Burg (bei Magdeburg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Burg
Burg (bei Magdeburg)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Burg hervorgehoben
52.272511.85554Koordinaten: 52° 16′ N, 11° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Jerichower Land
Höhe: 54 m ü. NHN
Fläche: 164,02 km²
Einwohner: 22.814 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 139 Einwohner je km²
Postleitzahl: 39288
Vorwahl: 03921
Kfz-Kennzeichen: JL, BRG, GNT
Gemeindeschlüssel: 15 0 86 015
Stadtgliederung: 9 Ortsteile und 4 Wohnplätze
Adresse der
Stadtverwaltung:
In der Alten Kaserne 2
39288 Burg
Webpräsenz: www.stadt-burg.de
Bürgermeister: Jörg Rehbaum (SPD)
Lage der Kreisstadt Burg
im Landkreis Jerichower Land
Biederitz Burg Elbe-Parey Genthin Gommern Jerichow Möckern Möser Möckern Möckern Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Burg ist die Kreisstadt des Landkreises Jerichower Land in Sachsen-Anhalt. Sie wird auch Stadt der Türme genannt. Außerdem ist Burg eine Rolandstadt.

Geografie[Bearbeiten]

Burg liegt etwa 25 Kilometer nordöstlich der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt Magdeburg. Berlin befindet sich etwa 100 Kilometer in nordöstlicher Richtung. Wichtige Gewässer in Burg sind der Fluss Ihle und der Elbe-Havel-Kanal. Die Elbe bildet die nordwestliche Stadtgrenze. Das Gebiet um die Stadt wurde durch die Eiszeiten geprägt, auf die auch die Landschaftsformung des Flämings zurückgeht, an dessen Ausläufer Burg liegt.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Stadtteile
Eingemeindete Ortschaften
Wohnplätze
  • Obergütter
  • Überfunder
  • Waldfrieden
  • Waldschule
  • Brehm

Ortsname[Bearbeiten]

Die Herkunft des Namens Burg ist unklar. Die ältere Schreibweise ist Borg und auch die jetzige mundartliche Aussprache ist eher ein O als ein U. Der dreieckige Marktplatz (heute Am Markt) wird als Beweis slawischer Gründung gedeutet. Somit bietet sich Bor (slawisch Nadelwald) als Ortsbezeichnung an, ähnlich Kleinburg bei Breslau, auch hier gab es Borck mit O als Übergangsform. Allerdings hat auch das unweit gelegene Gardelegen einen dreieckigen Markt, gilt aber als germanische Gründung. Der dreieckige Markt könnte ebenso daher rühren, dass die jetzige Deichstraße in ein sumpfiges Gebiet führt. Deich-... bedeutet einhellig Teich und auch heute ist der auf die Deichstraße folgende Flickschupark voller Teiche und regelmäßig von der Ihle überflutet. Ein von Berlin nach Magdeburg oder Zerbst Reisender hätte also auf der Endmoräne Berliner Straße einen von der Luftlinie deutlich abweichenden, allerdings trockenen Weg genommen. Allerdings wurde eine eigentliche Burg nicht gefunden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt Burg wurde am 1. Oktober 948 erstmals erwähnt. Begünstigt wurde die Ansiedlung, da der Höhenrand des nordwestlichen Flämings über der wasserführenden Ihle- und Elbniederung mit seinem teilweise fruchtbaren und wildreichen Gelände günstige Daseinsbedingungen bot. Greifbar setzte die Vorgeschichte Burgs mit dem Neolithikum (jüngere Steinzeit) ein, etwa mit dem Beginn des 3. Jahrtausends vor Christus. Bodenfunde aus der Bronzezeit und dann der Eisenzeit dokumentieren die weitere Frühgeschichte Burgs.

Nach Abwanderung der germanischen Bevölkerung in der Zeit der Völkerwanderung ließen sich in der Nähe des Ihleübergangs Slawen nieder. Die ottonischen Könige begannen im 10. Jahrhundert ihre Eroberungspolitik. Im Jahre 928 eroberte Heinrich I. Brandenburg. Sein Sohn Otto gründete 948 das Bistum Brandenburg. In der Stiftungsurkunde wird die Stadt Burg erstmals urkundlich erwähnt. Um ihren Einfluss zu sichern, zogen vor allem Albrecht der Bär und Erzbischof Wichmann flämische Siedler in das Burger Land. Sie gründeten in Burg die Unterstadt, erbauten die Nicolaikirche und führten die Tuchmacherei ein. Die flämischen Einwanderer brachten aus ihrer Heimat fortschrittliche Wirtschaftsformen und wichtige Handelsbeziehungen mit. Durch Deichbauten an der Elbe und Entwässerungen der weitläufigen Niederungen vergrößerten sie die landwirtschaftlichen Nutzflächen rings um die Stadt. Ihre Viehzucht, das Bierbrauen und die Herstellung von Wolltuchen wurden eine Grundlage zur florierenden Entwicklung der Stadt Burg. Dies zeigt sich dadurch, dass schon 1224 eine Tuchniederlage in Magdeburg vorhanden war und diese durch den damaligen Erzbischof Albert feierlich bestätigt wurde.[2]

Pfarrkirche St. Nikolai (Unterkirche)

Beiderseits des Ihleufers entwickelte sich eine Ober- und Unterstadt unter getrennter Verwaltung. Im frühen 13. Jahrhundert erhielten beide Siedlungen eine gemeinsame Befestigung (neue Wehrmauern mit Türmen). Zu dieser Zeit gehörte Burg bereits zu den wirtschaftlich bedeutendsten und wehrhaftesten Städten der Region und war im 15. Jahrhundert nach Magdeburg und Halle die drittgrößte Stadt im Erzstift Magdeburg.

Der Dreißigjährige Krieg brachte viel Leid über die in Burg ansässige Bevölkerung. Zahlreiche Einquartierungen und Durchzüge, die wiederholt zu Feuersbrünsten führten, ein Artilleriebeschuss und eine Generalplünderung 1644 brachte die Stadt an den Rand des Verderbens, vor dem sie auch der Schutzbrief des Generals Pappenheim nicht bewahrte. Der General zog Ende Januar 1631 durch Burg, um zu helfen, Magdeburg zu erobern. Im Prager Frieden 1635 wurde Burg Kursachsen zugesprochen, jedoch 1687 von Herzog Johann Adolf I. von Sachsen-Weißenfels an Brandenburg-Preußen verkauft. Die Stadt und das Amt Burg gingen an das sie umgebende Herzogtum Magdeburg. Burg lag im Jerichower Kreis und unterstand fortan als sogenannte Immediatstadt direkt der Regierung des Herzogtums. Die durch Brandenburg-Preußen geförderte Einwanderung von Pfälzern, Wallonen und Hugenotten, das heißt von solchen Menschen, die wegen ihres reformierten Glaubens aus ihrer Heimat vertrieben wurden und hier Zuflucht fanden, unterstützten diese Aufwärtsentwicklung. Die Hugenotten brachten beispielsweise neue, innovative Handwerksformen in diese Region.

Burg im Jahr 1680
Karte von Burg aus dem Jahr 1849

Mit dem Ausbau des Verkehrswesens - 1820 wurde eine Landstraße von Burg nach Magdeburg gebaut - und der beginnenden Industrialisierung ging es mit der Stadt wirtschaftlich immer weiter voran. 1836 arbeiteten die ersten Dampfmaschinen in Burg. Am 7. August 1846 konnte die Einweihung des Burger Bahnhofs an der neuen Bahnstrecke Berlin–Magdeburg gefeiert werden. Schließlich schuf der Bau des Ihle-Kanals 1871 weitere Voraussetzungen für eine umfassende industrielle Entwicklung. Im Jahr 1883 erfolgte die Gründung der Schuhfabrik „Tack u. Cie“. Das Unternehmen Conrad Tack u. Cie war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs die größte Schuhfabrikation in Europa mit täglich bis zu 4000 Paar produzierten Schuhen.[3] Von 1898 bis 1899 wurde der Burger Schlachthof erbaut. In ihm wurden zum Beispiel 1917 1500 Rinder, 1200 Kälber, 10000 Schweine, 700 Schafe sowie 150 Pferde geschlachtet.

Burg wurde während des Zweiten Weltkrieges nur relativ wenig zerstört und am Ende des Krieges durch einen illegalen Bauern- und Soldatenrat per Kapitulation vor weiteren Zerstörungen bewahrt.

1953 wurde östlich von Burg bei Brehm eine Rundfunk-Sendeanlage errichtet, welche in der Folgezeit zu einer der größten in Deutschland ausgebaut wurde.

Enthüllung des Stalin-Denkmals, 1954

Auf dem heutigen Rolandplatz wurde 1954 feierlich ein Stalin-Denkmal enthüllt. Es war eines der letzten noch nach Stalins Tod errichteten Denkmale in der DDR und wurde bereits nach wenigen Jahren wieder entfernt.

Im Jahr 1991 wurde der größte Gewerbepark des Landkreises eröffnet. Vom 17. bis 19. September 1999 fand das erste Burger Rolandfest mit Enthüllung der neuen Rolandfigur statt. Burg war vom 27. bis 29. Juni 2003 Gastgeber des 7. Sachsen-Anhalt-Tages.

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Einige bedeutende Menschen weilten in der Stadt Burg. Theodor Fontane war in Burg als Apothekenhelfer tätig und der Militärtheoretiker Carl von Clausewitz, dessen Lehren vom Krieg in fast allen Militärhochschulen weltweit gelehrt werden, wurde hier geboren. Die auch international beachtete Grabstätte Carl von Clausewitz’ ist auf dem Burger Ostfriedhof zu finden. Eine Erinnerungsstätte befindet sich in seinem Elternhaus in der Schulstraße 12. Den Namen der 1933 in Burg geborenen Schriftstellerin Brigitte Reimann tragen die Stadtbibliothek in der Berliner Straße 38, sowie eine Grundschule im Stadtteil Burg-Süd. Auch der bekannte Organist und Komponist Joachim a Burck ist 1546 in Burg geboren. Die Kreismusikschule des Landkreises und eine Straße tragen seinen Namen. Zahlreiche Kirchen, Mauerreste und Tortürme sind Zeuge der großen Vergangenheit dieser Stadt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ihleburg wurde am 25. Mai 2002 eingemeindet.[4] Es folgten am 1. Dezember 2002 Detershagen, Niegripp, Parchau und Schartau.[4] Schließlich kam Reesen am 1. Juli 2009 hinzu.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung Burgs 1816–2008
  • 1816 - 9.025[6]
  • 1858 - 14.095[6]
  • 1880 - 15.877
  • 1910 - 24.074
  • 1939 - 27.082
  • 1950 - 30.314
  • 1964 - 29.843
  • 1988 - 28.056

am 3. Oktober 1990:

  • 1990 - 29.419

jeweils zum 31. Dezember:

  • 1995 - 28.975
  • 2000 - 26.519
  • 2005 - 24.747
  • 2006 - 24.364
  • 2007 - 24.107
  • 2008 - 24.283
  • 2009 - 24.362
  • 2010 - 24.163
  • 2012 - 23.776[7]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl 2009 setzt sich der Stadtrat von Burg wie folgt zusammen:

CDU SPD Linke Freie Wähler FDP EM* Gesamt
14 9 6 3 2 2 36 Sitze

* Einzelmandatsträger

CDU und FDP haben eine Fraktion gebildet.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei der Hauptwahl am 17. Januar und der nötigen Stichwahl am 31. Januar 2010 wurde Jörg Rehbaum (SPD), laut amtlichen Endergebnis, mit 54,71 % gewählt.[8] Die Amtseinführung und Ernennung für sieben Jahre erfolgte in der Stadtratssitzung am 18. Februar 2010. Herr Rehbaum war bis dahin Stadtplaner in der Stadtverwaltung Magdeburg und ehrenamtlicher Ortsbürgermeister im Burger Ortsteil Niegripp, wo er 84,4% der Stimmen erhielt.

Chronologie der (Ober-)Bürgermeister[9]
Historisches Rathaus mit Oberkirche „Unser lieben Frauen“ im Hintergrund.
Der Burger Roland
  • (1809–1821) Heiligbrot
  • (1821–1833) von Hartwig
  • (1833–1844) Dieck
  • (1844–1881) Wilhelm Nethe
  • (1881–1893) Eugen Meltzbach
  • (1893–1899) Ferdinand Kruspi
  • (1899–1906) Wilhelm Kuhr
  • (1906–1929) Richard Schmelz
  • (1930–1933) Wilhelm Liebert
  • (1933–1945) Kurt Lebenstedt
  • (Mai 1945-August 1945) Siegfried Stöckel
  • (1945–1947) August Heisinger
  • (1947–1949) Kurt Joergler
  • (1949–1952) Edmund Gottschling
  • (1952–1953) Pudlowski
  • (1953–1955) Elisabeth Dombrowski
  • (1956–1957) Bernhard Haase
  • (1957–1958) Karl Wollenberg
  • (1959–1960) stellv. Gertrud Großmann
  • (1960–1968) Fredi Just
  • (1968–1978) Günter Skibbe
  • (1978–1990) Peter Wittmann
  • (1990–1991) Gerhard Ritz (CDU)
  • (1991–1998) Daniel Kohnert (SPD)
  • (1998–2009) Bernhard Sterz (SPD)
  • (seit 2010) Jörg Rehbaum (SPD)
Der „Burger Trommler“

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau eine goldene Burg mit Zinnenmauer und zwei gezinnten Rundtürmen mit schwarzen Rundbogenfenstern (1:2), mit roten Torflügeln und emporgezogenem schwarzen Fallgatter; auf der Mauer zwischen den Türmen thronend eine goldene Muttergottes, den Jesusknaben im rechten Arm haltend.“

Das Wappen ist an das Magdeburger Wappen: Maria auf der Stadtmauer mit Siegeskranz als Maria auf der Stadtmauer mit dem Kinde angelehnt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Gemeinsam mit Gummersbach bestehen Partnerschaften mit Afandou und La Roche-sur-Yon.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche Unser Lieben Frauen (Oberkirche)
Nicolaikirche (Unterkirche)
Burger Bismarckturm im 100. Jahr seines Bestehens 2007
Berliner Torturm

Durch die frühe Entstehung und die strategisch günstige Lage wurde die Stadt Burg früh mit Befestigungsanlagen ausgestattet. Einige dieser Anlagen sind erhalten, und insbesondere die Türme prägen das Stadtbild bis heute.

Durch Burg führt die Ferienstraße „Straße der Romanik“ mit den Stationen Ober- und Unterkirche (siehe Bauwerke) sowie die Straße der Rolande.[12]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen/Sakralbauten[Bearbeiten]

  • Kirche Sankt Johannes (katholisch, 1904-1906 erbaut)
  • Kirche Sankt Nicolai - Unterkirche (evangelisch-lutherisch, romanischer Granitquaderbau zwischen 1162 und 1186 erbaut), Station der Straße der Romanik
  • Kirche Sankt Petri (evangelisch-reformiert, 13. Jahrhundert)
  • Kirche Unser Lieben Frauen - Oberkirche (evangelisch-lutherisch, 1186 erstmals urkundlich erwähnt), Station der Straße der Romanik
  • Kapelle auf dem jüdischen Friedhof (1911 gestiftet von Alfred Zweig[13])
  • Zweite Synagoge (erbaut 1851, Bruchstr. 9)

Weiteres[Bearbeiten]

  • Bahnhof (Eröffnung 1846)
  • Berliner Turm (14. Jahrhundert)
  • Bismarck-Turm, im Volksmund Fläming-Turm (1907 eingeweiht)
  • Bibliothek (Wohnhaus 1589 urkundlich erwähnt, seit 2008 Stadtbibliothek)
  • Freiheitsturm (1530 erstmals urkundlich erwähnt)
  • Historische Gerberei (Hochständerhaus um 1450)
  • Hexenturm (11. Jahrhundert)
  • Kino Burg Theater (ältester durchgängig bis heute betriebener Kinozweckbau Deutschlands; als Lichtspiele/Palast-Theater am 3. Juni 1911 eröffnet)[14]
  • Historisches Rathaus (1224 erstmals erwähnt)
  • Burger Roland de Ries (Nachbau des historischen Rolands, Original im Rathaus)
  • Historisches Postamt (um 1900)
  • Schlachthof (1898-1899 auf insgesamt ca. 11.000m² für 350.000 Mark erbaut)[15]
  • Schuhfabrik Guiard (1924 von Arthur Korn)
  • Schuhfabrik Tack u. Cie. (1889-1906)[16]
  • Villa Zweig (Jugendstil)
  • Villa Krojanker (1924 von Arthur Korn im Bauhausstil erbaut)
  • Wasserturm (1902 erbaut)
  • Wohnhaus der Familie Clausewitz (Nachbau, heute Carl-von-Clausewitz-Erinnerungsstätte)
  • Pieschelsche Anstalt

Parks[Bearbeiten]

In Burg gibt es zwei Parkanlagen, den Flickschupark und den Goethepark.

Denkmale[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Burg ist Sitz des Amtsgerichts Burg.

Traditionsunternehmen[Bearbeiten]

Seit 1931 existieren in Burg die Knäcke-Werke, welche die ersten ihrer Art in Deutschland waren. Diese wurden von ihrem Gründer, dem Ernährungswissenschaftler Wilhelm Kraft von Berlin-Lichterfelde (dort 1927 gegründet) nach Burg verlegt. Seit 2001 ist die Burger Knäcke GmbH & Co. KG ein Unternehmen der Brandt-Gruppe. Die Burger Knäcke-Werke produzieren größtenteils Knäckebrot und Zwieback. Zurzeit sind dort etwa 150 Mitarbeiter beschäftigt.

Das Walzwerk Burg ist seit über 40 Jahren auf die Fertigung von Edelstahlprodukten spezialisiert. 1908 wurde es gegründet als „Berlin-Burger Eisenwerke“ (BBE). Seit 1937 hieß es „Blechwalzwerk“ und seit 1954 „Blechwalzwerk für Edel- und Werkzeugstähle“. 1990 wurde die „Walzwerk Burg GmbH“ gegründet. Es gehört seit 1997 zur Unternehmensgruppe der Georgsmarienhütte Holding GmbH. Seit 1. Januar 2009 firmiert es unter der Bezeichnung Edelstahl Service Center Burg GmbH.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Bahnhof Burg liegt an der Bahnstrecke Berlin–Magdeburg und wird durch die Regionalexpress-Linie Magdeburg - Brandenburg (Havel) - Potsdam - Berlin - Frankfurt (Oder) und durch die Regionalbahn-Linie (Genthin -) Burg - Magdeburg - Helmstedt - Braunschweig bedient. Burg ist außerdem Halt des wöchentlich verkehrenden Harz-Berlin-Express auf der Strecke Berlin - Magdeburg - Halberstadt - Ilsenburg. Wichtige Verkehrsachsen sind die Bundesstraßen 1, 246a und die Bundesautobahn 2 sowie der Elbe-Havel-Kanal. Am südlichen Stadtrand ist ein Sonderlandeplatz für Flugzeuge vorhanden.

Militär[Bearbeiten]

Seit dem 18. Jahrhundert ist Burg außerdem Garnisonsstadt und hat heute insgesamt drei Kasernengelände: Eine Bundeswehrkaserne, die Clausewitz-Kaserne, in der das Logistikbataillon 171 sowie die 8. Kompanie des Feldjägerregiments 1 untergebracht sind,[18] sowie die ehemalige Kaserne aus der Kaiserzeit (ca. 1902), In der Alten Kaserne, die nunmehr unter anderem Verwaltungszentrum ist. Die dritte, ebenfalls ehemalige Kaserne, die Fürst-Leopold-von-Anhalt-Kaserne, stammt aus dem Jahr 1936 und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Wende durch die Rote Armee genutzt. Heute befindet sich dort in einem Teil ein Asylbewerberheim.

Sendeanlage für Lang- und Mittelwelle[Bearbeiten]

Im Ortsteil Brehm befindet sich eine große Sendeanlage für Rundfunk im Lang- und Mittelwellenbereich, das Funkamt Brehm. Die markantesten Bauwerke dieser Anlage sind ein 324 m hoher abgespannter Stahlfachwerkmast, der eine Rhombusantenne für Mittelwelle trägt, ein 210 m hoher abgespannter Rohrmast, eine 60 m hohe HP (Horizontal-Polarisiert)-Antenne auf sechs freitragenden Stahlgittermasten, sowie die 55 m hohe Dreieckantenne (K 1) auf drei abgespannten Stahlgittermasten. Ein zweiter 210 m hoher Rohrmast wurde am 22. Juni 2006 gesprengt.

Medien[Bearbeiten]

  • Der BurgSpiegel
  • Burger Volksstimme
  • SKB - Stadtkanal Burg (Sendung 2009 wegen Insolvenz eingestellt)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen mit Bezug zur Stadt[Bearbeiten]

  • Conrad Tack (1844–1919), Unternehmer und Mitbegründer der Tackschen Schuhfabrik in Burg
  • Otto Bernhard Wendler (1895–1958), Pädagoge und Schriftsteller, starb hier

Literatur[Bearbeiten]

  • F. A. Wolter: Mittheilungen aus der Geschichte der Stadt Burg. Verlag von A. Hopfer, Burg 1881
  • Paul Nüchterlein: Burger Vereinsleben. Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-130-1
  • Dieter Pötschke, Gerhard Lingelbach, Bernd Feicke (Hrsg.): Das Burger Landrecht und sein rechtshistorisches Umfeld. Lukas Verlag, Berlin 2014 (Harz-Forschungen 30)

Zitate[Bearbeiten]

„Im Herbste 1840 verließ ich Berlin und ging zunächst nach Burg, einer ansehnlichen Stadt, von der trotzdem »niemand nichts weiß«. Oder doch nicht viel. Die Nähe Magdeburgs hat es von Anfang an in den Schatten gestellt.“ - Theodor Fontane: Von Zwanzig bis Dreißig

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg (bei Magdeburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. J. A. F. Hermes: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg W. Heinrichshosen , Magdeburg 1842.
  3. Archiv der Universität Magdeburg
  4. a b StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  6. a b Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Jahrbuch für die amtliche Statistik des preussischen Staats. 1. Jahrgang, Verlag der königlichen geheimen Ober- Hofbuchdruckerei, Berlin 1868
  7. Landesamt für Statistik mit Stand 30. Juni 2012
  8. Internetseite der Stadt Burg
  9. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.stadtburg.de[3]
  10. Pressemitteilung Nr. 77/06
  11. Imagevideo der Stadt Burg
  12. www.strasse-der-rolande.de
  13. Archiv der Universität Magdeburg
  14. Eröffnungsannonce im Burger Tageblatt vom 2. Juni 1911
  15. Burger Volksstimme, 1. August 1996
  16. Archiv der Universität Magdeburg
  17. Burger Volksstimme 25. Oktober 2009
  18. Liste der Bundeswehrstandorte in Deutschland