittau am Stadtring, wo ebenfalls die Bundesstraße 99 beginnt, und kreuzt danach Mittelherwigsdorf mit Überquerung des Rietschebachs. Die aufwendigste Ausbaustelle der neuen Straße war die Überquerung des Landwassers bei der Landschenke kurz vor Oderwitz, die seit frühester Zeit per Furt geschah. 1603 bauten hier Zittauer, Niederoderwitzer und Herwigsdorfer Bürger gemeinsam die sogenannte „Landbrücke“, deren vorletzter Neubau 1934/1935 erfolgte. Seit 1964 gibt es wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens eine neue Betonbrücke. Damit verbunden war die Beseitigung von fünf Serpentinen am Landberg. Nach Nieder- und Oberoderwitz führt die Straße weiter über Eibau, Walddorf und erreicht bei den „Hübelhäusern“ das Gebiet von Ebersbach hinter der Europäischen Hauptwasserscheide zwischen Ostsee (Landwasser) und Nordsee (Spree). Bis auf einige kurze Teilstücke folgt der Straßenverlauf nun dem Tal der Spree in nordwestlicher Richtung bis Neusalza-Spremberg. Im benachbarten Oppach zweigt die Bundesstraße 98 von der B 96 in Richtung Bischofswerda ab. Die B 96 überquert im weiteren Verlauf den Kälberstein-Bieleboh-Rücken in Richtung Bautzen. Dabei durchquert sie die Orte Wurbis, Halbendorf im Gebirge, Eulowitz, Großpostwitz, Rascha, Ebendörfel und Oberkaina.

Blick von der B 96 in südöstlicher Richtung auf Oppach

Die Chaussierung der damaligen Straße erfolgte in den 1830er Jahren und bildete eine wesentliche Voraussetzung für den Betrieb der Fahrpost zu verschiedenen Orten. Seit 1840 verkehrten auf ihr regelmäßig Wagen zwischen Dresden und Zittau über Ebersbach (Baukosten der Gemeinde für den Straßenabschnitt innerhalb von Ebersbach: 2733 Taler), seit 1845 verkehrten sie von Löbau nach Rumburk. Nach der Einweihung der heute stillgelegten Bahnstrecke Zittau–Löbau 1848 endete die Fahrpost von Dresden in Oberoderwitz. Mit dem Motorisierungsbeginn in den 1920er Jahren erfolgten verkehrsbedingt Begradigungen und Verbreiterungen von einzelnen Straßenabschnitten. In Neusalza-Spremberg wurde eine völlig neue, 800 Meter lange Führung östlich entlang der Spree, zur Umgehung der engen Straßen der Innenstadt geschaffen.

Bautzen – Senftenberg[Bearbeiten]

In Bautzen umgeht die B 96 seit dem 16. Dezember 2013 die Innenstadt auf einer Westtangente, die u. a. über eine Spreebrücke und einen Tunnel verfügt. Die Westtangente wurde angelegt, um den vielbefahrenen innerstädtischen Abschnitt über die Friedensbrücke zu entlasten. Nordwestlich der Stadt unterquert die B 96 an der Anschlussstelle Bautzen-West die Autobahn 4. Im weiteren Verlauf führt die Straße über Königswartha durch das Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet nach Hoyerswerda. Dort überquert sie die Schwarze Elster und verläuft anschließend etwa einen Kilometer in gemeinsamer Streckenführung mit der Bundesstraße 97. In der Spremberger Vorstadt trennen sich die beiden Streckenverläufe wieder. Die B 97 setzt sich in nordöstlicher Richtung nach Spremberg fort, die B 96 verläuft zunächst nach Nordwesten aus Hoyerswerda hinaus und dann durch Lauta. In Kleinkoschen trifft sie erneut auf die Schwarze Elster und führt an ihrem Ufer zwischen dem Geierswalder und dem Senftenberger See hinein nach Senftenberg.

Brandenburg/Berlin[Bearbeiten]

Senftenberg – Baruth[Bearbeiten]

In Senftenberg biegt die Streckenführung zunächst nach Norden und dann nach Nordosten ab. Dort wird sie kreuzungsfrei auf die Bundesstraße 169 übergeleitet. Anschließend verlaufen beide Bundesstraßen rund sieben Kilometer auf einen gemeinsamen Trasse, die teilweise dreistreifig ausgebaut ist. Etwas südlich von Allmosen zweigt die B 96 dann wieder auf eine eigene Strecke, verläuft in westlicher Richtung durch Großräschen und hat dort die gleichnamige Anschlussstelle mit der Bundesautobahn 13. Im folgenden Verlauf durchquert sie die nordwestlich von Großräschen gelegene Stadt Finsterwalde und biegt dort nach Norden ab. Sie führt anschließend durch Sonnewalde, östlich an der Rochauer Heide vorbei und weiter bis nach Luckau. Um die Stadt wurde ebenfalls eine Umgehungsstraße gelegt, deren Trasse sich die B 96 für ein kurzes Stück mit der Bundesstraße 102 teilt. Zuvor führte ihr Verlauf die B 96 direkt durch das Luckauer Stadtzentrum. Nördlich davon zweigt sie ab und setzt sich in nordwestlicher Richtung durch den Luckauer Ortsteil Gießmannsdorf sowie Rüdingsdorf und Zützen nach Golßen fort. Dort stößt die Bundesstraße 115 auf die Strecke der B 96, zusammen führen sie bis nach Baruth/Mark hinein.

Baruth – Mahlow[Bearbeiten]

In einem zentral in Baruth gelegenen Kreisverkehr zweigt die Bundesstraße 96 von der Bundesstraße 115 ab und folgt von da an der Bahnstrecke Berlin–Dresden nach Norden. Durch das Baruther Urstromtal und die Luckenwalder Heide geht es nach Wünsdorf und von dort nach Zossen. Innerhalb des Ortes haben die B 96 und die Bundesstraße 246 gemeinsamen Verlauf, jedoch zweigt letztere in Nähe des Bahnhofes nach Westen ab, während sich die B 96 weiter nach Norden fortsetzt. Bei Rangsdorf kreuzt sie sich an einer Anschlussstelle mit dem Berliner Autobahnring.

Zwischen Rangsdorf und der Stadtgrenze Berlins ist die B 96 vierstreifig ausgebaut. Durch eine Neubautrasse werden die Orte Dahlewitz und Mahlow, Ortsteil Glasow, umfahren. Hinter Glasow verläuft die Bundesstraße auf der alten Trasse bis zur Stadtgrenze. Dort befand sich der Grenzübergang Mahlow/Lichtenrade, der während der Teilung Deutschlands nur für Entsorgungsfahrzeuge der Berliner Stadtreinigungsbetriebe passierbar war.

Berlin[Bearbeiten]

Die Straße führt in Süd-Nord-Richtung durch Berlin. Ab der südlichen Stadtgrenze trägt sie den Namen Kirchhainer Damm. Von dort zweigt auch die B 96a ab, die zu DDR-Zeiten West-Berlin umgehen sollte. Die B 96a trifft erst nördlich von Berlin wieder auf die B 96. Die B 96 selbst verläuft im Berliner Stadtgebiet dann auf dem Lichtenrader Damm, Mariendorfer Damm und führt später als Tempelhofer Damm am ehemaligen Flughafen Tempelhof vorbei. Hinter dem Platz der Luftbrücke wird die Straße dann als Mehringdamm weitergeführt. Am Halleschen Tor zweigt die B 96 Richtung Westen ab und führt beiderseits des Landwehrkanals entlang als Hallesches Ufer/Reichpietschufer auf der Nordseite bzw. Tempelhofer/Schöneberger Ufer auf der Südseite. Seit dem 26. März 2006 wird sie dann wieder nördlich durch den Tiergartentunnel unter dem Stadtquartier am Potsdamer Platz, dem Regierungsviertel und dem Hauptbahnhof geleitet. Zu Mauerzeiten lief sie als Entlastungsstraße durch den Tiergarten. Hinter dem Tiergartentunnel läuft sie als Heidestraße weiter am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal entlang, verläuft auf der Sellerstraße, Müllerstraße, Fennstraße und schließlich auf der Reinickendorfer Straße, dann weiter auf der Markstraße, Residenzstraße, Lindauer Allee, Roedernallee und der Oranienburger Straße/Oraniendamm. Als Berliner Straße verläuft sie in Hermsdorf. Sie führt dann am „Entenschnabel“ in Glienicke/Nordbahn für etwa 500 Meter über Brandenburger Gebiet und bildet für weitere 900 Meter die Landesgrenze zu Brandenburg. Als Oranienburger Chaussee verläuft sie im Ortsteil Frohnau für weitere drei Kilometer auf Berliner Stadtgebiet, überquert dann vor Hohen Neuendorf endgültig die Landesgrenze in Richtung Oranienburg.

Glienicke – Löwenberg[Bearbeiten]

Ungefähr 250 Meter nach der Landesgrenze Berlin/Brandenburg unterquert die Straße in Hohen-Neuendorf die S-Bahntrasse Berlin-Frohnau – Oranienburg, bevor sie in einem Kreisverkehr, dem Marienetta-Jirkowsky-Platz, mündet. In Birkenwerder mündet die B 96a (Clara-Zetkin-Straße) wieder in die B 96 (Hauptstraße) ein.

Mit Fertigstellung der neuen B 96 als Westumfahrung von Oranienburg im Jahr 2003 wurde der Verkehr aus dem Ort herausgenommen. Die alte Trasse durch das Zentrum Oranienburgs wurde zur Gemeindestraße herabgestuft. Seitdem führt die B 96 (in Fahrtrichtung Nord aus Berlin heraus betrachtet) über die Abfahrt Birkenwerder, die Autobahn 10 (nördlicher Berliner Ring), das Autobahnkreuz Oranienburg und von dort elf Kilometer als autobahnähnliche Straße mit drei Ausfahrten, teilweise über den ehemaligen Flugplatz Oranienburg zurück auf die bestehende Trasse der B 96 an der Anschlussstelle der Landesstraße L 191 nördlich von Oranienburg. Ein weiterer Ausbau in Richtung Norden ist geplant. Da die jetzige Trasse den Ort Nassenheide in zwei Teile zerschneidet, fordert eine Bürgerinitiative einen geänderten Streckenverlauf. Die Straße verläuft weiter über Teschendorf und Löwenberg.

Löwenberg – Fürstenberg[Bearbeiten]

Gransee wird seit den 1960er Jahren in Ortsrandlage umfahren, die B 96 hat hier keine echte Ortsumgehung, lediglich der Ortskern wird nicht gekreuzt. 2005/2006 wurde im nordöstlichen Ortsbereich ein Kreisverkehr eingerichtet, die noch bis dahin bestehende Klinkerpflasterung durch Asphalt ersetzt. Eine echte Ortsumgehung von Gransee ist geplant, sie soll östlich am Ort vorbeigeführt werden. Bei Dannenwalde wurde 2006 eine baufällige Brücke nach mehrmonatiger Straßensperre durch eine neue Brücke an gleicher Stelle ersetzt. Bis dahin war die Geschwindigkeit über die alte Brücke auf 30 km/h begrenzt, die Brücke wurde notdürftig in Betrieb gehalten. Während der Bauphase wurde der Verkehr westlich über Neuglobsow geführt. In Fürstenberg/Havel führt die B 96 direkt durch das Zentrum und ist daher auf 30 km/h limitiert. Nach Protesten gegen eine über ehemaliges KZ-Gelände führende Ortsumgehung östlich von Fürstenberg[2] ist nunmehr eine stadtnahe Umgehung entlang der Bahnlinie im Gespräch.[3]

Mecklenburg-Vorpommern[Bearbeiten]

Neustrelitz – Neubrandenburg – A 20[Bearbeiten]

Bei Neustrelitz wurde die in Teilen schon bestehende Umgehungsstraße 2005/2006 fertiggestellt. Die B 96 zweigt jetzt südlich vom Neustrelitzer Stadtteil Strelitz-Alt in östlicher Richtung ab und erreicht nördlich von Neustrelitz nach Überquerung der Bahnstrecke Neustrelitz–Warnemünde die ursprüngliche Trasse. Der weitere Verlauf führt über Usadel, wo landschaftlich reizvolle Ausblicke auf den Tollensesee möglich sind, nach Neubrandenburg. Das Zentrum dieser Stadt wird linksläufig mit einer ringförmigen Einbahnstraße mit drei bzw. vier Fahrstreifen umschlossen. Der Neubrandenburger Ring ist die meist befahrene Straße Nordostdeutschlands mit einer Frequenz von 70.000 Fahrzeugen am Tag. Östlich von Neubrandenburg läuft sie gemeinsam mit der B 104. Der Verlauf der B 96 wird an die Anschlussstelle Neubrandenburg-Ost der Autobahn 20 herangeführt und unterbrochen. Der ehemalige Verlauf von Neubrandenburg nach Greifswald wurde durch die Fertigstellung der A 20 zur Landesstraße L 35 herabgestuft. Auf dem ehemaligen Abschnitt der B96a Greifswald-Stralsund verläuft heute die B 105.

A 20 – Stralsund – Rügen (ehemals Bundesstraße 96n)[Bearbeiten]

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Bundesstraße 96n in Deutschland
Bundesstraße 96
 European Road 22 number DE.svg European Road 251 number DE.svg
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Süderholz
(54° 5′ N, 13° 8′ O54.08631713.127456)
Straßenende: Sehlen
(54° 24′ N, 13° 23′ O54.399113.390511)
Gesamtlänge: 58,2 km
  davon in Betrieb: 23,8 km
  davon in Bau: 17 km
  davon in Planung: 17,4 km

Bundesland:

Ausbauzustand: vierstreifig
autobahnähnlich
Rügenbrücke in Stralsund
Rügenbrücke in Stralsund

Die Bundesstraße 96n (Abkürzung: B 96n) war eine Bundesstraße in Mecklenburg-Vorpommern und verband Stralsund mit der Autobahn 20. Sie begann dort an der Anschlussstelle Stralsund und endete in Stralsund. Die B 96n diente gleichzeitig als Umgehungsstraße im Süden von Stralsund. Sie war als Kraftfahrstraße geführt und auf der gesamten Länge vierstreifig. Offiziell war sie auf ihrer gesamten Länge als B 96 ausgeschildert.

Erst im Dezember 2005 wurde das Planfeststellungsverfahren für die Weiterführung der Bundesstraße nach Bergen, die dreistreifig ausgebaut werden soll, eingeleitet.

Die Bundesstraße 96 wird an der zum Autobahndreieck ausgebauten Anschlussstelle Stralsund fortgesetzt. Ab hier ist sie zu einer zweistreifigen Kraftfahrstraße als Autobahnanbindung von Stralsund und der Insel Rügen ausgebaut. Zwischen der auch als „Pommerndreieck“ bezeichneten Anschlussstelle der A 20 und der Anschlussstelle Brandshagen (B 105) verfügt sie über keinen Standstreifen. In regelmäßigen Abständen sind Nothaltebuchten errichtet. Dieser Abschnitt wurde bis 2006 als B 96n ausgewiesen. Zwischen der Anschlussstelle Brandshagen und der neuen Strelasundbrücke ist die B 96 überwiegend mit Autobahnquerschnitt einschließlich Standstreifen ausgebaut. Wegen des noch fehlenden Ausbaus auf der Insel Rügen ist dieser Abschnitt besonders in den Sommermonaten stauträchtig. In Stralsund überquert die B 96 seit Oktober 2007 mit der Rügenbrücke den Strelasund. Diese 2831 Meter lange Hochbrücke bildet neben dem alten Rügendamm die zweite Querung dieser Ostsee-Meerenge. Das neue Bauwerk ist mit drei Fahrstreifen ausgerüstet. Eine elektronische Verkehrsbeeinflussung gibt je nach Verkehrsaufkommen den mittleren Streifen für eine Fahrtrichtung frei.

Ab der neuen Anschlussstelle Altefähr verläuft die B 96 bis nach Sassnitz weitgehend entlang ihres ursprünglichen Verlaufs. Gerade in den Sommermonaten bilden sich hier Staus bis zu 20 Kilometern Länge. Besonders stauträchtig ist hierbei der Knotenpunkt Samtens. Während der Schrankenschließungszeiten eines Bahnüberganges auf einer einmündenden Seitenstraße wird der Verkehr auf der davon nicht betroffenen B 96 stündlich für mehrere Minuten komplett angehalten.

Neubau der B 96: Altefähr – Bergen auf Rügen[Bearbeiten]

Aus diesem Grund soll eine neue Autostraße vom Brückenkopf der neuen Rügenbrücke nach Bergen gebaut werden. Die Straße soll weitgehend parallel zur jetzigen Trasse der B 96 verlaufen, aber eine deutlich höhere Kapazität als die alte Strecke aufweisen, da sie durchgängig mit drei Fahrspuren und kreuzungsfrei geplant ist. Die stauanfälligen Ortsdurchfahrten in Rambin und Samtens[4] werden durch Ortsumgehungen ersetzt.

Im Vorfeld gab es massive Kritik von Naturschützern, sie betrachten das Projekt als überdimensioniert und drängten auf einen Ausbau der Bestandsstrecke anstelle eines kompletten Neubaus.[5] Der Baubeginn wurde durch mehrere Klagen der Umweltschutzorganisationen B.U.N.D. und NABU verzögert.

Am 15. Juni 2011 erfolgte der erste Spatenstich im Realisierungsabschnitt Altefähr–Samtens. Die geplanten Kosten für diesen Abschnitt belaufen sich auf etwa 90 Millionen Euro, wovon 39 Millionen vom Bund getragen werden[6] und 49 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.[7] Zunächst wurde mit deutlich niedrigeren Kosten kalkuliert; die Kostensteigerungen sind auf den verzögerten Baubeginn und den zusätzlichen Bau von Grün- und Wildbrücken auf der Strecke zurückzuführen. Die Fertigstellung wurde auf Mitte 2015 verschoben.[8]

Durch den Bau erhoffen sich die Befürworter ein Ende der zahlreichen Staus, Verbesserungen für Wirtschaft und Tourismus, die Entlastung der Anwohner vom Durchgangsverkehr sowie weniger Umweltbelastung und mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer.[9]

Bedeutung[Bearbeiten]

Vom Kreuz Oranienburg mit dem Berliner Ring und der Autobahn 111 bis zum Anschluss Neubrandenburg-Ost zur A 20 verläuft die Europastraße 251 auf der Strecke. Nach der Unterbrechung durch die A 20 werden ab der Anschlussstelle Stralsund die Europastraße 22 und die E 251 bis zum Abzweig der B 96b bei Borchtitz auf Rügen über die B 96 geführt.

Die überregionale Bedeutung als Fernstraße zwischen Berlin und dem Norden von Mecklenburg-Vorpommern ist seit der Fertigstellung der Autobahnverbindung über die Autobahnen A 11/A 20 geringer geworden. Trotzdem wird sie als Ausweichstrecke von Pkw-Fahrern genutzt, auch weil die Streckenführung der A 11/A 20 deutlich länger ist. Schon vor der Einführung der Lkw-Maut galt die B 96 durch den Lkw-Verkehr als besonders belastet. Diese Situation hat sich seit Einführung der Maut im Jahr 2005 nochmals verschärft.

Geschichte und früherer Verlauf[Bearbeiten]

Chausseebau im 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Zur Förderung des Handels und Verkehrs begann das Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz ab 1834 mit dem Ausbau seines Chausseenetzes. In den Jahren 1838 und 1839 wurde die Chaussee von Neubrandenburg über Neustrelitz bis zur Landesgrenze bei Dannenwalde gebaut. 1845 entstand die Chaussee von Neubrandenburg nach Altentreptow.[10]

Am 1. Mai 1839 wurden die Streckenabschnitte Berlin – Oranienburg und Gransee – Landesgrenze offiziell in Betrieb genommen, am 15. Mai 1839 folgte der Streckenschnitt Löwenberg – Gransee.[11]

Frühere Strecken und Bezeichnungen[Bearbeiten]

Schild der damaligen Fernverkehrsstraße nach der DDR-Straßenverkehrsordnung von 1956

Der Ursprung der heutigen B 96 liegt in der Einführung von „Fernverkehrsstraßen“ (FVS) durch die Weimarer Republik am 17. Januar 1932. Dabei wurde in Deutschland zum ersten Mal eine fortlaufende Nummerierung eingeführt. Die FVS 96 verlief in diesem Ursprungsnetz anders als heute südlich von Finsterwalde über Elsterwerda, Großenhain, Radeburg, Dresden und Dippoldiswalde zur Reichsgrenze bei Zinnwald-Georgenfeld.[12] Nach der Umwandlung der FVS-Straßen in Reichsstraßen (ab 1934; Abkürzung R) wurde der heutige Verlauf eingeführt.[13] In der DDR wurde der Name Fernverkehrsstraße wiedereingeführt, allerdings statt des Kürzels FVS das Kürzel F für „Fernverkehrsstraße” vergeben. Die damalige F 96 war die längste Fernverkehrsstraße innerhalb der DDR und gleichzeitig eine Hauptverkehrsachse in Nord-Süd-Richtung. Um einen durchgängigen Verlauf in Ost-Berlin zu gewährleisten, wurde nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 von der DDR der Verlauf der damaligen F 96 so geändert, dass sie zwischen Blankenfelde-Mahlow an der südlichen und Birkenwerder an der nördlichen Berliner Stadtgrenze nur über DDR-, hauptsächlich Ost-Berliner Gebiet führte. Dieses Teilstück trägt heute die Bezeichnung B 96a, da der weitgehend in West-Berlin liegende, seit 1949 Bundesstraße 96 genannte Verlauf von der DDR-internen Änderung nicht erfasst wurde und nach der Herstellung der deutschen Wiedervereinigung wieder mit den durch die Grenze abgetrennten DDR-Abschnitten zusammengefasst wurde. Der heutige West-Berliner Abschnitt entspricht nicht mehr ganz dem bis 1961 bestehenden Verlauf, der den zu Ost-Berlin gehörenden Bezirk Mitte durchquerte, sondern enthält seit den 1980er Jahren die als Umleitung angelegte Strecke durch den Tiergarten, die seit den 1960er Jahren Bundesstraße E bezeichnet wurde. Südlich von Berlin war die F 96 abweichend vom heutigen Verlauf über die Orte Klausdorf und Mellensee (beide heute Gemeinde Am Mellensee) umgeleitet, da sich auf dem eigentlichen Verlauf zwischen Wünsdorf und Zossen das Gelände des Sitzes des Oberkommandos der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland befand und entsprechend Sperrgebiet war.

Ursprünglich führte die Bundesstraße von Neubrandenburg aus in Richtung Norden über die jetzige Landesstraße L 35 über Altentreptow, Jarmen und Greifswald nach Stralsund auf der Hanse-Route. Zwischen Greifswald und Stralsund wurde zwischen 1964 und 1967 neben der seinerzeit bestehenden F 96, die teilweise aus Kopfsteinpflaster und engen Ortsdurchfahrten bestand, eine neue Parallelstrecke westlich von dieser gebaut, um den Touristenverkehr zur Insel Rügen zu gewährleisten. Diese trug bis zum Ende der DDR die Bezeichnung F96a, ab 1990 und bis zum Ende der 1990er Jahre ebenfalls den Namen B 96a. Danach wurde aus der B 96a die B 96 und die Trasse der alten F 96 zur Ortsverbindungsstraße. Seit der Neuordnung der Bundesstraßen im Raum Greifswald-Neubrandenburg 2006 ist die B 96 zwischen Brandshagen und der Ortsumgehung Greifswald ein Teil der B 105.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundesstraße 96 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Berlin-Lichtenrade – Berlin-Wittenau vierstreifig; Rangsdorf – Mahlow, Umfahrung Oranienburg und AS Stralsund – Stralsund vierstreifig autobahnähnlich
  2. Früheres Jugend-KZ Uckermark: Protest gegen Straße über das Gelände. In: Der Tagesspiegel, 2. Juli 2001
  3. Ab durch die Mitte! In: Märkische Oderzeitung, 10. Mai 2012
  4. VDE-Zubringer B 96n: Stralsund – Rügen, 17. Juli 2012
  5. Umweltverbände zogen Klage zur B 96n zurück, 8. Juli 2012
  6. Deutliche Mehrheit für Weiterbau der neuen B96 auf Rügen. Auf: Landesportal Mecklenburg-Vorpommern, abgerufen am 11. Juli 2012
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatEU fördert Neubau der B 96n auf Rügen mit 49 Millionen Euro. Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, 15. Februar 2013, abgerufen am 28. Februar 2013.
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatB 96(n) Altefähr-Samtens / B 96(n) Samtens-Bergen. Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern, abgerufen am 18. Februar 2014.
  9. Umweltverbände zogen Klage zur B 96n zurück, 8. Juli 2012
  10.  Achim Mayer: Geschichte des Großherzogtums Mecklenburg-Strelitz von 1794–1890. S. 110.
  11.  Amtsblatt der Regierung in Potsdam. S. 154.
  12. Henk Brouwer: Reichsstraßen 1934. In: Die Bundes- und ehemaligen Reichsstraßen in Deutschland. Carsten Wasow, abgerufen am 23. Dezember 2011 (Private Webseite).
  13. BP Olex-Autokarte Deutschland von 1937. In: landkartenarchiv.de. Deutsche Benzin und Petroleum Gesellschaft M.B.H., 1937, abgerufen am 23. Dezember 2011 (Straßenkarte).
Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing