Burg Baden

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Dieser Artikel behandelt die Burg Baden in Badenweiler; für die Burg bei Baden-Baden siehe Schloss Hohenbaden.
Burg Baden
Burg Baden mit Kurhaus Badenweiler

Burg Baden mit Kurhaus Badenweiler

Alternativname(n): Burg Badenweiler, Burg Badin
Entstehungszeit: um 1080
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Bergfried, Grundmauern
Ständische Stellung: Adlige, Herzöge
Ort: Badenweiler
Geographische Lage 47° 48′ 9″ N, 7° 40′ 5,5″ O47.80257.6682454.6Koordinaten: 47° 48′ 9″ N, 7° 40′ 5,5″ O
Höhe: 454,6 m ü. NHN
Burg Baden (Baden-Württemberg)
Burg Baden

Die Burg Baden, auch Burg Badin oder Burg Badenweiler genannt, ist die Ruine einer Höhenburg auf einer Höhe über dem Kurpark inmitten der Gemeinde Badenweiler im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg. Sie gilt als das Wahrzeichen von Badenweiler und ist nicht identisch mit der in der Nähe von Badenweiler liegenden Burgruine Neuenfels.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ausgrabungen in der Burg und auf dem Burghügel belegen, dass der Hügel schon vor 1122 besiedelt wurde. Funde belegen, dass die Römer zum Schutz von Aqua Villa ein Kastell errichteten. Später bauten die Alamannen eine Höhenburg, um ihr Gebiet zu sichern. Diese wurde von den Franken übernommen.

Badenweiler mit Burg Baden um 1656
Badenweiler mit Burg Baden um 1900

Ab 1122 war die Burg im Besitz der Zähringer zum Schutz ihres Silberbergbaus. Im Jahr 1147 gelangte die Burg als Mitgift in den Besitz der Welfen. Durch Tausch kam die Burg 1157 an die Staufer, als Erbe 1268 an die Grafen von Freiburg, durch Heirat 1303 an die Grafen von Strassberg. Im 14. Jahrhundert wurden wegen ständigen Streitereien mit den Nachbarherrschaften Außenbefestigungen errichtet. Durch Erbschaft gelangte die Burg 1363 in den Besitz des Fürstenhauses Fürstenberg, danach an die Grafen von Freiburg und zeitweilig auch an die Habsburger. Die Burg wurde 1409 durch Soldaten von Humbrecht von Neuenburg, des Fürstbischofs von Basel, beschädigt und danach wieder aufgebaut. Nach dem Konzil von Konstanz kam sie wieder an die Grafen von Freiburg. Durch die Schenkung des letzten Grafen von Freiburg kam sie 1444 an die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg und 1503 an die Markgrafschaft Baden.

Am 6. April 1678 wurde die Burg im Holländischen Krieg von den abrückenden französischen Besatzern unter Marschall Crequi gesprengt. Danach wurde sie nicht wieder aufgebaut. Bis zur Sprengung war die Burg ständig von Vögten der jeweiligen Landesherren bewohnt.

Um die Ruine vor dem Verfall zu schützen und sie touristisch zu erschließen, wurde sie restauriert. Der Bergfried ist als Aussichtsplattform zu besteigen. Die vielen hohen erhaltenen Mauern der Ruine zeigen verschiedene Räume und den Palas. Die Burgruine kann durch einen steilen Weg betreten werden. Dieser ist mit Mauern gesäumt und führt am Rundturm vorbei. Nord-östlich ist im Palas mit den drei Unterteilungen noch zu erkennen, dass die Burg mehrstöckig war. Die Formen der Fenster sind noch erhalten.

Sehenswürdigkeiten auf dem Burgberg[Bearbeiten]

Denkmal von Friedrich I. auf dem Burgberg
Anton Tschechow-Denkmal
Hildegard von Bingen-Garten
Das Belvedere
Die Wandelhalle am Neuen Vogesenblick

Der Burgberg ist Bestandteil des Kurparks.

Denkmal für Großherzog Friedrich I. von Baden[Bearbeiten]

An der Westseite des Flanierweges um den Burgberg, der sogenannten Kaffeemühle, steht mit Blick auf die Vogesen das Denkmal für Großherzog Friedrich I. (1826-1907); es wurde 1912 von Karl Friedrich Moest von der Kunstakademie Karlsruhe geschaffen und zunächst am Schlossberg aufgestellt. Es ist das größte Denkmal Badenweilers und symbolisiert zugleich eine wesentliche Epoche des badischen Landes als eigenständigen Staat. Der beliebte Landesvater kam häufig nach Badenweiler und feierte hier 1906 auch seinen 80. Geburtstag als dienstältester Monarch Europas.

Anton Tschechow Denkmal[Bearbeiten]

Ebenfalls mit Blick auf die Vogesen wurde 1992 das neue Tschechow-Denkmal am Burgberg errichtet. Im Jahr 1904 starb in Badenweiler der russische Schriftsteller, Novellist und Dramatiker Anton Pawlowitsch Tschechow. Das weltweit erste Denkmal für ihn stand an gleicher Stelle von 1908 bis 1918, fiel aber der Metallsammelaktion im Ersten Weltkrieg zum Opfer. Heute erinnert daran eine Gedenkplatte. Anlässlich des 100. Todestages wurde am 15. Juli 2004 durch namhafte Vertreter aus Russland und Badenweiler im Umfeld des Denkmals ein „Symbolischer Kirschgarten“ als Zeichen für ein neues friedliches Europa im Geiste Tschechows gepflanzt. Im Wiesentrakt des sich am Fuße des Burgberges befindenden Kurhauses befindet sich seit 1998 das Literarische Museum „Tschechow Salon“.

Hildegard von Bingen Garten und Gutedelgarten[Bearbeiten]

Zum Kurpark gehört ein „Hildegard von Bingen-Garten“, in dem auf Beeten entlang der Stützmauer mit einer Vielfalt von Heilpflanzen das Heilkundewissen der Äbtissin Hildegard von Bingen (1098-1179) gezeigt wird. Daran schließt sich der Gutedelgarten an. Dieser rebenbotanische Schaugarten zeigt verschiedene Spielarten der Rebsorte Gutedel.

Belvedere[Bearbeiten]

Das Belverede wurde in den Jahren 1811 bis 1816 nach den Plänen des badischen Architekten Friedrich Weinbrenner als herrschaftliches „Tee- und Lusthaus“ erbaut. Später wurde es auch für Gottesdienste, als Heimatmuseum, Maleratelier, Turnhalle oder für Ausstellungen genutzt. Heute steht es in den Sommermonaten für Eheschließungen durch das Standesamt der Gemeinde Badenweiler zur Verfügung.

Wandelbahn[Bearbeiten]

Die Wandelbahn wurde 1882/1883 als eine der ehemals bedeutendsten Gusseisen-Hallen im deutschen Südwesten mit einer Länge von 45,5 Metern und einer Breite von 4,5 Metern am Standort des heutigen Kurhauses errichtet und sollte das Promenieren auch bei schlechtem Wetter ermöglichen. Teile der alten Wandelhalle wurden 1969 am Neuen Vogesenblick wieder aufgestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gustav Faber: Badenweiler - Ein Stück Italien auf deutschem Grund. Verlag Karl Schillinger Freiburg, 2. Auflage 1981, ISBN 3-921340-17-9
  • Arthur Hauptmann: Burgen einst und jetzt. Burgen und Burgruinen in Südbaden und angrenzenden Gebieten. Verlag des Südkurier, Konstanz 1984, ISBN 3-87799-040-1, S. 132-135;
  • Johannes Helm: Auf verwehten Spuren - ein Spaziergang durch das Kurbad von Badenweiler zu römischer Zeit - römische Badruine in Badenweiler - Schwitzbad - Quellheiligtum - Kaltwasserbecken. In: Hebelbund (Hrsg.): Die Markgrafschaft. Beiträge aus Geschichte, Kultur und Wirtschaft des Markgräflerlandes. Monatszeitschrift des Hebelbundes. Jahrgang 1957. Heft 7. Müllheim 1957. S. 4-7
  • Ehrenfried Kluckert: Burgen im Breisgau und im Markgräflerland. Donzelli-Kluckert, Bremgarten 2000. ISBN 3-933284-03-1
  • Friedrich-Wilhelm Krahe: Burgen des deutschen Mittelalters – Grundriss-Lexikon. Sonderausgabe, Flechsig Verlag, Würzburg 2000, ISBN 3-88189-360-1, S. 90;
  • Max Miller, Gerhard Taddey: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 6. Baden-Württemberg. Stuttgart 1965
  • Heiko Wagner: Theiss-Burgenführer Oberrhein. 66 Burgen von Basel bis Karlsruhe. Theiss, Stuttgart 2003. ISBN 3-8062-1710-6

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg Baden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien