Burg (Spreewald)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Burg (Spreewald)
Burg (Spreewald)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Burg (Spreewald) hervorgehoben
51.83416666666714.14805555555657Koordinaten: 51° 50′ N, 14° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Spree-Neiße
Amt: Burg (Spreewald)
Höhe: 57 m ü. NHN
Fläche: 35,26 km²
Einwohner: 4323 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 123 Einwohner je km²
Postleitzahl: 03096
Vorwahl: 035603
Kfz-Kennzeichen: SPN, FOR, GUB, SPB
Gemeindeschlüssel: 12 0 71 032
Adresse der Amtsverwaltung: Hauptstraße 46
03096 Burg (Spreewald)
Webpräsenz: www.amt-burg-spreewald.de
Bürgermeister: Ira Frackmann (CDU)
Lage der Gemeinde Burg (Spreewald) im Landkreis Spree-Neiße
Burg Briesen Dissen-Striesow Döbern Drachhausen Drehnow Drebkau Felixsee Forst Groß Schacksdorf-Simmersdorf Guben Guhrow Heinersbrück Hornow-Wadelsdorf Jämlitz-Klein Düben Jänschwalde Kolkwitz Neiße-Malxetal Neuhausen Peitz Schenkendöbern Schmogrow-Fehrow Spremberg Tauer Teichland Tschernitz Turnow-Preilack Welzow Werben WiesengrundKarte
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Burg (Spreewald), niedersorbisch Bórkowy (Błota), ist eine Gemeinde im Osten von Brandenburg, etwa 20 km nordwestlich von Cottbus. Sie ist seit 2005 ein staatlich anerkannter Ort mit Heilquellenkurbetrieb. Die Gemeinde gehört zum Amt Burg (Spreewald).

Geografie[Bearbeiten]

Burg als typische Streusiedlung auf 35 km² liegt im Zentrum des Oberspreewaldes.

In der intakten Spreewaldlandschaft gibt es 300 Wasserläufe, die Fließe genannt werden.[2] Eines der längsten ist das Große Fließ, welches im Norden der Gemarkung u. a. den Hochwald durchquert und einen Teil der Nordgrenze bildet. Der etwa 1000 km² große Hochwald wurde als landschaftlich einzigartiges Gebiet von der UNESCO zur Schutzzone 1 (höchste Schutzklasse) erklärt.[3]

Durch das geringe Gefälle hat sich die Spree zu einem Binnendelta mit vielen Fließen und Kanälen verzweigt und somit Kaupen gebildet. Burg gehört zum Biosphärenreservat Spreewald. Die Gemeinde liegt im angestammten Siedlungsgebiet der Sorben. Öffentliche Gebäude und Einrichtungen, Straßen, Wege, Plätze und Brücken werden schrittweise zweisprachig beschriftet.

Während die Ortsteile Burg-Dorf und Müschen die normale Bebauung eines Dorfes haben, sind die ehemaligen Gemeinden Burg-Kauper und Burg-Kolonie als Streusiedlungen entstanden. Die Gehöfte sind auf Grund der Relief- und Wasserverhältnisse auf Kaupen angelegt, räumlich weitflächig verteilt und von Feldern, Wiesen und Waldflächen umgeben, so dass eher der Eindruck einer Parklandschaft als einer geschlossenen Ortschaft entsteht.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde umfasst den Ortsteil mit Wohnplatz:

sowie die Gemeindeteile:

Die Gemeindeteile der früheren Gemeinde Burg (Spreewald) haben nicht den Status eines Ortsteils mit Ortsbeirat.

Geschichte[Bearbeiten]

Bronzezeitlicher Kultwagen aus Burg (Museum für Vor- und Frühgeschichte, Berlin)
Evangelische Kirche in Burg

Die ältesten Anzeichen einer Besiedlung in der Jungsteinzeit und Bronzezeit finden sich auf dem Schlossberg (62 m) nördlich von Burg-Dorf. Nach den germanischen Semnonen siedelten sich um das Jahr 600 Sorben, auch Wenden genannt, hier an. Um das Jahr 1000 ließ der polnische König Bolesław I. Chrobry an dieser Stelle eine Burg bauen, die damals eine der größten Burganlagen nördlich der Mittelgebirge war. Von dieser Burg leitet sich möglicherweise auch der deutsche Ortsname ab.

Bei den damaligen harten Lebensbedingungen war die Urbarmachung des Niedermoorbereiches im Gebiet von Burg sehr schwierig, da fast alles mit den Kähnen bewerkstelligt werden musste. Ihre Häuser wurden aus Holzbohlen gebaut und Reet bedeckt, wovon es noch viele bis zu 300 Jahre alte Holzbohlenhäuser gibt.[3]

Im 18. Jahrhundert begann der Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. seine ausgedienten Soldaten in der Burger Umgebung anzusiedeln. Sie ließen sich auf natürlichen Hochwasserfreien Anhöhen (Kaupen) nieder und begannen, die Umgebung urbar zu machen. 1725 wurde Burg Kauper gegründet (seit 1960 Ortsteil von Burg).

Friedrich II. setzte die Ansiedlungen fort und ermöglichte durch die Vergabe von Land 100 zumeist ausländischen Siedlern die Gründung von Burg Kolonie im Jahre 1766. Ab 1898 fuhr die Spreewaldbahn durch Burg, die jedoch 1970 wieder stillgelegt wurde.

Die bis dahin selbständige Gemeinde Müschen wurde am 31. Dezember 2001 nach Burg (Spreewald) eingemeindet.[5]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen seit 1875
Burg (Spreewald):
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen (2013)
Jahr Einwohner
1875 4 782
1890 4 605
1910 4 680
1925 4 401
1933 4 463
1939 4 292
1946 5 770
1950 5 259
1964 4 209
1971 4 172
Jahr Einwohner
1981 3 843
1985 3 793
1989 3 794
1990 3 763
1991 3 717
1992 3 718
1993 3 789
1994 3 833
1995 3 927
1996 4 060
Jahr Einwohner
1997 4 131
1998 4 272
1999 4 406
2000 4 498
2001 4 529
2002 4 577
2003 4 564
2004 4 555
2005 4 556
2006 4 582
Jahr Einwohner
2007 4 536
2008 4 469
2009 4 459
2010 4 391
2011 4 357
2012 4 312
2013 4 323

Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons.[6]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 16 Sitze der Gemeindevertretung folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Partei / Liste Sitze
WG Gemeinsam für Burg 5
CDU 5
SPD 3
LINKE 1
WG Bündnis für Burg 1
WG Landwirtschaft und Umwelt 1

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 15. Mai 2007 genehmigt.

Blasonierung: „In Grün eine gold-bekrönte silberne Schlange, die sich um einen goldenen Säulenfuß windet und aus deren Rachen sich ein silberner Wasserschwall in das darauf liegende Becken ergießt; beseitet von je zwei goldenen Sumpfdotterblumen.“[7]

Das Schlangenmotiv ist angelehnt an die mythologische Darstellung der Hygieia, Tochter des Asklepios, die für gesunde Lebensführung steht. Die übliche Darstellung der sich um den Becher mit heilkräftigem Inhalt windenden Schlange ist erweitert um die regional bedeutsamen Attribute der Krone als Zeichen des Schlangenkönigs und des ausgespienen Wassers als Hinweis auf die Solequelle. Damit weist das Hauptmotiv des Wappens auf den Status der Gemeinde Burg (Spreewald) als Kurort hin.

Die vier Blüten der spreewaldtypischen Sumpfdotterblume versinnbildlichen die vier Gemeinde- bzw. Ortsteile Dorf, Kolonie, Kauper und Müschen. Die weiträumige Verteilung der Blüten bringt den Aspekt der Streusiedlung ins Spiel.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Gemeinde ist dreistreifig Grün-Weiß-Grün im Verhältnis 1:4:1 mit dem Gemeindewappen im Mittelstreifen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke und Denkmäler[Bearbeiten]

Zu den Bauten auf der Denkmalliste von Burg gehören:

  • Die Pfarrkirche, welche 1799 bis 1804 in frühklassizistischem Stil erbaut wurde. Die davor befindliche Luther-Eiche ist als Naturdenkmal eingetragen.
  • Bemerkenswert ist auch der Bismarckturm auf dem Schlossberg. Er wurde 1917 eingeweiht und wurde gleichzeitig Ehrenmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten. Der Bismarckturm gewährt von seiner 28 m hohen Plattform -der früheren Feuerschale- einen sehr guten Rundblick.
  • Der alte Bahnhof Burg (Spreewald) der Spreewaldbahn von 1898 wurde zur Gaststätte umgebaut.

Beim Schlossberg mit uraltem Wall handelt es sich um eine vor- und frühgeschichtliche Siedlungs- und Kultstätte.

In der Nähe des Bismarckturms befindet sich auch die Weidenburg – Arena Salix, ein von lebenden Weidenruten gebildetes Gebäude.

Die Bodendenkmale sind in der Liste der Bodendenkmale in Burg (Spreewald) aufgeführt. Burg ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Historische Dorfkerne im Land Brandenburg“.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Der Hafen in Burg

Burg ist als Ausgangspunkt für Wasserwandertouren durch die Fließe des Spreewaldes geeignet.

Man kann selbst mit dem Paddelboot fahren, sich aber auch mit dem Spreewaldkahn von einem Fährmann durch die Fließe des Biosphärenreservates staken lassen.[3] Ein Befahren des inneren Teils des Biosphärenreservates ist nicht gestattet.

Inlineskater und Fahrradfahrer finden neu ausgebaute Strecken im gesamten Gebiet von Burg. Auch zwischen Cottbus und Burg sind gut ausgebaute Strecken vorhanden, die in weiten Teilen der früheren Streckenführung der stillgelegten Spreewaldbahn folgen.

Seit 2005 bietet der Ort mit der Spreewald-Therme eine Badeeinrichtung mit Solewasser und hat ein Reha-Zentrum, was ihm die staatliche Anerkennung als Ort mit Heilquellenkurbetrieb verlieh. Diese Bade- und Saunalandschaft, sowie der Fitness- und Wellnessbereich werden auch in der Zusammenarbeit mit den Hotels sowie Pensionen betrieben.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof in Burg

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war in großen Teilen von Burg der Spreewaldkahn – ein langes flaches Boot mit geringem Tiefgang, das mit einer langen Stange („Rudel“) gestakt wird und sich auch durch schmale und flache Kanäle steuern lässt – das einzige Transportmittel. Erst danach verlor er durch den Ausbau von Wegen und Brücken seine wirtschaftliche Bedeutung und dient jetzt vor allem touristischen Zwecken.

1898 wurde die Spreewaldbahn eröffnet, eine Schmalspurbahn, die von Cottbus über Burg (Spreewald) und Straupitz nach Lübben (Spreewald) führte. Diese Bahnstrecke wurde 1970 stillgelegt und demontiert. In Burg erinnert noch der zu einem Gasthof umgebaute Bahnhof, neben dem sich wieder ein Stück Gleis mit Museumswaggons und Teilen einer alten Dampflok der Spreewaldbahn befindet, an diese Strecke. Die Gaststätte selbst ist als Museum für die Spreewaldbahn eingerichtet. Inzwischen plant ein Förderverein den Wiederaufbau der Spreewaldbahn.

In der Nähe von Burg (Spreewald) verläuft bei Vetschau/Spreewald die Autobahn A 15 und die Bahnstrecke Berlin–Cottbus–Görlitz am Spreewald vorbei. Per Fahrrad ist Burg über den Gurken-Radweg sowie über den Hofjagd-Radweg zu erreichen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Burg geboren[Bearbeiten]

In Beziehung zum Ort[Bearbeiten]

  • Wilibald von Schulenburg (1847–1934), Landschaftsmaler und Volkskundler, lebte von 1876 bis 1879 beim Burger Kleinbauern Badarak und erforschte wendische Sagen und Gebräuche. Er beteiligte sich auch an Ausgrabungen.
  • Gertrud Eitner (1880–1955), Reichstagsabgeordnete 1930–1932 (CSVD), lebte von 1920 bis 1928 in Burg. Ihr Ehemann war zu dieser Zeit Pfarrer in der Burger Kirche.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b  Tourismusverband Spreewald (Hrsg.): Touristinformation Gurkenradweg im Spreewald. 2006, S. 38.
  3. a b c  Tourismusverband Spreewald (Hrsg.): Touristinformation Kahnfahrt Spreewald. 2005, S. 6.
  4. Ralf Jodelbauer, Gunter Spieß, Han Steenwijk: Die aktuelle Situation der niedersorbischen Sprache. Domowina-Verlag, Bautzen/Budyšin 2000; S. 30–33.
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  6. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  7. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg (Spreewald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Burg (Spreewald) – Reiseführer