Bunter Eisenhut

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Bunter Eisenhut
Aconitum variegatum 110807a.jpg

Bunter Eisenhut (Aconitum variegatum)

Systematik
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Unterfamilie: Ranunculoideae
Tribus: Delphinieae
Gattung: Eisenhut (Aconitum)
Art: Bunter Eisenhut
Wissenschaftlicher Name
Aconitum variegatum
L.

Der Bunte Eisenhut (Aconitum variegatum), auch Gescheckter Eisenhut genannt, ist eine Pflanzenart der Gattung Eisenhut (Aconitum) in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Sie ist in den Gebirgsgegenden Europas verbreitet.

Beschreibung und Unterscheidung zu ähnlichen Arten[Bearbeiten]

Gestieltes Laubblatt
Ausschnitt eines Blütenstandes mit zygomorphen Blüten

Der Bunte Eisenhut wächst als sommergrüne[1], ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen 60 bis 150 Zentimeter. Die wechselständigen, gestielten, im oberen Stängelbereich sitzenden Laubblätter sind drei- bis siebenteilig und, besonders im oberen Stängelbereich, meist nicht bis zum Grund geteilt.

Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Von dem ähnlichen Rispigen Eisenhut (Aconitum paniculatum), mit dem er zur Sammelart Aconitum variegatum agg. zusammengefasst wird, unterscheidet er sich durch kahle oder zumindest nicht drüsig behaarte Blütenstiele und den höheren Helm. Der für die Gattung charakteristische Helm des Bunten Eisenhutes ist etwa doppelt so hoch wie breit und weißbunt gescheckt, wodurch er sich vom Blauen Eisenhut unterscheidet. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig.

Inhaltsstoffe und Chromosomensatz[Bearbeiten]

Der Bunte Eisenhut enthält in allen Pflanzenteilen Talatisamin, ein Alkaloid, das dem Aconitin ähnelt. Dadurch dürfte die Pflanze ähnlich giftig wie der Blaue Eisenhut sein.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.

Ökologie[Bearbeiten]

Eine Besonderheit bei Aconitum variegatum ist die Blütenknospe, die während ihrer Entwicklung mit einer wässrigen Flüssigkeit gefüllt ist. In diesem Miniaturgewässer (Phytotelm) leben für einige Tage Hefen.[2]

Vorkommen und Gefährdung[Bearbeiten]

Der Bunte Eisenhut ist in den Gebirgsgegenden Europas verbreitet. Der Bunte Eisenhut kommt in Mitteleuropa im Harz, in der Rhön, im Schwäbisch-Fränkischen Jura, im Bayerischen Wald, im Alpenvorland und in den Ostketten der Alpen (östlich einer Linie von Lindau zum Lago Maggiore) selten, aber meist in kleineren Beständen vor.[3]

Der Bunte Eisenhut besiedelt Auenwälder, bachbegleitendes Gestrüpp und Hochstaudenfluren, er geht aber häufiger in wechseltrockene, sommerwarme Gebüsche.[3] Man findet ihn besonders an Bächen in Auwäldern, aber auch in Buchenwäldern und subalpinen Hochstaudenfluren.

Der Bunte Eisenhut gedeiht am besten auf sickerfeuchten, auch nassen, nährstoffreichen, mild humosen Lehm- und Tonböden.[3]

Der Gescheckte Eisenhut wurde 1996 in der Roten Liste in Deutschland als ungefährdet bewertet, ist aber besonders geschützt.

Systematik und Verbreitung der Unterarten[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Aconitum variegatum erfolgte durch Carl von Linné.

Man unterscheidet 1989 in Europa drei Unterarten bei Aconitum variegatum[4]:

Trivialnamen[Bearbeiten]

Nur regionale Trivialnamen sind: Eliaswagen (Weser), Gickel und Tise (Schlesien), Narrenkap (Preußen), Peer un Wagen (Bremen) und Rüter to Peer (Bremen)[5].

Literatur[Bearbeiten]

  •  Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Unter Mitarbeit von Theo Müller. 5., überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1983, ISBN 3-8001-3429-2.
  • Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 8 (Nymphaeaceae to Ranunculaceae), Helsinki 1989. ISBN 951-9108-07-6 hier: Seite 48-49

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bunter Eisenhut. In: FloraWeb.de.
  2. Hans Molisch: Über den Wasserkelch der Blütenknospen von Aconitum variegatum. In: Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft, Band 38, S. 341-346. Eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  3. a b c Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. 2. Auflage. Band 2: Eibengewächse bis Schmetterlingsblütengewächse, Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X.
  4. Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 8 (Nymphaeaceae to Ranunculaceae), Helsinki 1989. ISBN 951-9108-07-6 hier: Seite 48-49
  5. Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen, Verlag von Philipp Cohen Hannover 1882. hier Seite 9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bunter Eisenhut (Aconitum variegatum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien