Bungsberg

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Bungsberg
Bungsberg von Nordwesten, aufgenommen vom Hessenstein

Bungsberg von Nordwesten, aufgenommen vom Hessenstein

Höhe 167,4 m ü. NHN
Lage Schleswig-Holstein, Deutschland
Gebirge Holsteinische Schweiz
Koordinaten 54° 12′ 39″ N, 10° 43′ 26″ O54.21083333333310.723888888889167.4Koordinaten: 54° 12′ 39″ N, 10° 43′ 26″ O
Bungsberg (Schleswig-Holstein)
Bungsberg
Typ eiszeitliche Endmoräne
Alter des Gesteins Saaleeiszeit
Besonderheiten höchste Erhebung Schleswig-Holsteins
Gipfelstein und Sendemasten
Wegweiser zum Berg
Der Elisabethturm auf dem Bungsberg

Der Bungsberg ist mit 167,4 m ü. NHN [1] die höchste Erhebung in Schleswig-Holstein. Er liegt in der Holsteinischen Schweiz im Gemeindegebiet von Schönwalde am Bungsberg (Kreis Ostholstein) zwischen Scheelholz und Mönchsneversdorf.

Am Bungsberg entspringt mit der Schwentine einer der längsten Flüsse Schleswig-Holsteins.

Entstehung[Bearbeiten]

Bei dem Bungsberg handelt es sich um eine eiszeitliche Endmoräne. Eine Besonderheit ist seine Entstehung bereits in der Saaleeiszeit vor etwa 150.000 Jahren. In der Weichseleiszeit – vor rund 10.000 Jahren – konnten die Gletscher den Berg aufgrund seiner Höhe nicht überwinden, umflossen ihn daher und bildeten damit einen Nunatak.

Nutzung[Bearbeiten]

Heute ist der Bungsberg ein beliebter Aussichtspunkt, von dem man bei gutem Wetter bis zur Ostsee blicken kann. Ein Aussichtsturm, der Elisabethturm, wurde 1863/1864 vom Großherzog auf dem Bungsberg errichtet und misst seit einer Erhöhung um vier Meter im Jahre 1875 22 Meter. Er ist heute der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Als Ersatz wurde auf dem Fernmeldeturm Bungsberg in 42 Meter Höhe des Masts eine Aussichtsplattform installiert. Im April 2007 machten die Anlagen auf dem Bungsberg für Ausflugsreisende einen verwahrlosten Eindruck. Das Gasthaus war in großen Teilen demoliert und komplett eingezäunt. Auch die Aussichtsplattform war wegen Vandalismus geschlossen. Ab Ende Mai 2007 wurde der Turm wieder für Besucher geöffnet. Von der Plattform kann man bei guter Sicht weite Teile Schleswig-Holsteins sowie Teile Mecklenburg-Vorpommerns sehen. Seit 2013 setzen sich der Zweckverband Bungsberg und die Sparkassen-Stiftung Ostholstein für eine Steigerung der Attraktivität des Bungsbergs als Ausflugsziel für die ganze Familie und als außerschulischer Lernort im Rahmen des „Bildungsspaß Ostholstein“ ein. 2014 soll mit der neuerrichteten „Waldschänke“ wieder ein gastronomischer Betrieb eröffnen.

Auf der Bergspitze steht ein Granitpfeiler der dänischen Gradmessung, die um 1838 ausgeführt wurde.

Im Winter ist der Bungsberg Schleswig-Holsteins einziges und damit Deutschlands nördlichstes „Wintersportgebiet[2] mit einem eigens für die wenigen Tage mit Schneedecke installierten Schlepplift. Eine Abfahrt auf einer der drei Pisten dauert rund 25 Sekunden; reine Liftzeit rund eine Minute dreißig. Eine Piste ist für Rodler, zwei für Skifahrer oder Snowboarder. Die 300 Meter lange Abfahrtspiste hat 17 Grad Gefälle. In der Saison 2009/2010 wurden bis zu mehrere Hundert Wintersportler täglich gezählt, die sogar aus Lübeck, Hamburg oder Kiel anreisen. Theoretisch kann der 250 Meter lange Stahlseillift mit seinen 34 verzinkten Schleppstangen bis zu 600 Menschen pro Stunde zum Gipfel befördern. Er wurde in der Saison 1970/1971 durch die Gemeinde Schönwalde am Bungsberg angeschafft, um den Fremdenverkehr anzukurbeln. Witterungsbedingt lief der Lift in der Saison 2008/2009 nur eine Woche und 2007/2008 gar nicht. In der Saison 2009/2010, die die längste in der Geschichte der Liftanlage war, lief der Lift 54 Tage. Vor einigen Jahren wurde durch ein Eventunternehmen eine Beschneiungsanlage betrieben.[3][4]

NDR-Sendemast[Bearbeiten]

Hauptartikel: Sender Bungsberg

Der Sender Bungsberg in der Nähe des Gipfels dient der Übertragung von Rundfunkprogrammen des Norddeutschen Rundfunks. Der Stahlgittermast ist 179 Meter hoch.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bungsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bungsberg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Spiegel Online vom 4. Dezember 2008: Deutschlands nördlichster Skilift - Zwanzig Sekunden im Schneerausch
  3. HelgeSobik: Meer-Schnee, bitte! (PDF; 142 kB) In: Sonntag Aktuell vom 21. Januar 2007
  4. Holger Karkheck: Wo der Berg auf Plattdeutsch ruft. In: Bild am Sonntag vom 10. Januar 2010