Buntbuch-Verlag

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Der Buntbuch Verlag wurde 1980 in Hamburg gegründet und bestand bis 1987. Lektoren der ersten Stunde waren Peter Lohmann und Ümit Güney, Lohmann gehörte zum Gründerkreis, musste den Verlag aber 1985 verlassen, Güney schloss sich an. Das Lektorat wurde erfolgreich neustrukturiert durch Dr. Gabriele Haefs und Gitta Gramkow.

Kurzprofil[Bearbeiten]

In der Gründungsphase bestanden enge Verbindungen zum politisch agierenden J. Reents-Verlag, von dem Buntbuch bei der Gründung einige Autoren wie Nazim Hikmet übernahm. Die Verlagsmannschaft emanzipierte sich aber sehr schnell und legte ein eigenständiges Verlagsprofil vor. Buntbuch verlegte u. a. eine Reihe von Tabuthemen, sowohl belletristisch als auch in Bezug auf Sachbücher und hatte daneben einen besonderen Schwerpunkt auf türkeinahen Themen. Sein bekanntestes Buch in der Anfangszeit war der feministische Bekennerroman "Der Tod des Märchenprinzen" von Svende Merian. Ein wichtiges Buch in der Schlussphase war "Sarons Haut" des in Hamburg lebenden Norwegers Ingvar Amjörnsen.

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde der Buntbuch Verlag Anfang der 1980er Jahre. Hintergrund einiger Gründer war die Überlegung, durch die Etablierung eines offeneren, auch mit belletristischen Titeln aufwartenden Verlagsprogramms die Bündnisfähigkeit des KB in der grün-alternativen Wahlbewegung sowie bei den sozialen Bewegungen zu erhöhen. Von Beginn an bestand allerdings ein Spannungsfeld in den Gründergruppen. Diese Spannungen führten nach wenigen Jahren zur Eigenständigkeit von jeglichen Begleitorganisationen. Was die anvisierte Vielseitigkeit des verlegten Spektrums angeht, konnte der Buntbuch-Verlag den selbstgesetzten Anspruch durchaus umsetzen. Der kommerziell erfolgreichste Titel des Verlags, "Der Tod des Märchenprinzen" von Svende Merian, galt in den 1980er Jahren als wesentlicher Beitrag zur Diskussion feministischer Inhalte innerhalb der Linken sowie der alternativen Bewegung. Darüber hinaus publizierte der Buntbuch-Verlag die in der Tradition der klassischen Arbeiterliteratur à la Upton Sinclair stehende Vagabunden-Autobiografie "Mein Leben gehört mir" von Jonny Rieger, diverse Titel des türkischen Autoren Nazim Hikmet in deutscher Erstausgabe, deutschtürkische Schriftsteller wie Güney Dal, Aysel Özakin und Alev Tekinay, einen Roman des in Hamburg lebenden Norwegers Ingvar Ambjørnsen ("Sarons Haut"), den Erstling von Jakob Arjounis Frankfurt-Krimitrilogie ("Happy Birthday, Türke"), den Satiriker Henning Venske sowie eine Reihe weiterer Autoren und Titel.

Trotz publizistischer Achtungserfolge sowie des auch finanziell rentablen "Märchenprinzen" konnte sich der Buntbuch-Verlag ökonomisch nicht halten und musste Ende der 1980er Jahre schließlich Konkurs anmelden. Einige Titel wurden in der Folge bei anderen Verlagen neu aufgelegt, unter anderem "Der Tod des Märchenprinzen" (Rowohlt), "Happy Birthday, Türke!" (Diogenes) und "Sarons Haut" (S. Fischer Verlag).

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Die folgende Aufstellung listet einige Buntbuch-Titel der 1980er Jahre auf. Neuveröffentlichungen bei anderen Verlagen sind, wo geschehen, mit angegeben:

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Steffen: Geschichten vom Trüffelschwein. Politik und Organisation des Kommunistischen Bundes 1971 bis 1991. Assoziation A, Berlin u. a. 2004, ISBN 3-935936-07-9 (Zugleich: Marburg, Univ., Diss., 2002).